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Geheimnisvolle Tragödie


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tip Berlin TV & Streams - epaper ⋅ Ausgabe 21/2022 vom 12.10.2022
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Bildquelle: tip Berlin TV & Streams, Ausgabe 21/2022

True-Crime-Doku: Kurz nach dem Start stürzt im April ?45 ein Flugzeug in ein Waldgebiet bei Berlin

Ein Geheimnis aus den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, ein Geheimnis vor den Toren Berlins. Eine Geschichte, angesichts der man „unglaublich, aber wahr“ sagen möchte. Es geht um den letzten regulären Lufthansa-Flug, der am 20. April 1945 vom Flughafen Tempelhof in Richtung Österreich startete. Über Brandenburger Dörfern stürzte die Maschine mit 18 Insassen ab. War es ein Unfall oder wurde sie abgeschossen? Wer befand sich an Bord? Gab es möglicherweise Überlebende? Und gibt es 75 Jahre später noch Zeitzeugen, die davon zu erzählen wissen?

Spannung ist jedenfalls garantiert bei diesem Stück (gesamt-)deutscher Kriegs- und Nachkriegsgeschichte, das jetzt in einer Dokumentarfilmproduktion für den rbb erforscht wurde. Einer der Insassen des Flugzeugs war Hans Steinhoff, ein Star-Regisseur des Dritten Reiches, bekannt vor allem für seinen Film „Hitlerjunge Quex“, der 1933 die Erzählmuster des ...

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... proletarischen Films der Weimarer Republik raffiniert für einen faschistischen Propagandafilm nutzte. Er drehte damals in Prag mit Hans Albers den Kriminalfilm „Shiva und die Galgenblume“ und war zwischendurch nach Berlin geflogen, um aus seiner Villa Geld zu holen, er bereitete angesichts des nahenden Kriegsendes seine Flucht ins Ausland vor.

Steinhoff steht im Mittelpunkt der vierten Episode der RBB-Doku, die dafür die Enkelin des Regisseurs, Kora Dalager, in den USA aufgespürt hat. Sie weiß Erstaunliches zu berichten – von ihrer Mutter, die ihr erst spät erzählt hat, wer ihr Großvater war, und von ihrer Großmutter, einer Jüdin, die 1938 nach Großbritannien emigriert war. Wie deren Affäre mit Steinhoff (der zahlreiche Liebschaften hatte) zustande kam, weiß sie nicht, aber in der Begegnung mit Ausschnitten aus seinen Filmen und mit einer Gedenktafel für einige der Opfer des Flugzeugabsturzes in den Wäldern Brandenburgs (auf der der Vorname Hans Steinhoffs falsch, nämlich mit zwei n, geschrieben ist) wird für sie ein Stück Familiengeschichte lebendig, zu der sie ein durchaus ambivalentes Verhältnis hat.

Für mich ist dies der eindrücklichste Teil der Dokumentation, weil sie sich hier am meisten Zeit lässt, sich auf ihre Zeitzeugen und Protagonisten einzulassen. Viele andere Passagen huldigen leider dem unschönen Verfahren, diese nur mit einzelnen Sätzen zu Wort kommen zu lassen, dazu kommt eine permanent dräuende Musik, die die Dramatik der Ereignisse verdoppelt. Dabei sprechen die durchaus für sich, von den Teilen des Flugzeugwracks, die noch heute in der Umgebung der Absturzstelle gefunden werden können,über den damals plötzlich aufgetauchten einzigen Überlebenden, die Erinnerungen der noch lebenden Zeitzeugen und die Recherchen von Fachleuten und Amateurforschern.

