Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 4 Min.

Gemeinsam für den Hochseesegel sport: Vom Tor zur Welt und dem Schlüssel dazu


Sportschipper - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 28.11.2019

Während beim Kongress des Weltseglerverbandes (world sailing) auf Bermuda bei 24 Grad die Sonne strahlte, ergossen sich ergiebige Novemberschauer über Bremen – stimmiger Rahmen für einen ungemütlichen Tag für die (Wasser-)Sportler von der Weser. Erst musste Werder Bremen in der Fußballbundesliga zuhause in der 90. Minute das 2:2 gegen Freiburg einstecken, und dann mussten am Abend im Rathaus zu Bremen die Seesegler der Stadt das 2:3 im Kampf um die „Ansgarkette“ gegen Hamburg hinnehmen. Doch der Reihe nach.


Artikelbild für den Artikel "Gemeinsam für den Hochseesegel sport: Vom Tor zur Welt und dem Schlüssel dazu" aus der Ausgabe 12/2019 von Sportschipper. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Alle Jahre wieder: Traditionell lädt die SKWB zum feierlichen Hochseesegler abend in die Obere Halle des Rathauses zu Bremen.


Einmal im Jahr ruft Bremen die Hochseesegler der Republik an die Weser, und die folgten der Einladung auch in diesem Jahr zahlreich, um den traditionellen Hochseeseglerabend im altehrwürdigen Rathaus zu Bremen zu feiern und ihre Besten zu ehren.

83. Hochseeseglerabend im Rathaus zu Bremen: Traditionelle „Ansgarkette“ ging in diesem Jahr von der Weser an die Elbe

Rund 350 Gäste, darunter zahlreiche Hochseesegler sowie Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Sport und Verwaltung, konnte die Segelkameradschaft „Das Wappen von Bremen“ (SKWB) zu ihrem mittlerweile 83.

Hochseeseglerabend begrüßen – auch wenn der Kongress des Weltseglerverbandes world sailing auf Bermuda und die Trans Ocean Jahreshauptversammlung in Cuxhaven einige Löcher in die Reihen rissen. Dabei zeigte sich die Veranstaltung 2019 deutlich jünger und weiblicher als in den Vorjahren.

Zwei Referentinnen, drei 17-Jährige sowie die beiden 90-Jährigen Uwe Schulte (67 Jahre SKWB-Mitglied) und Felix Scheder- Beschin (41 Jahre Mitglied/Hamburgischer Verein Seefahrt) bildeten dabei das gesamte Spektrum der Gästeschar ab.

Unmittelbar nach dem Ende der aktiven Segelsaison ist dieser Abend alljährlich das herausragende Treffen der deutschen Hochseesegler-Szene, bei dem die besten Leistungen im Offshore- Segeln während der zurückliegenden Saison mit renommierten Preisen ausgezeichnet werden. Und auch die 83. Auflage der Traditionsveranstaltung bot neben den Preisverleihungen interessante Vorträge und beeindruckende Filme und Bilder, die das Hochseesegeln aus neuen Perspektiven beleuchteten.

Frei nach dem Shakespeare-Zitat „We must take the current when it serves“ (Wir müssen den Strom nutzen, wenn er uns dient.) berichteten Dr. Henrike Thomssen (SKWB) und Katrina Westphal (Hamburgischer Verein Seefahrt) von beeindruckenden Reisen – zum einen auf den Spuren der zweiten deutschen Grönlandexpedition von 1869, zum anderen beim Fastnet Race 2019, 40 Jahre nach dem Schicksalsrennen von 1979.

Nach der seemännischen Einstimmung auf den Abend wanderte die Gästeschar in die historische Obere Halle des Rathauses. Dabei wurde die halbe Stunde des Ortswechsels intensiv zum Netzwerken genutzt. Michael Rapp, Vorsitzender der SKWB, und sein Vorgänger Jochen Orgelmann, DSV-Vizepräsident Clemens Fackeldey, DSV-Generalsekretär Dr. Germar Brockmeyer, DBSV-Präsident Torsten Conradi, Dietmar Reeh (Präsident des Bayerischen Seglerverbandes), HSCKommodore Harald Baum (Pantaenius), Birgit Bergmann (Abgeordnete Bremische Bürgerschaft), Behrend Beilken (dreimaliger Admiral’s Cup-Sieger), Peter Kohlhoff (Eigner Kohlhoff GmbH), Jörg Müller-Arnecke (Geschäftsführer „sailskin“, Tochterfirma von Beilken), Morten Nickel („Sportsfreund“), Uwe Wenzel (Wettfahrtleiter), Jürgen Klinghardt (RVS-Schatzmeister), Martina Georgus (Daniel Georgus), Kai Wendt (Pantera), Ole Pietschke (Pantaenius), Christian Teichmann (2. Vorsitzender Deutscher Touring Yacht Club), Matthias Claussen (DGzRS-Vorstand), Nikolaus Stadeler (DGzRS-Geschäftsführer), Klaus Steinkamp (Schatzmeister des Bundesverbandes der See- und Hafenlotsen), Henning Rocholl (ehemaliger NRV-Geschäftsführer und Organisator des Transatlantik-Rennens DCNAC) und Tobias König (NRV-Präsident) erfuhren dann, dass die Bremer Bürgermeisterin Dr. Maike Schaefer eine begeisterte Seglerin ist. Mit launigen Worten überbrachte die Ostseeseglerin die Grußworte der Freien Hansestadt Bremen.

