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GESUNDES LEBEN: Gesundes Licht für mehr Wohlbefinden


natürlich gesund und munter - epaper ⋅ Ausgabe 6/2018 vom 25.10.2018

Ein helles Zuhause, die Beleuchtung gemütlich und funktional zugleich – wer wünscht sich das nicht? Gerade im Herbst und Winter können Sie einiges dafür tun, dass auch das künstliche Licht Ihrem Wohlbefinden dient.


Artikelbild für den Artikel "GESUNDES LEBEN: Gesundes Licht für mehr Wohlbefinden" aus der Ausgabe 6/2018 von natürlich gesund und munter. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: natürlich gesund und munter, Ausgabe 6/2018

Sind Sie auch schon mal irgendwo zu Gast gewesen, und obwohl alles zu passen schien, fühlten Sie sich unbehaglich? Das könnte am Licht gelegen haben. Sein Einfluss ist subtil und zugleich ungeheuer stark, denn es wirkt über die Zirbeldrüse auf Ihre biologische Uhr: Wenn seine Eigenschaften nicht zu Ihrem persönlichen Rhythmus passen, fühlt sich das etwa so an, als würden Sie „gegen den Strich ...

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Sind Sie auch schon mal irgendwo zu Gast gewesen, und obwohl alles zu passen schien, fühlten Sie sich unbehaglich? Das könnte am Licht gelegen haben. Sein Einfluss ist subtil und zugleich ungeheuer stark, denn es wirkt über die Zirbeldrüse auf Ihre biologische Uhr: Wenn seine Eigenschaften nicht zu Ihrem persönlichen Rhythmus passen, fühlt sich das etwa so an, als würden Sie „gegen den Strich gebürstet“. Umgekehrt fördert gutes Licht Ihre Gesunderhaltung. Es kann munter machen und aktivierend wirken, es kann Entspannung und Behaglichkeit befördern, kurz: die richtige Beleuchtung ist ganz wichtig für Ihr Wohlbefinden – gerade in der dunklen Jahreszeit.
Wenn es um gesunde Lichtverhältnisse geht, dreht sich alles um die Sonne. „Der Mensch braucht vor allem Tageslicht“, sagt Johannes Schmidt vom Institut für Baubiologie und Nachhaltigkeit (IBN) in Rosenheim. Ein gutes Lichtkonzept beginnt daher immer damit, möglichst viel natürliches Tageslicht in Wohn- und Arbeitsräume zu lassen. Vielleicht müssen Sie also einige allzu sehr wuchernde Pflanzen oder dichte Gardinen entfernen und Möbel umrücken.
Wenn wegen der Tageszeit oder aufgrund anderer Bedingungen nicht genug Tageslicht vorhanden ist, können Sie mit verschiedenen Lampen die Lichtstimmungen der Sonne nachahmen: Sorgen Sie für eine Allgemeinbeleuchtung, die der Mittagssonne möglichst ähnlich ist. Deren Licht enthält alle Farben des sichtbaren Spektrums in harmonischer Verteilung, insbesondere auch den munter machenden Blauanteil (mehr dazu auf Seite 49). Johannes Schmidt empfiehlt „breit und diffus strahlende Deckenleuchten, eingelassene Spots oder Deckenfluter“, um den ganzen Raum hell, aber nicht grell auszuleuchten. Vor allem bei größeren Räumen können Sie auch eine oder mehrere gestaltete Flächen – zum Bespiel in Form einer Wolke – etwas abhängen, die Leuchten auf der Oberseite anbringen und die Decke anstrahlen lassen. Lassen Sie im Spätherbst und Winter diese Leuchten ruhig bis zum Nachmittag eingeschaltet – das hält Ihren Biorhythmus auch an trüben Tagen in Schwung.
Gegen Abend brauchen Sie ein anderes Licht, um sich wohlzufühlen: eines, das an die sinkende Sonne erinnert, mit höherem Rot- und geringerem Blauanteil. Sie erreichen diese Wirkung mit Lampen, die vor allem die Wände anstrahlen und nach vorn so abgeschirmt sind, dass sie nicht blenden. Platzieren Sie mehrere dieser Lampen im Raum, können Sie die Helligkeit je nach Lust und Laune verändern. Zusätzliche Arbeitsleuchten, etwa am Schreibtisch oder in der Leseecke, machen das Lichtkonzept komplett.
Sonnige Stimmungen können sich in Räumen allerdings nur dann entfalten, wenn auch die Wandfarben dazu passen. „Viele Menschen streichen Wände weiß, wenn sie neutral sein sollen, aber tatsächlich erzeugen sie damit immer auch viele Schattierungen von Grau“, sagt der Baubiologe Schmidt. „Viel wohltuender ist die Palette von warmem Gelb bis zu zartem Orange.“ Wenn Sie es weniger bunt mögen, können Sie auch unter den erdigen Tönen wählen.

