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Geschenke, die Gutes bewirken


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Land & Berge - epaper ⋅ Ausgabe 6/2022 vom 12.10.2022

Weihnachten

Artikelbild für den Artikel "Geschenke, die Gutes bewirken" aus der Ausgabe 6/2022 von Land & Berge. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Land & Berge, Ausgabe 6/2022

Der Blick vom Gipfel

Frühstück mit Aussicht: Die Buchensteinwand des Pillerseetals mit dem begehbaren Jakobskreuz auf dem Gipfel (1462 m) ermöglicht weite Blicke in alle Himmelsrichtungen

Tirol /Österreich

Gemeinsam Bäume pflanzen

Bäume sind Hans Eder ein großes Anliegen. Denn seit 500 Jahren ist die Familie des Hoteliers mit ihrem 50 Hektar großen Wald verbunden. Also lädt er regelmäßig Gäste seines „Fairhotels“ in Hochfilzen und andere Interessierte ein, ihn beim Pflanzen neuer Setzlinge zu begleiten, um ein Gespür für die Natur im Tiroler Pillerseetal zu bekommen. „Das hier sind die heimischen Fichten und Tannen“, erklärt der 55-Jährige beim Pflanzworkshop im Bergwald und zeigt uns die 30 Zentimeter kleinen Setzlinge. Die werden heute ihren neuen Standort erhalten, wo sie künftig wachsen können – mindestens 100 Jahre lang.

Vor der Arbeit gibt es noch Baumkunde: „Ein nasser Herbst ist gut ...

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... zum Pflanzen, denn unser Setzling darf nicht austrocknen. Setzt die Bäume nicht zu dicht aneinander. Sucht einen alten Baum, der dem jungen bei Wind und Wetter Schutz bietet.“ Und dann kommen Schaufel und Spaten zum Einsatz. Einige nehmen auch gleich die Hände. „All diese Bäume werden das Treibhausgas Kohlendioxid binden und Sauerstoff freisetzen“, sagt Hans. „Deshalb sind sie gut für unser Klima.“ Natürlich werden nun mit erdigen Fingern Handys gezückt und mit dem Foto des Setzlings auch gleich der Standort abgespeichert. Wer will, kann seinen Baum in ein paar Jahren besuchen – und sehen, wie groß er geworden ist.

INFOEin Pflanzworkshop im „Fairhotel Hochfilzen“ kostet 50 Euro, für Hotelgäste ist er gratis. Genaue Termine der Workshops (im Mai und Oktober) sowie Geschenkgutscheine gibt es telefonisch unter Tel.: 00 43/(0) 53 59/2 34 56 oder per Mail: . Bäume pflanzen in der Nationalparkregion Sächsische Schweiz:Wer einen Bergahorn für den Waldumbau verschenken will, findet Infos unter www.bergwaldprojekt .de/aktuelles/baumspende.Auf der Website gibt es auch Termine von Pflanzaktionen in ganz Deutschland.

Südtirol

Messners besondere Weine vom Ritten

Die Wolken hängen tief, sodass man nicht besonders weit sieht. „Auch unsere Kühe sind außer Sicht, die sind noch viel weiter draußen“, sagt Winzer Matthias Messner. Kühe im Weinberg? Ja, auf dem Rielingerhof ist vieles anders. Seine Reben nennt der 42-Jährige etwa Weingarten, nicht Weinberg. Denn Matthias hat seine eigene Philosophie. „Ich finde, Wein, Acker, Vieh und die Arbeit des Weingärtners, das gehört alles zusammen – wenn man die Traube im Wein wiederfinden will. Aber wie Produkte aus der Natur wirklich schmecken, das weiß doch heute kaum noch einer“, meint er. Auch der „Blatterle“, eine uralte Südtiroler Sorte, war fast in Vergessenheit geraten.

