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GEHÖLZE umpflanzen


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Obst & Garten - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 01.10.2022
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Beim Ballenstechen ? hier rund um einen Strauch-Eibisch ? wird rund um die Pflanze die Erde entfernt, bis der dicht durchwurzelte Ballen frei liegt

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Ziergehölze, Bäume, Stauden und Gräser wachsen über die Jahre zu einem imposanten Gartenbild zusammen. Steht einem jedoch nach einigen Jahren der Sinn nach Abwechslung, kann man den Pflanzenstandort variieren und dadurch das Erscheinungsbild des Gartens immer wieder verändern. Aber Achtung: Nur fachgerecht umgesetzte Pflanzen überstehen die Umpflanzaktion.

DIE IDEE DER MOBILEN GEHÖLZE

Die Idee der „mobilen Gehölze“ besteht darin, Gehölze in regelmäßigen Abständen zu umstechen oder umzupflanzen, um sie bei Bedarf an andere Orte im Garten umziehen zu können. Generell vertragen die meisten Gewächse das Umpflanzen, wenn es regelmäßig alle 3 bis 5 Jahre geschieht. Das fördert die Bildung vieler Faserwurzeln, die das ...

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... Anwachsen am neuen Standort erleichtern. Pflanzen, die längere Zeit nicht umgepflanzt wurden, haben kaum Überlebenschancen, denn sie haben zu viele sperrige, dicke Wurzeln und zu wenige Feinwurzeln. Das Umstechen oder Umpflanzen ist ein gravierender Eingriff in die Pflanzenphysiologie: Wegen der reduzierten Wurzelmasse kann die Pflanze signifikant weniger Wasser und Nährstoffe aufnehmen. Nach dem Umpflanzen erleichtert deshalb eine ausreichende Bewässerung den Pflanzen das Anwachsen.

GEEIGNETE PFLANZEN

Viele Pflanzen eignen sich für das Umstechen oder Ballenstechen, zum Beispiel Blütensträucher, Kleinsträucher, Stauden und Gräser. Von Natur aus gute und feste Ballen bilden unter anderem Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus), Forsythie, Weigelie, Eibe, Lebensbaum (Thuja) und Scheinzypresse (Chamaecyparis). Aus praktischen Gesichtspunkten ist ein Umpflanzen für den Hobbygärtner bis zu einer Gehölzgröße von 3 mbedenkenlos möglich. Ab dieser Größe begrenzen Ballengröße und -gewicht die Arbeiten. Mit entsprechender Gerätschaft und Maschinen lassen sich in Baumschulen auch Großbäume verpflanzen. Zu den weniger geeigneten Pflanzen mit sparrigen, wenig verzweigten Wurzeln zählen unter anderem Goldregen (Laburnum), Erbsenstrauch (Caragana), Amerikanischer Flieder (Ceanothus), Sanddorn, Wachholder und Rosen. Ein Ballenstechen fällt bei diesen Pflanzen schwerer, weil die gering verzweigten Wurzeln den Boden weniger gut festhalten. Bedingt sinnvoll ist das Umpflanzen zudem bei Hecken und Bodendeckern – sie sollen schließlich möglichst schnell wachsen, um Sichtschutz zu bieten oder den Boden zu bedecken. Auch Obstbäume, Johannisbeeren und Himbeeren verbleiben besser am gewählten Pflanzstandort und werden nicht umgepflanzt.

Bäume zu umstechen oder umzupflanzen ist weniger ratsam. Sie werden eher für dauerhafte Standorte ausgewählt. Trotzdem können Bäume theoretisch im Garten versetzt werden – allerdings nur mit hohem Arbeitsaufwand, der dem Hobbygärtner nicht zu empfehlen ist.

VIEL AUFWAND FÜR EINEN UMZUG

Bleiben Pflanzen permanent an ihrem Standort, ohne umstochen oder umgepflanzt zu werden, bilden sie kräftige und weniger verzweigte Wurzeln. Sie werden, anders als regelmäßig umstochene oder umgepflanzte Pflanzen, nicht in ihrem Wachstum gestört. Regelmäßiges Einkürzen der Wurzeln regt sie dazu an, sich stärker zu verzweigen und Feinwurzeln zu bilden. Deshalb verfügen entsprechend behandelte Pflanzen über einen festeren, verpflanzbaren Erdballen.

Durch das Abtrennen der Wurzeln wird aber auch das vegetative Wachstum gebremst. Die Pflanze legt nun mehr Kraft in die Neubildung von Wurzelmasse, um den Wurzelverlust zu kompensieren. Der Triebzuwachs fällt daher geringer aus. Werden auch stärkere Wurzeln mit dem Spaten durchtrennt, ist es wichtig, die verletzten Wurzeln mit einer Gartenschere nachzuschneiden, damit sie besser verheilen. Im Allgemeinen liegt der geeignete Zeitraum für das Umpflanzen oder Umstechen zwischen Oktober und März beziehungsweise April – je nach Witterungsverhältnissen und Pflanzenart. Bei Bodenfrost und nassem Boden sollte die Pflanzaktion nicht durchgeführt werden. Im Frühjahr muss man darauf achten, ob und wie weit die Pflanzen schon getrieben sind. Werden laubabwerfende Gehölze bereits früh im Oktober umstochen oder umgepflanzt, sollte noch nicht abgeworfenes Laub mit den Händen entfernt werden, um die Pflanze vor zusätzlicher Verdunstung zu schützen. Dazu kann man die Blätter entgegen der Wuchsrichtung von den Trieben abstreifen.

