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Geständnis: Anja (40) ist verzweifelt. Ihre Tochter (10) wird von ihren Mitschülern ausgeschlossen: „Mein Kind ist ein Außenseiter“


Lisa - epaper ⋅ Ausgabe 19/2019 vom 01.05.2019

In jeder Pause steht Laura allein auf dem Schulhof, zu Geburtstagen bekommt sie keine Einladung …


Artikelbild für den Artikel "Geständnis: Anja (40) ist verzweifelt. Ihre Tochter (10) wird von ihren Mitschülern ausgeschlossen: „Mein Kind ist ein Außenseiter“" aus der Ausgabe 19/2019 von Lisa. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lisa, Ausgabe 19/2019

Verspottet und ausgegrenzt: Besonders in den Schulpausen haben es manche Kinder schwer, Anschluss zu finden


Wenn sich ein Kind ausgeschlossen fühlt, ist ein offenes Ohr wichtig. So wird dem Kind signalisiert, dass es ernst genommen wird und nicht alleine ist


„Mama, warum mögen mich die anderen Kinder nicht?“


Jeden Tag, wenn meine Tochter Laura mit hängenden Schultern von der Schule nach Hause kommt, treten mir Tränen in die Augen. „Wie war dein Tag, mein Schatz?“, frage ich. Die Antwort weiß ich schon. „Ganz ...

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... o.k“, flüstert sie dann. Sie nach ihren Freundinnen zu fragen oder ob sie sich für den Nachmittag verabredet hat, traue ich mich gar nicht mehr. Von ihrer Klassenlehrerin weiß ich, dass sie die Pausen alleine auf dem Klettergerüst verbringt. Auch während des Unterrichts bleibt Laura eher für sich, beim Sport wollen die anderen Kinder sie nicht in ihrem Team haben.

Jedes Kind ist einzigartig Meine Tochter ist ein süßes Mädchen. Sie hat braune Haare und trägt gerne Blumenkleider. Auch ihre Noten in der Schule sind gut. Allein mit Pferden oder Ballett, was die anderen Mädchen in ihrer Klasse mögen, kann sie nichts anfangen. Wofür sich Laura allerdings seit einem Besuch im Planetarium interessiert: Sterne und Planeten. Ich finde es wirklich toll, dass sie sich für Astronomie begeistern kann, auch wenn sie dafür ausgelacht wird. Was mir als Mutter das Herz bricht. Wenn sie mit verweinten Augen von der Schule kommt, werde ich manchmal richtig wütend!

Ist meine Erziehung schuld? Wenn Laura mittags in ihrem Zimmer ist, setze ich mich oft zu ihr und schaue ihr beim Spielen zu. Immer wieder erkläre ich ihr, dass jedes Kind anders ist, jedes eigene Hobbys und Vorlieben hat. Insgeheim frage ich mich aber, ob unsere Kleine zu behütet aufgewachsen ist. Ob mein Mann und ich mit der Erziehung zu streng waren? Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir nur eine halbe Stunde Fernsehen pro Tag erlauben oder aber, dass sie noch viel zu jung fürs Handy ist. Die einzige Gleichaltrige, mit der mein Schatz hin und wieder spielt, ist Sarah. Sie ist die Tochter einer Bekannten. Ich lade die beiden gerne ein, weil ich hoffe, dass sich die Mädchen anfreunden. Laura und Sarah verstehen sich auch gut, nur muss ich immer dafür sorgen, dass sie sich treffen und gemeinsam spielen.

Kein Kindergeburtstag, keine Party Zu ihrem 10. Geburtstag wollte ich eine Mottoparty veranstalten. Sarah und fünf Klassenkameradinnen bekamen eine selbst gebastelte Einladung. Da ich eine tolle Party organisieren wollte, bat ich um Rückmeldung. Alle Mädchen aus der Klasse sagten ab und Sarah wurde kurzfristig krank. Laura weinte schrecklich und fiel mir in die Arme, als ich ihr davon erzählte. Die darauffolgenden Tage wollte sie nicht mal mehr in die Schule gehen. Sie behauptete, sie habe Bauchschmerzen. Mein Mann redete ihr sehr lange gut zu, aber sie weigerte sich. Ich zwang sie nicht, aber das ist ja auch keine Lösung.