Seit 800 Jahren wird auf dem Rielingerhof, in mehr als 700 Metern Höhe auf dem Rittner Hochplateau in Südtirol, Wein angebaut. Früher nur für den Eigenbedarf. „Großvater Josef war Viehhändler und wusste, mit einem guten Wein läuft auch der Handel besser“, erzählt Matthias. Vor zehn Jahren hat er die alten „Blatterle“-Rebstöcke neu veredelt und ist auf biologischdynamischen Weinbau umgestiegen. „Ich wollte in eine andere Richtung gehen. Im Jahr 2010 ist unser Sohn Simon auf die Welt gekommen. An dem Tag, als Evi das erste Mal mit Simon im Tragetuch in den Weinberg kam, hatte ich morgens die Reben gespritzt. Und da bekam ich ein ungutes Gefühl. Alle haben mir abgeraten, biologisch zu arbeiten. Dann fand ich Freunde, wir haben uns gegenseitig unterstützt. Mittlerweile weiß ich: Das ist der einzig richtige Weg. Die Kreisläufe müssen wir schließen.“

Matthias öffnet die Tür zum Weinkeller, der vom Weinanbau vergangener Jahrhunderte auf diesem Hof zeugt. Hier lagert auch der „Blatterle“. Wir probieren. Mmh, seltsam, dieser Wein schmeckt echt … Matthias nickt: „Etwas anders, stimmt’s?!“ Ja! Er erinnert an grünen Apfel, dann kommt Zitrone – und urplötzlich meldet sich noch Anis. „Er war ein Jahr im Holz und besitzt trotz seines geringen Alkoholgehalts von zehn Volumenprozent viele Aromen“, erklärt der Weinexperte. Dann ergänzt er lachend: „Und dabei haben auch die Kühe mitgeholfen.“

INFO

Der „Blatterle“, eine fast vergessene lokale Weißweinsorte, Jahrgang 2020, kostet 27 Euro pro Flasche, der Versand 25 Euro (verringert sich ab 18 Flaschen um die Hälfte). Auf der Website auswählen und direkt beim Hof bestellen unter Tel.: 00 39/04 71/35 62 74,

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Brandenburg

Walnüsse für den bunten Teller

Nüsse und Weihnachten – das gehört zusammen. Aber woher kommt die Nuss auf dem bunten Teller? Aus Chile? Kalifornien? Nein, aus Oranienburg bei Berlin! Seit 2014 pflegen Silvia und David Geier im Nordosten des Landes ihre Leidenschaft rund um die Nuss.

Irgendwann hatten sich beide gefragt: Warum holen wir die Nüsse von so weit her, wo sie doch auch hier gute Wachstumsbedingungen finden? Die Ostfriesländerin und der Südtiroler kamen zu dem Schluss: Das ist ein Unding, das möchten wir ändern. „Wir schauten uns um, studierten Literatur und besuchten Seminare. Heute kümmern sich die Nussbauern aus Leidenschaft um 50 Hektar Land mit 2000 Wal- und Haselnussbäumen. Noch ist die gesamte Fläche nicht vollständig bepflanzt. Unterstützt werden sie bei ihren Aktivitäten von 1500 Baumpaten aus ganz Deutschland, die ihre Passion und ihre Haltung zum Umgang mit der Natur teilen. Von Anfang an sei klar gewesen, dass die Nussbauern als bio-veganer Betrieb arbeiten und damit einen Beitrag leisten möchten zu nachhaltiger Landwirtschaft. Paten können das Areal und ihr Baumkind im Löwenberger Land jederzeit besuchen. Im Sommer gibt es Hofführungen und die Möglichkeit zu einem Picknick unter 100-jährigen Eichen.

INFOBaumpatenschaft für ein Jahr verschenken: 96 Euro. Der Pate erhält acht Kilogramm Walnüsse. Kontakt: Hof Windkind, 16775 Löwenberger Land, , E-Mail: info@hof-windkind.com

Sächsisches Vogtland

Die Vielfalt der Kartoffel verschenken

Diesen Herbst hat Kartoffelbauer Ulrich Gündel aus dem sächsischen Reichenbach wieder jede Menge gelber, roter, blauer und marmorierter Knollen aus der Erde geholt. Kleine, große, runde, ovale – oft mit tiefen „Augen“, aber immer mit jeder Menge Geschmack! Die Namen der meisten Sorten kennt kaum jemand. Doch der studierte Agraringenieur weiß zu jeder eine Geschichte, erklärt Eigenschaften sowie Herkunft – und pflegt auf seinem Hof die Vielfalt der Knollen.

Weltweit gibt es an die 5000 Kartoffelsorten, nur rund 20 spielen bei uns eine Rolle, nicht weil sie am leckersten wären, sondern weil sie groß, rund, leicht zu ernten, gut zu schälen sind. Anders bei Uli Gündel, der auf den Gehalt der Stärke als Geschmacksträger in seinen Knollen besonderen Wert legt. Auf Teneriffa fand er sogar mehrere Ur-Kartoffeln, kultivierte sie erfolgreich. „Die schmecken samtweich und cremigbuttrig“, schwärmt er. Die marmorierte ‘Mayan Twilight’ holte er von schottischen Züchtern, den ‘Blauen Schweden’ und die ‘Rosemarie’ … Und dann muss er die Erzählung unterbrechen, denn in Hofladen und Kartoffelhalle, wo seine über 100 Sorten lagern, warten die Kunden. Auf Kartoffeln und Geschichten.