UMSTECHEN VON PFLANZEN

Sie zeigen das Verhältnis von der Ballen- zur Pflanzengröße. Die Ballengröße kann man „im Feld“ mit einer Schnur markieren, die den Radius der ungefähren Ballengröße anzeigt. Sie wird dort, wo der Wurzelbereich der Pflanze in den oberirdischen Pflanzenteil übergeht, um den Wurzelhals gelegt. Dieses Technik ist auch bei mehrstämmigen Pflanzen als Bestimmungshilfe der Ballengröße hilfreich.

Bei kleineren Gehölzen wie Spireen beziehungsweise Spieren (Spiraea bumalda), Deutzien (Deutzia gracilis), Fünffingerstrauch (Potentilla) sowie Sommer- und Winterheide (Calluna, Erica) reicht ein einfaches Umstechen. Der Spaten wird dazu leicht schräg zur Pflanze ca. 5 bis 10 cm von der oberirdischen Pflanzenbasis entfernt (je nach Pflanzengröße) in den Boden getrieben. Dieser Vorgang wiederholt sich drei bis fünf Mal, bis die gesamte Pflanze umstochen ist und alle Wurzeln durchtrennt sind. Wenn die Pflanze nun auch umgepflanzt werden soll, hebt man sie mit dem letzten Spatenstich aus dem Boden.

Wie weit der Spaten beim Umstechen genau von der Pflanzenbasis entfernt sein sollte, hängt in erster Linie von der Pflanzengröße ab. Als optische Hilfe kann man verschieden große, getopfte Pflanzen in Gartencentern oder Baumschulen als Vergleichsbasis hinzuziehen.

BALLEN STECHEN FÜR GROSSE GEHÖLZE

Beim Ballenstechen wird der Wurzelballen eines Baumes oder Strauchs mit einem Spaten aus dem Boden gegraben. Dazu entfernt man mit dem Spaten die wurzellose, lockere Erde schräg weg vom Stamm des Gehölzes. Die Wurzeln bilden schließlich zusammen mit der sie umgebenden Erde einen kompakten Wurzelballen.

Ist der erste Graben um das Gehölz ausgehoben, wird zunächst schräg und später senkrecht weiter in den Boden gegraben. Je weniger Pflanzenwurzeln beim Graben sichtbar sind, desto schräger und steiler kann gegraben werden. So vertieft sich der Graben rund um das Gehölz mit der Zeit und der entstehende Ballen wird immer mehr abgerundet. Sobald im unteren Teil des Ballens kaum noch Wurzeln zu sehen sind, kann man in einem möglichst flachen Winkel umstechen, um noch flach unter dem Ballen vorhandene Wurzeln abzutrennen. Man gelangt leichter an die restlichen Wurzeln unter dem Ballen, wenn man die Pflanze vorsichtig in eine Richtung drückt.

Hilfreich ist es, wenn man die Grabaktivitäten im Rückwärtsgang absolviert. So können bei der Arbeit behindernde Triebe weggedrückt werden. Bei größeren Gehölzen mit starker Verzweigung ist es ratsam, die Pflanze mit einer Kordel oder einem Spanngummi zusammenzuhalten, um die Arbeiten zu erleichtern. Man sollte vermeiden, mit dem Fuß auf den entstehenden Erdballen zu treten. Auch unnötige Erschütterungen des Wurzelballens gilt es, zu vermeiden. Der Ballen könnte sonst abbröckeln oder leichter zusammenfallen. In Baumschulen werden Pflanzen nach dem Ballenstechen balliert. Für den Hobbygärtner bietet sich die Methode an, wenn mit den Gehölzen im Garten signifikante Entfernungen zu überbrücken sind. Zum Ballieren wird der Ballen auf ein Gewebetuch gestellt. Zwei der Tuchenden verknotet man mit den gegenüberliegenden Enden. Die verbleibenden Enden dreht man um die eigene Achse, zieht sie durch das Ballentuch und verknotet sie anschließend. So umschließt das Tuch fest den Ballen, der dadurch weniger empfindlich auf Erschütterungen während des Transports reagiert.

Ballentuch in kleinen Stückzahlen kann man in Baumschulen erhalten. Im Handel werden häufig nur größere Stückzahlen angeboten. Ballentücher gibt es in mehreren Größen und aus verschiedenen Materialien. Zusätzlich zum Ballentuch können auch Drahtkörbe um die ballierte Pflanze gelegt werden.