Lesezeit ca. 7 Min.
arrow_back

Gehobener Standard


Logo von ColorFoto
ColorFoto - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 12.10.2022
Artikelbild für den Artikel "Gehobener Standard" aus der Ausgabe 11/2022 von ColorFoto. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Was kostet eine gute Systemkamera? Darauf gibt es keine einfache Antwort, weil „gut“ nicht für jeden dasselbe bedeutet. Beispiel Sensorgröße: Kameras mit Kleinbildsensor (36 x 24 mm) sind in der Regel teurer als Modelle mit kleinerem Sensor und bieten eine bessere Bildqualität. Das heißt aber nicht, dass jeder mit einer Kleinbildkamera besser bedient wäre. Die für das größere Sensorformat gerechneten Wechselobjektive sind teurer und schwerer. Das belastet den Geldbeutel und erhöht das Transportgewicht, ein Nachteil in der Freizeit und auf Reisen. Eine gut ausgestattete APS-C-Kamera bekommt man bereits für weniger als 1000 Euro, für die meisten Kleinbildmodelle muss man ein paar Hunderter mehr anlegen. Den mit Abstand günstigsten Einstieg in ein spiegelloses Kleinbildsystem bietet die Canon RP für rund 1000 Euro.

Auf der anderen Seite stehen Profimodelle zu Preisen ab etwa 3000 Euro. Die einen ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 5,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ColorFoto. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 11/2022 von Liebe Leserinnen und Leser,. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Liebe Leserinnen und Leser,
Titelbild der Ausgabe 11/2022 von Sterne angeln. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Sterne angeln
Titelbild der Ausgabe 11/2022 von Mehr sehen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Mehr sehen
Titelbild der Ausgabe 11/2022 von 100 MP mit Bildstabilisierung. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
100 MP mit Bildstabilisierung
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
LESERBRIEFE
Vorheriger Artikel
LESERBRIEFE
Mission APS-C
Nächster Artikel
Mission APS-C
Mehr Lesetipps

... punkten mit Höhenflügen bei der Sensorauflösung, die anderen mit schnellen Bildserien und Turbo-AF. Topmodelle wie die Sony A1 (7300 Euro) oder Nikon Z9 (6000 Euro) kombinieren eine hohe Sensorauflösung mit Schnelligkeit, sind aber auch preislich einsame Spitze. Wer so eine Kamera kauft, will keine Kompromisse in der einen oder anderen Richtung. Das aktuell Beste ist gerade mal gut genug. Wer ambitioniert oder semiprofessionell fotografiert, wird sich beim Kamerakauf zwischen den Extremen positionieren, zum Beispiel in der Preisklasse zwischen 1500 und 2000 Euro. Dort finden sich Systemkameras, die sich von den Einsteigermodellen durch gehobene Ausstattung und von den Profimodellen durch einen wesentlich günstigeren Anschaffungspreis abgrenzen. Denn schließlich sollte man sich finanziellen Spielraum für den Kauf von Wechselobjektiven und wichtigem Zubehör erhalten.

Fünf Kameras im Vergleich

Für diesen Vergleich haben wir fünf Systemkameras ausgewählt und dabei bewusst Kleinbild- und APS-C-Modelle kombiniert. Für beide Formate gibt es gute Gründe. Die Nikon Z6 II, die Panasonic S5 und die Sony A7C verwenden einen Kleinbildsensor (ca. 36 x 24 mm) mit 24 Megapixeln. In der Fujifilm X-T4 ist ein X-Trans-Sensor im APS-C-Format (23,5 x 15,6 mm) mit 26 Megapixeln für die Bildaufzeichnung zuständig, der Crop-Faktor beträgt 1,5-fach. Das heißt: Ein 50-mm-Objektiv hat an dieser Kamera den Bildwinkel eines 75-mm-Objektivs. Auch die Canon EOS R7 ist eine APS-C-Kamera, wenngleich der Hersteller dieses Format ein wenig anders definiert als der Rest der Welt: 22,3 x 14,8 mm betragen die Sensorabmessungen. Der Crop-Faktor beträgt 1,6. Auf dem kleinsten Sensor im Testfeld versammelt die EOS R7 die meisten Pixel: 6960 x 4640 (32 MP).

Die einzelnen Pixel sind mit 3,2 µm noch etwas kleiner als bei der Fujifilm (3,8 µm). Die förderliche Blende beträgt bei der Canon 5,2, bei der Fujifilm 6,2. Bei den Kleinbildmodellen beträgt die Pixelgröße zwischen 5,9 µm (Panasonic, Nikon) und 6,0 µm (Sony), die förderliche Blende 9,7 bzw. 9,8. Die größeren Pixel der Kleinbildmodelle führen tendenziell zu besseren High-ISO-Eigenschaften mit geringerem Rauschen bzw. weniger Texturverlusten ab ISO 1600/3200. Bei der Eingangsempfindlichkeit (ISO 100) hat aber die Canon aufgrund ihrer hohen Sensorauflösung die Nase vorn.

