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Gestochen Scharf Drückjagdgläser im Test


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JÄGER - epaper ⋅ Ausgabe 110/2021 vom 15.10.2021

JÄGER PRAXIS OPTIK

Artikelbild für den Artikel "Gestochen Scharf Drückjagdgläser im Test" aus der Ausgabe 110/2021 von JÄGER. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Schmale Schneisen und kurze Schussdistanzen, erfordern ein großes Sichtfeld.

Getestet haben wir fünf verschiedene Zielfernrohre, die sich sowohl im Preis, als auch in ihren Zommfaktoren unterscheiden sowie von bekannten, als auch weniger bekannten Marken stammen. Ein direkter Vergleich ist aufgrund der unterschiedlichen Preissegmente und Ausstattungen nicht möglich, vielmehr geht es darum aufzuzeigen, was das einzelne Glas in seinem Segment bietet und was der Jäger hier für sein Geld erhält.

Steiner Ranger 4 1-4x24

Das neue Steiner Ranger 4 1-4x24 ist mit 949 € UVP das preiswertes Drückjagdglas unseres Tests. Das Ranger 4 ist mit einem 1-4-fachem Zoomfaktor ausgestattet. Der Mittelrohrdurchmesser beträgt 30 mm und es ist mit einer 30 mm Ringmontage oder einer Schiene an der Waffe montierbar. Das Sehfeld beträgt 40,5 Meter auf der 1-fachen Vergrößerung und 9,8 Meter auf der 4-fachen Vergrößerung. Für ein Glas in dieser Preisklasse ist die Größe des Sehfeldes ...

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... außerordentlich gut. Das Bild ist scharf und farbtreu und es ist keinerlei Randunschärfe zu erkennen. Das Leuchtabsehen ist in 11 Stufen stufenweise einstellbar und bei hellem Umgebungslicht gut zu sehen. Das Absehen besteht aus einem klassischen 4a Absehen mit einem abgesetzten Punkt, welcher nicht überstrahlt. Die Mechanik arbeitet gut hörund fühlbar, ohne zu schwimmen. Beim Test auf dem Schießstand funktionierte die Mechanik für die Verstellung fehlerfrei. Das Glas ist 290 mm lang und 497 g schwer. Eine höhere Vergrößerung wäre für dieses Glas wünschenswert, dennoch bekommt man hier ein sehr gutes Drückjagdglas zu einem extrem guten Preis. Gerade für Einsteiger sehr empfehlenswert.

GPO Spectra 1-8x24i

Das Drückjagdglas von German Precision Optics ist für einen Preis von 1199 € mit einem 8-fach Zoom ausgestattet. Für ein Zielfernrohr in dieser Preiskategorie eine sehr gute Leistung. Das Bild ist in der Mitte klar, weist jedoch zum Rand hin eine Unschärfe auf. Beim Durchschauen entsteht ein leichter Tunneleffekt, was bedeutet, dass man etwas mehr vom inneren Rand des Zielfernrohres sieht. Die Farbwiedergabe ist gut. Der Leuchtpunkt lässt sich stufenlos einstellen und hebt sich sehr hell und deutlich auch vor hellem Hintergrund ab. Das Zielfernrohr ist mit einem Throw Lever ausgestattet, welcher ein schnelles Zoomen, auch mit dicken Handschuhen, gestattet. Die Mechanik funktionierte gut beim Einschießen, dennoch könnten die Klicks besser fühlbar sein. Diese waren bei der Verstellung etwas schwammig, jedoch sehr gut zu hören. Das Sehfeld des Drückjagdzielfernrohres liegt bei 40,4 Meter auf der niedrigsten Vergrößerung und bei 4,8 auf der größten Vergrößerung. Auch bei diesem Glas wurde die magische 40-Metermarke geknackt. Mit 248 mm ist es das kürzeste Zielfernrohr des Tests. Das Gewicht dieses kurzen Zielfernrohrs beträgt 519 g. Montiert wird das Glas ausschließlich mit einer 30 mm Ringmontage. Mit diesem Glas erhält man ein Superzoom Drückjagdglas mit einem guten Sehfeld für einen guten Preis. Dieses Glas ist besonders für Jäger geeignet, die auf einen hohen Zoom nicht verzichten wollen, aber nicht bereit sind zu viel Geld in ein Drückjagdglas zu investieren.