INFOGeschenkidee: im Onlineshop die Kartoffelsorte wählen und als Paket verschicken lassen. Tipps zum Kartoffelanbau gibt es gratis. Gündels Kulturstall, Tel.: 0 37 65/1 62 88,

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Thüringen

Upcycling: neuer Teddy aus alten Lieblingsjeans

Manchmal kann man sich einfach nicht trennen, etwa von der Lieblingsjeans. Muss man auch nicht, selbst wenn sie schon aus der Form geraten ist. Immer wieder betreten Leute den Teddy-Laden in Sonneberg mit einem alten Kleidungsstück, das sich nun in einen Bären verwandeln soll. Meist ist es eine verwaschene Jeans. Einmal war es auch die Arbeitshose eines Mitarbeiters mit eingesticktem Namen und Unternehmenslogo, die ihm die Kollegen als Teddy zum Ausstieg aus dem Arbeitsleben schenken wollten. Oft sind es Sachen von Kindern. „Denn sie wachsen ja so schnell. Und es ist viel zu schade, die Kleider einfach wegzuwerfen“, sagt Sina Martin.

Es gäbe auch ergreifende Momente, z. B. wenn jemand mit der Hose eines Verstorbenen kommt. „Dann ist das traurig. Aber für uns zugleich eine Ehre, solch ein besonderes Stück zu fertigen, in dem Erinnerung weiterleben kann.“ Bestickt sollte die Teddy-Hose sein, ein Label haben, schöne Knöpfe tragen – irgendetwas Spezifisches. Natürlich spiele der Stoff eine große Rolle. Aus derbem Jackenstoff entstehe meist ein schlanker Kerl. Nur bei Stretch, da würde der Bär oftmals ein wenig pummelig.

INFODas gewaschene Kleidungsstück vorbeibringen oder schicken. Die Bearbeitung kann bis zu zwei Monate dauern. Ein 45 Zentimeter großer Bär kostet 149 Euro. Martin Bären, Tel.: 0 36 75/70 20 08,

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Bayern

Geschenke, von Häftlingen gemacht

Marke „Haftsache“ – dieses Label tragen handwerkliche Produkte für Garten, Küche und Wohnen aus bayerischen Gefängnissen: Möbel, Wohnaccessoires, Filzetuis, Ledertaschen, Küchenutensilien und auch das Holzspielzeug. In traditionellen Handwerkstechniken und aus hochwertigen Materialien gefertigt, verströmen die rund 150 Produkte viel Charme. So bietet der Justizvollzug Insassen zusätzliche Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten und unterstützt sie beim Neustart nach der Haft. In Schreinerei, Schneiderei oder Schlosserei begleiten Häftlinge oft den gesamten Fertigungsprozess und erhalten dadurch viel Wertschätzung.

Mehr als die Hälfte der Strafgefangenen in bayerischen Gefängnissen hat keine abgeschlossene Berufsausbildung. Knapp zwei Drittel waren vor der Inhaftierung ohne regelmäßige Beschäftigung. Es liegt also auf der Hand, dass es für bessere Zukunftschancen wichtig ist, diese Defizite in der Haftzeit auszugleichen oder zumindest abzumildern. Häftlinge erhalten damit eine zweite Chance, denn sie können nach ihrer Entlassung im Arbeitsleben eher Fuß fassen – ein zentraler Punkt bei der Resozialisierung.

