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GELBE ENGEL DER LÜFTE


Aero International - epaper ⋅ Ausgabe 80/2018 vom 13.07.2018

AERO-DIENST NÜRNBERG WIRD 60 Vom Wartungsbetrieb für die einmotorigen Privatflugzeuge seiner beiden Gründer ist der Aero-Dienst Nürnberg zum Komplettanbieter der Business Aviation gewachsen – vielen ist das Unternehmen zudem als Betreiber der ADAC-Rettungsflotte bekannt


Artikelbild für den Artikel "GELBE ENGEL DER LÜFTE" aus der Ausgabe 80/2018 von Aero International. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Aero International, Ausgabe 80/2018

Eine Flotte aus fünf Business Jets steht für Charterkunden bereit


Seit 2015 setzt der Aero-Dienst Nürnberg den Bombardier Learjet 60XR mit der Registrierung D-CURE ein


Gut die Hälfte der Aero-Dienst-Mitarbeiter sind in der Instandhaltung tätig


Das Dokument trägt die Nummer D-002 AOC. Ein Bundesadler ist darauf gedruckt, ...

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... Luftverkehrsbetreiberzeugnis steht in sachlichem Amtsdeutsch darüber Die Lizenz stammt aus dem Jahr 1966, es ist die zweite, die in der Bundesrepublik überhaupt ausgestellt wurde – gleich nach der, die die Lufthansa erhalten hat. Doch die Geschichte des Aero-Dienst Nürnberg hatte bereits lange zuvor begonnen. Das Unternehmen feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Jubiläum.

Doch von Anfang an: Karl Diehl und Karl-Heinz Schmidt sind Cousins und beide erfolgreichen Unternehmer. Die Firma Diehl baut Wecker, die des anderen heisst FAUN und verkauft kommunale Fahrzeuge wie Mülllaster und Kehrmaschinen. Beide Männer haben die Fliegerei für sich entdeckt und sich einmotorige Beech Bonanzas gekauft, Diehl ist gar der erste bayerische Unternehmer mit einem eigenen Firmenflugzeug. Das ist 1957, und weil die beiden keinen Wartungsbetrieb für ihre Maschinen finden, tun sie 1958 das, was Unternehmer zu Zeiten des Wirtschaftswunders eben tun: Sie gründen eine Firma – den Aero-Dienst Nürnberg. Und weil in der noch jungen Bundesrepublik die noch jüngere private Luftfahrt vor allem über Mundpropaganda der Piloten und Flugzeugeigner funktioniert, wächst das anfangs kleine Wartungsunternehmen rasch.

Es gibt kaum ein Geschäftsfeld, in dem die Franken in ihrer nunmehr 60-jährigen Firmengeschichte nicht tätig waren: Der Aero-Dienst Nürnberg ist Learjet-Händler, steigt ins Hubschrauber-Geschäft ein und übernimmt 1989 in einem Joint Venture mit der Lufthansa für die deutsche Bundeswehr die Zieldarstellung.

AMBULANZ-FLOTTE FÜR DEN ADAC

Während Wartung, Flugzeugmanagement und Service rund um Business Jets vor allem bei den Geschäftsfliegern einen Namen hat, ist ein anderer Tätigkeitsbereich des Unternehmens nahezu jedermann ein Begriff: Seit 1975 betreibt der Aero-Dienst Nürnberg die Ambulanzflotte für den ADAC. Auch heute noch sind die Gelben Engel der Lüfte ein wichtiges wirtschaftliches Standbein des Aero-Dienst Nürnberg: Während die Franken anfangs noch für Krankentransporte die Sitze ihres Learjet 24 aus- und einbauten, betreibt das Unternehmen heute vier Flugzeuge. Die Flotte besteht aus zwei umgerüsteten Regionaljets Dornier 328Jet (D-BADC und D-BADA), einem Bombardier Learjet 60XR (D-CURE) und einer Turboprop King Air 350 (D-CUTE), mit der auch kürzere Landebahnen genutzt werden können.

Die fliegenden Intensivstationen sind mit dem modernsten medizinischen Equipment ausgerüstet. Rund 1500 Patienten wurden damit allein 2017 in die Heimat geflogen.

Die Ambulanzflotte ist auch der Grund, warum der ADAC selbst den Aero-Dienst Nürnberg kaufte und seitdem hundert Prozent der Gesellschaftsanteile besitzt. 1998 stellte Diehl seine Anteile am Aero-Dienst zum Verkauf. Zwar gab es auch andere Interessenten, die beabsichtigten jedoch die Aufteilung des Unternehmens in verschiedene Geschäftsbereiche – letztendlich erwarb der Automobilclub die Firma, um seinen Mitgliedern weiterhin die Leistungen des Ambulanz-Schutzbriefs sichern zu können.

