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Gemischte Gefühle


ColorFoto - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 07.09.2021

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Print-Dienstleister im Test

10/21: Wandbilder

11/21: Kalender

12/21: Fotobücher

Die Chefredaktion meldete sich mit einer einfachen Frage: „Hast Du Lust, für uns einen anonymen Dienstleistertest zu machen? Drei Teile: Wandbilder, Fotobücher, Kalender.“ Spannendes Thema. Natürlich habe ich sofort zugesagt und mich umgehend an die Arbeit für den ersten Teil – Wandbilder – gemacht. Schnell stellte sich aber heraus, dass die Eingrenzung alles andere als einfach ist. Dutzende Firmen bieten ihre Dienste an, dazu steht in jedem Drogerie- und Medienmarkt ein Kiosk für den Direktdruck von Stick oder SD-Karte. Was also testen?

Etliche Diskussionsrunden später waren die Rahmenbedingungen dann geklärt. Da es sich um hochwertige Drucke für die Wand handeln sollte, war eine mögliche Mindestgröße von A3-Plus ein Auswahlkriterium. Beim Motiv entschieden wir uns für eine Sommerszene aus der Italien-Kollektion des ...

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... Chefredakteurs: eine Aufnahme mit hoher Dynamik, um zu sehen, wo vielleicht Lichter ausfressen oder Schatten zulaufen. Gleichzeitig erlaubt die filigrane Struktur der Bauwerke eine zuverlässige Beurteilung der Schärfe. Unsere Testdatei war ein 52 MB großes TIFF, das inhaltsgleiche JPEG belegte 8 MB (Bildgröße jeweils 20 x 30 cm).

Auf Anbieterseite haben Cewe und Whitewall die umfangreichste Auswahl für Profis und Semiprofis, sie waren daher für diesen Vergleich gesetzt. Dazu holten wir noch den in der Color- Foto-Leserumfrage gut bewerteten Anbieter Saal digital sowie Poster XXL. Die Testbilder bestellten wir in den entsprechenden Online-Stores unter Windows, ohne spezielle Programme downzuloaden und zu installieren. Parallel checkten wir das Handling des Bestellprozesses auf dem Smartphone (iPhone 12 mini). Da die Browser-Variante hier sehr unübersichtlich ist, haben wir dazu die jeweiligen Apps der Anbieter installiert.

Da es uns allein um das Bild und nicht um die Präsentation ging (dazu gab es einen ausführlichen Beitrag in Ausgabe 12/2020) und wir die Anbieter vergleichen wollten, entschieden wir uns für einen Druck auf Alu-Dibond ohne Glas in vergleichbaren Qualitätsstufen. Zusätzlich zu diesen Drucken haben wir aus den sehr verschiedenen Angeboten der Dienstleister auch jeweils eine ausbelichtete Variante bestellt, die vom Hersteller besonders herausgehoben wurde. Bewertet haben wir aber jeweils den Alu-Dibond-Druck, da nur diese über die Anbieter hinweg vergleichbar sind. Alles in allem also eine Beratung für die Praxis – und kein Test aller möglichen Optionen und Kombinationsmöglichkeiten.

Die unterschiedlichen Materialien

Wie ein Bild an der Wand wirkt, hängt nicht nur vom Motiv ab, sondern auch von vielen anderen Faktoren. Hinter Acrylglas oder ohne? Mit Rahmen oder nicht? Tintenausdruck oder Belichtung auf Fotopapier? Wer das perfekte Material für sein Motiv finden will, kommt nicht umhin, alle Sinne zu aktivieren. Anschauen ist eins, anfassen etwas anderes. Es ist absolut sinnvoll, sich im Fachhandel entsprechende Muster anzuschauen, um zu vergleichen. Alternativ kann man bei Whitewall Mustersets mit 11 x 11 cm großen Bildchen bestellen. Diese Muster kosten knapp 10 Euro, die auf eine folgende Bestellung angerechnet werden. Auch Saal bietet solche Mustersets an, Cewe und Poster XXL nicht. Zumindest ist es uns nicht gelungen, sie auf der Website zu finden.