FRANK ARNOLD

ARD Mediathek / RBB Online bis 8.10.23 3255

Renoir

PORTRAIT Besser hätte die Figur des Renoir in seinen letzten Lebensjahren kaum getroffen werden können, als mit Charakterdarsteller Michel Bouquet. Der Film zeigt den Ausnahmekünstler Auguste Renoir 1915 in seiner Residenz an der Côte d'Azur, wo er von Frauen, die ihn versorgen, umringt lebt. Seine neue Muse, die vitale und sorgenfreie Andrée zieht auch die Aufmerksamkeit Renoirs Sohnes Jean auf sich, als dieser von der Front zurückkehrt. Ein sanftes Filmkunstwerk.

LMK

ARD Mediathek bis 26.10., 105 Min.

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Tippi Hedren und die wilden Tiere

DOKUMENTATION Ein schön doppeldeutiger Titel, denn mit ihrem Ehemann Noel Marshall drehte Tippi Hedren 1981 den Spielfilm „Roar“, in dem Wildtiere in Afrika eine Familie bedrängen. Das wildeste Tier aber war Alfred Hitchcock, der das damalige Model zum Star seiner Filme „Die Vögel“ und „Marnie“ machte, allerdings auch eine sehr ungesunde Fixierung auf sie entwickelte. Als sie seine Annäherungsversuche zurückwies, ließ er am Ende seines Films echte Vögel auf sie los. Davon weiß die mittlerweile 92-Jährige in dieser Doku eindringlich zu berichten.

FA

Arte Mediathek bis 16.12.

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You Shall Not Lie – Tödliche Geheimnisse

THRILLER-SERIE Das Video ist längst gelöscht, doch alle haben es gesehen: Die beliebte Lehrerin Macarena (Irene Arcos) und ihr Schüler, der 18-jährige Ivan (Lucas Nabor), hatten Sex miteinander. Nur einmal, wie die Pädagogin beim verzweifelten Versuch betont, ihre Ehe zu retten und nicht ins Gefängnis wegen Verführung Minderjähriger zu landen. Ivans Vater (Ernesto Alterio) spielt der Presse ein Tagebuch seines Sohnes zu, in dem der Teenager, der schon mehrmals mit der Polizei in Konflikt gekommen ist, das intime Beisammensein mit der angehimmelten Macarena beschreibt. Der eskalierende Streit zwischen den einst eng befreundeten Familien von Macarena und Ivan ist jedoch nur ein Vorspiel. Die Situation weitet sich in diesem Krimi zum Drama aus, als ein Mord die wohlhabende Gesellschaft in ihren Grundfesten erschüttert.

KD

ARD Mediathek 6 Folgen ab 15.10.

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Leben Tod Ekstase

TATORT An den Fall erinnert man sich vielleicht noch: eine Therapiesitzung unter Anwendung von Drogen, die mit dem Selbstmord aller Teilnehmer endete. Ins „Tatort“-Schema gezwängt, ergibt das für die ermittelnden Kommissare Brix und Janneke die Frage, war es der Therapeut, sein schräger Mitbewohner oder aber ein ehemaliger Patient? Regisseur Nikias Chryssos hat sich mit seinem Regiedebüt „Der Bunker“ als Spezialist für schräge Charaktere auf beengtem Raum empfohlen, das funktioniert auch hier, am Ende spielt auch noch der Penis eines Blauwals eine Rolle.

FA

ARD Mediathek ab 16.10.

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Official Secrets

KRIMI Keira Knightley hat seit „Fluch der Karibik“ bereits einige Male bewiesen, dass sie mehr kann, als nur die hübsche Gouverneurs-Tochter zu spielen. Als Katharine Gun, die vom britischen Nachrichtendienst ein streng geheimes Memo über den Irakkrieg macht und es in den USA veröffentlicht, spielt Knightley die Rolle der Gun ganz ohne Hollywood-Glanz, dafür vielmehr souverän als auch abgekämpft. Ein dichter Politfilm, beruhend auf wahren Begebenheiten.

LMK

ZDF Mediathek ab 29.9., 107 Min.