Zeiss Conquest V6 1.1-6x24

Das Zeiss Conquest aus der bekannten V6 Serie ist mit einem 1,1-6-fachen Zoom zu einem Preis von 1550 € erhältlich. Leider schafft es das Sehfeld des V6 nicht, die 40-Metermarke zu knacken und wartet mit einem Sehfeld von 38,1 Meter bis 6,6 Meter auf 100 Meter auf. Der Zoomfaktor ist absolut ausreichend, um auch ein Reh im Bestand problemlos auf 100 Meter zu erlegen. Das Bild hat im Vergleich zu den anderen Gläsern einen leichten gelblichen Farbstich und zudem ist eine geringe Randunschärfe vorhanden, welche sich jedoch erst bei einer höheren Vergrößerung bemerkbar macht. Der Leuchtpunkt lässt sich stufenlos einstellen und ist sehr hell. Der Leuchtpunkt verfügt über eine praktische Abschaltautomatik sowie einen Neigungssensor, der den Leuchtpunkt ausschaltet, sobald die Waffe auf die Seite gelegt oder hingestellt wird. Sollte man also vergessen den Punkt auszuschalten, übernimmt das Glas dieses für einen und schont so die Batterie. Das Drückjagdglas ist 290 mm lang und wiegt mit Schiene 535 g. Das V6 ist mit Schiene oder einem 30 mm Rohr für eine Ringmontage erhältlich. Die Mechanik lässt sich sehr gut hör- und fühlbar verstellen und arbeitete sauber mit jedem Klick. Die Abdeckkappen der Verstelltürme sind leider aus Kunststoff und mit Metallgewinde, sparen so jedoch etwas an Gewicht ein. Für Zeiss- Fans im unteren Preissegment ist dieses Glas eine gute Lösung, auch wenn einige Abstriche in der Bildqualität gemacht werden müssen.

Vortex Razor HD Gen II-E 1-6x24

Die Marke Vortext bietet ebenfalls ein Zielfernrohr mit 6-Fach Zoom zu einem Preis von 1699 €. Auffällig ist die graugrüne Beschichtung, welche das Glas gegen Kratzer und äußere Einwirkungen schützt. Weiter fallen die äußerst flachen und großen Verstelltürme, welche in Mrad gehalten sind, auf. Die Klickverstellung bei diesem Glas beträgt im Gegensatz zu allen anderen Gläsern, zwei cm pro Klick auf 100 m. Das Sehfeld ist mit 38,2 Metern nicht das Größte, aber in dem Fall problemlos auch für nahe Distanzen einsetzbar. Ein noch größeres Sehfeld wäre jedoch wünschenswert. Die Klickvertsellung der Türme ist sehr gut hör- und fühlbar. Ebenso bieten die großen Türme genügend Halt, um diese leicht einzustellen und man kann, dank der flachen Bauweise, besser über diese hinüber schauen. Die Mechanik arbeitete beanstandungslos und präzise auf dem Schießstand. Das Zielfernrohr macht einen sehr wertigen Eindruck, welcher von einem Gewicht von 618 g unterstrichen wird. Die Länge des Zielfernrohres beträgt 25,6 mm. Der Leuchtpunkt ist über den linken Seitenturm verstellbar, welcher zum Drehen einmal herausgezogen werden muss. Drückt man diesen anschließend wieder hinein, ist der Turm gesperrt und kann sich nicht unbeabsichtigt verstellen. Die Intensität des gut sichtbaren Leuchtpunktes kann in elf Stufen eingestellt werden. Das Absehen hat verschiedene Windmarken und einen Holdover-Point, welche beim Schießen jedoch nicht stören. Montiert wird das Glas über eine 30 mm Ringmontage. Das Bild besticht durch hervorragende Randschärfe und eine sehr kontrastreiche Farbwiedergabe. Mit einer UVP von 1699 € ist dieses Glas ein echter Geheimtipp für alle, die noch auf der Suche nach einem guten und robusten Drückjagdglas sind.

