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GEKOMMEN, UM ZU BLEIBEN


Terra Mater - epaper ⋅ Ausgabe 5/2018 vom 09.08.2018

Die Geschichte des Wolfs und der Menschen ist geprägt von Freundschaft und Vertrauen, aber auch von Furcht und Missverständnissen. Jetzt steht wieder die Entscheidung an: Entweder wird der Wolf in Mitteleuropa ein zweites Mal ausgerottet. Oder wir finden einen Weg, um nachhaltig mit ihm zu leben – zu unser beider Wohl.


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Die Rückkehr eines Raubtiers. In ganz Europa leben aktuell knapp 16.000 Wölfe. Ob sie überleben dürfen, ist eine politische Entscheidung: Aus ökologischer und ethischer Sicht wäre es sinnvoll.


Fotos: Fabien Bruggmann/Biosphoto, Jaroslav Vogeltanz

Der Isegrim der Fabel hat ein ...

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... Imageproblem.
Wildbiologe Christoph Promberger erklärt das mit der „Angst vor einem Tier, das der Mensch noch nie kontrollieren konnte“.


DIE DÄMMERUNG SICKERT ZWISCHEN DIE BAUMSTÄMME, DIE SCHATTEN AUF DEM WALDBODEN WERDEN LÄNGER. Es ist ganz still im Gehölz – dann, ganz plötzlich, knackt es irgendwo. Meine Nackenhaare stellen sich auf. Ich stehe hinter einer mächtigen Fichte. Lausche.

Rieche Blätter, Pilze, das nach dem Regen feuchte Moos. Spüre aufsteigendes Unbehagen. Sekunden verrinnen, zäh wie Harz, es knackt wieder.

Das Geräusch kommt näher, wird bedrohlicher. Suchen sie nach mir? Haben sie mich entdeckt? Sie dürfen mich nicht finden, denn für viele bin ich illegal hier. Ich bin … ein Wolf. Und ich will nur eines: überleben.

Es war 1996 – rund 150 Jahre, nachdem die letzten freilebenden Tiere in Deutschland ausgerottet worden waren –, als wieder Wölfe aus Polen über die Oder in ihre angestammte Heimat zurückkehrten. Sie wurden auf Truppenübungsplätzen in der Lausitz heimisch, zogen Richtung Norden nach Niedersachsen oder südlich über die Kämme des Bayerischen Waldes.

Deutschland als Einwanderungsland für die großen Grauen: Anfangs war die Begeisterung groß. „Willkommen Wolf“ hieß es nicht nur beimNaturschutzbund Deutschland , Menschen schwenkten Fahnen mit Bildern der tierischen Migranten – der Räuber als Symbol für die romantische Versöhnung mit der Natur.

Mittlerweile sind lautBund Naturschutz in Bayern rund siebzig Rudel mit insgesamt 400 Tieren nachgewiesen. Und vielerorts ist nicht mehr viel übrig von der Sympathiebekundung für Isegrim, wie er in der Fabel heißt. Im Gegenteil: Nicht wenige würden die Einwanderer am liebsten wieder fortjagen.

Weil über Routen aus dem Osten immer mehr kommen. Rudel gründen. Und, auch das, weil einige Probleme machen. Nicht integrierbar, heißt es. Kein Bleiberecht für den vermeintlichen Störenfried: Die Krone der Schöpfung pocht hörbar auf ihren Herrschaftsanspruch.

Über dem Nachtschwarz der Baumkronen hängt der Mond. Die Gefahr scheint gebannt, und so kehre ich über einen Forstweg und entlang eines Baches zurück zu der Höhle an einem Bergrücken, in der mein Rudel schläft. Ich rolle mich vor dem Eingang zusammen und döse der Morgendämmerung entgegen.

Geweckt werde ich von meinen vier Jungen. Zwei Monate sind sie alt und ihre Augen noch blau, erst später werden sie bernsteinfarben. Die Welpen pirschen durchs mittlerweile sonnige Unterholz. Sie rempeln sich spielerisch an, klettern auf Felsvorsprünge, schrecken Vögel auf.

Etwas abseits wacht meine Partnerin, die Leitwölfin. Hochbeinig ist sie, hat kleine, an der Rückseite rötliche Ohren und ein graubraunes Fell, das an Schnauze und Kehle heller ausläuft: Ich habe sie vor drei Jahren getroffen – eine Wanderwölfin, deren Weg 1.500 Kilometer aus Weißrussland hierher geführt hat. Sie ist kein impulsiver Dickkopf wie ich. Stets wägt sie ab, klug und achtsam. Sie trifft alle wichtigen Entscheidungen in unserer Familie: Ich werde ein Leben lang bei ihr bleiben.

