Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 3 Min.

Gesund von Jahr zu Jahr: Immer wieder ein Wunder


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 5/2014 vom 25.04.2014

Neun Monate ist das Kleine wohlbehütet im Mutterleib gewachsen. Jetzt wird es langsam zu eng für das Baby, die Wehen kündigen die Geburt an. Eine Mutter erzählt, wie sie das besondere Ereignis erlebt hat.


Artikelbild für den Artikel "Gesund von Jahr zu Jahr: Immer wieder ein Wunder" aus der Ausgabe 5/2014 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: © Angela Jakob Foto

Wie sich eine Geburt anfühlt, wusste Vanessa von Gliszczynski schon, bevor Sohn Tobias Sadewa zur Welt kam. Die 31-Jährige hatte rund vier Jahre zuvor ihre Tochter Katharina Kirana in der indonesischen Hauptstadt Jakarta entbunden. Die junge Ethnologin hatte ein Praktikum an einer Internationalen Schule absolviert, sich dort in ihren heutigen Mann Thomas, einen Indonesier, ...

Weiterlesen
Artikel 0,38€
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Magazin. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 5/2014 von Leserbriefe: Scheeiben Sie uns. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Leserbriefe: Scheeiben Sie uns
Titelbild der Ausgabe 5/2014 von Nachwirkungen: REAKTIONEN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Nachwirkungen: REAKTIONEN
Titelbild der Ausgabe 5/2014 von Neue Produkte: Tops&Flops. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Neue Produkte: Tops&Flops
Titelbild der Ausgabe 5/2014 von TEST Natursteine für den Außenbereich Auf Granit gestoßen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST Natursteine für den Außenbereich Auf Granit gestoßen
Titelbild der Ausgabe 5/2014 von Meldungen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Meldungen
Titelbild der Ausgabe 5/2014 von TEST Hochwertige Speiseöle Abgeschmiert. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST Hochwertige Speiseöle Abgeschmiert
Vorheriger Artikel
Fragen & Antworten
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel TEST Onlineversender: Auskuriert!
aus dieser Ausgabe

... verliebt und daraufhin beschlossen, länger im Land zu bleiben. Die Geburt der Tochter war unkompliziert und Vanessa von Gliszczynski angenehm überrascht, dass das Ereignis weniger schmerzhaft als angenommen war.

Die Austreibungsphase allerdings, kurz bevor das Köpfchen aus dem Geburtskanal rutscht, hat sie nicht in voller Härte mitbekommen. Die Ärzte drängten damals auf eine Periduralanalgesie, kurz PDA genannt. „Ich bin sicher, es hätte auch ohne gut geklappt“, sagt die heutige Kuratorin am Weltkulturen-Museum der Stadt Frankfurt am Main.

Auch die zweite Schwangerschaft, jetzt in Deutschland, verläuft unkompliziert. Doch je näher der Geburtstermin rückt, umso größer wird ihre Angst. „Es heißt ja immer, dass es beim zweiten Mal schneller als beim ersten Mal geht.“ Sieben Wochen vor dem Termin stellt die Hebamme fest, dass der Muttermund bereits leicht geöffnet ist. Sie solle Bettruhe halten, sagt die Geburtshelferin. Der Frauenarzt relativiert: Die Schwangere solle sich schonen und nicht mehr schwimmen gehen. Vanessa von Gliszczynski ist eine leidenschaftliche Schwimmerin. Noch am Tag vor Kiranas Geburt hat sie im Schwimmbad ihre Bahnen gezogen. Dabei verlor sie aber möglicherweise unbemerkt Fruchtwasser. Jedenfalls war kaum noch etwas davon bei der Entbindung vorhanden.

Zehn Tage vor dem Geburtstermin zeigt sich im Ultraschall, dass das Babyköpfchen bereits tief im Becken sitzt. Wenige Tage später setzen nachts starke Wehen ein. Doch nach vier bis fünf Stunden ist es wieder vorbei. Das wiederholt sich in der nächsten Nacht. Obendrein ist es Vanessa übel. Das war damals, kurz bevor ihre Tochter zur Welt kam, ganz ähnlich.

Die Wehen kommen – und verschwinden wieder

Nach telefonischer Beratung mit Vanessas Tante, die als Hebamme in Bonn arbeitet, fahren die werdenden Eltern vorsichtshalber ins Krankenhaus. Die Hochschwangere fürchtet, dass sie wie beim letzten Mal unbemerkt Fruchtwasser verloren hat. Die Ahnung bestätigt sich. Wie bei Kirana ist kaum noch Fruchtwasser in der Plazenta. Die Ärzte sind mit den Herztönen des Kindes nicht zufrieden und im Ultraschall sieht es so aus, als sei das Baby sehr dünn. Das Wort Plazentainsuffizienz fällt. Es bedeutet, dass das Baby nicht optimal mit Nährstoffen versorgt wird. Doch bei den Folgeuntersuchungen schlägt das kleine Herz wieder stark und regelmäßig; die Ärzte wollen noch eine Nacht abwarten. Sollten sich keine konstanten Wehen einstellen, würde die Geburt am nächsten Tag eingeleitet.

Endlich ist es da , Neundas Baby! Monate haben Mutter und Vater diesen Augenblick herbeigesehnt. Jetzt können sie das Neugeborene in die Arme nehmen.


Foto: Kati Molin/iStockphoto

Erneut setzen nachts Wehen ein, die gegen Morgen wieder nachlassen. Eine Schwester streicht ihr ein Gel mit einer hormonartigen, wehenfördernden Substanz auf den Muttermund. „Unmittelbar danach ging es bei mir richtig heftig los“, sagt Vanessa von Gliszczynski. Die kontrollierte Atmung, die sie im Geburtsvorbereitungskurs gelernt hat und der Beistand ihres Mannes helfen, die Schmerzen auszuhalten. Das Schmerzmittel, das über einen Tropf in ihre Vene läuft, soll ihren Unterleib entspannen.

Die Gebärende liegt auf dem Rücken auf einem breiten Bett im Kreißsaal. In dieser Position hat sie auch ihr erstes Kind bekommen. Der indonesische Arzt hatte sie damals aufgefordert, einen Fuß gegen seinen Brustkorb zu stemmen. In jeder Wehenwelle drückte sie fest dagegen. „Das hat mir sehr gutgetan, und ich fand es schade, dass es hier in der Klinik nicht so gemacht wurde“, sagt sie.

Knappe sechs Stunden später erscheint endlich das Köpfchen und kurz darauf gleitet das Baby durch den Geburtskanal. Doch der Kleine gibt keinen Laut von sich. Vanessa registriert die Stille und ist verunsichert. Ihr Mann beobachtet, wie Arzt und Hebamme einen Blick wechseln und bekommt Angst. Doch wenige Sekunden später kommt endlich das erlösende Babygeschrei. Die Erklärung: Tobias hatte die Nabelschnur um den Hals gewickelt. „Vermutlich ging es deshalb mit den Wehen auch nicht so recht voran“, sagt Vanessa. Möglicherweise hat die Nabelschnur den Kleinen beim Vorwärtskommen behindert, meint sie. Die ersten Minuten ist Tobias noch ziemlich blau angelaufen. Aber als die Hebamme ihr den Kleinen wenig später auf den Bauch legt, sieht er genauso rosig und frisch wie damals seine Schwester aus.