Swarovski Z8i 1-8x24

Das Z8i von Swarovski zählt nicht allein aufgrund des Namens zu den Spitzengläsern. Für eine UVP von 2520 € bekommt der Anwender ein Glas mit einem 8-fach Zoom und einem extrem großen Sehfeld von 42,5 bis 5,3 Meter. Das Bild ist sehr klar und farbenfroh mit einer exzellenten Randschärfe auch bei 8-facher Vergrößerung. Das Absehen ist sehr fein und mit einem stufenlos dimmbaren Leuchtpunkt versehen. Insgesamt stehen für dieses Modell drei verschiedene Absehen zur Verfügung. In unserem Fall war es das Absehen 4A-I. Der Leuchtpunkt wird über einen Schalter am Okular aktiviert und über zwei Tasten auf die gewünschte Helligkeit eingestellt. Eine Ein- und Ausschaltautomatik sorgt dafür, dass die Batterie nicht unbeabsichtigt leer wird. Mit einer Länge von 301 mm ist es das längste Glas aus dem Test. Die Mechanik arbeitet problemlos und ist sehr gut fühl- und hörbar. Montierbar ist das Glas mit einer 30 mm Ringmontage oder einer Swarovski Schiene. Alles in allem ist das Z8i 1,8x24 ein Spitzenglas, welches jede Bedingung an ein modernes und vollwertiges Drückjagdglas für jede Situation erfüllt. Der einzige Nachteil ist der Preis. Qualität und Ausstattung hat bekanntlich jedoch Ihren Preis, welcher absolut gerechtfertigt ist.

Steiner Ranger 4 1-4x24

GPO Spectra 1-8x24i

Zeiss Conquest V6 1.1-6x24

Vortex Razor HD Gen II-E 1-6x24

Swarovski Z8i 1-8x24

Fazit

Alle getesteten Gläser sind drückjagdtauglich und bieten dem Nutzer in ihrem entsprechenden Preissegment eine geeignete Lösung. Auf dem Schießstand hatte keines der getesteten Modelle eine jagdlich relevante Abweichung des Treffpunktes zwischen minimaler und maximaler Vergrößerung, was ein Indiz für eine sehr gute mechanische Leistung ist. Wie immer gilt es, das Kosten-Nutzenverhältnis für einen selbst und den Einsatz des Glases zu berücksichtigen, um sich für die richtige Optik zu entscheiden. Zu berücksichtigen ist, ob es für einen selbst mehr auf weitere Schüsse und die Nutzung als Pirschglas ankommt Oder aber, ob man das Glas lediglich im absoluten Nahfeld bei der Jagd auf engen Schneisen einsetzen möchte. Für alle jagdlichen Ansprüche gibt es bei den getesteten Drückjagdgläsern die passende Lösung.

Patrik Bollrath

32 Jahre alt, aufgewachsen in Schleswig-Holstein. Nach seinem Masterstudium in Göttingen arbeitete er in der Jagdbranche und ist Förster in Schleswig-Holstein. Er ist leidenschaftlicher Reh-und Damwildjäger.

Doch auch Rot- und Sikawild haben es ihm angetan. Er bewirtschaftet unter anderem ein großes Niederwildrevier und ist Experte für Lockjagd. Habitatverbesserung und Wildbiologie gehören ebenso zu seiner Expertise.