„Die Wolfswelt“, sagt der deutsche Wildbiologe Christoph Promberger, „ist nicht selten eine Frauenwelt. Gerade bei den weiblichen Tieren finden sich oft ausgeprägtes Führungsverhalten und ruhige Autorität.“ Es komme nicht von ungefähr, dass Wölfe in der Antike zum Inbegriff von Mütterlichkeit wurden, nachdem die Rom-Gründer Romulus und Remus der Legende nach von ihnen großgezogen worden waren.

Während Rudel in der sibirischen Weite (Russischer Wolf) oder im Norden Kanadas (Tim- berwolf) aus bis zu fünfzehn Mitgliedern bestehen können, sind sie in Mitteleuropa mit fünf bis sieben Tieren deutlich kleiner. Das liegt an der verfügbaren Beute: Ein erlegter Moschusochse sättigt ein großes Rudel, ein Reh nur ein kleines.

Wölfe müssen nicht bejagt werden. Hat sich eine Rudelstruktur etabliert, sorgen die Tiere selbst dafür, dass die Dichte nicht steigt. Für Einzeltiere ist es nämlich schwierig und geradezu lebensgefährlich, ein eigenes Rudel zu gründen.


Neben Eltern und Welpen gehören auch deren ältere Geschwister aus dem Wurf des letzten Jahres zur Gruppe. Erst im Alter von zwei Jahren werden die Jährlinge geschlechtsreif, ziehen weg und gründen eigene Rudel.

Bis dahin sind die Familienstrukturen eng, extrem sozial und denen des Menschen „gar nicht so unähnlich“, so Promberger. Verletzte Tiere werden eine Zeit lang mit Futter versorgt, und Kindererziehung ist Familienangelegenheit, sagt Promberger: „Junge Wölfe begreifen durch Zusehen und Nachmachen.“

Zu lernen gibt es genug, vermittelt von den jeweiligen Experten des Rudels: Die besten Spürnasen wittern Wild schon aus ein paar Kilometern Entfernung, und diejenigen mit den feinsten Ohren orten Geräusche, die bis zu zehn Kilometer entfernt entstehen. Auf der Jagd preschen die schnellsten Tiere vorneweg, und im Winter spuren die kräftigsten durch den Schnee. Niemand ist unnütz in einer Wolfsfamilie – japanische Firmenphilosophie in der Wildnis.

Kommuniziert wird durch Mimik, die Haltung von Körper, Ohren und Schwanz und durch Laute. Wölfe fiepen, wuffen, knurren, heulen. „Das Heulen dient als Bindung zwischen den Familienmitgliedern“, sagt Promberger. „Und um anderen Rudeln zu signalisieren: In dieser Gegend hat schon jemand das Sagen!“

Mittlerweile ist es dunkel geworden. Das Rudel bricht auf. Der Hunger treibt mich an, bis zu dreißig Kilometer lege ich täglich zurück, um die drei Kilo Fleisch zu kriegen, die ich im Durchschnitt so brauche. Meist ist das heimische Huftierbuffet gut gedeckt, mit Rehen, Rothirschen und Wildschweinen, oft schnappen wir uns ältere oder kranke Tiere. Doch gestern ist mir unten in einem Tal eine andere Witterung in die Nase gestiegen.

Einige Stunden später tropft Blut von meinen Zähnen, viel Blut. Zwei tote Schafe liegen im Gras. Wir haben sie gehetzt, sie geschlagen. Jetzt fressen wir sie auf, das Fleisch, die Därme, auch die Knochen.

Es gab keinen Zaun auf dieser Weide; niemand, der die Schafe geschützt hätte. Und ich bin ein Raubtier an der Spitze der Nahrungskette: Ich kann nicht anders. Das Jagen liegt seit Jahrtausenden in meinen Genen. Es ist damit fast ebenso alt wie die Jagd auf uns.

Rotwild statt Schafe. In den Wäldern finden Wölfe im Idealfall exakt jene Beute, die sie brauchen, und sie regulieren damit Überweidung und Wildverbiss. Trotzdem wird es immer wieder Risse von Nutztieren geben, auch wenn man diese durch Schutzmaßnahmen minimieren kann.