Glas verstärkt den Eindruck der Dreidimensionalität, aber moderne Fotopapiere wirken mit ihren schicken Oberflächen durchaus auch ohne Glas. Selbstverständlich nimmt nicht nur die Glasabdeckung Einfluss auf den Bildeindruck, sondern auch das gewählte Papier. Wo liegen die Vorteile? Glänzende Papiere sind brillant in Schärfe und in Detailwiedergabe, Fingerabdrücke stören aber oft den guten Gesamteindruck. Glänzende Papiere sind toll für technische Motive, die der Glanz noch schärfer und dreidimensionaler wirken lässt. Leicht strukturierte Oberflächen – sie heißen meist Pearl oder Smooth – sind etwas robuster im Handling und gelten als Allrounder. Matte Oberflächen runden das Angebot ab. Sie können bei der maximalen Schärfe nicht mithalten, sind aber auch mal milde zu kleinen Unebenheiten und eignen sich daher gut für Portraits. Das Angebot lässt kaum Wünsche offen – dafür aber den Anwender mit der Qual der Wahl ziemlich allein.

Drucken oder belichten?

Generell gibt es zwei Varianten der Bildausgabe beim Dienstleister: mit Tinte drucken oder auf Fotopapier belichten.

Belichtung:

Lichtempfindliches Fotopapier wird belichtet und dann ganz klassisch im RA-4-Prozess entwickelt. Die heute verbreiteten Belichtungssysteme sind Belichtungsgeräte mit Laser oder LED-Lichtquellen. Bei der Laserbelichtung wird jeweils ein roter, grüner und blauer Laserstrahl über Spiegel zu einem Strahl gebündelt. Dieser Strahl belichtet das Fotopapier kontinuierlich. Es sind keine Punkte, Raster oder irgendwelche Strukturen mit bloßem Auge zu erkennen.

Für die Belichtung stehen verschiedene Papiere zur Auswahl – diese Entscheidung hat durchaus erheblichen Einfluss auf den Bildeindruck. Die einzelnen Papiere unterscheiden sich im Bildweiß, in der Maximaldichte und in der Oberflächenbeschaffenheit. Dort gibt es im Prinzip drei Varianten: matt, glänzend und „pearl“ – diese Varianten heißen dann gern Silk, Seidenraster, Perlmutt o. ä. Das Standardpapier ist unserer Meinung nach für die allermeisten Anwendungen absolut ausreichend. Ultra-HD-Abzüge erreichen im Vergleich dazu noch eine etwas höhere Schärfe in feinen Bilddetails. Für Fotos, die vom Detailreichtum leben, ist diese Variante daher durchaus zu empfehlen.

Druck:

Hier wird Farbe in einem Lösungsmittel (als Tinte) auf einen Träger gespritzt. Bei Tintendruckern befinden sich in den Tintenpatronen im einfachsten Fall die Farben Yellow, Magenta, Cyan und Black, aus denen jeder beliebige Farbton gemischt werden kann. Um noch feiner zu differenzieren, verwenden die Dienstleister in ihren Hochleistungsdruckern weitere Farben – häufig sogenannte Light-Farben mit geringerer Deckkraft, die für die Mischung von Zwischentönen hilfreich sind. Bei anderen Geräten kommen Rot und Blau oder Rot und Grün oder Orange und Grün dazu. Mit verschiedenen Schwarzgrautinten wird die Wiedergabe von neutralen Tönen verbessert. Bei den Drucken ist die Auswahl an Papieren noch größer, hier gibt es auch sehr edle Materialien.

Unterschiede:

Der Farbraum der Laserbelichter ist kleiner und hat auch eine andere Form als der von Tintendruckern. Einige Farben am Rand des Spektrums werden etwas anders dargestellt, auch in der gesamten Wiedergabe unterscheiden sich die Verfahren. Der Tintendruck bildet die Bilddatei wie am Monitor sichtbar scharf ab, jedes Detail ist zu erkennen. Laserbelichtungen sind nicht ganz so gestochen scharf, Kanten sind immer etwas gerundet. Was aussieht wie eine Überstrahlung, empfindet das Auge jedoch als sehr angenehm. Ausgedehntere gleichmäßige Flächen wirken durch diese etwas weichere Wiedergabe schön homogen. Der Tintendruck kann dagegen jede noch so kleine Unregelmäßigkeit sichtbar machen. Welches Verfahren optimal ist, muss von Fall zu Fall entschieden werden.

