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Gegen das Gesetz


ColorFoto - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 09.01.2019

Mit einem Augenzwinkern bricht der Münchener Fotograf Peter Mayer mit jeglichen fotografischen Gesetzen und verwirklicht mit Intuition und Leidenschaft authentische Fotografie: spontan, Freihand, mit manuellen Einstellungen und möglichst ohne nachträgliche Bildbearbeitung.


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Bildquelle: ColorFoto, Ausgabe 2/2019

ON THE ROAD AGAIN
Angezogen von der atemberaubenden Felsformation, die mich schon ein Stück weit linker Hand begleitete, legte ich verbotenerweise einen kurzen Stopp am Straßenrand ein. Dabei fuhr mir der Truck ins Bild, gefolgt von einem VW-Bulli. Der VW ist ja für uns Deutsche nichts Aufregendes, im Nachhinein ärgerte ich mich aber ...

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ON THE ROAD AGAIN
Angezogen von der atemberaubenden Felsformation, die mich schon ein Stück weit linker Hand begleitete, legte ich verbotenerweise einen kurzen Stopp am Straßenrand ein. Dabei fuhr mir der Truck ins Bild, gefolgt von einem VW-Bulli. Der VW ist ja für uns Deutsche nichts Aufregendes, im Nachhinein ärgerte ich mich aber doch, ihn nicht abgeschossen zu haben. Wie das so ist im Amiland: Der Fokus liegt eher auf den Dingen, die es hier nicht so gibt. Auf dem Weg nach Shoshone im Nirgendwo …

Nevada, 31.10.16,
Nikon D810, Nikkor 2,8/24-70 mm, Brennweite 70 mm, ISO 200, Blende 11, 1/200 s, Freihand

ZENTRIERT
Architektur: faszinierend und atemberaubend, besonders, wenn man mal nach oben schaut. Mittlerweile ist dies einer meiner Lieblingsblickwinkel. Besonderen Wert lege ich hierbei auf einen grafischen Linienverlauf mit perfekter Ausrichtung der Vertikalen und Horizontalen. Das Ganze über Kopf und Freihand macht für mich den besonderen Reiz aus.

Münchener Königsplatz, 23.11.17, Nikon D810, Nikkor 2,8/14-24 mm, Brennweite 14 mm, ISO 800, Blende 11, 1/40 s, Freihand

FINALLY ARRIVED
In der Van Ness Ave in San Francisco entstand diese Aufnahme. Mit Sicherheit ein bereits „tot-fotografiertes“ Motiv, deshalb wollte ich hier nicht wieder den gestochen scharfen Klassiker abbilden. Durch eine leichte Kamerabewegung beim Auslösen entstand diese leichte Überlagerung, die für meinen Geschmack die Aufnahme etwas interessanter wirken lässt und mehr Dynamik ins Bild bringt.

San Franzisko, 3.11.16,
Nikon D810, Nikkor 2,8/24-70 mm, Brennweite 24 mm, ISO 100, Blende 10, 1/3 s, Freihand

COLD
Eine spontane Aufnahme wirklich im Vorbeigehen: Bei -13°C lief sich meine Lebensgefährtin auf der Treppe warm. Danach ging es dann sofort in das nächste Café.

25.2.18,
Nikon D810, Nikkor 2,8/4-24 mm, Brennweite 24 mm, ISO 100, Blende 11, 1/80 s, Freihand

WEGSUCHEND
Meine Liebe zur Technik führte mich in das „Technische Museum“ in Wien. Fasziniert vom Anblick dieses alten Meisterstücks entstand dieses Foto, leider nur durch eine Glasscheibe.

MAK Museum, Wien, 14.1.12,
Nikon D3, Nikkor 2,8/105 mm Makro, Brennweite 105 mm, ISO 320, Blende 3, 1/125 s, Freihand

DAM NED SPEEDLIMIT 55
Ein ganz besonderer Moment: Einer meiner ersten Besuche in Nevada, leider noch im deutschen Autobahnmodus. Bei einem Ticket von 250 Dollar musste mindestens dieser Schnappschuss sein – ein kleines, aber unvergessenes Trostpflaster.