Der Schreibplatz braucht eine eigene Lampe mit guter Leuchtkraft.

Warum die einen flimmern, die anderen nicht

Das Lichtkonzept steht und fällt jedoch mit den Leuchtmitteln in den Lampen. Seitdem das Gesetz die alte Glühlampe verbietet, ist die Auswahl deutlich schwieriger geworden. Immerhin, die ungeliebten Energiesparlampen lässt der Markt vermutlich bald hinter sich – zum Glück, wie der Baubiologe Schmidt findet: „Die sind eine einzige Katastrophe! Enthalten Quecksilber, brauchen ewig, um die volle Helligkeit zu erreichen, erzeugen trotzdem funzeliges Licht mit schlechtem Spektrum, und obendrein flimmern sie.“ Leider gelten die zwei letzten Punkte derzeit auch für die meisten der immer mehr genutzten LED-Lampen. Die Ursache für das Flimmern liegt in der Wechselspannung des Hausstroms. (Das heißt: mit Gleichstrom oder Batterie betriebene Lampen flimmern nicht.) Das wirkt sich bei den früher üblichen „Birnen“ nicht aus: Sie sind sogenannte Temperaturstrahler – das heißt, sie erzeugen ihr Licht durch einen erhitzten Wolframdraht, und der glüht über den Spannungswechsel hinweg einfach weiter. LEDs müssen dagegen technisch aufwendig davon abgehalten werden, jede Spannungsänderung mitzumachen. Das Flimmern wird nämlich nicht bewusst erfasst, wirkt aber trotzdem auf das Nervensystem. Untersuchungen unter anderem der Ruhr-Universität Bochum ergaben, dass schnell flackerndes Licht Unruhe und Kopfschmerzen auslösen kann. Das Problem: Selbst wenn die Packung ein LED-Leuchtmittel als flimmerfrei auslobt, können Sie sich nicht unbedingt darauf verlassen. Gesetzliche Richtlinien gibt es bisher nicht. Bereits gekaufte LEDs können Sie selbst überprüfen, indem Sie eine Handykamera darauf richten. Schmidt: „Falls sie (zumindest stark) flimmern, wird das auf diese Weise sichtbar.“

