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GELD VOM STAAT: FÖRDERGELD FÜR MEHR ÖKO AM BAU


ÖKO-TEST Spezial Umwelt & Energie - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 10.10.2019

Häuser ökologisch fit zu machen kostet Geld. Für viele Investitionen gibt der Staat Zuschüsse. Wir führen durch die wichtigsten Förderprogramme.


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Bildquelle: ÖKO-TEST Spezial Umwelt & Energie, Ausgabe 10/2019

Ein altes Haus ökologisch auf Vordermann zu bringen oder einen Neubau besser zu dämmen und ökologischer zu beheizen als vorgeschrieben – das kostet Geld. Die Investitionen rechnen sich häufig erst nach vielen Jahren. Manches, was ökologisch sinnvoll und geboten ist, erreicht sogar nie oder nur knapp die Grenze zur Wirtschaftlichkeit. Deshalb fördert der Staat schon seit vielen Jahren Bauherren und Sanierer, die mehr tun, als unbedingt nötig und vorgeschrieben ...

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... ist.

Die Summen sind durchaus ansehnlich. Vor allem die energetische Sanierung eines Altbaus fördern das Bundesamt für Wiederaufbau und Ausfuhrförderung (Bafa) und die staatliche Förderbank KfW teilweise mit fünfstelligen Beträgen. Dazu gibt es besondere Programme in den Bundesländern und einzelnen Kommunen. Diese sind auf baufoerderer.de zu finden. Wichtig zu wissen: Die Zuschüsse und Zinsvergünstigungen gibt es nur für den Teil der Investitionen, der auch Energie einspart.

Es lohnt sich, die Bedingungen der Programme und die Antragsdetails genau zu studieren oder sogar einen professionellen Berater zu engagieren. Adressen finden Sie unter: energie-effizienz-experten.de. Dann bleiben Missverständnisse aus, und das eingeplante Geld landet sicher auf dem Konto.

AUF VORGABEN ACHTEN: ANTRÄGE VOR DER AUFTRAGSVERGABE STELLEN

Hausbesitzer müssen zum Beispiel seit 2018 die Zuschüsse des Bafa für Solaranlagen, Wärmepumpen und Bio-Masseheizungen bereits vor dem Abschluss eines Kaufvertrags oder der schriftlichen Beauftragung der Handwerker online beantragen (bafa.de). Erst wenn die Eingangsbestätigung da ist, können Sie Verträge unterzeichnen und loslegen. Wer auf Nummer sicher gehen will, wartet den Eingang des Förderbescheids ab. KfW-Kredite beantragen Sie über die Hausbank, die auch die Sicherheiten und die Bonität prüft.

Unsere Kurzübersicht zeigt vor allem die Zuschüsse aus dem Marktanreizprogramm MAP des Bafa für das Heizen mit erneuerbaren Energien. Dazu einige Energiesparprogramme der staatlichen Förderbank KfW. Eine komplette Übersicht der Programme finden Sie unter kfw.de → Privatpersonen.

DIE SONNE ZUM DUSCHEN UND HEIZEN NUTZEN

Solaranlagen für die Trinkwassererwärmung und Anlagen, die zusätzlich die Heizung unterstützen, fördert das Bafa hauptsächlich in Altbauten. Als Altbau gilt hier ein Haus, in dem zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der beantragten Anlage seit mindestens zwei Jahren ein anderes Heizsystem installiert war. Besonders effektive oder innovative Anlagen erhalten zusätzlich einen 50-prozentigen Bonus. Den gibt es auch, wenn das Haus sehr gut saniert ist und den Standard Effizienzhaus 55 der KfW erreicht. Unsere Berechnungsbeispiele zeigen die Basisförderung, die genannten Boni können noch dazukommen.

Bonusförderung: Bei Kombination mit Pellet-/Scheitholzkessel oder Wärmepumpe: plus 500 Euro. Austausch alter Öl-/Gaskessel: plus 500 Euro. Gebäudeeffizienzbonus für Einsatz in saniertem Effizienzhaus 55: Förderung plus 50 Prozent ohne Bonusförderung. Bei Austausch eines ineffizienten Gas- oder Ölkessels im Rahmen des APEE-Programms: plus 20 Prozent auf Basis- und Innovationsförderung.

MIT HOLZ HEIZEN

Förderung gibt es für kleine und große Lösungen, etwa für einen Pelletofen mit Wassertasche, also einem Anschluss an das Heizsystem, aber auch für Pelletkessel und Scheitholzvergaserkessel, die als Zentralheizungen Ein- und Mehrfamilienhäuser heizen. Für Brennwertgeräte und den Einbau eines Feinstaubabscheiders gibt es zusätzlich Geld, auch im Neubau.

Anmerkungen: 1) Mit Brennwertnutzung oder Partikelabscheider 4.500 Euro. 2) Mit Brennwertnutzung oder Partikelabscheider 5.250 Euro. 3) Mit Brennwertnutzung 5.250 Euro, mit Partikelabscheider 3.000 Euro. 4) Mit Partikelabscheider 2.000 Euro.

Kombination mit Solaranlage oder Wärmepumpe: plus 500 Euro.bei Austausch eines Öl-/Gaskessel: plus 500 Euro. Gebäudeeffizienzbonus (Einsatz in Effizienzhaus 55): Förderung plus 50 Prozent ohne Bonusförderung. Bei Austausch eines ineffizienten Gas- oder Ölkessels: plus 20 Prozent auf Basisund Innovationsförderung.

