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Geständnis: Karla (34) über ihre schwierige Kindheit „Mir fehlte immer der Halt im Leben“


Lea - epaper ⋅ Ausgabe 40/2018 vom 26.09.2018

Weil ihre leibliche Mutter vom Leben überfordert ist, kommt Karla in eine Pflegefamilie. Doch auch dort ist sie nur eine Mitläuferin


Artikelbild für den Artikel "Geständnis: Karla (34) über ihre schwierige Kindheit „Mir fehlte immer der Halt im Leben“" aus der Ausgabe 40/2018 von Lea. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Sie hat nur wenige Bilder von sich als Baby mit ihren Eltern


Karla will nach vorn

schauen und mit den Schatten ihrer Kindheit abschließen. Mit Hilfe einer Therapie arbeitet sie an sich selbst


Fotos: Kailash, Roswitha Kaster, stock.adobe.com (2)

Neulich war wieder so ein Moment, in dem ich mich mutterseelenallein gefühlt habe. Dabei war die Szene so wunderschön: In der Bahn saßen mir Mutter und Tochter gegenüber, ...

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... die ganz intensiv miteinander sprachen, sie hörten sich zu, gingen aufeinander ein und hielten sich dabei an den Händen. Diese intensive Zuwendung habe ich mir auch immer gewünscht – aber nie bekommen.“ Denn Karlas Kindheit war alles andere als glücklich und unbeschwert. Die ersten fünf Jahre lebte sie bei ihrer leiblichen Mutter. Die war früh alleinerziehend, kam im Leben nicht zurecht, verlor ihren Job, litt an Depressionen. Glücklicherweise bekam das Jugendamt das damals mit und fand für Karla eine Pflegefamilie.

„An die ersten Lebensjahre bei meiner Mutter habe ich überhaupt keine Erinnerungen. Aber ich gehe davon aus, dass mich meine Mutter oft vernachlässigt hat. Leider werde ich das auch nicht mehr herausfinden, weil sie früh gestorben ist.“


„Bedingungslose Liebe und Zuwendung – all das habe ich nie wirklich erfahren“


In der Pflegefamilie wird Karla zwar gut aufgenommen. Aber viel Aufmerksamkeit bekommt sie auch dort nicht. Das Problem ist eines der zwei leiblichen Kinder, das mit einem Bein bereits in der Pubertät ist. „Im Prinzip waren es gute Eltern, ich kann ihnen gar keinen Vorwurf machen. Sie haben wirklich versucht, uns Kinder auf das Leben vorzubereiten. Und sie legten Wert auf eine gute Schulbildung.“ Doch der ältere Pflegebruder gerät an falsche Freunde, probiert Drogen aus und feiert wilde Partys – und in der Schule geht’s bergab. Die Eltern haben alle Hände voll damit zu tun, den Jungen wieder in die Spur zu bringen. Es gibt sogar die Überlegung, Karla wieder abzugeben. Aber sie bleibt. „Allerdings war ich die ganze Zeit über eher ein Mitläufer“, sagt Karla. Und noch etwas spürt sie sehr deutlich: „Es sind einfach nicht meine Eltern. Da war kein Band zwischen uns.“

Ihre Pflegeeltern unterstützen sie bei Berufswahl und Wohnungssuche. Am Tag, als sie auszieht, sagt ihre Pflegemutter: „Du bist bei uns jederzeit willkommen.“ Karla weiß das bis heute sehr zu schätzen. Aber Liebe, Nähe, Vertrauen? Die empfindet sie nicht. „Wenn ich heute zurückblicke, liegt über allem das Gefühl, dass ich mich nie geborgen gefühlt habe. Diese bedingungslose Liebe, die habe ich nie kennen gelernt.“ Das schlägt sich auch auf ihre Beziehungen zu Männern nieder. Es fällt ihr schwer, zu vertrauen, sich fallen zu lassen. „Irgendwann habe ich gemerkt, dass sich ein Muster wiederholt: Ich habe immer alles für die Männer getan, um deren Liebe zu bekommen. Aber dafür habe ich mich immer verstellt und war nie so, wie ich wirklich bin. Ich wusste: So will ich nicht weitermachen. Es muss etwas passieren.“


„Es fällt mir sehr schwer, zu vertrauen und mich auch mal fallen zu lassen“


Seitdem ist Karla bei einem Therapeuten in Behandlung. Es tut ihr gut, sagt sie, sie arbeitet an sich. „Ich will nach vorn schauen, und meist klappt das. Aber es gibt halt immer noch Momente, die sehr weh tun, so wie neulich in der Bahn.“

60.000

Kinder leben in Deutschland in Pflegefamilien. Sehr viele von ihnen sind geflüchtete Kinder. Fast jede zweite Unterbringung muss ungeplant abgebrochen werden.