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Geständnis: Stress, schlechte Laune, keine Zeit … und die Liebe? Beziehungskiller: Job


Lea - epaper ⋅ Ausgabe 42/2018 vom 10.10.2018

Unserer Arbeit widmen wir viel Zeit, Kraft und Energie – manchmal zu viel. Und das hat Folgen


Artikelbild für den Artikel "Geständnis: Stress, schlechte Laune, keine Zeit … und die Liebe? Beziehungskiller: Job" aus der Ausgabe 42/2018 von Lea. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lea, Ausgabe 42/2018

Die Arbeit nimmt den größten Teil des Tages ein. Da ist es verständlich, dass sie uns sehr beschäftigt. Wenn der Job dann auch noch Dauerstress mit sich bringt, ganz gleich aus welchen Gründen, dann gehen wir abends mit einem dünnen Nervenkostüm nach Hause. Das belastet nicht nur uns selbst, sondern auch unser unmittelbares Umfeld, die Familie – den Partner. Eine Umfrage des Portals Parship ergab dazu erstaunlich konkrete – und erschreckende Zahlen: Mehr als die Hälfte der Befragten hat Erfahrungen mit negativen ...

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... Einflüssen des Jobs auf die Beziehung gemacht. Bei den 30- bis 39-Jährigen kommt es am häufigsten, nämlich in 76% der Fälle, zu jobbedingten Krisen. Gestritten wird dann vor allem über schlechte Laune, mangelnde Zeit sowie unfair verteilte Aufgaben zu Hause. Gerade mal 42 Prozent sagen: Solche Streits können unsere Liebe nicht erschüttern.

60% sind genervt, weil durch den Job des Partners kaum noch Zeit für die Beziehung bleibt.

Sandra (38) und Paul (39): „Es ging nur noch um die Firma“

„Ich bin heilfroh, dass ich diese ungute Situation ganz bald hinter mir habe. Noch vier Wochen, dann kann ich endlich die Abteilung wechseln – und muss nicht jeden Tag Paul über den Weg laufen. Vor drei Jahren haben wir uns genau in diesem Büro kennen gelernt. Paul hatte den Bereich gewechselt. Von Anfang an waren wir uns sympathisch, und bald wurde mehr daraus. Anfangs war es toll, ihn ständig zu sehen. Wir zogen zusammen, gingen morgens gemeinsam los. Und natürlich hatte es den Vorteil, dass er genau wusste, wovon ich sprach, wenn mir bei der Arbeit etwas nicht passte oder ich Stress hatte. Er kannte die Situation ja selbst. Aber irgendwann merkte ich: Wir haben gar kein anderes Gesprächsthema. Egal, was ich ansprach, wir landeten immer wieder bei der Firma, bei Kollegen, bei Arbeitsthemen. Ich sagte ihm, wie sehr mich das nervte, aber er machte trotzdem immer weiter. Und dann erklärte er mir auch noch, was ich besser machen könne. Da war für mich die Grenze erreicht. Ich trennte mich von Paul – und stellte einen Versetzungsantrag.“


„Irgendwann merkte ich, dass wir überhaupt kein anderes Thema hatten“


Theresa (34): „Er ließ mich mit allem allein“

Bei Theresa und Markus kriselte es heftig wegen der Arbeit. Doch dann begannen sie, zu redden


„Natürlich bin ich in Elternzeit gegangen, als die Jungs geboren wurden. ‚Natürlich‘, sage ich, weil Markus mehr verdiente und die Karriereleiter gerade bestieg. Wir waren uns einig, dass ich für die Kinder zurückstecke, aber spätestens nach der Elternzeit wieder arbeite. Denn zum einen mag ich meinen Beruf und will irgendwann auch mal Rente bekommen, und zum anderen können wir das Geld nach dem Hauskauf wirklich gut gebrauchen.