Die Feldzüge gegenCanis lupus haben lange Tradition. Von vorchristlichen Völkern wie Kelten und Germanen verehrt, hat man dem ungeliebten Nahrungskonkurrenten seit dem Mittelalter fast überall in Europa den Garaus gemacht.

Im Hier und Jetzt ist der Wolf auch in Deutschland durch die EU-Artenschutzverordnung und speziell durch die FFH-Naturschutzrichtlinie geschützt; nur in Ausnahmefällen dürfen kranke oder als gefährlich eingeschätzte Tiere getötet werden. Dann nämlich, wenn sie – wie der berühmt-berüchtigte „Problemwolf“ Kurti, der 2016 als einziger Vertreter seiner Art nach der Wiedereinwanderung in Deutschland legal erschossen wurde – die Scheu vor dem Menschen verlieren, nachdem sie angefüttert wurden. Oder, so Promberger, wenn durch die Paarung von Wölfen und streunenden Hunden sogenannte Hybriden entstehen. Diese Tiere, so der Experte, sollten „entnommen“ werden, weil ihre genetische Ausstattung neue Wesenszüge und unvorhersehbare Verhaltensweisen verursacht.

Wann sich ein Wolf normal verhält und wann nicht, darüber gibt es kaum Einigkeit. Nicht in der Politik und nicht im Diskurs zwischen Umweltschützern, Schäfern und Viehzüchtern. Bei der Bewertung, so Promberger, komme es immer wieder zu falschen Analysen, zu Übertreibungen und Falschmeldungen; nicht selten katalysiert durch die Boulevardmedien, die jede Wolfsmeldung zum Spektakel stilisieren. Fakt ist: Mit der Zahl der Wölfe steigt auch die Zahl der getöteten Nutztiere – allein in Norddeutschland stehen für 2017 rund 500 Risse zu Buche.

Dass diese Bilanz so manchen Wolfsgegner auf den Kriegspfad treibt, überrascht nicht. Dann lodern von Organisationen wie dem Deutschen LandFrauenverband mit Tamtam entzündete Mahnfeuer „gegen die uneingeschränkte Ausbreitung des Wolfes“. Jagd- und Bauernver-bände fordern gezielte Tötungen und festgelegte Abschussquoten. Parteien wollen dem Prädator politisch legitimiert an den Kragen. Manche greifen, obwohl es verboten ist, auch zu scharfer Munition: LautDokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) waren von 233 in Deutschland tot aufgefundenen Wölfen 32 illegal getötet worden (Stand 1/2018).

DER WOLF IN DER SCHWEIZ

Mangelnde politische Unterstützung macht dem Wolf zu schaffen.

Aktuell leben in der Schweiz drei bis vier Wolfsrudel und insgesamt etwa vierzig Tiere. Die Generalstimmung im Land ist mehrheitlich pro Wolf, politische Unterstützung genießt er jedoch wenig. Generell ist er durch die Berner Konvention geschützt, einem Übereinkommen zurErhaltung wildlebender europäischer Tiere und Pflanzen. Der Bund bereitet aber aktuell eine Revision des Jagd- und Schutz-gesetzes vor, um den Wolf vermehrt bejagen zu können.

Im Durchschnitt werden jährlich 150 bis 300 Schafe vom Wolf gerissen. Diemassivsten Konflikte ergeben sich bei der Sömmerung von rund 250.000 Schafen auf den Alpweiden. Dort zeigen sich aber auch dieschönsten Erfolge. Seit Hirten mithilfe von Zäunen und Hunden die Herden bewachen und die Tiere damit besser betreut werden, sterben von den 250.000 Schafen jährlich nur etwa 4.000 Tiere durch Unfälle, Krankheit, Frost und Ähnliches. Zuvor waren es rund 10.000 Tiere.

Diffuse Angst vielleicht, Gefahr nein. In Deutschland vermerkt das Statistische Bundesamt jedes Jahr bis zu sechs Tote durch Hundebisse. Im Gegensatz dazu gab es in den letzten vierzig Jahren keinen einzigen tödlichen Wolfsangriff – in ganz Europa.


Ein paar Tage nach dem ersten Festmahl schleichen meine Partnerin und ich erneut zur Schafswiese. Als wir uns aus dem Dickicht wagen, hält sie plötzlich inne, weicht zurück. Etwas hier ist anders: Die Wiese ist eingezäunt, 4.000 Volt surren durch einen knapp einen Meter hohen Euronetz-Zaun. Schmerzhafte Erinnerungen werden in mir wach, kurz darauf hören wir dröhnendes Bellen.

