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gegen Verlustangst, Panik & Kontrollverlust


Leben & erziehen green - epaper ⋅ Ausgabe 1/2021 vom 27.05.2021

6 Tipps

Artikelbild für den Artikel "gegen Verlustangst, Panik & Kontrollverlust" aus der Ausgabe 1/2021 von Leben & erziehen green. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Leben & erziehen green, Ausgabe 1/2021

Eltern spüren in dieser Zeit die Verantwortung, die sie nicht nur für sich, sondern auch für ihre Kinder tragen. Sie stellen sich Fragen: Wie geht es weiter? Bleiben wir und die Kinder gesund oder gesunden wieder? Können wir unseren Lebensstandard erhalten? Wie gehen wir mit Veränderungen um?

Wir haben ein Bedürfnis nach Kontrolle

Jetzt ist die Zeit gekommen, um sich über die Frage Gedanken zu machen, ob das bisherige Leben in einer gesunden Balance war oder ob ein Umdenken angemessen ist, sagt Lebensberaterin Kerstin Scherer: „In der jetzigen Situation sehen sich Menschen mit vielen neuen Fragestellungen und Herausforderungen konfrontiert.

Unsere Expertin

Kerstin Scherer

… arbeitet seit über 20 Jahren mit Menschen. In verschiedenen Seminaren ...

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... unterstützt sie ihre Teilnehmer dabei, Blockaden zu lösen, Traumata zu bewältigen und zu sich selbst zu finden. Sowohl Privat- als auch Geschäftspersonen vermittelt sie den Weg von der inneren zur äußeren Bühne und verhilft somit auch Unternehmen zu mehr Erfolg. Ihre Learnings teilt die zweifache Mutter in ihrem eigenen Podcast „Gib dich ganz“. Gemeinsam mit ihrem Mann gestaltet sie die Online-Talksendung „Scherer Daily“. Mehr Informationen unter facebook. com/kerstinschereroffiziell

Auch ich habe mich mit existenziellen Fragen auseinandersetzen müssen, da ich zum einen ein Unternehmen führe, was zu 100 Prozent betroffen ist, und gleichzeitig zwei Kinder habe“, so die Expertin weiter. „Dass in dem Fall Emotionen wie Verlustangst, Panik und Kontrollverlust aufsteigen, ist menschlich. Es gilt, sich jedoch immer vor Augen zu halten, dass es sich ‚nur‘ um Gefühle handelt und dass es aber Entscheidungen sind, die eine Situation tatsächlich verändern.“

Droht Eltern, alles über den Kopf zu wachsen, rät unsere Expertin zu diesen Schritten:

1. Emotionen und Gefühle akzeptieren

Viele Menschen verspüren aufgrund der aktuellen Situation Angst und Unsicherheit. Das gilt vor allem für Eltern, die ja eine Verantwortung für ihre Kinder tragen und durch die Einschränkungen besonderen psychischen und physischen Belastungen ausgesetzt sind. Ein erster Schritt besteht darin, die eigenen Emotionen zu akzeptieren. Es ist völlig normal, so zu empfinden, und es gibt gute Gründe, warum die menschliche Psyche derzeit so aktiv ist.

2. Die Ausgangssituation aus einer höheren Warte betrachten

Jeder Mensch kann nur bewerten, was ihm bekannt ist. Da sich die Nachrichten jedoch täglich ändern, gilt es, im Hier und Jetzt zu bleiben. Niemand kann derzeit sagen, was kommen wird und ob die Wirtschaftskrise tatsächlich so eintritt wie vorausgesagt. Prognosen können sich ändern, weshalb sich Menschen nicht an haltlosen Hypothesen orientieren sollten. Abwarten und immer neu bewerten – so sollte derzeit die Devise lauten.

3. Veränderungspotenzial erkennen

In der aktuellen Situation müssen viele Gewohnheiten abgelegt und neue Regeln akzeptiert werden. Die perfekte Zeit, um sich mit dem eigenen Handeln auseinanderzusetzen. Haben Vergangenheit oder Zukunft eine Auswirkung auf die aktuelle Situation? Muss etwas verändert werden, was in der Vergangenheit getan, entschieden oder unterlassen wurde? Muss etwas entschieden oder unterlassen werden, um die Zukunft positiv zu verändern? Wenn ja, ist jetzt genau der richtige Augenblick, um das zu tun.

4. Sich nicht durch Angst lähmen lassen

Anstatt in Panik zu verharren, üben sich manche Menschen in Aktionismus. Sie haben das Gefühl, durch das Horten von Toilettenpapier, Nudeln, Konserven oder Tief kühlware eine Ordnung und Sicherheit für sich herzustellen. Andere wiederum verzichten auf alles und testen, mit wie wenig sie wirklich zurechtkommen. Auch daraus kann ein Gefühl der Sicherheit entstehen. Die Situation zu akzeptieren und zu verstehen, dass sich nur der Mensch selbst verändern kann, ist schwierig. Jedoch hilft dieser Gedanke, um sich der lähmenden Angst entgegenzustellen.

5. Sich auf die eigene Kraft besinnen

Solange alle Familienmitglieder gesund sind, werden sich immer Wege finden lassen, die dafür sorgen, dass es weitergeht. Schließlich haben Mütter ihre Kinder auf die Welt gebracht und damit eine der größten Herausforderungen gemeistert, die es gibt. Genauso stellen sich Väter einer lebenslangen, unveränderten Verantwortung.

6. Bewusst Zeit miteinander verbringen

Natürlich ist es eine Herausforderung, als Familie permanent zusammen zu sein, besonders auf engem Raum und ohne Außenstehende, die als Ventil dienen können. Gegen auf kommenden Stress in den eigenen vier Wänden hilft ein Perspektivwechsel: Im Alltag bleibt in der Regel wenig Raum für ein intensives Miteinander. Jetzt ist die Zeit gekommen, um endlich bewusst Zeit miteinander zu verbringen.