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GENERATIONSWECHSEL MACHTÜBERNAHME EINGELEITET


Basket - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 16.08.2021

NBA ANALYSE

Artikelbild für den Artikel "GENERATIONSWECHSEL MACHTÜBERNAHME EINGELEITET" aus der Ausgabe 10/2021 von Basket. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Basket, Ausgabe 10/2021

Luka Doncic ist der vielleicht dominanteste Youngster seit LeBron James.

DIE NEUEN SUPERSTARS

Die NBA war schon immer ein Produkt ihrer größten Stars. Jede Dekade brachte neue, in ihrem Wesen und ihren basketballerischen Fähigkeiten einzigartige Helden hervor, die das Spiel auf ihre Weise prägten und oftmals auch für immer veränderten. In den 1960ern, als der Basketball noch deutlich härter und wesentlich unathletischer war, dominierten vor allem die Bigs Wilt Chamberlain und Bill Russell. Eine Dekade später übernahm Kareem Abdul-Jabbar den Staffelstab, daneben lieferte Highflyer Julius Erving ein nie dagewesenes Spektakel.

Die 80er prägte das ewige Duell zwischen Bird und Magic, das der Association auch medial neues Leben einhauchte, bevor in den 1990er der G.O.A.T. himself den Sport in neue Sphären hob. Und im neuen Jahrtausend? Da waren es Namen wie Kobe Bryant, Shaquille O‘Neal oder Allen Iverson, die der NBA einen neuen Anstrich gaben. Mehr ging kaum, ...

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... doch mit LeBron James, Kevin Durant und Stephen Curry standen schon die nächsten Megastars bereit, die die NBA mit ihren unfassbaren Skills auf den Kopf stellten – oder vielmehr stellen, denn alle drei sind immer noch aktiv und momentan vielleicht immer noch die drei besten Spieler auf diesem Planeten.

Gemessen an ihrer Performance bzw. ihrem Abschneiden in den diesjährigen Playoffs lässt sich über diese These allerdings streiten. Denn ebenso wie für andere prominente Veteranen, namentlich Damian Lillard oder Kawhi Leonard, war für das genannte Trio in der Postseason frühzeitig Schluss.

In den Fokus spielten sich in der wichtigsten Phase der Saison andere, allen voran natürlich der von einem anderen Stern zu stammen scheinende Giannis Antetokounmpo. Der „Greek Freak“ besitzt als jetzt schon zweifacher MVP und einmaliger Champion ohne Zweifel das Potenzial, als DAS Gesicht der – noch jungen – Dekade in die NBA-Annalen einzugehen. Dass der 26-Jährige jedoch wahrlich nicht als einziger am Thron des Kings rüttelt, haben die vergangenen Wochen und Monate eindrucksvoll gezeigt. Eine ganze Reihe junger furchtloser Ritter rebelliert gegen den alternden König und die Vorherrschaft seiner Generation – und hat die Machtübernahme bereits eingeleitet.

Neue Gesichter dominieren in den Playoffs

Gemeint ist eine Schar von Youngstern, angeführt von Luka Doncic (22 Jahre), Devin Booker (24), Trae Young (22), Donovan Mitchell (24), Jayson Tatum (23), Ja Morant (21) und Zion Williamson (21). Sie alle sind unter 25 Jahre alt, was gemessen an der Reife ihres Spiels surreal erscheint. Sie alle sind unangefochtene Franchise-player, wirken getrieben und „ready“, die Liga zu übernehmen – und die diesjährige Postseason nutzte ein Großteil von ihnen als „Coming- Out-Party“, um diese Message unmissverständlich an die etablierten Kräfte zu senden.

Beispiele gefällig? Beginnen wir mal mit dem Mann, der als erstes in dieser Postseason für Aufsehen sorgte: Ja Morant. Der blitzschnelle Point Guard hatte im Play-In-Turnier die „Ehre“, ohne vorherige Playoff-Erfahrung direkt in ein „Alles order nichts“- Spiel hineingeworfen zu werden. Von Panik allerdings weit und breit nichts zu spüren. In den ersten beiden „Do-or-Die“-Partien seiner noch jungen Karriere

schoss Morant erst die Spurs und anschließend mit 35 Punkten die von Stephen Curry angeführten Warriors ab. Ganz nebenbei sicherte er den Erfolg mit einem schwierigen Floater 4,5 Sekunden vor Ende der Overtime – kann man so machen.