Erfreulich: Alle fünf Kameras sind mit einem Sensor-Shift-Bildstabilisator ausgestattet, der die Freihandgrenze beim Fotografieren ausweitet, wenn das verwendete Objektiv keinen optischen Bildstabilisator besitzt. Letzteres gilt vor allem für Festbrennweiten, von denen Fujifilm besonders viele im Sortiment hat. Somit profitiert die X-T4 ganz besonders von der internen Bildstabilisierung.

Alternative Modelle

Das S-System von Panasonic besteht aus den Lumix-Modellen S5, S1, S1H und S1R, die alle das L-Bajonett der Leica SL verwenden, für das auch Sigma Wechselobjektive herstellt. Da die S1H als Videospezialistin und die S1R mit 47-MP-Sensor nicht in diesen Vergleich passen, bleibt die S1 als Alternative zur S5. Beide Kameras verwenden denselben 24-MP-Sensor. Allerdings hat die S1 ein größeres und schwereres Gehäuse mit gehobener Ausstattung, zu der ein OLED-Sucher mit 1,9 Millionen RGB-Pixeln und 0,78-facher Vergrößerung gehört (S5: 786 667 RGB-Pixel; 0,74-fach). Tierund Sportfotografen, die ein adäquates Gegengewicht zu schweren Teleobjektiven benötigen, werden dem gut 1000 g schweren S1-Body einiges abgewinnen können. Die um 300 g leichtere, kompaktere und günstigere S5 dürfte für die meisten Amateurfotografen aber die bessere Wahl sein.

Fujifilm hat fünf spiegellose Systemkameras im Programm, darunter die im Mai vorgestellte X-H2S mit BSI-Sensor in Stacked-Architektur, die vorwiegend für Sportfotografen gedacht ist und 2750 Euro kostet – für diesen Vergleich also zu teuer ist. Die in diesem Heft als Neuheit vorgestellte X-H2 mit 40-Megapixel-Sensor war für diesen Beitrag noch nicht verfügbar. Sie wäre für 2250 Euro aber eine interessante Alternative. Nur noch gebraucht erhält man die X-T3. Sie ist mit der X-T4 in vielen Punkten vergleichbar, muss aber ohne Sensor-Shift-Bildstabilisator auskommen. Dies gilt auch für die X-Pro 3 (2000 Euro), die als Alleinstellungsmerkmal einen optisch-elektronischen Hybrid-Sucher besitzt. Die genannten Modelle verwenden einen X-Trans-CMOS mit 26 Megapixeln, sodass sich die Unterschiede bei der Bildqualität in Grenzen halten. Mit der A7 IV hat Sony ein neues Basismodell mit 33-MP-Kleinbildsensor auf dem Markt, das mit 2750 Euro die Preisobergrenze dieses Vergleichs sprengt. Stattdessen haben wir uns für die A7C (2000 Euro) mit 24-Megapixel-Sensor entschieden, die mit ihrem kleinen und leichten Sucherkameragehäuse fotografische Mobilität verspricht. Schwachpunkt der Kamera ist die geringe Suchervergrößerung (0,59-fach). Wer sich damit nicht anfreunden kann, findet in der A7 III für 1800 Euro eine gute Alternative: Die Kamera verwendet den gleichen BSI-Sensor mit 24 Megapixeln wie die A7C, bietet aber ein Gehäuse im SLR-Design mit deutlich größerem Sucherbild (0,78-fach) und zwei Steckplätzen für SD-Karten (einer bei der A7C). In der Summe ihrer Eigenschaften – auch in puncto Bildqualität – ist die A7 III nach wie vor eine sichere Bank, auch wenn die teurere A7 IV in vielen Details verbessert wurde.

Als Alternative zur Nikon Z6 II (2100 Euro) bietet sich die deutlich günstigere Z5 (1400 Euro) an. Beide Kameras verwenden zur Bildaufzeichnung einen 24-MP-Sensor, ein BSI-Typ ist es aber nur bei der Z6 II. Auf Sensor-Shift-Bildstabilisierung muss man aber auch beim günstigeren Modell nicht verzichten. Ein Schulterdisplay bietet dagegen nur die Z6 II. Unterschiede gibt es auch mit Blick auf die Datenspeicherung: Die Z5 besitzt einen Doppelschacht für UHS-II-kompatible SD-Karten, bei der Z6 II hat man die Wahl zwischen zwei Kartentypen: CFexpress und SD. Beide Nikon-Modelle zeichnen sich durch einen OLED-Sucher mit bestechend natürlicher Darstellung aus; die Sucherauflösung ist mit 1 230 000 RGB-Bildpunkten auf dem Niveau der Fujifilm X-T4. Die anderen Kameras in diesem Vergleich begnügen sich mit etwas mehr als 700 000 RGB-Bildpunkten.

Mit der EOS R7 und R10 hat Canon das R-System um zwei APS-C-Modelle erweitert. Zum Preis von rund 1000 Euro konkurriert die R10 mit Einsteigermodellen wie der Fujifilm X-S10, Nikon Z50 oder Sony A6400, während die EOS R7 für 1500 Euro in der Preisklasse der Sony A6600 angesiedelt und günstiger als die Fujifilm X-T4 ist.

(K)ein Mangel an Objektiven?