INFOIm Onlineshop auf der Website können die gewünschten Produkte ausgewählt und bestellt werden. Servicetelefon: 08 00/7 24 60 95,

Bienenpatenschaften

? Spreewaldimkerin Kathrin Klee in 03226 Vetschau, Brandenburg (119 €, 3 kg Honig);

? Imker Andreas Eberl in 85256 Vierkirchen, Bayern (69 €, 6 Gläser à 500 g Honig);www.bienenpatenschaft .de

? Initiative Mellifera e. V. in 72348 Rosenfeld, Baden-Württemberg (35 €, inkl. ein Glas demeter-Honig);

? Die Bienenhüter, Bio-Imker, Nürnberg und Fränkische Schweiz (44 €, inkl. zwei Gläser Honig);

? Gabi und Markus Sailer in 82205 Gilching, Bayern (65 €, inkl. ein Glas Honig);

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Nordrhein-Westfalen

Mit der Bienenpatenschaft Bienen und Imkern helfen

Bienen befinden sich jetzt im Wintermodus. In ihrem Bienenstock kuscheln sie sich aneinander, wärmen sich und die Königin. Und weil sie den ganzen Sommer fleißig Blüten besucht, Nektar gesammelt und Honig geliefert haben, können wir jetzt zum Beispiel aromatischen Honigwein genießen. Met soll eines der ältesten alkoholischen Getränke sein – schon die alten Germanen besangen den „Göttertrunk“ in ihren Mythen und Sagen. Er wärmt und passt sehr gut in die weihnachtliche Stimmung – ob man ihn nun gemütlich zu Hause, romantisch draußen am Feuerkorb oder gemeinsam in der stimmungsvollen Kulisse eines Altstadt- oder Mittelaltermarktes genießt.

Mit einer Bienenpatenschaft kann jeder Honigliebhaber die fleißigen Sammlerinnen und ihre Imker unterstützen – eine schöne Geschenkidee! Dabei gibt es zusätzlich zur süßen Leckerei viel Wissenswertes. Bei der Imkerei Scholz-Kessler in Königswinter am Rhein etwa erhalten die Bienenpaten nicht nur 1500 Gramm Honig (drei Gläser) sondern darüber hinaus auch einen Einblick in die faszinierende Welt der Honigbienen. Denn alle Paten sind eingeladen, den Bienenstand vor Ort zu besuchen. Zusätzlich gibt es ein Jahr lang monatlich Informationen, Fotos, Rezepte und Bastelideen.

INFOEine Patenschaft für ein Bienenvolk von Imker Andreas Scholz-Kessler kostet 49 Euro im Jahr. Urkunde und Fotos gibt es in einer Geschenkbox. Kontakt über info@imkereischolz-kessler.de,

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Baden-Württemberg

Die Weihnachtsgans mit Tierwohl

W er am Martinstag eine zarte Gänsebrust oder am Weihnachtsfeiertag eine knusprige Keule genießt, fragt sich oftmals: Woher kommt das Tier? Wie wurde es aufgezogen? Wo verpackt? Immer mehr Menschen legen bei ihrer Ernährung Wert auf Transparenz und Tierwohl. Wer Biogeflügel vom Hof Friedhelm Unterweger in Dietenheim bei Ulm bestellt und verschenkt, kann sicher sein, dass die ganze Bauernfamilie vor Weihnachten wieder mitgeholfen hat, die auf ihrem Hof nach Tierschutzrichtlinien aufgewachsenen Gänse und Enten zu verschicken.

„Kuhpons“: Gutscheine für gesundes Fleisch

Grutto (früher „Kaufnekuh“) arbeitet mit Landwirten in der Fleischvermarktung und bietet Geschenkgutscheine an: „Kuhpons“. Rind, Schwein und Pute werden erst dann geschlachtet, wenn sie von der Schnauze bis zum Schwanz verkauft sind. Jedes Paket trägt eine Nummer – so ist klar, woher das Fleisch stammt. Den Gutschein zum gewünschten Betrag gibt’s gedruckt oder per Mail als PDF. Telefon: 0 93 02/9 89 64 64,

Friedhelm und Annamarie Unterweger bewirtschaften den Traditionsbetrieb in der sechsten Generation. „Als einer der ersten Biobetriebe Deutschlands erhielten wir 1980 den Bioland-Status“, sagt Friedhelm. „Im Jahr 1996 begann mein Vater Ulrich mit der Aufzucht und der Vermarktung von Geflügel.“ Die frisch geschlüpften Küken bekommen die Unterwegers von Biobrütereien. Auf Weiden, Wiesen und in großzügigen Ställen haben Gänse und Enten Zeit zum Schnattern, Scharren, Schnäbeln und Wachsen. Auch die stressfreie Schlachtung direkt am Hof und ein eigener Hofladen gehören zum Kreislauf. Wer nicht im Laden einkaufen kann, hat die Möglichkeit, das Gewünschte im Onlineshop der Unterwegers auszuwählen und es schicken zu lassen. Dies aber möglichst rechtzeitig vor dem Fest, rät Annamarie, denn hochwertiges Geflügelfleisch sei sehr gefragt.

