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Geniusaus Japan


Stereo - epaper ⋅ Ausgabe 7/2021 vom 09.06.2021

STREAMING-VOLLVERSTÄRKER

Die 1200-Euro-Klasse ist hart umkämpft. Hier sucht der schon ambitionierte Kunde und Musikfreund nach dem für ihn auf längere Sicht optimalen Klang- und Ausstattungspaket. Marantz hätte da etwas zu bieten - den Streaming-Vollverstärker PM7000N.


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Bildquelle: Stereo, Ausgabe 7/2021

HiFi-Fans werden sich an die Modelle PM7000 und PM8000 von Marantz erinnern, die seinerzeit den Übergang zur Premium-Liga der legendären Marke markierten und in ähnlichen Preisregionen angesiedelt waren. Insofern erscheint die Namensgebung auch nicht ganz zufällig. Das „N“ signalisiert freilich, dass wir es hier mit einer neuen Generation zu tun haben, ausgestattet mit einem gerüttelt Maß an Digitaltechnik, die das moderne Wohnzimmer voraussetzt und verlangt. Er sieht zudem gut aus.

Lob verdient angesichts des Analog- Booms, dass der knapp 1200 Euro kostende Marantz über einen Recorderausgang und Plattenspieleranschluss (Phono-MM) samt ...

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... rauscharmer FET-Eingangsstufe verfügt und mit einem Gewicht jenseits zwölf Kilogramm zudem als ernst zu nehmender Brocken daherkommt. Mir geht es jedenfalls mitunter so, dass ich Letzteres als vertrauensbildende Maßnahme anerkenne, auch wenn heutzutage selbstredend mehr Kunststoffe zum Einsatz kommen als vor zehn oder gar 20 Jahren.

Analog wie digital gibt sich der Marantz anschlussfreudig, allerdings nur mit „USB-A“-Input.


Clevere Bauweise

Wer die Marke auch im Heimkinosegment schätzt, wird sogleich die Ähnlichkeit des PM7000N zu den A/V-Receivern erkennen. Das ist hier ein klarer Vorteil, denn das Teileregal gestattet Kosteneinsparungen, zudem fällt hier gewissermaßen der Subwoofer-Ausgang nebenbei mit ab, den manch einer auch im 2.1-Betrieb gut gebrauchen kann. Nachteile gibt es nicht, denn das Netzteil des Marantz ist mit doppelt geschirmtem Ringkerntrafo speziell für zwei Kanäle üppig ausgelegt und stellt solide bis großzügig bemessene Ausgangsleistungen bereit.

Das Frontplattendesign ist angenehm und nahezu symmetrisch. Links die Eingangswahl, rechts der großzügige Lautstärkesteller, dazwischen ein üppiges und informatives Display. Der Mittelteil der zusammengesetzten Front besteht offenbar aus Aluminium, die beiden Seiten dagegen aus Kunststoff. Die Bedienung an Gehäuse und Fernbedienung ist gut durchdacht. Im Innern treffen wir auf sorgfältige Abschirmungen und solide Trennung der Funktionsbereiche. Auch im Class AB-Gegentaktverstärker des 7000N kommt die jüngste Stromgegenkopplung zum Einsatz. Typisch sind die auch hier auf den Platinen auszumachenden, diskret aufgebauten, kräftigen OP-Amps in Form von HDAMs, die ihren markanten Anteil am Marantz-Klang haben.

Die Fernbedienung ist gut ausgelegt und ergänzt die Heos-App sinnvoll.


Mehr als solide Ausstattung

Wir finden es außerdem gut und nennenswert, dass hier die Balance-, Höhen- und Bassregler nicht weggespart wurden. Überhaupt ist dieser Vollverstärker ein Prachtkerl, was die Ausstattung angeht. Über den mittlerweile fast schon zum Standard gehörenden DAC - der hier mit dem sogar in weitaus größeren Gerätschaften wie Accuphase zu findenden AKM AK4490 (EQ) allerdings schon ausgesprochen leistungsstark bestückt wurde - findet sich ein kompletter Streamer an Bord.

Und der ist samt guter, intuitiver App vom Heos-Standard, der neben Marantz selbstredend auch von der großen Schwester Denon unterstützt wird. Google Cast, Amazon Music, Spotify, Tidal, Deezer, dazu Tune-In für Internetradio, es ist praktisch alles da, schmerzlich vermisst haben wir lediglich den Streaming-Dienst Qobuz, den wir sehr schätzen. Der besagte Digital/Analog-Prozessor von Asahi Kasei Microdevices gehört zur „Velvet Sound“-Kategorie, die für ihre besondere Klangqualität bekannt ist und PCM bis 32 Bit/384 Kilohertz sowie DSD (hier bis 5,6 MHz) verarbeiten kann. Funkverbindungen gibt es via Airplay, Bluetooth (ohne aptX) und WLAN. Wiederum lobenswert fanden wir das Angebot von insgesamt vier Digitaleingängen (1 x Koax, 2 x Toslink, USB und LAN) und die besonders hochwertigen, Marantz-eigenen Lautsprecheranschlüsse. Die machen schon etwas her.

DAMIT HABEN WIR GEHÖRT

Queen Jazz

„Don’t Stop Me Now“ ist ein wiederentdeckter Kracher auf diesem Album, das zu meinen ersten Queen-Platten zählte. Dynamisch und mitreißend.

Pink Floyd The Wall

Mit dem von einem Helikopter eingeleiteten Stück „The Happiest Day Of Our Lifes“ samt „Another Brick In The Wall“ habe ich um 1980 bei „Radio Ring“ in Aachen meine erste „richtige“ Anlage ausgesucht. Sprachverständlichkeit und Impulse, vor allem auch im Bass, sind geeignete Prüfsteine.

TEST-GERÄTE

CD-Player: Audiolab 8300 CDQ, Lua Appassionato MkIII GS NOS

Vollverstärker: Cambridge CXA 81

Lautsprecher: DALI Epicon 6, Spendor S3/5, Visaton Vox 252

Kabel: Audioquest, Cardas, HMS, Siltech, Supra

Typischer Marantz-Klang

Auch klanglich zeigt der Marantz Klasse, er ist äußerst vital, zieht eine große und weite Bühne auf und gestaltet sie sowohl detailund facettenreich als auch farbenfroh. Dass er bei aller gebotenen Dynamik und Souveränität eher schlank und konturenreich als druckvoll voluminös auftritt, freilich nur tendenziell, ist und bleibt Geschmackssache.

Die für die Marke charakteristische Harmonie im Klangbild ist jedenfalls da, verleiht etwa Stimmen einen ordentlichen Schmelz und willkommene Wärme, was auch den PM7000N zum langzeittauglichen Begleiter durch die Partituren aller Genres macht. Wir haben gelegentlich schon darauf hingewiesen, dass eine solche, leicht wohlwollende Abstimmung selbst bei weniger gelungener „Software“ wenigstens noch eine erträgliche Abspielbarkeit gestattet. In der 1200-Euro- Klasse ist die gebotene Klangqualität klar überdurchschnittlich, die Ausstattung sogar top zu nennen. Dieser Marantz hat das Zeug zum Erfolgsmodell, denn das Gesamtpaket ist zu dem Preis nur ganz schwer respektive nur in Einzeldisziplinen zu schlagen. Empfehlung und Preistipp!

Der fette Ringkerntrafo verrät den hohen Anspruch, die Sektionen Netzteil, Vor-/Endstufe und Digitalteil sind sorgfältig separiert. Das führt zu den ausgesprochen guten Rausch- und Übersprechwerten.