Im Gegensatz zum Ambulanzflugbetrieb hat sich der Aero-Dienst Nürnberg mittlerweile Geschäftsbereichen entledigt, die nicht zum eigentlichen Kerngeschäft zählen. Geblieben sind Maintennance, Verkauf und Flugzeugmanagement sowie Executive Charter von Privatjets. Alles zusammen macht die Franken zu einem der bedeutendsten deutschen Komplettanbieter der Business Aviation.

KOMPLETTSERVICE IM FOKUS

Komplettanbieter – das heißt, den Kunden mit seinem Flugzeug von Beginn an zu unterstützen. Das beginnt bei der Auswahl des Jets, der Prüfung der Papierlage und des Wartungszustands über den Betrieb und die Wartung bis hin zur gewerblichen Vermietung, die dem Eigentümer Einnahmen generiert, und die Auslastung des Geschäftsreiseflugzeugs erhöht. Das Portfolio der momentan betreuten Flugzeuge reicht dabei von Learjet 45XR und 60 über die Bombardier-Challenger-Modelle 300 und 604 bis zur französischen Dassault Falcon 7X.

Es ist gerade die Herstellerunabhängigkeit und die damit verbundene Objektivität für die Kundeninteressen, auf die man beim Aero-Dienst viel Wert legt. Die Capability List umfasst rund 50 Flugzeug- und Triebwerk stypen, das Unternehmen ist Service Center für den französischen Hersteller Dassault und dessen Falcon-Modellreihe, Bombardier Global, Challenger und Learjet, Dornier 328Jet sowie die Marke Hawker. Hinzu kommen Triebwerke von Pratt & Whitney und Honeywell. Avionikumbauten und Kabinenmodernisierungen runden das Dienstleistungsangebot ab.

8000 Quadratmeter Hangarfläche hat der Aero-Dienst am Nürnberger Flughafen


Darüber hinaus verfolgt das Unternehmen eine nachhaltige Expansionsstrategie. Neben einem kürzlich im bayerischen Landsberg/Lech eröffneten Komponentenshop für Avionik und Safety-Equipment. etabliert sich das Unternehmen auch im benachbarten Ausland: In der österreichischen Hauptstadt Wien und in Klagenfurt hat der Aero-Dienst Nürnberg je eine Line Station für die Wartung eröffnet.

An seinem Firmensitz, dem Verkehrsflughafen Nürnberg, hat der Aero-Dienst stets festgehalten. Südlich der Landebahn hat das Unternehmen in vier Hallen rund 8000 Quadratmeter Hangarfläche geschaffen. Zwischen Terminalgebäude und den Vorfeldnachbarn ist der verfügbare Platz nahezu vollständig ausgereizt – was den Aero-Dienst Nürnberg bei weiterem Wachstum vor Herausforderungen stellen kann. Ansonsten bietet die Infrastruktur des Verkehrsflughafens dem Aero-Dienst Nürnberg mit 24-Stunden-Betrieb und ILS-Präzisionsanflugverfahren ideale Bedingungen für den Flugbetrieb.

TREUE MITARBEITER

Die Improvisationskünste der Angestellten, die das Unternehmen zum Anfang der Firmengeschichte ausmachte, sind längst einem Arbeitsablauf mit standardisierten Qualitätssicherung gewichen. Die Motivation und Verbundenheit der Mitarbeiter zu ihrem Arbeitgeber sind dagegen geblieben. Von den 320 Mitarbeitern des Unternehmens blicken viele auf eine über zehnjährige Firmenzugehörigkeit zurück.
Die Auszubildenden der Aero-Dienst Nürnberg werden regelmäßig für ihre Leistungen und herausragenden Abschlüsse ausgezeichnet.
Über eine Million Euro gibt das Unternehmen jährlich für die Fortbildung seiner Mitarbeiter aus. Mit gutem Grund: Qualifiziertes Personal hält man in Nürnberg für die Grundlage von Erfolg und Wachstum. Und beides ist auch künftig das erklärte Ziel.

Als eines der ersten Turboproptriebwerke wartete der Aero-Dienst Nürnberg die Pratt & Whitney PT6


FOTOS: AERO-DIENST NÜRNBERG

Der Learjet war das angesagte Geschäftsflugzeug der Siebziger. Der Aero-Dienst übernahm Instandhaltung und Verkauf


FOTOS: AERO-DIENST NÜRNBERG (2), MARCO DOTTI/AIRTEAMIMAGES