Abzuwarten bleibt, wie schnell und konsequent Canon das Angebot an Wechselobjektiven für die APS-C-Modelle des R-Systems ausbauen wird. Ein Seitenblick zu Nikon zeigt, dass das nicht selbstverständlich ist: Für das Z-System sind bislang nur drei für das APS-C-Format gerechnete Zoomobjektive verfügbar. Den Maßstab liefert immer noch Fujifilm mit mehr als 30 Wechselobjektiven für die Kameras der X-Serie, gefolgt von Sony mit 19 APS-C-Objektiven.

Canon, Nikon und Sony verwenden in allen Kameras ihrer spiegellosen Systeme das jeweils gleiche Bajonett. Somit lassen sich auch Kleinbildobjektive problemlos an Kameras mit APS-C-Sensoren verwenden, wobei man nur den Crop-Faktor berücksichtigen muss. Die überwiegende Nutzung von Kleinbildobjektiven an APS-C-Kameras würde den Vorteil des kleineren Aufnahmeformats jedoch aushebeln, weil man damit mehr Kosten und Gewicht in Kauf nehmen müsste als nötig. Eine weitere Alternative ist die Verwendung von SLR-Objektiven an spiegellosen Systemen; Canon, Nikon und Sony bieten dafür maßgeschneiderte Adapter mit AF-Funktionalität an. Das funktioniert ziemlich gut, ist aber in erster Linie für bereits vorhandene SLR-Objektive gedacht.

An Wechselobjektiven für die spiegellosen Kleinbildkameras der Hersteller ist kein Mangel: Canon hat derzeit 28 RF-Objektive, davon zwölf Zooms, im Sortiment. Bei Nikon sind es elf Zooms und 15 Festbrennweiten, bei Sony/ Zeiss 19 Zooms und 22 Festbrennweiten. Im Fall des L-Bajonetts sind aktuell 33 Festbrennweiten und 17 Zooms von Leica, Panasonic und Sigma verfügbar. Prinzipiell aber gilt: Nicht jedes Objektiv ist zu jedem Zeitpunkt lieferbar.

Für das Sony-Bajonett, aber natürlich auch für Fujifilm sind zudem zahlreiche Autofokus-Objektive von Fremdherstellern verfügbar – bei Sigma und Tamron gehören diese Optiken zum Kerngeschäft. Canon öffnet sein R-System dagegen bis jetzt nur bedingt für Fremdhersteller. Es gibt zwar MF-Objektive für das R-System von Fremdherstellern, aber beim Autofokus scheint Canon die Tür geschlossen zu halten. Nikon hat dies lange ebenso praktiziert. Doch nun hat Tamron das erste Zoom für das Nikon-Z-Bajonett angekündigt. Wir erwarten, dass Sigma bald folgt. Wer auf den Autofokus verzichtet, findet eine reiche Auswahl an Non-AF-Objektiven bei Fremdherstellern wie Laowa, TT Artisan, 7Artisan, Samyang, Viltrox oder Voigtländer.

Fazit

Karl Stechl, Autor

Die Preisklasse von 1500 bis 2000 Euro ist der „Sweet Spot“ des Kameramarkts: Zu vertretbaren Preisen bekommt man gehobene Ausstattung, gute Bildqualität und Zugang zu Kamerasystemen, mit denen man für fast jede Aufgabe gerüstet ist. Unter den drei Kleinbildkameras dieses Vergleichs profiliert sich die Panasonic Lumix S5 durch ihr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, wofür sie einen Kauftipp erhält. Sie kostet rund 1700 Euro, war im Zuge von Rabattaktionen aber zeitweise auch für 1500 Euro erhältlich. Kauftipp: Preis-Leistung KB. Die Nikon Z6 II ist deutlich teurer, aber auch noch besser ausgestattet. Ihr exzellenter OLED-Sucher macht die Bildgestaltung zum Erlebnis, zudem bietet die Nikon als einzige auch einen Steckplatz für schnelle CFexpress-Karten. Kauftipp: Ausstattung. Eine Klasse für sich ist die Sony A7C als kompakteste Kleinbildkamera am Markt. Leider muss man dafür ein recht kleines Sucherbild in Kauf nehmen. Mit dem bewährten 24-MP-CMOS der A7 III bietet die A7C die beste Bildqualität in der Klasse bis 2000 Euro, wenn man auch höhere ISO-Stufen berücksichtigt. Kauftipp: Bildqualität. Bei ISO 100 aber schießt die EOS R7 mit ihrem 33-MP-Sensor im APS-C-Format den Vogel ab. Außerdem ist die gut ausgestattete Canon mit 1500 Euro vergleichsweise günstig: Kauftipp: Preis-Leistung APS-C. An der Fujifilm X-T4 schätzt die Fangemeinde das quasi-analoge Bedienkonzept, das eigenständige Gehäusedesign und die ausgewogene Bildqualität des X-Trans CMOS 4 mit 26 Megapixeln. Noch wichtiger aber: Wer beim Kauf von Wechselobjektiven aus dem Vollen schöpfen will, ist mit dem X-System von Fujifilm am besten bedient. Kauftipp: APS-C-System.