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GESCHWISTEREINFLÜSSE – EINE HOCHKOMPLEXE MISCHUNG


Psychologie Heute - epaper ⋅ Ausgabe 10/2018 vom 12.09.2018

Beziehungen unter Geschwistern werden von vielen unterschiedlichen Faktoren beeinflusst, die sich nicht streng voneinander trennen lassen. Eine Auswahl der wichtigsten Aspekte


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Bildquelle: Psychologie Heute, Ausgabe 10/2018

Erziehungsstil. Wie Mütter und Väter auf ihre Kinder eingehen und sie erziehen, beeinflusst kooperative, konkurrierende und ablehnende Tendenzen unter den Geschwistern bis ins Erwachsenenalter. Wird ein Kind von den Eltern andauernd bevorzugt, kann dies bei den anderen Eifersuchtsgefühle bis hin zur Ablehnung erzeugen. Haben Kinder ein Mitspracherecht trotz klarer Regeln, ...

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Erziehungsstil. Wie Mütter und Väter auf ihre Kinder eingehen und sie erziehen, beeinflusst kooperative, konkurrierende und ablehnende Tendenzen unter den Geschwistern bis ins Erwachsenenalter. Wird ein Kind von den Eltern andauernd bevorzugt, kann dies bei den anderen Eifersuchtsgefühle bis hin zur Ablehnung erzeugen. Haben Kinder ein Mitspracherecht trotz klarer Regeln, lernen sie, zu verhandeln und miteinander klar umzugehen.
Individuelles Verhältnis. Wird jedes Kind von den Eltern als eigene Persönlichkeit anerkannt und in seinen Fähigkeiten ermutigt, lernen auch Geschwister, sich zu respektieren.
Geschwisterdynamik. Kinder übernehmen oft bis ins Erwachsenenalter die Rollen, die ihnen die Eltern bewusst oder unbewusst zugeschrieben haben. Der Vernünftige, der Nachlässige oder der Kontrollfreak – solche Zuweisungen bergen Konfliktpotenzial.
Geschwisterzahl. Die Anzahl der Kinder in einer Familie bestimmt das Interesse der Geschwister füreinander. Meist verstehen sich bei mehreren Geschwistern zwei Kinder besonders gut. Sie könnten dann darauf achten, dass sich keines der anderen grundsätzlich ausgeschlossen fühlt. In Kleinfamilien konzentrieren sich viele Erwartungen auf wenige Kinder. Das erzeugt Druck und Chancen und sorgt für eine Atmosphäre des Vergleichens. Große Familien bieten mehr Möglichkeiten für Freiräume. Bei sehr vielen Geschwistern ist die Wahrscheinlichkeit größer, in der Masse unterzugehen und wenig beachtet zu werden.
Geschwisterposition. Die Position als Nesthäkchen, Erstgeborener oder Sandwichkind trainiert uns, miteinander klarzukommen und in verschiedenen Rollen zu agieren. Viele Forscher halten den Einfluss der Geburtenreihenfolge für nicht mehr aktuell. Andere erleben in ihrem therapeutischen Alltag bei den Betroffenen einen Zusammenhang zwischen Geschwisterpositionen und seelischen Erkrankungen (siehe Interview S. 26).
Geschwisterzusammensetzung. Die Kombination von leiblichen, Stief- und adoptierten Kindern in einer Familie hat einen Effekt auf das Verhältnis der Geschwister, auf ihre Verbundenheit und ihre Rivalität.
Altersabstand. Ein kleiner Abstand von ein bis drei Jahren zwischen Gleichgeschlechtlichen begünstigt Rivalität, ermöglicht aber auch emotionalen Tiefgang und gemeinsame Interessen. Je größer der Abstand, desto weniger aggressiv sind die Begegnungen tendenziell. Bei einem mittleren Abstand von drei bis sechs Jahren kümmern sich die Älteren um die Jüngeren, diese übernehmen Verhaltensweisen der Großen, gemeinsame Interessen sind eher selten. Ein großer Altersabstand von mehr als sechs Jahren sorgt dafür, dass kaum konkurriert wird und die Älteren sich als Betreuer entwickeln.
Geschwistergeschlecht. Menschen mit Schwestern zeigen sich oft optimistischer und ausgeglichener als Menschen, die nur Brüder haben, wenn diese nicht offen über ihre Gefühle sprechen. Denn Schwestern ermutigen dazu, über Empfindungen zu reden, und halten die Geschwistergruppe erfahrungsgemäß leichter zusammen.
Geschwisterfürsorge. Ist ein Kind in der Familie chronisch krank oder behindert, entwickeln die gesunden Geschwister oft erstaunliche soziale Kompetenzen, müssen aber auch unterstützt und gestärkt werden.
Soziales Umfeld und Religion. Bildung, Wohlstand und Religion haben Auswirkungen auf die Erfahrungen miteinander, besonders wenn dieser Hintergrund dazu beiträgt, dass einem Geschlecht dabei eine wichtigere Rolle zugeschrieben wird als dem anderen.