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Geh weg, Metal!


musikexpress - epaper ⋅ Ausgabe 9/2021 vom 12.08.2021

DEAFHEAVEN

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George Clarke (Stimme) und Kerry McCoy (Gitarre) wissen um das Risiko. Ihre Band Deafheaven hat vier Alben lang eine eigenwillige, abenteuerliche und ziemlich kantige Musik entworfen: Black Metal mit Postrock- und gelegentlichen Shoegaze-Elementen. Black-Gaze tauften die Kritiker dieses neue Subgenre, das zweite Deafheaven-Album SUNBATHER ist für diese Nische das, was PET SOUNDS für den Pop ist: Die Referenzplatte für das, was geht. Zwei weitere ...

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... Platten folgten, auf dem vierten Werk ORDINARY CORRUPT HUMAN LOVE gab es 2018 bereits Anzeichen, dass da was verrutschen könnte, unter anderem gab es ein Duett von Vokalist George Clarke mit Chelsea Wolfe, das auf den Pfaden von The Cure und ähnlichem Dunkelzeugs wandelte. Im Juni erschien dann die erste Single des neuen Albums, und „ Great Mass Of Color“ machte unmissverständlich klar: Deafheaven spielen jetzt tatsächlich Dreampop’n’Shoegaze, (fast) ohne Double Bass, Monsterriffs, Geschrei und ähnlichen Black-Metal-Content. Weg vom Schwarz, hin zu den anderen Farben. Auf der ultimativen Musiknerd-Seite rateyourmusic.com brach daraufhin sofort die Hölle los, jemand schrieb genauso angestrengt wie pathetisch, wieder einmal wandele eine Metalband auf dem Pfad der künstlerischen Weiterentwicklung, als handele es sich dabei zwangsläufig um eine saublöde Idee. Er sei„wirklich traurig und enttäuscht“ – vor lauter Frust vergaß er, die Vorabsingle mit einer demütigenden Note zu bestrafen. Mal sehen, ob er das mit seiner Bewertung fürs Album INFINITE GRANITE nachholt. Die setzt den Kurs des Teasers nämlich nahtlos fort.

Tja, liebe Grüße ins Deafheaven-Camp, so kann es gehen, wenn man das eigene Erfolgsrezept auf den Kopf stellt. Es ist allerdings nicht so, dass George Clarke und Kerry McCoy solche Aussagen nicht ernst nehmen würden. „Aber“, sagt Clarke im Gespräch, „wir dürfen uns als Band davon nicht leiten lassen.“

Deafheaven bieten Kunst, keinen Service. Und als Künstler stand ihnen der Sinn nach einer radikalen Veränderung. Wobei die beiden ehrlich genug sind, anzuerkennen, dass die Band alleine die Energie dafür nicht ge habt hätte. „Es gab immer wieder Momente, in denen sich das Bedürfnis einstellte, das Rad doch wieder zurückzudrehen und den kürzesten Weg zurück in die Komfort zone zu beschreiten“, sagt Kerry McCoy. Gut, dass da jemand im Studio war, der das nicht geschehen ließ: Mit Justin Meldal-Johnsen haben Deafheaven erstmals mit einem Produzenten zusammengearbeitet, der diesen Job voll ausfüllte. Seine Klangvorstellung kannte die Band von den Arbeiten für Best Coast, Wolf Alice oder M83. „Justins Aufnahmen erobern Räume, schaffen zusätzliche Dimensionen, erwecken Gefühle zwischen Beklemmung und Aufbruch“, sagt George Clarke. In diese Räume stoßen Deafheaven nun auch vor.

Ein paar alte Fans sprechen von Verrat und Holzweg. Was aber sicher ist: Diese Band poppt nun für viele erstmals auf der Agenda auf - und wo einige Hardliner sich verabschieden, geht von anderer Seite der Zulauf erst richtig los.

André Boße

Albumkritik: S. 70