Die Drucktechnik bietet auch die Möglichkeit, auf andere Materialien als Papier zu drucken. Das hat den großen Vorteil der „Tropentauglichkeit“. Bei hoher Luftfeuchtigkeit ist es nicht ausgeschlossen, dass Papier von den Kanten her Feuchtigkeit aufnimmt und die Ecken irgendwann aufquellen. Direkt bedruckte Träger wie Alu-Dibond oder Forex, eine weiße Hartschaumplatte aus PVC, können dagegen bedenkenlos auch auf der Terrasse oder im Badezimmer aufgehängt werden.

Reinhard Merz und Erich Baier

CEWE

Der Cewe-Druck auf Alu-Dibond wirkt am brillantesten. Cewe schärft offenbar kräftiger nach als die Konkurrenz, was aber nicht jedem Motiv steht. Vergleicht man die Farbabstimmung mit der Vorlage, ist im blauen Himmel und in den rötlichen Steinen ein Gelbstich erkennbar, der einen wärmeren Farbeindruck erzeugt. Das ist hier nicht schlimm, kann bei anderen Motiven aber stören.

Cewe Foto auf Alu-Dibond (Direktdruck) 20 x 30 cm

+ Bilder sehr homogen und brillant großes Angebot Bestellung auf Rechnung möglich beste Feinzeichnung

kein TIFF-Upload möglich Farben stark gesättigt und etwas warm stärkste Nachschärfung

Preis inklusive Versand: 29,98 €

POSTER XXL

Da hilft kein Drumherumreden: Poster XXL hat den Druck auf Alu-Dibond völlig versemmelt. Die Schatten sind zugelaufen, und auf der Oberfläche zeigt sich ein deutlicher Metamerieeffekt. An Stellen mit kräftigem Tintenauftrag liegen offensichtlich zu viel Pigmente an der Papieroberfläche und reflektieren das Licht. Die helleren Bildteile sind alles in allem in Ordnung, als Wandschmuck ist dieses Bild aber trotzdem unbrauchbar.

Poster XXL Alu-Dibond Direktdruck 28 x 21 cm

+ gute Smartphone-Bestell-App

− schlechte Bildqualität (zugelaufene Schatten, deutlicher Metamerie-Effekt) keine Bestellung auf Rechnung möglich

Preis inklusive Versand: 21,98 €

Der Bestellprozess

Dass es dazu ein eigenes Kapitel geben wird, hatten wir bei der Konzeption des Beitrags noch gar nicht auf dem Radar. Wir dachten: Bild hochladen, das entsprechende Angebot auswählen, Account anlegen (schließlich folgen noch Fotobücher und Kalender) und fertig. Doch dann erlebten wir jede Menge Überraschungen, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen.

Cewe Bei der Bildauswahl versuchen wir, unser TIFF hochzuladen. Doch weder der Online-Shop auf der Website noch die Smartphone-App akzeptieren TIFFs. Da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich – schließlich ist TIFF nicht irgendein Exotenformat. Aber es geht nicht. Also müssen wir hier schon mal vom Standardprozess abweichen und laden das entsprechende JPEG hoch. Das funktioniert problemlos. Die Smartphone-App ist etwas überladen, und die Wandbilder muss man weit unten hinter den Handyhüllen suchen. Sie tut aber was sie soll.

Poster XXL Das Web-Frontend akzeptiert JPEG, TIFF, PNG – hier wandert also das TIFF auf den Server. Allerdings gibt es auch hier eine Einschränkung: Bis 100 MB dürfen die Dateien groß sein. Das ist für unseren 20 x 30-cm-Test kein Problem, könnte sich aber bei Großformaten zu einem auswachsen. Beim Bestellprozess erfahren wir: Keine Bestellung auf Rechnung. Die App fürs iPhone ist die übersichtlichste in unserem Vergleichsfeld.