INFOGänse und Enten werden vakuumverpackt verschickt, können eingefroren werden. Biolandhof Unterweger, Telefon: 0 73 47/74 05, , shop.biogefluegel-unterweger.de

Die Natur im „Grünen Band“

Jahrelang teilte eine Grenze Ost und West. Im Sperrgebiet fanden Tiere und Pflanzen Lebensraum. Als die Mauer fiel, war da plötzlich ein 1400 Kilometer langer Naturkorridor – eben das heutige „Grüne Band“

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Sachsen-Anhalt

Ein kleines Stück vom Naturparadies

Ein Stück Natur unterm Weihnachtsbaum – das wär doch was? Etwa mit einem Anteilschein am „Grünen Band“, in dem auch die Brietzer Teiche liegen, die im Norden Sachsen-Anhalts durch Tonabbau entstanden. Sie entwickelten sich während der deutsch-deutschen Teilung im Sperrgebiet zum Refugium für Tiere und Pflanzen. Umweltschützer konnten später den Ex-„Todesstreifen“ als „Grünes Band“ sichern.

Und so begann Ende der 1990er-Jahre die Umgestaltung zu einem Feuchtbiotop, Lebensraum für Seeadler, Bekassine, Rohrweide, Rothalstaucher, Drossel- und Schilfrohrsänger sowie Laichgebiet für Frösche und Jagdterrain für Fledermäuse. Über 30 Libellenarten beleben die Ufer, wo auch Fischotter und Biber zu Hause sind. All das lässt sich auf einem Rundwanderweg mit Aussichtspunkten und Vogelwarten beobachten. Ermöglicht hat dies die Umweltschutzorganisation BUND mit Spenden, Patenschaften und dem Verkauf von Anteilscheinen. Verkäufer der Flächen sind meist Nachfahren der Familien, die ihren Altbesitz zurückbekommen hatten. Inzwischen helfen mehr als 25 000 „Anteilseigner“ mit, das Naturparadies „Grünes Band“ dauerhaft zu sichern.

INFOAnteilscheine vom „Grünen Band“, auch zum Verschenken, gibt es ab einer Spende von 65 Euro beim BUND, Tel.: 0 30/27 58 64 29, . Infos zur Kranichbeobachtung, Tel.: 01 51/6 5609 15, www.bund-sachsen-anhalt.com

Oberbayern

Leckerer Käse, der die Alpenlandschaft schützt

Kühe sind Frühaufsteher, und so ist der Milchwagen in Kreuth jeden Morgen schon ab sechs Uhr unterwegs. 20 Landwirte der Genossenschaft versorgen ihre Käserei mit der glänzend weißen Heumilch. Den weitesten Weg, rund 15 Kilometer, hat der Wagen zum Grundner Hof, den kürzesten zum Hazi Hof mit 500 Metern. Beide Bauernfamilien haben sich mit anderen Höfen im Tegernseer Tal zusammengeschlossen, um Veredelung und Vermarktung ihrer Milch selbst in die Hand zu nehmen, aber auch um so traditionelle Landwirtschaft zu stärken und alpine Landschaftsstrukturen zu erhalten. Zu der Genossenschaft gehören heute 1729 Anteilseigner aus allen Schichten im gesamten Bundesgebiet.

Inzwischen hat sich die Käserei mit Verkaufsladen, Schaukäserei und Gaststube zum Anziehungspunkt für Einheimische und für Gäste im Tegernseer Land entwickelt. Jenseits von Industrie-Massenware gibt es je nach Saison bis zu 20 Käsesorten. Mit Milch, Joghurt und Käse werden elf Wochenmärkte und 400 Läden im Umkreis von 150 Kilometern beliefert. Und für all jene, die nicht selbst vorbeikommen können, gibt es Käse und Butter zum Verschicken: vakuumiert und gekühlt in nachhaltigen Versandboxen. Im Laden kann man sich Geschenkkörbe zusammenstellen lassen oder Gutscheine erwerben. Damit können Beschenkte später einkaufen, im Brotzeitstüberl einkehren oder in der Schaukäserei an einer Führung mit Verkostung teilnehmen.

INFOGutscheine sind vor Ort, telefonisch oder per Mail erhältlich. Die Käse-„Schmankerlboxen“ können telefonisch oder online bestellt werden (auch zum Verschenken). Naturkäserei Tegernseer Land, Tel.: 0 80 22/1 8835 20,

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