Hoffnung: Schulwechsel Diese fanden wir, als wir eine Schule mit Astronomie-AG entdeckten. Ein Wink des Schicksals! Nach dem Sommer geht Laura dort hin. Sie ist aufgeregt, freut sich aber schon sehr. Ich hoffe einfach, dass sie Gleichgesinnte finden wird. Es gibt im Moment nichts, was ich mir für mein Kind mehr wünsche.

Was Eltern wissen sollten

Sportvereine oder andere Hobbys können helfen, dass ein Kind Freunde mit ähnlichen Interessen findet


Warum Kinder zu Außenseitern werden, kann verschiedene Gründe haben. Um jedoch dagegen angehen zu können, ist es wichtig, diese zu kennen. Nicht nur zurückhaltende und schüchterne Kinder haben es oft schwer, Anschluss zu finden. Auch Klassenclowns finden durch ihre vorlaute und extrovertierte Art manchmal keinen Platz in einer Gruppe. Jedes Kind ist einzigartig und hat andere Bedürfnisse. Grundlegend gilt: Nicht jeder kann von allen gemocht werden. Und ebenso muss das Kind auch nicht jedes andere Kind leiden können!

3 bis 6 Jahre: Im Kindergarten sind die Kinder das erste Mal auf sich alleine gestellt und müssen erst lernen, Freundschaften zu schließen. Kinder zu zwingen, andere aus Mitleid mitspielen zu lassen, bietet zwar eine schnelle Lösung, jedoch keinen langfristigen Nutzen. Das Kind merkt, dass es in der Gruppe nur zwangsläufig geduldet wird. Darunter leidet das Selbstwertgefühl. Erzieher können helfen, damit sich ein Kind in eine Gruppe einfindet. Dabei spielen die Fähigkeiten des Kindes eine große Rolle: „Du kannst so schön malen“ oder „Es ist toll, wie du dich um die Puppe kümmerst“ geben dem Kind Selbstvertrauen. Eltern können beispielsweise auf dem Spielplatz ihre Kinder ermutigen, auf andere zuzugehen und so ein freundliches Miteinander fördern.

6 bis 9 Jahre: Wird ein Kind in der Klasse ausgeschlossen, dann ist ein Gespräch mit dem Klassenlehrer ratsam. Durch Gruppenarbeiten kann der Stand des Kindes verbessert werden, da die Gruppe auf jeden einzelnen Teilnehmer angewiesen ist. Zudem tragen Klassenfahrten und andere Unternehmungen dazu bei, dass sich Außenseiter bewähren und außerhalb des Unterrichts Kontakt zu anderen Kindern aufbauen können. Wichtig: Die Unterstützung der Lehrkraft darf nicht zu offensichtlich sein. Das Kind wird sonst noch mehr ausgegrenzt und als Außenseiter behandelt.

ab 10 Jahre: Kinder in diesem Alter befinden sich in einem Übergangsstadium, sie entwickeln sich zu Teenagern. Gerade jetzt werden Probleme mit sich selbst ausgehandelt, da sie sich von den Erwachsenen nicht verstanden fühlen. Hilfreich ist, dass Eltern von eigenen Erfahrungen oder Situationen erzählen, in denen sie sich ausgeschlossen gefühlt haben und was sie getan haben. Zudem bieten Filme und Jugendbücher Möglichkeiten, dass sich Kinder Lösungsansätze abschauen und Orientierung finden.


* Name von der Redaktion geändert; Foto (Szene nachgestellt): fotolia (2), iStockphoto (2)