MIT UMWELTWÄRME HEIZEN

Der Einbau einer Wärmepumpe in einen sanierten Altbau bringt hohe Zuschüsse, insbesondere bei leistungsgeregelten Luftwärmepumpen oder Erdwärmeanlagen. Im Neubau sind die Effizienzanforderungen sehr hoch. Wichtig: Der Installateur muss die Mindestjahresarbeitszahl (JAZ), sprich die Effizienz der Anlage, bestätigen.

Anmerkungen: 1) Mindest-JAZ: 3,5. Ab JAZ 4,5 Innovationsförderung: 2.250 Euro. 2) Mindest-JAZ: 4,5. 3) Mindest-JAZ: 3,8. Ab JAZ 4,5 Innovationsförderung: 6.750 Euro. 4) Mindest-JAZ: 4,5.

Zusatzboni: Für elektronisches Lastmanagement zur Entlastung der Stromnetze ausgerüstet: plus 500 Euro. Kombination mit thermischer Solaranlage oder Bio-Masseanlage: 500 Euro, Kombination mit Photovoltaik-Luftkollektoren: plus 500 Euro. Gebäudeeffizienzbonus (Einsatz in Altbau-Effizienzhaus 55): Förderung plus 50 Prozent ohne Bonusförderung. Bei Austausch eines ineffizienten Gas- oder Ölkessels: plus 20 Prozent auf Basis- und Innovationsförderung.

BESTEHENDE HEIZUNGEN PRÜFEN UND OPTIMIEREN

Wer eine bereits vom Bafa geförderte Heizung zusätzlich überprüfen lässt, erhält einen Zuschuss von pauschal 200 Euro. Für den Check einer Wärmepumpe gibt es maximal 250 Euro. Den Austausch einer alten stromfressenden Heizungspumpe durch eine Hocheffizienzpumpe, den Einsatz moderner Heizungsventile und elektronischer Steuerungen bezuschusst das Bafa mit 30 Prozent der Nettoinvestition. Das gilt auch für den hydraulischen Abgleich des Heizsystems, durch den alle Heizkörper gleichmäßig warm werden und der Stromverbrauch der Heizungspumpe sinkt.

KREDIT FÜR EINE HEIZUNGSSANIERUNG

Wer sein Haus nicht komplett zum Effizienzhaus umbauen will, kann sogenannte Einzelmaßnahmen wie den Einbau einer neuen Heizanlage – auch einer Gas- oder Ölbrennwertheizung – mit der KfW finanzieren. Im Programm 151 beträgt die Kreditsumme für Einzelmaßnahmen maximal 50.000 Euro. Für die Komplettsanierung zum Energieeffizienzhaus gewährt die KfW einen Tilgungszuschuss von bis zu 27,5 Prozent der maximal 100.000 Euro Kreditsumme, der nicht zurückgezahlt werden muss. Die Kombination mit den Bafa-Zuschüssen für den Einsatz erneuerbarer Energien ist nicht möglich.

EINEN ENERGIEBERATER ENGAGIEREN

Damit Hausbesitzer erfahren, welche Energiesparmaßnahmen sinnvoll sind, gibt es die Vor-Ort-Beratung durch einen zugelassenen Energieberater. Dessen Honorar beträgt circa 800 bis 1.400 Euro. Davon übernimmt der Staat über das Bafa bis zu 60 Prozent. Das Gebäude muss vor 2003 errichtet oder der Bauantrag eingereicht sein und überwiegend dem Wohnen dienen. Bei der Zusammenstellung des Berichts hat man die Wahl: Entweder der Experte berechnet eine Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus, oder er stellt einen individuellen Sanierungsfahrplan auf. Dieser berechnet und erläutert mehrere aufeinanderfolgende Einzelmaßnahmen wie Dämmung und Heizungserneuerung. Zugelassene Experten unter energie-effizienz-experten.de

Foto: IWO/Anja Koehne

SELBER ZAHLEN, ZUSCHUSS ERHALTEN

Wer bei einem Altbau die Investitionen fürs Energiesparen mit eigenem Geld bezahlt, kann über das Heizungs- und Lüftungspaket im Programm 430 der KfW 15 Prozent Zuschuss bekommen. Das gilt auch für Einzelmaßnahmen wie die Heizungssanierung sowie eine Optimierung des Heizsystems. Eine Kombination mit den Bafa-Zuschüssen aus dem Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien ist allerdings ausgeschlossen.

Foto: CHBD/Getty Images

EINEN FACHPLANER ENGAGIEREN

Wer für die Planung von Maßnahmen zum Energiesparen einen externen Experten hinzuzieht, erhält von der KfW bis zu 50 Prozent des Honorars, maximal 4.000 Euro, erstattet. Das geht allerdings nur, wenn man gleichzeitig die Förderprogramme 151/152, 430 oder 153 nutzt.

BRENNSTOFFZELLEN: INNOVATIONEN WERDEN GEFÖRDERT

Brennstoffzellen von 0,25 bis 5 Kilowatt elektrischer Leistung können über die KfW teilfinanziert werden. Die Bank gewährt einen direkten Zuschuss zu den Kosten. Gefördert wird die Brennstoffzelle selbst; ist im Gerät zum Beispiel ein Gasbrennwertkessel integriert, wird auch dieser gefördert.