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GEMEINSAMER „STUFENPLAN“


TASPO GARTEN-DESIGN - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 20.07.2021

UMGEDACHT – UMGEPLANT

Artikelbild für den Artikel "GEMEINSAMER „STUFENPLAN“" aus der Ausgabe 4/2021 von TASPO GARTEN-DESIGN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Schlüssiges Erschließungskonzept durch die Überarbeitung: Die Terrasse wurde nach vorne erweitert, die Treppe schafft die Verbindung zu dem vorderen Gartenteil und zum Eingangsbereich.

Schritt für Schritt überarbeiteten Bauleiter Nico Grüniger und Landschaftsarchitektin Alicja Singh, beide Mitarbeiter der Abteilung Garten der Spross Ga-La-Bau AG in Zürich, das Grundkonzept der Außenanlage eines privaten Einfamilienhauses im Kanton Schaffhausen.Als Highlight dieses Gartens entstand so in aktiver Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft eine außergewöhnliche Treppenanlage, die ihresgleichen sucht.

„Unsere Mitarbeiter denken immer im Sinne unserer Kunden, bringen kreative Ideen mit ein, um den gewünschten Nutzen nicht nur zu erfüllen, sondern zu erhöhen“, beschreibt Raphael Erl, Geschäftsführer für den Bereich Garten, selbstbewusst die Arbeitsweise seines Teams. Das Grundkonzept des Gartens stammte aus der Feder des Hausarchitekten, war jedoch nicht zu Ende gedacht. In seiner Planung und auch noch in den ersten Handskizzen zum Garten gab es eine schwer zugängliche, ...

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... erhöhte und mit einer Mauer eingefasste Rasenfläche an der Einfahrt. Dieser ganze Bereich wäre jedoch für die Besitzer nicht nutzbar gewesen. „Zusammen mit der Bauherrschaft suchten wir nach Lösungen für dieses als Böschung geplante Gelände“, erläutert Grüniger. Das Resultat war eine Treppe von der oberen Terrasse ausgehend. Über diese gelangen die Besitzer nun Stufe für Stufe über die Rasenfläche in den unteren Gartenbereich und somit auch zum Hauseingang und zu den Garagen.

Die Verläufe der bereits gebauten Betonmauern mussten mit dem neuen Gartenkonzept ergänzt werden, denn zur Planung gehörte auch eine Erweiterung des oberen Terrassenbereichs. Somit wurde auch hier Hand angelegt, beziehungsweise Beton geschalt. Die Betonarbeiten wurden selbst ausgeführt. „Das ersparte Wartezeiten und vor allem eine zeitaufwendige Schnittstelle in der Kommunikation“, erklärt Erl. Auch das Hochbeet im rückwärtigen Bereich der Terrasse war eine Idee aus dem Hause Spross. Die hintere Grundstücksgrenze ist mit einer hohen Betonmauer zum Nachbargrundstück abgestützt. Die Hanglage ließ leider keine geringer dimensionierte Bauweise zu, weshalb die Landschaftsarchitektin ein grünes Band vor die massiven Betonscheiben plante. Die Lichtschächte in diesem Bereich sind verspiegelt und die edlen Einfassungen aus Chromstahl fertigte die hauseigene Betriebswerkstatt von Spross nach Maß.

STUFE FÜR STUFE

Gemeinsam mit dem Natursteinlieferanten machte sich Grüniger an die Ausarbeitung einer Stufenanlage, denn der kroatische Kanfanar sollte als Steinart von der Terrasse bis zur Einfahrt beibehalten werden. Der Bauherr schätzte die edle Oberfläche des Kanfanars, stellte sich aber zudem etwas Wildes mit gebrochenen Kanten vor. „So sind wir mit der Firma Atlas Natursteine GmbH auf verschiedene Ideen gekommen und entschieden uns für einen Musteraufbau mit drei unterschiedlichen Bauarten für die Stufen, um den Gartenbesitzern die jeweilige Optik vor Augen zu führen. Wir bauten eine Stufe aus drei dünnen Platten und einem Aufbau, der kaum sichtbar ist, eine Stufe nur aus einer bruchrauen Platte mit weitaus mehr Blick auf die Stellstufe sowie eine Variante aus den quadratischen glatten Terrassenplatten. Das Ehepaar hatte dann ein Wochenende Zeit, um sich zu entscheiden“, beschreibt Grüniger den Prozess des Treppenbaus. „Aus meiner Sicht haben sie sich definitiv für die schönsten Stufen entschieden, nämlich die Variante aus den drei dünnen bruchrauen Platten. Sie wollten aber zudem mein Urteil als Fachmann. Dieser Entscheidung konnte ich natürlich nur beipflichten“, freut sich der engagierte Bauleiter. Auf dem Plateau in der Mitte der Stufenanlage liegen bruchraue Schrittplatten, bepflanzt mit sattgrünem Sternmoos (Sagina subulata) in den überbreiten Fugen. Bei der Verarbeitung der „Platten-Trilogie“ kam Natursteinkleber mit ins Spiel, um eine zuverlässige Dauerhaftigkeit zu erreichen. „Wir hätten die Treppe gerne von Anfang an bis nach unten fortgesetzt, doch diese Notwendigkeit sah die Bauherrschaft nicht, denn sie konnten ja nun diesen Gartenteil bequem erreichen. Eventuell gibt es noch einen Folgeauftrag, denn die Metalltreppe ist eine momentane Übergangslösung, für die sich der Bauherr kurzfristig entschieden hat“, kommentiert Grüniger das Auslaufen der Stufenanlage mitten im Rasen.

