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GESELLSCHAFT: „DAS MUSICALIST MEIN LEBENS TRAUM!“


Frau im Spiegel - epaper ⋅ Ausgabe 12/2020 vom 11.03.2020

RALPH SIEGEL wird in diesem Jahr 75 - an Ruhestand denkt er jedoch nicht. Ganz im Gegenteil - er arbeitet gerade an der Musik für „Zeppelin“


Artikelbild für den Artikel "GESELLSCHAFT: „DAS MUSICALIST MEIN LEBENS TRAUM!“" aus der Ausgabe 12/2020 von Frau im Spiegel. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Frau im Spiegel, Ausgabe 12/2020

FAMILIENGLÜCK Ralph Siegel mit Ehefrau Laura und Stieftochter Ruby auf dem Flügel. Im Regal stehen Familienfotos neben Musik-Trophäen


VIELE GOLDENE PLATTEN hängen bei Siegel zu Hause. Er ist mit über 2000 Titeln bei der Gema registriert und Inhaber von Jupiter Records und Siegel-Musikverlage


TROPHÄEN stehen jede Menge im Schrank. Darunter ist die Medaille für den ESC-Gewinn 1982 mit Nicole und „Ein bisschen Frieden“


Er sitzt im Tonstudio im Erdgeschoss seines Hauses, ...

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... versunken in die Musik. Die Augen sind geschlossen, sein Fuß wippt im Takt. spielt beim FRAU IM SPIEGEL- Interview Songs seines ersten Musicals vor. „Zeppelin“ heißt es und wird am 26. November im Festspielhaus in Füssen Premiere feiern (Tickets siehe Kasten). „Schon als Kind, als ich mit meinem Vater in New York war, habe ich davon geträumt - einmal ein Musical an den Broadway zu bringen. Meinen Namen in leuchtenden Buchstaben dort zu sehen.“

An diesem Lebenstraum arbeitet Siegel seit etwa fünf Jahren. Es geht um die Geschichte von Ferdinand Graf von Zeppelin. Um den Flug der „Hindenburg“ 1937 von Deutschland nach Amerika, einschließlich des Absturzes. Parallel werden Schicksale verschiedener Passagiere erzählt. „Auf die Idee zum Musical kam ich, als ich eine Dokumentation über den Ersten Weltkrieg sah und da Zeppeline über London flogen“, erzählt Ralph Siegel. In das Projekt fließen nicht nur all seine Energie und Zeit, sondern auch viel Geld. „Ich darf gar nicht sagen, wie hoch die Kosten sind. Das Projekt wird sich wohl erst in fünf Jahren ausgezahlt haben, dann bin ich schon 80“, sagt er, und man merkt ihm an, mit wie viel Leidenschaft er bei der Arbeit ist. An einen Rückzug aufs Altenteil denkt er nicht. „Was ist Ruhestand?“, fragt er und fügt hinzu. „Das heißt doch, dass du dich in den Stuhl setzt, Fernsehen guckst und vielleicht noch mit dem Hund Gassi gehst.“ Für ihn ist ein Leben ohne Komponieren nicht vorstellbar. „Ich lebe für meine Kunst“, sagt er, kündigt aber an, dass demnächst ein kleiner Pudel namens „Wurlitzer“ die Familie erweitern soll.

EIN SÜSSER TOY-PUDEL soll bald die Familie vergrößern. Sein Name: Wurlitzer - so wie die Jukebox


EIN KAMIN wärmt an kalten Tagen den Wohnbereich. Auch hier erinnern Goldene Schallplatten an die mega-erfolgreichen Schlager-Zeiten des Musikproduzenten. Daneben: ein Plakat für das Musical „Zeppelin“


IM EINGANGSBEREICH landen die Besucher des Hauses erst mal an der Bar - gelegentlich ein Treffpunkt für gesellige Abende


VOM GROSSEN SCHREIBTISCH aus kann der Komponist in den Garten seines Münchner Hauses blicken - im Grünen thront eine riesige Buddha- Statue


