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Geständnis: Plötzlich Stiefmutter – gar nicht so leicht: Zur Liebe gab’s die Kinder gratis


Lea - epaper ⋅ Ausgabe 22/2018 vom 23.05.2018

Verliebtsein ist so schön, kann aber auch ganz schön schwierig werden – wenn der Partner bereits Nachwuchs hat …


Artikelbild für den Artikel "Geständnis: Plötzlich Stiefmutter – gar nicht so leicht: Zur Liebe gab’s die Kinder gratis" aus der Ausgabe 22/2018 von Lea. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lea, Ausgabe 22/2018

Anne (42), seit eineinhalb Jahren mit Rainer zusammen: „Ganz ehrlich? Manchmal stören die Kinder schon“

Patchworkfamilien sind mittlerweile das normalste der Welt. Im Jahr 2016 gab es rund 82.000 Scheidungen, bei denen minderjährige Kinder betroffen waren. Und klar, die Eltern finden neue Partner – wobei die Kinder meist bei den Frauen bleiben. Und auch der Papa hat zumindest an jedem zweiten Wochenende meist Kinderpflichten. Was ihre neuen Partnerinnen automatisch zu frischgebackenen ...

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... Teilzeit-Stiefmüttern erhebt.

Damit beginnt für sie der Balanceakt zwischen Gefühlen, Erziehung, Verantwortung. Kann, muss man die Kinder so lieben wie eigene? Wie viel Erziehung darf, wie viel soll man übernehmen? Wer steht an erster Stelle, die Kinder oder der neue Mann, und wo bleibt man selbst? Wir haben mit zwei Frauen gesprochen, die sich plötzlich in neuen Rollen zurechtfinden mussten. Und mit einer Expertin, die sich ausgiebig mit dem Thema „Bonuskinder“ befasst hat – weil sie selbst zwei hat.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich noch einmal den Mann meines Lebens kennen lerne. Doch es ist tatsächlich passiert. Es gibt da nur einen kleinen Haken, besser gesagt: zwei. Nämlich seine Töchter, die jetzt 11 und 14 Jahre alt sind. Im Prinzip sind die beiden klasse und haben mich viel schneller akzeptiert, als ich mir das vorgestellt hatte. Aber für eine neue Beziehung, die langsam wächst, ist es ganz schön schwierig. Die Mädchen sind sehr oft bei Rainer, fast die Hälfte des Monats. Das liegt auch daran, dass er und seine Ex sehr nah beieinander wohnen. Und es kann durchaus passieren, dass eine von ihnen abends einfach mal klingelt. Ausgehen und die Zweisamkeit genießen – solche Pläne fallen oft genug aus. Leider. Und die Rolle als Stiefmutter ist ganz schön schwierig, vor allem, seit ich bei Rainer eingezogen bin.


„In der Erziehung sind wir nicht immer einer Meinung – leider …“


Neulich hatten die Kids mal wieder alle Sachen einfach im Flur fallen lassen. Lautstark hab ich ins Haus gerufen und sie gebeten, ihren Mist wegzuräumen. Das hat mir einen scharfen Blick von Rainer eingebracht. Später sagte er, dass ihm mein Ton zu harsch gewesen sei. Ich sehe das anders. Und wir haben heftig diskutiert. Dazu kommt, dass ich in die Betreuung und die Chauffeurdienste zum Turnen oder Reiten einbezogen werde – und das wie selbstverständlich. Das nervt mich manches Mal sehr. Ich konnte halt nie in die Rolle reinwachsen, sondern es war ein Sprung ins kalte Wasser. Das muss ich für die Liebe in Kauf nehmen.“

Karin (51), seit zwei Jahren in einer neuen Beziehung: „Hennings Tochter ist so schrecklich eifersüchtig“

„Bei unserem allerersten Treffen hat mir Henning von seiner Tochter erzählt. Damals war sie 11. Das habe ich schon hinter mir, sagte ich ihm. Meine Tochter ist jetzt 24 Jahre. Natürlich sprachen wir an dem Abend viel über die beiden. Es ist ja auch ein wunderbares Thema. Als Henning und ich dann gut ein halbes Jahr zusammen waren, hat er mich seiner Lilly vorgestellt. Da hing sie sehr an ihm, versteckte sich ein bisschen und sprach gar nicht mit mir. Ja, klar, dachte ich, sie ist ein schüchternes Mädchen und dazu noch in der Vorpubertät. Keine leichte Phase. Und dann muss sie auch noch den Papa teilen. Aber es wurde nicht besser.