Nach dem traditionellen Grünkohlessen, einigen Bierchen aus dem Hause Beck’s und dem einen oder anderen Alten Hullmann ging es zum Abschluss des Abends an die Verleihung der „Ansgarkette“. Die begehrte Auszeichnung wird traditionell zwischen der SKWB und dem Hamburgischen Verein Seefahrt und deren Vereinsyachten „Bank von Bremen“ und „HASPA Hamburg“ ausgesegelt.

Die Yachten trafen 2019 in fünf Regatten aufeinander, bei denen die „HASPA Hamburg“ im direkten Vergleich drei Siege für sich verbuchen konnte. Damit ging die „Ansgarkette“ in diesem Jahr nach Hamburg.

Die Bremer zeigten sich dabei als faire Verlierer – auch wenn das gegen Hamburg stets schwerfällt.

Artikelbild für den Artikel "Gemeinsam für den Hochseesegel sport: Vom Tor zur Welt und dem Schlüssel dazu" aus der Ausgabe 12/2019 von Sportschipper. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Strahlende Preisträgerin: Katrina Westphal (Hambur gischer Verein Seefahrt), Skipperin der „HASPA Hamburg“, holte die Ansgarkette an die Elbe.


Und zu guter Letzt kam dann auch noch das Schlusswort aus Hamburg. Dabei wagte NRV-Präsident Tobias König einen Blick in die Zukunft des Seesegelns. Segel aus Jute und Papier, mehr Inklusion, mehr Frauen an Bord, große Flotten nur noch bei prestigeträchtigen Regatten wie Fastnet-Race oder Sydney Hobart, der Trend zu kleinen Crews (Silverrudder/Einhand) und Doppelhand seien die Zukunft, so König. Und darüber hinaus werde das Prinzip Shipsharing künftig an Bedeutung gewinnen, ergänzte der Hamburger.

„Wir müssen die Jugend erreichen, wir kämpfen um ihre Zeit, ihre Freizeit.“ erklärte König und rief zur Zusammenarbeit der Bremer und Hamburger auf. Ein vernünftiger Vorschlag, denn was nutzt das Tor zur Welt ohne den Schlüssel dazu. Wer das letzte Wort dann bei der Fortsetzung des Abends in der StäV hatte, ist nicht protokolliert.

Die traditionelle Sammlung zugunsten der DGzRS erbrachte an diesem Abend 5882,23 Euro, eine Schwedische Krone und einige Britische Pfund.

„Grönland“ gewinnt Oldtimer-Regatta

Der 18. Wilhelmshaven-Sailing-Cup auf der Jade war mit zahlreichen Traditionsseglern, darunter zahlreiche Schiffe aus den Niederlanden, gut besucht. Die Oldtimer-Regatta gewann die „Grönland“, das älteste deutsche Polarforschungsschiff, das zur Museumsflotte des Deutschen Schifffahrtsmuseums in Bremerhaven gehört. Die Crew besteht aus Ehrenamtlichen, die das Schiff instand hält und im Laufe des Jahres mehrere Törns fährt. Die Hauptregatta entschied der holländische Schoner „Twister“ für sich, die Begleitregatta gewann die Jacht „Black Maggy“ vom WSV Hooksiel. (tk)


(Foto: SKWB – Carsten Heidmann)

(Foto: SKWB/Carsten Heidmann)

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 12/2019 von Ehre, wem Ehre gebührt. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Ehre, wem Ehre gebührt
Titelbild der Ausgabe 12/2019 von Beste Bedingungen, spannende Rennen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Beste Bedingungen, spannende Rennen
Titelbild der Ausgabe 12/2019 von Begehrte Preise, bekannte Sieger. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Begehrte Preise, bekannte Sieger
Titelbild der Ausgabe 12/2019 von Drücker jubelt an der Alster. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Drücker jubelt an der Alster
Titelbild der Ausgabe 12/2019 von Wasserwandern im Wasserwunderland. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Wasserwandern im Wasserwunderland
Titelbild der Ausgabe 12/2019 von Bremen und Hamburg: Da geht was. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Bremen und Hamburg: Da geht was
Vorheriger Artikel
Beste Bedingungen, spannende Rennen
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Begehrte Preise, bekannte Sieger
aus dieser Ausgabe