Einziges Problem: In der ersten Runde wartete ein weiterer Vertreter der „Next Generation Superstars“ auf die Grizzlies. Und mit Donovan Mitchell, der bereits in den Playoffs 2019/20 mit zwei 50+-Performances eindrucksvoll bewiesen hatte, dass ihn an guten Tagen nichts und niemand stoppen kann, war auch diesmal nicht zu spaßen.

2020/21 etablierte sich Mitchell als „Go-to-Guy“ im besten Team der Regular Season (26,4 PPS), der von überall abdrücken und scoren kann. Der letztjährige Stat Leader der Playoffs, was die Punkte pro Spiel betrifft (36,3), belegte in dieser Postseason mit 32,3 PPS den vierten Rang in dieser Wertung. Am Ausscheiden in den Conference Semis gegen die L.A. Clippers trug er sicher nicht größte Schuld.

„Luka Legend“ spielt mit den Clippers Katz und Maus

Ebenfalls Endstation gegen das von Kawhi Leonard und Paul George angeführte Team war für Luka Doncic und seine Dallas Mavericks. Dabei zwang „Luka Legend“ den Favoriten aus L.A. allerdings fast im Alleingang in sieben Spiele. Der dritte Pick des 2018er Drafts stahl mit seinem Triple Double (31-10-11) beim Auftaktspiel in L.A. bereits den Clippers-Stars die Show, legte in der Serie krasse 35,7 PPS und 10,3 AS auf und versenkte Chrunchtime- Shots mit einer Sicherheit, die an die ganz großen Legenden dieses Spiels erinnerte.

Das Beeindruckenste: Der legitime Nachfolger von Dirk Nowitzki bei den Mavs kontrolliert das Tempo mit unvergleichlichen Dribbling-Skills, der Fähigkeit, das Spiel zu lesen, Mismatches zu finden und auszunutzen, wie ein Superstar, der die Liga zehn Jahre studiert hat.

Dafür adelte ihn bereits der King LeBron James höchstpersönlich: „Luka ist einer meiner Lieblingsspieler. Weil er das Spiel genau so spiele, wie ich es tue. Er ist ein Mannschaftsspieler, immer mit dem Blick für seine Teamkameraden, doch wenn sich die Möglichkeit ergibt, scort er selber. Aber er spielt für sein Team und man sieht ihm den Spaß daran an.“

Young und Booker mit überragendem Debüts

Mindestens ebenso beeindruckende Zahlen zauberte Trae Young bei seinem Postseason- Debüt auf den Statistikbogen. Der Einser, der bereits vor seinem Einzug in die Liga mit Stephen Curry verglichen wurde, zeigte im unglaublichen Playoff-Run seiner Hawks, dass die Experten mit dieser Einschätzung nicht allzu schlecht lagen.

Als Außenseiter gestartet, ballerte „Ice Trae“ seine Franchise bis in die Conference Finals, wo man Giannis und Co. große Schwierigkeiten bereitete. Mit seinen Schüssen vom Logo, seinen furchtlosen Drives und dem frechen Auftreten avancierte er binnen weniger Wochen zu einem der meist gefürchteten und polarisierenden Stars der Liga.

Noch weiter ging aus der jungen Garde nur noch für Devin Booker, der in seinen ersten Playoffs gleich mal nach dem Titel griff. Am Ende wurde daraus bekanntlich nichts, performt „Book“ allerdings auf diesem Level weiter, sind weitere Chancen nur eine Frage der Zeit. Der Shooting Guard machte seiner Position alle Ehre. Mit seinem perfektionierten Mid-Range-Jumper, seiner Präzision von Downtown und der Fähigkeit, innerhalb kürzester Zeit heißlaufen zu können, personifiziert Booker das perfekte Paket als Scorer.