Nevada Hot Springs, 19.4.2005, Nikon E4500, Brennweite 12,7 mm, ISO 100, Blende 8, 1/500 s, Freihand

STEEL WORK
Auf den Spuren von Otto Wagner. Die Aufnahme entstand in Wien. Hier beeindruckte mich die Handwerkskunst damaliger Zeit, die leider immer mehr in Vergessenheit gerät. Ich erfreue mich stetig daran, dass solche Baukunstwerke weiter gepflegt und erhalten werden.

Wien, 20.6.2010,
Nikon D80, Nikkor 3,5-5,6/18-200 mm, Brennweite 26 mm, ISO 100, Blende 4, 1/200 s, Freihand

CIMITERO
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Wie bestellt war der Schattenwurf bei meiner Erkundung in Venedig.

Venedig, 10.9.14,
Nikon D3, Nikkor 2,8/14-245 mm, Brennweite 14 mm, ISO 100, Blende 2,8, 1/1000 s, Freihand

LAUNDRY DAY
Eines meiner Lieblingsbilder: Man schlendert in Gedanken an einem lauwarmen Tag durch Venedigs Gassen, ein Haus weiter plötzlich dieser großartige Anblick. Eigentlich nichts Aufregendes. Für mich war das vorherrschende Licht auf der Wäsche sensationell.

Venedig, 7.9.14,
Nikon D3, Nikkor 2,8/24-70 mm, Brennweite 24 mm, ISO 100, Blende 4, 1/2000 s, Freihand

ABGEFAHREN
U6 Haltestelle Gumpendorferstraße, erbaut von Otto Wagner. Eine tolle Kulisse für nostalgische Filme oder Fotos. Diese Location war bereits in mehreren Filmen zu sehen. Man fühlt sich hier wirklich in die gute alte Zeit versetzt, wären da nicht die U-Bahnen …

20.06.2010,
Nikon D80 Nikkor 18,0-200 mm, f/3,5 -5,6 26 mm, ISO 100, f/4, 1/200 s, Freihand

SAITENANSICHT
Musik brauche ich wie die Luft zum Atmen! Eine meiner ersten Makroaufnahmen, dafür musste erst mal das gute Instrument herhalten.

1.7.2010, Nikon D3, Nikkor 105 mm, Brennweite 105 mm, ISO 100, Blende 11, 2,5 s, Stativ

HEIMKOMMEN
Vor rund einem Jahr stand sie wie aus dem Nichts in meinem Garten und hat mich in ihren Bann gezogen. Die Besuche wurden allmählich mehr, zuerst noch etwas zögerlich, aber das Eis war schnell gebrochen, und es entstand eine wunderbare Freundschaft, bis sie schließlich fest eingezogen ist. Doch plötzlich kam sie nicht mehr wie gewohnt nach Hause, es folgten Tage und Nächte des Wartens. Endlich am vierten Tag kam sie wie aus dem Nichts aus dem Schneetreiben zielstrebig auf mich zu. Welch ein glücklicher Umstand, dass auch meine Kamera schussbereit war.

28.12.17, Nikon D3, Nikkor 2,8/80-200 mm, Brennweite 200 mm, ISO 200, Blende 2,8, 1/800 s, Freihand



„…je älter sie ist, desto schöner.“

Peter Mayer

Ein „jung gebliebener Maxvorstädter“, geboren in den 50er-Jahren in München, mit der Lebensdevise: „Lebe im Moment und mach ihn so schön, dass es sich lohnt, daran zu erinnern.“

Erste Berührung mit der Fotografie hatte Peter Mayer bereits im Alter von fünf Jahren, zum Leidwesen seines Vaters, in dessen Dunkelkammer. „Die Bilder wurden leider nichts mehr. Zur Belohnung gab es aber zehn Jahre später die erste eigene Spiegelreflexkamera“, erzählt der passionierte fc-Fotograf. Mit Anfang des Berufslebens rutschte seine Leidenschaft fürs Fotografieren in den Hintergrund, kam dann mit dem Kauf seiner Nikon D80 wieder zurück. „Heute ist mein sehnlichster Wunsch, mich voll und ganz der Fotografie widmen zu können.“

fc-Fotografenlink:

Ausrüstung

Kameras:
Nikon D810, Nikon D3, Nikon E4500

Objektive:
1 4 mm, Nikkor 2,8/24-70 mm,
Nikkor 2,8/105 mm, Nikkor 3,5-5,6/18-200 mm

Zubehör:
Stativ

Wo sind die Bilder entstanden?
Meistens in München, Wien, Venedig und in den Vereinigten Staaten.