Saal digital Das Hochladen der TIFF-Datei und die Auswahl des Produkts verlaufen ohne besondere Vorkommnisse – wir hätten uns höchstens noch einen Statusbalken beim Upload gewünscht. Erst danach wird es komplex. Die Registrierung erfordert die Eingabe des Geburtsdatums, das man aber nicht einfach per Tastatur eintippen kann. Stattdessen muss man eine völlig sinnfreie Listbox von Zahlen durchlaufen, die auch Geburtsjahre wie 1348 oder 2850 enthält. Spooky. Nachdem ich das hingefummelt habe, funktioniert die Registrierung trotzdem nicht, nur die direkte Weitergabe in den Warenkorb ohne Registrierung hilft. Die Smartphone- App nervt mit ständigen Hinweisen auf aktuelle Aktionen – für eigentlich jedes Produkt.

SAAL

COLORFOTO KAUFTIPP

Preis/Leistung 10/2021

Nachdem Saal in der Leserumfrage von ColorFoto sehr gut beurteilt wurde, machten wir die Probe aufs Exempel – und waren positiv überrascht. Farben, Schärfe und Dynamik sind sehr gut. Kein oder kaum nachschärfen, der Bildeindruck ist rundum gut. Mit einem Preis von 21,78 Euro für einen Druck auf Alu-Dibond inklusive Versand ist Saal zudem der günstigste Anbieter und ergattert den ColorFoto-Kauftipp Preis/Leistung.

Saal Alu-Verbund 20 x 30 cm

+ hervorragende Bildqualität schnell und günstig Bestellung auf Rechnung möglich

- Bestellprozess etwas hakelig Preis inklusive Versand: 21,78 €

WHITEWALL

Bildqualität 10/2021

Noch einen Tacken zurückhaltender als der Print von Saal ist der Druck auf Alu-Dibond von Whitewall. Von der Bestellung am PC über die Lieferung bis zur Bildqualität haben wir hier gute Erfahrungen gemacht. Wer seine Bilder vom Smartphone bestellen will, muss den Browser nutzen. Insgesamt liefert Whitewall die beste Bildqualität und erhält den preisunabhängigen Kauftipp Bildqualität.

Whitewall Foto-Druck auf Alu-Dibond 28,9 x 20 cm

+ beste Bildqualität Bestellung auf Rechnung möglich

− keine Smartphone-App für Bestellung Preis inklusive Versand: 31,90 €

Whitewall Das sehr gute Webinterface ist eindeutig auf Kunden mit hohen Ansprüchen und einer gewissen Preistoleranz ausgerichtet – mit vielen Hintergrundinformationen zu den verschiedenen Materialien. Auch die Benutzerführung im Web ist vorbildlich. Dafür schauen Smartphonenutzer völlig in die Röhre. Die einzige App im Apple Store ist eine Augmented-Reality-Anwendung die zeigen soll, wie ein Bild in den eigenen vier Wänden wirkt. Bestellungen? Fehlanzeige. Wir wollten das gar nicht glauben und erkundigten uns bei der Presseabteilung. Um dort zu erfahren: App – haben wir nicht.

Die Bildergebnisse

Alu-Dibond ist der glaslose Klassiker, eine 3 mm starke Verbundplatte aus drei Schichten: zwei weiß beschichtete Aluminiumplatten, die einen schwarzen Polyethylenkern umschließen. Dank des geringen Gewichts der Trägerplatte eignet sich Alu-Dibond auch gut für Großformate. Wir hatten überall das Gleiche bestellt, erhielten tatsächlich aber vier durchaus verschiedene Bilder zurück und lernten: Der Teufel steckt im Detail.

Die Abbildungen auf den Seiten 68 und 70 zeigen Ihnen Details. Da der Zeitschriftendruck aber eigene Probleme mit sich bringt, beschreiben wir die größten Unterschiede auch in Prosa.