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Marie fängt Feuer

DRAMASERIE Es ist eine dieser Serien, die man auch nachts ohne Bedenken anschauen kann, da im Endeffekt nichts passiert. Da ist die blonde Marie mit dem ewig wippenden Pferdeschwanz (Christine Eixenberger), Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Wildegg, die sich mit Kind und Kegel durch ihren Alltag manövriert, dabei immer ein paar Probleme im Gepäck, welche sich spätestens in der Folge danach lösen lassen. Wer seichte Alltagstragikomödien mag – ab dem 13. Oktober gibt es wieder mehr davon.

LMK

ZDF Mediathek ab 13.10., 2 Folgen à 88 Min.

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Das weiße Haus am Rhein 1 + 2

DRAMASERIE Deutsches Filmfernsehen hat ja nicht den besten Ruf. Deshalb ist es immer eine Freude, mit guten Produktionen und überzeugenden Darsteller:innenleistungen eines Besseren belehrt zu werden. Mit Jonathan Berlin, Henriette Confurius und Katharina Schüttler wurde hier bereits ein Grundstock an brillierenden deutschen Schauspielenden gelegt. Anhand der Figur des jungen Emil Dressen (Jonathan Berlin) wird die Geschichte seiner Hoteliersfamilie zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs bis zum Vorabend des Zweiten beschrieben.

LMK

ARD Mediathek bis 3.1.23, 2 Folgen à 90 Min.

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Pelikanblut

DRAMA Ein fünfjähriges Kind, das an der Brust gesäugt und im Tuch umher getragen wird: mit Raya (Katerina Lipovska) nimmt Reithofbesitzerin Wiebke (Nina Hoss) ein zweites Adoptivkind bei sich auf. Schon bald legt Raya merkwürdige Verhaltensmuster an den Tag und Wiebke wird empfohlen, das Kind in eine Einrichtung zu geben. Doch die durchsetzungsfähige Frau hat die Mutterrolle bereits angenommen und beginnt, für Raya zu kämpfen und ihr die verpasste Kindheit zurückzugeben. Ein beeindruckendes Filmdrama mit Thrillerelementen.

LMK

ARD Mediathek bis 24.12., 119 Min.

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Teenager

DOKU Nochmal Teenie sein: Anaïs und Emma kommen aus grundverschiedenen Milieus in Frankreich und sind doch beste Freundinnen. Regisseur Sébastien Lifshitz hat die beiden über fünf Jahre hinweg im Alter zwischen 13 und 18 Jahren auf dem sensiblen Weg zum Erwachsenwerden begleitet. In eindrücklichen Bildern zeigt uns die Dokumentation, die sich teilweise wie ein Spielfilm sehen lässt, was die Teenager in einer Zeitspanne von großen Veränderungen, Unsicherheiten und Herausforderungen bewegt.

LMK

ARTE Mediathek bis 27.10., 129 Min.

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Eine ganz gewöhnliche Frau

DRAMASERIE Eine ganz gewöhnliche Frau, das scheint Marina (Anna Mikhalkova) zu sein, die das dritte Kind erwartet und einen Blumenladen betreibt. Hinter der Fassade von Ehestreit-Lappalien und Kindergeburtstagen steckt in Marina jedoch eine abgeklärte Zuhälterin. Über die umstrittene Plattform Telegram versteigert die Frau mit der undurchsichtigen Mimik die Jungfräulichkeit von jungen Frauen. Klar, dass bei zwei Staffeln Zeitpensum die Situation irgendwann eskalieren muss und eines der Versteigerungsobjekte tot aufgefunden wird. Trotz der Eiseskälte der Hauptfigur macht Darstellerin Mikhalkova auch die Doppelfunktion der Rolle nahbar. Dafür wurde sie beim Festival Séries Mania 2018 als „Beste Darstellerin” ausgezeichnet.

LUISA-MARIE KAUZMANN

Arte Mediathek ab 30.9., 2 Staffeln

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