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Geständnis : Trauma Wohnungs-Einbruch : Zurück bleibt die Angst


Lea - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 09.01.2019

Der materielle Verlust war bitter. Doch viel schlimmer wogen die psychischen Folgen für Barbara. Sie erzählt von ihrem Leben „danach“


Artikelbild für den Artikel "Geständnis : Trauma Wohnungs-Einbruch : Zurück bleibt die Angst" aus der Ausgabe 3/2019 von Lea. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lea, Ausgabe 3/2019

Der Schmuck war gar nicht viel wert, aber eine so schöne Erinnerung


Die Polizei suchte nach Fingerabdrücken, aber die gab es leider nicht


Es war grauenhaft. Ich erkannte meine eigene Wohnung nicht wieder. Alles war zerwühlt, lag verstreut herum, Schranktüren und Schubladen standen offen – das ist nicht mein Zuhause, dachte ich als Erstes. Und dann schlich sich das Entsetzen dazu: Am helllichten Tage waren die Einbrecher bei mir eingestiegen. Es war sogar mein freier ...

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... Nachmittag, und ich war gerade einmal zwei Stunden weggewesen. War das Zufall? Oder hatten sie mich etwa beobachtet, als ich ging? Da schlich sich eine Angst in mein Leben, die ich so noch nie erlebt hatte.


„Bis die Täter alles verwüsteten, war ich immer gern unterwegs und mit Menschen zusammen“


Bis zu dieser Tat war ich eher unbeschwert, unternehmungslustig und mochte mein Single- Leben. Vor Jahren hatte ich meinen Mann verlassen, Kinder hatten wir keine, und als Assistentin eines Geschäftsführers im Baugewerbe verdiente ich ganz gut. Ich konnte mir also meine Wohnung schön einrichten, regelmäßig in den Urlaub fahren und es mir gut gehen lassen. Bis eben zu diesem Tag. Als ich die Tür aufschloss und das Chaos sah, wurde alles anders.

Die Polizei nahm die Anzeige auf, sah sich um und fragte mich, ob ich Hilfe bräuchte, psychologischen Beistand. Nein, alles gut, sagte ich ganz mechanisch. Hätte ich bloß damals dieses Angebot nicht einfach so abgetan. Aber im Nachhinein ist man ja immer schlauer. Ich begann, alle Sachen wieder an ihren Platz zu stellen. Alle Kleidungsstücke kamen in die Wäsche. Die Polizei fand nur meine Fingerabdrücke, die Einbrecher hatten also Handschuhe getragen.


„Im Supermarkt vor mir stand eine Frau mit roter Tasche. Fast hätte ich gesagt: Das ist meine!“


Trotzdem ekelte ich mich bei dem Gedanken, dass irgendwer Fremdes meine Kleidung angefasst hatte. Doch als die äußerliche Ordnung wieder hergestellt war, wurde das Chaos in meinem Inneren immer größer. Ich musste einkaufen und traute mich nicht aus der Wohnung. Was, wenn sie wiederkämen? Oder vor der Tür lauerten? Oder standen sie vielleicht auf der Straße und beobachteten mich? Stunden verbrachte ich hinter der Gardine und starrte auf die Straße. Die restliche Zeit durchforstete ich Ebay, um zu sehen, ob die alten Schmuckstücke von meiner Mutter dort angeboten wurden. Wenn ich mal rausging, brach mir beim Aufschließen der Wohnungstür der Schweiß aus. Nachts konnte ich gar nicht mehr schlafen. Von jedem noch so kleinen Geräusch wachte ich auf. Es war die Hölle.

Der Verfolgungswahn begleitete mich schließlich überall hin. Ich schaute ständig über die Schulter, beobachtete mein Umfeld ganz genau und verdächtigte pauschal erst mal jeden, der sein Handy am Ohr hatte. In meiner Vorstellung sagte der gerade seinem Komplizen Bescheid, dass ich nicht in der Wohnung war. Es war wirklich dramatisch. Ich hatte nur noch Angst. Arbeiten konnte ich nicht, mein Hausarzt schrieb mich krank. Nach einem Monat schickte er mich zum Psychologen. Das war ein echter Segen.