Große Unterschiede gibt es schon beim Auspacken: Während Cewe, Poster XXL und Saal simpel und einfach versenden, spendiert Whitewall den Bildern einen Versand de Luxe: Schutzfolie auf dem Bild, drumherum zwei ineinander gesteckte Umschläge plus Karton sind ein Wort. Dafür verlangt man allerdings mit 9,95 Euro auch fast doppelt so hohe Versandkosten wie der Wettbewerb. Schöner Wow-Effekt, aber heil angekommen sind alle Bilder.

Am stärksten ähneln sich die Bilder von Whitewall und Saal – sie sind auch am nächsten am Original. Farben, Schärfe, Dynamik sind sehr gut, das Whitewall- Bild ist farblich etwas stärker zurückgenommen und gefällt mir persön lich insgesamt daher einen Tacken besser. Aber das ist ohne Frage Geschmackssache. Beim Blick auf die Details sind fast keine Unterschiede erkennbar. Auch die Ausbelichtungen sind von ähnlicher Qualität, wobei die Whitewall- Version in Ultra-HD tatsächlich noch ein bisschen mehr aus den Details herauskitzelt. Zu sehen etwa am Fußgänger mit Hund in der Bildmitte. Allerdings kostet der 20 x 30 cm große Print für 12,95 Euro auch fast doppelt so viel wie die Saal-Fine-Art-Version, die nur mit 6,69 Euro zu Buche schlägt (Druckkosten ohne Versandkosten).

Cewe ist ein Spezialfall. Der Druck auf Alu-Dibond überzeugt auf den ersten Blick am meisten: Er ist sehr brillant mit der besten Feinzeichnung. Vergleicht man die Farbabstimmung aber mit den anderen Bildern und der Vorlage, wird ein Gelb-Shift erkennbar. Sowohl im blauen Himmel als auch in den rötlichen Steinen. Die ganze Szene wirkt wie in ein wärmeres Licht getaucht. Die Dynamik ist in den Lichtern und Schatten gut. Die wärmeren Farben könnten mit dem JPEG-Format zusammenhängen. Denn nur bei Cewe konnten wir kein TIFF hochladen, sondern lediglich ein JPEG. Auffällig ist, dass die beiden Bilder, die wir bei Cewe auf mattes und glänzendes Papier hatten belichten lassen, ebenfalls – wenn auch weniger stark – zu wärmeren Farbtönen neigen. Die extreme Feinzeichnung erkauft sich Cewe zudem durch die stärkste Nachschärfung, das sieht an manchen Stellen gut aus, an anderen nicht.

Der Verlierer kommt von Poster XXL. Deren Alu-Dibond-Druck zeigt stark abgesoffene Schatten, und wenn man den Einfallswinkel des Lichts auf die Oberfläche ändert, erscheint ein deutlicher Metamerie-Effekt. Bei diesem aus den frühen Tagen des Tintendrucks gefürchteten Phänomen dringt das Lösungsmittel vor der Farbe ins Papier ein, an Stellen mit kräftigem Tintenauftrag bleibt deshalb zu viel an der Oberfläche liegen und reflektiert das Licht. Der Effekt ist so stark, dass ich das Bild außerhalb des Tests sofort beim Anbieter reklamiert hätte – zur Präsentation unbrauchbar. Bei der Ausbelichtung auf Fotopapier hat Poster XXL dieses Problem logischerweise nicht, dieses Bild zeigt zwar ebenfalls weniger Schattenzeichnung als die Konkurrenz, fällt aber deutlich besser aus als der Alu-Dibond-Druck.

Reinhard Merz

Reinhard Merz, Autor

FAZIT Unterm Strich liefert Whitewall die beste Qualität, verlangt aber auch das meiste Geld. 31,90 Euro kostet der 20 x 30 cm große Alu-Dibond- Druck inklusive Versand. Bei Saal gibt es das gleiche mit nur sehr geringen Abstrichen schon für 21,78 Euro, was eindeutig das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis ist. Die Bilder von Cewe sind im Vergleich sehr brillant, aber auch etwas härter und wärmer abgestimmt. Und Poster XXL hat den bestellten Alu-Dibond-Druck schlicht durch einen massiven Metamerie-Effekt versemmelt.

Reinhard Merz, Autor