Siegel, sein Vater Ralph Maria († 1972) komponierte „Die Capri Fischer“, schrieb für sämtliche Schlagergrößen - von Peter Alexander († 2011) bis Andrea Berg, 54. Schon als 13-Jähriger fing er mit der Musik an. Mit 19 schrieb er für Don Gibson († 2003) „It’s a Long Long Way to Georgia“ - der Song kletterte in den US-Country-Charts bis auf Platz 8! Dann 1982 sein wohl größter Erfolg: Siegel gewann mit Nicole, 55, und dem Hit „Ein bisschen Frieden“ den „Eurovision Song Contest“. „In 60 Jahren habe ich wohl über 2000 Lieder geschrieben“, rechnet der Schlager-Titan nach. Vom Schlager allerdings hat sich Siegel zurückgezogen, auch vom ESC, wenngleich er ihn noch gerne am Bildschirm verfolgt. „Als ich 70 wurde, habe ich beschlossen, ein paar Dinge zu ändern. Die Industrie hat sich zu stark verändert. Es gibt viele neue Leute, die zwar den Hut vor dir ziehen, aber mit ihren eigenen Leuten arbeiten. Das ist ein Generationswechsel, damit muss man leben“, zieht Siegel Bilanz.

DER KOMPONIST AM FLÜGEL Ralph Siegel arbeitet seit fünf Jahren nahezu täglich an den Songs für sein Musical „Zeppelin“


DIE FAMILIE Ralph Siegel mit den Töchtern Giulia, Marcella und Alana (hinten v.l.) sowie den Enkeln Mia und Nathan


EHEFRAU LAURA ist ebenso wie ihr Mann sehr musikalisch. Seit neun Jahren spielt die Musikmanagerin Schlagzeug


FOTOS: EXCLUVIV ANDREAS BLUMENTHAL FÜR FRAU IM SPIEGEL ,UNTERSTÜTZUNG DURCH MUNICH-CONNEXXXIONS PR, PEOPLE PICTURE/JENS HARTMANN

Hinter dem Musik-Produzenten steht vor allem auch seine Frau - Laura, 37, Ehefrau Nummer 4. Durch „einige Zufälle“ lernte sich das Paar kennen. „Ich sah Laura in die Augen und hatte mich komplett verliebt.“ Der Altersunterschied von 37 Jahren war niemals ein Thema zwischen ihnen. Und durch Laura wurde Siegel quasi noch mal Vater - denn die gebürtige Schweizerin brachte Tochter Ruby, 9, mit in die Ehe. „Sie ist wie meine Tochter,“, erzählt der Plattenmillionär, Vater von drei erwachsenen Töchtern, mit großer Freude. Stolz ist er auch darauf, dass er mit allen drei Ex-Frauen noch einen guten Kontakt pflegt - mit Dunja, 74, Dagmar, 51, und Kriemhild, 47.


„Ich lebe für meine Kunst!“


„Wenn man zum vierten Mal verheiratet ist, dann kann man sich vorstellen, dass das Leben eine Achterbahn war“, resümiert Siegel. Aber er ist dennoch sehr zufrieden. „Ich kann in meinem Leben nur dankbar sein.“ Zweimal hat er Prostata-Krebs überstanden. „Ich hatte wunderbare Ärzte“, erklärt er. Inzwischen achtet er trotz langem Arbeitstag auf seine Fitness. „Ich schwimme jeden Morgen eine halbe Stunde, dann gehe ich unter die eiskalte Dusche. Ich fühle mich wie 50, werde aber leider schon 75.“

Zum Geburtstag am 30. September hat Ralph Siegel nur einen großen Wunsch: „Wenn das Musical bis dahin ausverkauft ist und es weitergeht, das wäre toll! ,Zeppelin‘ ist mein Lebenswerk -vielleicht.“ ◼

ZEPPELIN - DAS MUSICAL

WELT-URAUFFÜHRUNG des Musicals „Zeppelin“ ist am 26. November 2020 in „Ludwigs Festspielhaus“ in Füssen. Der Kartenverkauf hat bereits begonnen. Tickets gibt es ab circa 62 Euro (www.eventim.de/artist/ zeppelin-das-musical). In dem Musical (u.a. mit Anna Maria Kaufmann, Foto) geht es um Graf von Zeppelin, den Pionier der Luftschifffahrt und den letzten Flug der „Hindenburg“. Ralph Siegel erzählt Geschichten rund um den Flug von Frankfurt nach Lake Hurst bei New York. Gerne würde der Komponist das Musical auch in die USA bringen. Erst einmal sind aber 35 Vorführungen in Bayern geplant - bei großem Interesse kann „Zeppelin“ auch Kurs auf Bühnen wie in Hamburg oder Berlin nehmen.