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Gesunder Schlaf für Allergiker: Das Allergikerbett


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2013 vom 28.03.2013
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Foto: BEDandBASICs

Bettdecken

Für Tierhaarallergiker eignen sich neben synthetischen Decken auch Federund Daunendecken. Im Sommer sind leichte Baumwolldecken ideal. Auch Seidendecken kommen infrage. Hausstaubmilbenallergiker können ebenfalls unter Feder- und Daunendecken schlafen, denn die Milben dringen nicht durch das dichte Gewebe des Inletts durch. Wer sicher sein will, achtet auf das NOMITE-Zeichen. Es signalisiert, dass das Produkt für Hausstauballergiker geeignet ist. Viele Allergologen empfehlen Decken und Kopfkissen aus Synthetik, die bei 60 Grad gewaschen werden können. Diese Temperaturen überleben die Milben nicht. Auch Bettdecken aus der Zellulosefaser Tencel dürfen bei 60 °C gewaschen werden.

Matratzen

Einige Hersteller bieten spezielle Allergikermatratzen an und versprechen ein gesundes Schlafklima. Diese Matratzen sollen aufgrund ihrer Struktur besonders atmungsaktiv sein, dadurch den Feuchtigkeitsaustausch in der Matratze fördern und ein trockenes Schlafklima schaffen. Wichtiger ist aber, dass Bettgestelle unten offen sind, denn nur dann kann die Feuchtigkeit, die der Schläfer an die Matratze abgibt – und das ist eine Menge – auch abgeleitet werden. Häufiges Wenden und Lüften der Matratze unterstützt den Trocknungsprozess und macht dadurch Milben das Leben schwer. Allergikermatratzen haben fast immer einen abnehmbaren und waschbaren Bezug, die gleiche Ausstattung gibt es aber auch für normale Matratzen, und sie ist für Allergiker absolut sinnvoll. Manchmal sind die Bezüge antibakteriell behandelt und sollen dadurch Milben in Schach halten. Doch die dabei eingesetzten Mittel sind umstritten – besser lässt man die Finger davon, sonst holt man sich unter Umständen noch neue Probleme ins Haus.

Encasings

Eine wirksame Methode, die hohe Belastung durch Hausstaub-Allergene im Schlafbereich zu senken, sind milbendichte Bezüge für Matratzen, Kissen und Bettdecke. Die sogenannten „Encasings“ halten die Allergene in der Matratze fest, sodass sie sich nicht im Raum verteilen können. Schöner Nebeneffekt: Wo nichts rauskommt, kommt auch nichts rein, die Nahrungszufuhr für die Milben wird also gestoppt. Qualitativ gute Encasings umschließen die Matratze vollständig, sind reißfest und undurchlässig für Milben und deren Allergene. Sie sollten mit einem dicht schließenden Reißverschluss ausgestattet sein. Sind Kinder betroffen, müssen auch die Matratzen des Elternbettes mit Encasings eingehüllt werden. Bei Ehepartnern sollten beide Matratzen einen allergendichten Bezug haben. Auch Encasings sollten regelmäßig bei 60 Grad gewaschen werden.

Encasingbezüge sind in Apotheken, Sanitätshäusern oder im Direktversand erhältlich. Mindestens 80 Euro muss man für ein Set rechnen. Wenn mehrere Schlafplätze damit auszurüsten sind, kommen schnell einige Hundert Euro zusammen. Doch die Krankenkasse hilft nicht immer. Jens Wegner, Pressereferent beim Berliner Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV), will sich jedenfalls nicht festlegen. Das hänge bei einer Privatversicherung stark vom individuellen Tarif und dem jeweiligen Leistungskatalog ab: „Wenn es sich um einen geschlossenen Katalog handelt, kommt es darauf an, ob die Hilfsmittel darin aufgeführt sind. Ist der Katalog offen, wird im Einzelfall entschieden.“

Auch gesetzlich Versicherte haben keinen Rechtsanspruch auf Kostenübernahme. Das entschied im März 2012 der 3. Senat des Bundessozialgerichts. Ein Versicherter aus Sachsen-Anhalt hatte gegen seine Kasse geklagt, die die Kosten nicht übernehmen wollte. Die Kasse argumentierte, es handele sich bei den Überzügen um Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens, außerdem seien sie nicht ins Hilfsmittelverzeichnis aufgenommen – das heißt: sie müssen nicht bezuschusst werden. Die Richter des Landessozialgerichts Sachsen-Anhalt (LSG) urteilten zugunsten des Versicherten: Die Encasings seien nicht als Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens anzusehen. Das Bundessozialgericht hat den Rechtsstreit zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das LSG zurückverwiesen.

Dennoch: „Das Hilfsmittelverzeichnis ist keine abschließende Liste im Sinne einer Positivliste“, sagt Claudia Widmaier vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen in Berlin. „Insofern ist es durchaus möglich, dass Kassen nach Überprüfung der Notwendigkeit im Einzelfall die Kosten solcher Hilfsmittel übernehmen oder sich an den Kosten beteiligen.“ Versicherte sollten sich dazu direkt an ihre Kasse wenden.

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