Lilly ignoriert mich so gut es geht. Meistens schafft sie es auch, ihren Vater ganz in ihren Bann zu ziehen, und ich darf zuschauen. Natürlich findet ihr Vater es toll, so umgarnt zu werden. Wenn er nicht da ist und Lilly und ich miteinander reden, kommen immer mal böse Spitzen. Wenn ich sie bitte, die Spülmaschine auszuräumen, weint sie sich später bei ihrem Vater aus, dass ich sie angemeckert hätte, weil sie faul sei. Puh. Manchmal könnte ich sie in der Luft zerreißen. Aber natürlich muss ich ruhig bleiben, darf mich von ihr nicht provozieren lassen. Henning und ich reden viel über das Problem, und Gott sei Dank glaubt er mir: Der Freundin, die er vor mir hatte, ist es mit Lilly ebenso ergangen – das zerstörte ihre Beziehung. Ich werde nicht gehen, denn ich liebe Henning. Ich spiele jetzt einfach auf Zeit. Irgendwann wird Lilly wohl merken, dass ich nicht die „böse“ Stiefmutter bin. Und ich denke: Spätestens nach der Pubertät beruhigen sich die meisten. Bei mir war das auch so.“

Vater und Tochter sind ein Herz und eine Seele. Die neue Frau an Papas Seite darf oftmals nur zuschauen


TIPPS UND INFOS ZUM THEMA

Patchwork-Familie: Vor allem braucht es Geduld

Barbara Tóth

ist Buchautorin, Wissenschafts-Journalistin und vor allem selbst Mutter und Stiefmutter.
www.twitter.com/barbaratoth

Kinder stehen in Patchwork-Familien immer im Mittelpunkt. Doch wie geht es den Stiefmüttern? Darüber sprechen bei uns bislang nur wenige. Das ist Autorin Barbara Tóth bewusst geworden, als sie in diese Situation kam. Sie hat selbst zwei Kinder, ging eine neue Partnerschaft ein und bekam noch zwei „on top“. Die Autorin hat daraufhin die Rolle der Stiefmutter unter die Lupe genommen. Warum gilt die immer noch als böse? Was passiert, wenn man keine enge Bindung zu den Bonuskindern aufbauen kann? Was ist wichtig für die neue Rolle? Wir haben Barbara Tóth Fragen rund um das wichtige Thema gestellt.

Was ist Ihnen am Stiefmutter-Dasein schwergefallen?
„Mich von der Vorstellung zu lösen, dass ich mein Stiefkind genauso lieben muss wie meine eigenen Kinder. Ich dachte anfangs, meine Stieffamilie muss so funktionieren wie meine alte Familie. Dabei muss sie das gar nicht.“

Gab es für Sie eine Situation, die besonders heikel war?
„Viele. Wenn das Stiefkind etwas sagt, das einen verletzt – etwa seiner Mutter am Telefon erzählt, „och ja, läuft ganz ok so weit“, obwohl wir es gerade richtig lustig hatten. Da hilft es, wenn man weiß, dass es das macht, um seine Mama nicht zu verletzen. Wer will schon hören, dass es in der Stieffamilie lustiger ist als zu Hause?“

Was kann man tun, wenn das Stiefkind einen ablehnt?
„Man muss Geduld haben. Zeit ist die größte Verbündete aller Stiefmütter. Und berücksichtigen, dass das Kind so Loyalität zur eigenen Mutter zeigt, weniger Ablehnung einem selbst gegenüber.“

Darf man als Stiefmutter in die Erziehung eingreifen?
„Man muss es sogar, denn wenn man sich aus allem raushält, wird man über kurz oder lang im eigenen Zuhause zur Fremden. Aber es braucht klare Regeln, wer wofür zuständig ist. Der Papa ist in diesem Sinne also der Kapitän, die Stiefmutter der Co-Kapitän. All die Alltagsthemen wie Manieren, Essens-, Screen- und Schlafenszeiten sind absolut Co-Kapitäns-Bereich. Für die anderen Sachen aber ist ganz klar der Kapitän zuständig.“

Die junge Liebe zum Mann plus Bonuskinder – geht das gut?
„Wichtig in dieser Situation ist es, dass man die Bereiche auch sauber trennt. Paar- und Familienzeit, Paar- und Familienprobleme. Dafür braucht es aber viel Nachdenken und Selbstkritik.“

Ihr bester Tipp für alle Frauen, die Stiefmütter geworden sind?
„Sie sind nicht alleine mit Ihren Fragen, Sorgen und Problemen. Holen Sie sich Verbündete – und klar, lesen Sie mein Buch!“
Sie zitieren unter H wie Humor die Autorin Sally Bjornsen …
„Genau, sie schreibt: Es braucht eine gute Portion Humor, Selbstbewusstsein und ausreichend Vorräte an Wein, um am Ende eine nicht ganz so böse Stiefmutter zu sein.“

UNSER BUCH-TIPP:
Beleuchtet das Stiefmutter-Dasein von vielen Seiten und gibt wertvolle Tipps.
19 Euro. Residenz-Verlag


Fotos: Heribert Corn, Getty Images (3), Residenz Verlag