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GEMÜSE IM OKTOBER


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Obst & Garten - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 01.10.2022

Wintererbsen

Im Herbst ans Frühjahr denken

Sie heißen ‘Feltham First’ (Schalerbse, 45 cm hoch), ‘Sima’ (Markerbse, 45–65 cm), ‘Schneeflocke’ (Zuckererbse, 150 cm) oder ‘Frieda Welten’ (Zuckererbse, bis zu 2 m) und sind Erbsen, die über Winter angebaut werden können. Auch weitere frühe Erbsensorten eignen sich dafür – viele vertragen zumindest leichten Frost im Jugendstadium. Ziel des Anbaus ist eine zeitige Ernte im Frühjahr. Es werden drei Erbsentypen unterschieden: Zuckererbsen, bei denen die junge Hülse gegessen wird, Markerbsen, die man frisch als Erbsengemüse isst, und Palerbsen (bzw. Schalerbsen), die jung als Gemüse und später als Trockenerbsen für Erbsensuppe gekocht werden. ‘Feltham First’ eignet sich sowohl für die Früh- als auch für die Späternte. Wie alle Erbsen mag sie keine schweren, staunassen Böden, insbesondere im Winteranbau. Ein wenig gut verrotteter Kompost kann hier helfen. Die ...

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... Nährstoffversorgung sollte jedoch nicht zu gut sein, da Erbsen Schwachzehrer sind und Stickstoff fixieren können. Wintererbsen werden auch als Gründüngung angebaut. Für eine frühe Ernte im Mai wird im Oktober/Anfang November an geschütztem Standort ausgesät. Für die Keimung sollten die Durchschnittstemperaturen noch 7–10 Tage über 7 °C liegen. Bis zur Ernte dauert es je nach Witterung etwa 7 Monate. Der Abstand sollte bei 30–40 cm zwischen und 3–4 cm in den Reihen liegen. Das entspricht pro lfd Meter 10–12 Samen. Eine weitere Anbauvariante sind Doppelreihen von 80 x 30 x 3 cm.

HINWEIS

Erbsen können auch im Winterhalbjahr angebaut werden. Ein Rankgerüst ist oft sinnvoll. Zuckererbsensorten brauchen bei starkem Frost einen Schutz durch Vlies oder Tannenreisig. Wer Erbsen mal anders probieren möchte: Nach 6–8 Wochen, ab ca. 15 cm Höhe, können die frischen Triebspitzen für Salat, Pfannengerichte oder Smoothies geerntet werden.

Saatgut gewinnen für das nächste Jahr

HINWEIS

Alte Bohnensorten wie die ‘Bamberger Blaue’ sollten im Sinne der Viefalt weitervermehrt werden. Um den Befall des Saatguts mit Bohnen- oder Erbsenkäfern zu vermeiden, lagern die Samen 1 Woche in der Tiefkühltruhe. Die Schädlinge sind dann sicher abgetötet. Die Samen bleiben entweder in der Truhe oder werden in Gläsern kühl und dunkel weiter gelagert.

Die Gartensaison neigt sich bei vielen Kulturen dem Ende zu. Manche Pflanzen wurden vielleicht nicht abgeerntet und haben Samen gebildet. Nun stellt sich die Frage: Saatgut für das nächste Jahr sammeln, ja oder nein? Relativ einfach gelingt das bei Bohnen, Erbsen, Kürbis oder Tomaten, sofern es sich um samenfeste Sorten handelt. Denn nur dort ist gewährleistet, dass sich aus den Samen wieder Pflanzen mit den gleichen Eigenschaften entwickeln. Um Saatgut von Bohnen oder Erbsen zu gewinnen, dürfen einige Hülsen von gesunden, sortentypischen Pflanzen ausreifen. Wenn sie rascheltrocken sind, werden sie abgenommen und an einem geschützten Ort gegebenenfalls nachgetrocknet. Die ausgelösten Samen werden dann in Tütchen oder Gläsern gut vor Schädlingen geschützt an einem trockenen, dunklen und kühlen Ort aufbewahrt. Die Samen sind etwa 2–3 Jahre keimfähig. Bei Tomaten ist die Saatgutgewinnung etwas aufwändiger: Die Samen werden aus den Früchten entfernt und in Wasser gelegt. Nach 2–4 Tagen lösen sich die Samen von der gallertartigen Masse. Nur Samen, die auf den Boden des Gefäßes abgesunken sind, sind keimfähig. Sie sollten durch ein Sieb gespült und auf Küchenpapier getrocknet werden. Kühl und trocken gelagert, halten die Samen etwa 5 Jahre. Eine durchschnittliche Tomatenfrucht enthält 30–40 Samen und ist zur Vermehrung meist ausreichend.