18% der Einbrüche passieren am Nachmittag von 16 bis 18 Uhr. Insgesamt werden mehr als die Hälfte der Taten zwischen 10 und 18 Uhr begangen. Das Tageslicht stört offenbar nicht.


Heute, zwei Jahre später, ist das Schlimmste überwunden. Ich bin umgezogen, weil ich es in der alten Wohnung nicht mehr ausgehalten habe. Meine Ängste sind weniger geworden, ich gehe wieder raus, treffe mich mit Freunden, fahre in Urlaub. Fast wie früher, aber eben nur fast. An meiner Haustür ist ein riesiges Schloss, und ich habe eine Alarmanlage einbauen lassen. Beides brauche ich einfach für ein besseres Gefühl.“

Tipps und Infos zum Themi a :Schützen Sie sich, so gut es geht

Rene Schönhardt
von der Pressestelle der Polizei Hamburg gibt Tipps für den Einbruchschutz


Erleben Sie es oft, dass die psychischen Folgen eines Einbruchs für die Opfer schwerer wiegen?
 „Das Bewusstsein, dass Fremde sehr massiv in die eigene Privatsphäre eingedrungen sind, ist für die Betroffenen in aller Regel eine traumatisierende Erfahrung – der entstandene Schaden wird demgegenüber als nachrangig angesehen. Betroffene, die merken, dass die Erfahrung des Opferseins sie über einen längeren Zeitraum belastet, sollten sich unbedingt professionelle Hilfe holen, etwa beim Weißen Ring.“

Wie kann man sich und seine Wertsachen am besten vor einem Einbruch schützen? 
„Der beste Schutz sind gute mechanische Verstärkungs-Maßnahmen an Fenstern und Türen. Bewahren Sie Wertsachen am besten in einem Bankschließfach auf. Ist das nicht möglich, listen Sie sie auf und fotografieren sie.“

Vier Tipps für den Einbruchschutz

 Alarmanlagen Wer die einbauen lassen möchte, braucht eine ausführliche Beratung. Es gibt Meldeanlagen, wenn Fenster durchbrochen werden, Bewegungsmelder, Infrarotschranken, Alarmdraht-Tapeten – die Auswahl ist groß.

 Sicherung von Türen und Fenstern Eine Empfehlung sind immer RC-2-Fenster. Die sind mit Pilzkopfzapfen-Beschlägen, einbruchhemmender Verglasung und meist einem abschließbaren Fenstergriff ausgestattet. Ebenso gibt es RC-2-Türen, die nach einer DIN geprüft sind.

 Bewegungsmelder Es muss nicht gleich teuer sein. Einfache Bewegungsmelder schrecken Einbrecher auch ab. Oder installieren Sie Lichter, die Sie so programmieren, dass sie ab und an leuchten – auch wenn Sie nicht zu Hause sind.

 Gute Nachbarschaft Achten Sie darauf, wer in der Nähe der Häuser unterwegs ist. Bitten Sie die Nachbarn, die Post aus dem Kasten zu holen, wenn Sie im Urlaub sind. Und haben Sie ein Auge auf die älteren Menschen im Haus. Das hilft viel.

Wissenswertes von Fachleuten:


 Die Polizei hat sogar extra Beratungsräume, zum Beispiel in Hamburg. Dort stehen erfahrene Mitarbeiter für gute Tipps rund um den Schutz der eigenen vier Wände zur Verfügung.
 Es gibt noch mehr von der Polizei: die Initiative „Zuhause sicher“. Dort geht es um Sicherheitstechnik, mögliche Förderungen, aber auch um das richtige Verhalten im Ernstfall.www.zuhause-sicher.de
 Wer Opfer einer Straftat geworden ist, egal von welcher, mag oft nicht gern persönlich darüber reden. Daher gibt es anonyme Opfer-Hilfen.www.opferhilfe-berlin.de


Fotos: Getty Images, Polizei Hamburg Pressestelle, Privat, stock.adobe.com (3)