Das gilt auch für Jayson Tatum, den man bei den Monsterperformances seiner Youngster- Kollegen fast vergessen könnte, weil er gefühlt trotz seiner Jugend bereits als Veteran durchgeht (50 Playoffspiele) und zweitens das Ausscheiden seiner Celtics den Anschein erweckt, Tatum hätte beim Erstrunden-Aus gegen die Nets enttäuscht. Dem allerdings kann man bei genauer Betrachtung nur widersprechen. Wer 50 und 40 in zwei aufeinanderfolgenden Playoffspielen auflegt, den sollte man für die Zukunft ernst nehmen. Der Meinung ist auch Scott Brooks, der sich sicher ist, dass Tatum „schon bald MVP dieser Liga werden wird.“

Raus aus dem Schatten der etablierten Stars

Vergegenwärtigt man sich die wahnsinnigen Leistungen der oben genannten Spieler, bleibt kein Zweifel: Die Youngster der NBA sind in diesem Frühling bzw. Frühsommer aus dem Schatten der etablierten Superstars getreten. Die neue Generation ist da – und sie greift an, hat Spaß und ist zur Stelle, wenn es drauf ankommt. Normalerweise zittert den „Rising Stars“ gerade in den Playoffs, der größtmöglichen Basketballbühne der Welt, mal das Händchen, der Moment überfordert oder die Unsicherheit lähmt. Doch bei diesen Nachwuchsstars trifft der Begriff „Junge Wilde“ tatsächlich zu.

Sie klopfen nicht freundlich an und bitten um Einlass, sie sind im Begriff, einfach herein zu marschieren und sich das zu nehmen, was ihnen ihrer Meinung nach gebührt: die volle Vorherrschaft in dieser Liga. Ihre Botschaft: „Die Zukunft gehört uns!“ Und daran besteht kein Zweifel, beeinflussen sie doch die Gegenwart der Association bereits in weiten Teilen.

Die verbindenden Elemente aller genannten Spieler: Sie sind für ihr junges Alter unheimlich smart! Während Youngster in der Regel von ihrer Schnelligkeit und Athletik profitieren, hat diese Gruppe ein außergewöhnliches Gefühl für das Spiel, besticht durch ausgereifte Entscheidungsfindung. Natürlich befindet sich dieses nicht auf dem Level von LeBron James oder Chris Paul, aber das wäre auch ein bisschen zu viel verlangt.

Doncic, Young, Booker und Tatum mit dem größten Upset?

Vor allem Luka Doncic, Trae Young, Devin Booker und Jayson Tatum ist nach den jüngsten Eindrücken durchaus zuzutrauen, in näherer Zukunft sogar eine MVP-Trophäe einzufahren. Denn bei all ihren Fähigkeiten muss davon ausgegangen werden, dass sie sich noch längst nicht auf dem Zenit ihres Schaffens befinden. Klar ist allerdings auch: Einfach räumen werden LeBron James, Kevin Durant und Co. das Feld sicher nicht.

Möglicherweise wird es also noch ein paar Spielzeiten dauern, bis die eingeleitete Machtübernahme letztlich vollzogen sein wird. Und dann wird man sehen, wer neben individuellen Erfolgen auch mit dem Team jubeln, sprich Meisterschaften ansammeln, kann. Die nämlich – das wird bei einem Blick auf die eingangs genannten Legenden der NBA- Historie deutlich – braucht es, um in die Basketballgeschichte als prägende Figur einer ganzen Dekade einzugehen.

Das Rennen um diesen inoffiziellen Titel jedenfalls hat jetzt schon begonnen – und noch stehen alle potenziellen Anwärter trotz der bereits geleisteten Großtaten hier noch bei null.

TRIKOTVERKÄUFE 2021

Sportlich kann die nächste Generation mit den absoluten Superstars der Liga schon mithalten, doch wie sieht es mit der Beliebtheit aus? Ein Blick auf die 15 beliebtesten NBA-Spieler – basierend auf Trikotverkäufen der Saison 2020/21* – zeigt, dass sich bereits einige junge Stars unter die gestandenen Fanlieblinge gemischt haben.

Luka Doncic rüttelt bereits am Thron des Kings, aber auch Zion Williamson und Trae Young befinden sich unter den Top-15. Devin Booker und Donovan Mitchell haben es angesichts ihrer Small-Market-Heimat schwer, insbesondere Book dürfte aber nach seiner diesjährigen Playoffperformance im kommenden Jahr die Liste entern.