H.S.

Gründüngung statt Frostgare

Der Klimawandel mit wärmeren Temperaturen und veränderter Niederschlagsverteilung macht sich nicht nur im Sommer bemerkbar. Schon im Winter muss man auf die Gegebenheiten im Sommer reagieren. Zum Beispiel kann nicht mehr überall mit ausreichend Bodenfrost gerechnet werden, um die Frostgare als Hilfsmittel für eine gute Bodenstruktur nutzen zu können. Eine gute Bodenstruktur erreicht man dennoch: mit dem Aufbau von Humus, dem Anbau von Gründüngungen (auch im Winter) und dem genauen Gegenteil von früher – einge schränkter Bodenbearbeitung. Ein bedeckter Boden ist vor Starkregen, starker Erwärmung und Winderosion geschützt. Für abfrierende Zwischenfrüchte ist die Aussaat im Oktober zu spät. Winterroggen, -wicken, -ackerbohnen, -erbsen und Ölrettich kann man jedoch noch aussäen. Verwenden Sie Leguminosensorten, die sich als Gründüngung eignen und kombinieren Sie diese, wenn verfügbar, mit Wintergetreide als Stützfrucht. Zerkleinern Sie vor der Aussaat die Überreste der Vorkultur und arbeiten Sie diese leicht in den Boden ein. Das großflächig ausgestreute Saatgut kann dann flach eingerecht und gewalzt oder mit Bretterschuhen gefestigt werden. Die Gründüngung wird im Frühjahr gemulcht oder geschnitten und kompostiert.

H.S.

HINWEIS

Winterportulak ist sowohl ein leckerer Wintersalat als auch ein wüchsiger Bodendecker. Auch essbare Kulturen wie Spinat, Winterportulak und Feldsalat eignen sich zur Bodenbedeckung im Winter bei Aussaat im Oktober.

Knollenzeit

Versorgung im Winter

HINWEIS

Auch Dahlien haben essbare Knollen. Dafür eignen sich z. B. Sorten aus der Hapet®-Serie (Lubera) oder die ungefüllte Sorte ‘Mignon’ (Culinaris). Versuchen Sie doch mal gekochte und kleingeschnittene Dahlienknollen im Kartoffelsalat.

Inzwischen wachsen immer mehr Knollengewächse wie Süßkartoffel, Batate, Yakon, Inkawurzel, oder Oca im eigenen Garten. Süßkartoffeln werden im Herbst ab September, spätestens bis zum ersten Frost im Oktober, vorsichtig ausgegraben, gewaschen und gut getrocknet. Verletzte Knollen werden getrennt gelagert, da sie schneller zu verzehren sind. Wenn die Knollen dem „Curing“ unterzogen werden, kann man sie länger lagern. Sie sollten hierfür möglichst luftig für

1–10 Tage in einem bis zu 25 °C warmen Raum lagern. Das Curing fördert eine festere Schale und die Umwandlung von Stärke in Zucker (besserer Geschmack). Danach kann die Knolle bei 13–15 °C gelagert werden. Wenn das Laub erste Kälteschäden aufweist, wird die Yacon geerntet. Vor dem Verzehr lagert sie mindestens einen Monat lang dunkel und kühl, um den Geschmack zu verbessern. Oca sollte für große Knollen so spät wie möglich vor dem ersten Frost geerntet werden.

H.S.

ARBEITSPLANER

• Die letzten Tomaten, Paprika und Auberginen sind zu ernten. Grüne Tomaten reifen im Keller nach.

• Die letzten Salate, Rettiche und Radieschen sind erntereif. Möhren, Rote Bete, Sellerie und Kohl werden eingelagert.

• Wintersäzwiebeln und Knoblauch (auf winterharte Sorten achten) stecken.

• Für frische Kräuter im Winter mehrjährige Kräuter im Topf (z. B. Salbei, Rosmarin, Oregano, Minze, Estragon, Bohnenkraut, Thymian) von der Terrasse in den Wintergarten verlagern. Ein Rückschnitt bringt die Pflanzen in Form und regt noch etwas Austrieb an.

• Da im Garten meistens nicht mehr bewässert werden muss, werden Geräte und Schläuche für die nächste Gartensaison frostfrei aufbewahrt.

• Ernte von Rosenkohl, Grünkohl, Wirsing, Lauch und Feldsalat.

• Das Fruchtgemüse im Gewächshaus wird geräumt. Gesunde Pflanzenreste kommen auf den Kompost. Schnüre und Clipse werden entfernt. Stäbe und die Inneneinrichtung werden gereinigt – am besten auch die Scheiben von innen und außen. H.S.