Was macht für Dich die Faszination am Fotografieren aus?
In eine andere Welt einzutauchen und den Alltag hinter sich zu lassen. Danach zu Hause beim Editing nochmals verschiedene Erlebnisse Revue passieren lassen und – je nach Emotionen – bearbeiten, um diese eventuell sichtbar für den Betrachter zu machen. Das gelingt mir leider nicht immer, aber immer öfter (zwinkert).

Was macht für Dich Deine persönliche Handschrift aus?
Ob sich bei mir eine persönliche Handschrift finden lässt, kann ich nicht wirklich beurteilen. Ich bin sehr experimentierfreudig, vielleicht entwickelt sich da noch irgendetwas.

Wie kommst Du zu Deinen Bildideen?
Intuitiv aus dem Bauch heraus. Da reicht eine besondere Tagesstimmung schon aus. Wenn etwas meine Aufmerksamkeit weckt, ist es um mich geschehen, und ich versuche, mich von meiner Leidenschaft leiten zu lassen.

Eines Deiner Lieblingsmotive ist Architektur?
Warum? Ganz einfach: Sie ist pünktlich – und das bei jedem Wetter, sie zickt nicht rum, wenn es mal länger dauert und, sie ist allzeit bereit, sieht immer gut aus und je älter sie ist, desto schöner (zwinkert). Meine Vorliebe für die Architektur begleitet mich schon mein Leben lang, da mich Bauwerke – egal, ob alt oder modern – schon immer fasziniert haben.

Wie bereitest Du ein Shooting vor?
Eigentlich gar nicht, meine Fotoausrüstung habe ich immer dabei. Wenn mir an einem Ort irgendetwas Interessantes begegnet, packe ich meine Ausrüstung aus.

Was macht Deine fotografische Arbeit aus?
Licht und Schattenspielder vorherrschendern Situationen und außergewöhnliche Blickwinkel. Außerdem nehme ich am liebsten Freihand auf, Blende und Belichtungszeit wähle ich immer manuell der Szenerie entsprechend.

Hast Du für Deine Bildgestaltung feste Vorgaben?
Meine erste Regel ist, etablierte Regeln zu brechen. Ich achte nicht auf proportionale Bildaufteilungen, wie etwa anerkannte Vorgehensweisen aus dem Fotolehrbuch. In der Architekturfotografie gibt es gelegentlich Ausnahmen.

Bearbeitest Du Deine Aufnahmen am Rechner nach?
Durch meine Vorliebe zur Schwarzweiß-Fotografie nehme ich die erste Aufnahme im Schwarzweiß-Modus auf, um Vorort bereits eine bessere Kontrolle über die Bildwirkung zu haben, danach geht’s im Color-RAW weiter. In Lightroom nehme ich eine Perspektivenkorrektur, Bildschnitt und nach Bedarf ein Geraderücken vor, ansonsten orientiere ich mich an der analogen Vorangehensweise.

Du hast Dich bereits im Jahr 2009 in der fc registriert. Welchen Einfluss hat die fc auf Deine Fotografie?
Es ist immer interessant zu sehen, was Gleichgesinnte schaffen. Mit Sicherheit wird man dadurch beeinflusst, wenn auch nicht bewusst.

Was machst Du mit Deinen Bildern?
Geplant ist in ferner Zukunft eine eigene Ausstellung. Ein paar meiner Fotografien zieren bereits als Großformat auf Alu-Dibond Privatund Geschäftshäuser. Ebenso haben ein paar meiner Bilder an öffentlichen Ausstellungen teilgenommen.

Und was Du noch sagen möchtest?
Zum Thema Nachbearbeitung: Ein schlechtes Bild kann durch Nachbearbeitung grundsätzlich nicht gerettet werden. Deshalb versuche ich, bereits bei der Aufnahme alles so aufs Bild zu bekommen, dass nur geringfügige Nachbearbeitungen nötig sind.
Reaktion: Sabine Schneider

SHADOWS ON THE WALL
Visitor Center New Orleans, beim Erkunden der Stadt. Auch hier war der Schattenwurf wieder wie bestellt. Das freut sich das Fotografenherz!

New Orleans, 9.10.16,
Nikon D810, Nikkor 2,8/ 24-70 mm, Brennweite 26 mm, ISO 100, Blende 18, 1/15 s, Freihand


Fotos: Peter Mayer