Als unser Jüngster gerade ein Jahr alt war, konnte ich mit 30 Stunden wieder bei der Apotheke anfangen. Das war toll. Immer nur die Kinder, das ist nichts für mich. Allerdings wurde mir sehr schnell klar: Hilfe kriege ich von Markus nicht. Der bastelte nach wie vor an seiner Karriere, machte viele Überstunden, fuhr auf Geschäftsreisen, ohne die Zeiten mit mir abzusprechen. Im Prinzip ist es ja toll, dass er das macht, aber für mich war das schon ganz schön heftig. Arbeit, Kinder, Haushalt. Abends war ich völlig fertig. Meine Beschwerden bei Markus führten leider immer nur zu Streit. Und der erhöhte den Stress noch einmal mehr. Als ich Markus sagte, dass ich überlegte, auszuziehen, war er total geschockt. Und dann konnten wir endlich mal in Ruhe reden. Heute hilft er mit, nicht immer, aber immer öfter.“


„Ich hatte mir bereits Wohnungen für die Kids und mich angesehen“


Kirsten (43): „Ich fand in seinem Leben überhaupt nicht mehr statt“

Lieber allein, als ständig auf den Partner warten müssen. Kirsten geht es so sehr viel besser


„Franks Arbeit war eigentlich immer belastend für unsere Beziehung, allerdings auf unterschiedliche Art und Weise. Jahrelang war er in seinem Beruf als Programmierer beschäftigt, doch sein Chef, ein Choleriker, machte ihm das Leben zur Hölle. Frank litt unter dem Dauerstress. Wenn er nach Hause kam, zog er sich in die Küche zurück, kochte und sprach wenig. Irgendwann schmiss er den Job hin. Er konnte nicht mehr. Da dachte ich: Endlich hat der Stress ein Ende. Und seine Idee fand ich toll: Er machte sein Hobby, das Kochen, zum Beruf und belieferte Firmen mit tollen Kleinigkeiten. Frank war mit Feuereifer dabei, bald musste er die ersten Leute einstellen. Ich bekam ihn aber überhaupt nicht mehr zu Gesicht. Als ich mich beschwerte, wurde er wütend. Ich würde ihm wohl nicht gönnen, dass es ihm nun endlich gut gehe. Zwei Jahre schaute ich ihm beim Aufbau der Firma zu. Dann ging ich. Ich gönne es ihm von Herzen, aber so will ich nicht leben.“

TIPPS UND INFOS ZUM THEMA: Vorschläge statt Kritik

Paarberater Eric Hegmann
Arbeitet unter anderem als Coach für das Portal Parship
www.eric-hegmann.de


Wieso wird der Job eigentlich so oft zum Beziehungskiller?
„Viele Menschen ziehen Kraft aus der Bestätigung, die sie im Job – hoffentlich – erfahren. Schwierig wird es, wenn der Beruf den Selbstwert verletzt, weil man keine Anerkennung erhält, weil Frust und Stress als Bedrohung erlebt werden. Zum Beziehungskiller aber gerät er, wenn der Partner nicht mehr Priorität eins ist, sondern nur eine Option, zu der man nach Feierabend geht.“

Was kann man tun, wenn der Job nur noch für Liebes-Stress sorgt?
„Auseinandersetzungen über die Work-Life-Balance sind immer ein Minenfeld, denn rasch wird die Fürsorge missverstanden als Angriff. Deshalb sollte man dem gestressten Partner immer besser Vorschläge machen, als zu versuchen, ihn von etwas abzubringen. Im besten Fall erlebt der nämlich bei einem freien Nachmittag, wie schön es sein kann, nicht im Büro zu sitzen und stattdessen mit der Partnerin etwas zu unternehmen.“

Wie kann man einem solchen Stress am besten vorbeugen?
„Sprechen Sie über das Verhältnis Arbeit, Beruf und Beziehung zu einem Zeitpunkt, an dem es gerade keinen Stress im Job gibt. Vereinbaren Sie vielleicht ‚Gelbe Karten‘, die ein Partner zeigen kann, wenn er den Eindruck hat, die Liebe leidet unter dem beruflichen Einsatz. Planen Sie frühzeitig Auszeiten wie Urlaub, und packen Sie sich diese Tage nicht zu voll. Vor allem: Lassen Sie sich gegenseitig genug Raum.“

STUDIE: Bei 64% hat der Job schon die Beziehung gefährdet + + + Bei 21% führte er sogar zum Liebes-Aus + + + 37% haben noch mal die Kurve gekriegt


Fotos: Getty Images, iStockphoto (2)