Es stammt von einem vor etwa 15.000 Jahren domestizierten Verwandten: Aus der Dunkelheit kommt ein kräftiger Pyrenäenberghund auf uns zu und gibt unmissverständlich zu verstehen, dass wir zu verschwinden hätten. Wie Menschen können auch wir Wölfe vorausschauend denken: Nichts wie weg!

„Solche Herdenschutzhunde werden bereits als Welpen an die Herde gewöhnt“, sagt Christoph Promberger, „sie wachsen bei ihren Schutzbefohlenen auf und sehen diese als ihr Rudel an. Nähert sich ein Wolf, vertreibt der Hund ihn sofort.“ Rund 3.000 Euro kostet so ein bis zu siebzig Kilo schweres Tier, für Futter, Tierarzt und Versicherung werden jährlich noch einmal rund 1.000 Euro fällig. Eine lohnende Investition, so Promberger, dafür gibt es Erfahrungen in Nachbarländern. Ob in Rumänien, wo es die europaweit größte Wolfspopulation und die höchste Schafsdichte gibt, oder in Italien, wo Hirten neben Hunden auch Esel zur Abwehr einsetzen: „Wenn man sich richtig schützt, kann man gelassener mit dem Wolf umgehen, als es hierzulande geschieht.“

Davon ist man in Deutschland noch ein gutes Stück entfernt: Weder Hunde noch Schutzzäune finden flächendeckend Verwendung, so Promberger. Weil die vom Menschen gestaltete Kulturlandschaft mit ihren geografischen Gegebenheiten nicht dafür geeignet sei, heißt es.

Dichteabhängige Regulation. Jungwölfe verlassen nach zwei Jahren ihr Rudel, um selbst eines zu gründen. Das ist schwierig und bewirkt eine natürliche Selektion.


Trittsiegel im Apennin. Groß wie eine Männerhand.


Was treibt ihn an? Durch Besenderung per Halsband lassen sich Reviergröße und Jagdverhalten erforschen.


Schon gar nicht an den Deichen von Nord- und Ostsee oder auf alpinem, touristisch erschlossenem Gelände. Überhaupt: Zäune oder Hunde oder beides – das sei viel zu teuer.

Deswegen fordert Promberger bundesweit „ein nachhaltiges Wolfsmanagement, das Entschädigungs- und Präventionsverfahren beschleunigt“ und dass auch die Kosten für Zäune und Hunde „zu 100 Prozent übernommen werden“. Bislang sind es, abhängig vom jeweiligen Bundesland, lediglich zwischen 70 und 90 Prozent. Promberger, pragmatisch: „Wenn die Gesellschaft den Wolf will, muss sie ihn auch finanzieren.“

Ziel ist auch, das Verhalten der Wölfe künftig besser zu erforschen. Dieses Monitoring umfasst im Idealfall Fotofallen, Genanalysen von Kot, Haaren und Speichel sowie die lückenlose Erfassung der Wanderungsbewegungen der Rudel mittels Peilsender. „Damit“, so Promberger, „kann man verfolgen, was sie so alles treiben – und daraus lernen.“

Ich liege an einem Bach nahe unserer Höhle, die Hitze dieses Augusttages weicht langsam. Unsere Welpen spielen im kühlen Nass: Der Platz ist ein Rendezvous-Platz, an dem sich die Kleinen regelmäßig aufhalten und von uns gefüttert werden. Für den Augenblick sind wir sicher hier, ich und meine Familie, und nichts anderes zählt.

Ich weiß nichts von meinem miserablen Ruf. Ich kann weder etwas für die Urängste der Menschen, noch für ihre Sehnsucht nach unschuldiger Natur. Ich bin nicht gut. Ich bin nicht böse. Ich bin ein Raubtier, das leben möchte, wo es schon immer gelebt hat: hier in Deutschland, meiner Heimat.

Mehr bei ServusTV: Terra Mater zeigt das Leben der sagenhaftenWeißen Wölfe auf der Insel Ellesmere im Norden Kanadas. Mittwoch, 5. September, 20.15 Uhr


Foto: Jaroslav Vogeltanz; Karte: Isabel Neudhart-Haitzinger

Fotos: Bruno D‘Amicis, Jaroslav Vogeltanz

Fotos: Bruno D‘Amicis, Christian Cab ron/Biosphoto, Shutterstock