PFLANZPLANUNG

Im Bereich der Farbgestaltung gingen die Ideen der Bauherrschaft in unterschiedliche Richtungen. Die Dame des Hauses wollte lediglich die Farben Weiß und Grün in der Pflanzung sehen. Der Bauherr hätte es gerne etwas bunter gehabt. „Wir entschieden uns dann für einen großen roten Ahorn (Acer palmatum ‘Fireglow‘) sowie rosa-weiß blühende Magnolien Solitär (Magnolia stellata ’Royal Star‘) und erstellten hiermit ein Pflanzkonzept, das dem Ehepaar sehr gut gefiel und zugleich beide Wünsche unter einen Hut brachte“, beschreibt der Bauleiter. Einige Pflanzen stammen aus der Baumschule der Firma Spross, die anderen wählten die Auftraggeber beim Besuch einer Schweizer Baumschule zusammen mit Nico Grüniger direkt aus.

Vor der hohen Stützmauer im hinteren Bereich des Gartens wachsen hohe Eiben (Taxus baccata ’Fastigiata Robusta‘), Stechpalmen (Ilex crenata ‘Convexa‘ und Ilex aquifolium), duftender Kaukasischer Kirschlorbeer (Osmanthus burkwoodii), die weiße Hainsimse (Luzula nivea), verschiedene Funkien-Sorten, Hortensien- Arten (Hydrangea macrophylla und paniculata), Anemonen (Anemone hybr. ‘Honorine Jobert‘) sowie blaue und weiße Traubensorten und Clematis, die das Grau des Betons auflockern. Durch die Pflanzenvielfalt bekommt dieser schmale Streifen, in welchem sich die großformatigen Terrassenplatten als Weg fortsetzen, eine hohe Attraktivität.

Aus einem Findling entstand mittels einer Kernbohrung ein extravagantes Pflanzgefäß für eine kleine Kiefer (Pinus pumila ’Glauca‘). Das war der ausdrückliche Wunsch der Bauherrin. Die laufende Pflege des Gartens übernimmt der Bauherr selbst, weil er Gefallen an der Gartenarbeit findet. Bei größeren Maßnahmen unterstützt die Pflegekolonne von Spross auf Abruf und betreut den Garten auch während der Urlaubszeit.

HERAUSFORDERUNGEN

Die Garagenzufahrt ist mit einem Riemenpflaster aus Kirmenjak, einem Kalkstein in unterschiedlicher Breite und Länge gestaltet. Die Oberfläche des Pflasters ist gestockt und gebürstet, die Kanten und Rückseiten sind gesägt. „Hier war es uns extrem wichtig, dass das Fugenmaterial seine Farbe nicht verändert, sehr beständig in der Nutzung bleibt und zusätzlich versickerungsfähig ist, da das Gelände ein nicht zu unterschätzendes Gefälle zu den Garagen besitzt,“ erläutert Grüniger. Deshalb wurden direkt vor Ort frühzeitig Musterflächen mit verschiedenen Arten von Fugenmörtel angelegt, um das optimale Material für diesen Stein, seine Verlegeart sowie die besonderen Anforderungen bezüglich der Sickerfähigkeit zu finden. „Wir beobachteten das einige Wochen lang und schlussendlich fiel die Wahl auf einen Naturstein-Fugenmörtel in der Farbe bahamabeige. „Der Mörtel härtet bei Trockenheit aus, doch sobald das Material feucht wird, ist seine Wasserdurchlässigkeit wieder komplett hergestellt“, begeistert sich Grüniger.

Die vielen Quadratmeter Natursteinmauer sind aus einem Systemmauerwerk inklusive passender Beleuchtung gebaut. Die Kalksteine sind trocken auf-gesetzt und verklebt. Dieses sogenannte Rebmauerwerk zieht sich fast um das gesamte Grundstück und harmoniert perfekt mit der Architektur des Hauses. Dessen unteres Stockwerk ist mit einem Vorsatzmauerwerk gestaltet, das sich nicht nur an der Stützmauer für die Terrasse, sondern auch im überdachten innen liegenden Sitzbereich schlüssig fortsetzt. Dezent zurückhaltend, der Holzküche sowie dem Mauerwerk den Vortritt lassend, fügen sich die quadratischen, großformatigen Terrassenplatten aus Kanfanar ein. Diese werden auf Wunsch der Bauherrschaft noch imprägniert, damit es auf Dauer zu keinen unerwünschten Verfärbungen im hellen Belag kommt.