Entscheidend: die Temperatur des Lichtspektrums

Auch das Farbspektrum einer Lichtquelle hat Auswirkungen auf das Wohlbefinden. Hintergrund: Weiß erscheinendes Licht ist in Wirklichkeit eine Mischung verschiedenster Farben – was Sie etwa im Regenbogen erkennen können. Während nun Temperaturstrahler ein Licht mit gleichmäßiger Verteilung des Farbspektrums aussenden, weist die Farbmischung anderer Lichtquellen bei professioneller Analyse häufig einzelne Spitzen mit weiten Lücken dazwischen auf. Das kann die Farbwiedergabe beeinträchtigen, weil sie sich nur oberflächlich betrachtet für das Auge zu Weiß mischen, tatsächlich aber bestimmte Schattierungen fehlen. Ein Baum erscheint ja nur deshalb grün, weil die Blätter ausschließlich diese Farbe reflektieren und alle anderen „schlucken“. Das setzt allerdings voraus, dass just diese bestimmte Farbe im Licht enthalten ist.
Als Maß für die Farbtreue dient der allgemeine Index Ra. Er sollte über 90 liegen, damit Licht als angenehm empfunden wird. Wenn LEDs entsprechende Werte erreichen, sagt das noch nicht viel: Solche Angaben beziehen sich meist nur auf die acht gedeckten Testfarben. Während Glühlampen über die ganze, auch kräftige Farben enthaltene Testpalette stets Ra 97 schaffen, kann die Frage der Farbtreue für LEDs nur mit Hilfe eines Prüfgeräts beantwortet werden.

Tipps für den Lampenkauf

› Herkömmliche Glühlampen sind praktisch flimmerfrei und haben ein dem Sonnenlicht sehr ähnliches Farbspektrum. Nur noch als Restbestände im Internet erhältlich, z. B. über www.gluehbirne.de.

› Hochvolt-Halogenlampen verbrauchen rund 20 Prozent weniger Energie als Glühlampen. Auch sie flimmern praktisch nicht und haben ein sonnenlichtähnliches Farbspektrum. Doch auch sie sind seit diesem Herbst per Gesetz zum Auslaufmodell gemacht worden.

› Niedervolt-Lampen werden mit 12-Volt-Gleichstrom betrieben und flimmern nicht. Allerdings kann der dafür notwendige Trafo ein starkes elektromagnetisches Feld erzeugen. Das gilt insbesondere für Seilsysteme.

› Lichtemittierende Dioden (LED) verbrauchen am wenigsten Strom, flimmern aber häufig. Ihr hoher Blauanteil wird bei „warmweißen“ Produkten nur maskiert. Das IBN empfiehlt bei LEDs die „Pure Z“ als wirklich flimmerfrei und im Farbspektrum ausgewogen.

Es werde …gutes Licht Einfache Tipps für behagliche Beleuchtung

Helligkeit

Ahmen Sie das Licht der Sonne nach: tagsüber hell, abends eher gedämpft.

Raumausleuchtung

Indirektes Licht ist besser als blendend grelles: Richten Sie die Lichtquelle an Decke oder Wände.

Arbeitsleuchte

Mehrere Lampen im Raum – so passen Sie das Licht der Stimmung an. Wichtig: eigene Arbeitsleuchten.

Leuchtmittel

Es sollte energieeffizient sein, nicht flimmern, kein elektromagnetisches Feld aufbauen.

Wandfarbe

Warmes Gelb, zartes Orange und erdige Töne sind besser als reines Weiß, das graue Schatten wirft.

Farbspektrum

Sonnenlicht ist bunt und sein Farbspektrum gleichmäßig verteilt. Kunstlicht sollte dem entsprechen.

Eine besondere Rolle für Ihr Wohlbefinden spielt die sogenannte Temperatur des Farbspektrums, die bei den altbekannten Glühbirnen zwischen 2500 und 3000 Kelvin liegt, was als gemütlich empfunden wird. Sobald das Licht einen hohen Blauanteil enthält, wirkt es kühl – wie bei vielen LED-Weihnachtslichterketten, die eher eisig als heimelig erscheinen. LEDs sind grundsätzlich blaulastig, deshalb waren sie als Innenraumbeleuchtung auch lange unbeliebt. Heute werden sie in „warmweißen“ Varianten angeboten – aber: „Leider ist das Blaulicht bei vielen Produkten nicht wirklich ausgeglichen, sondern nur maskiert“, sagt der Baubiologe Schmidt. Das heißt, das Licht wirkt gemütlicher, hat aber trotzdem die für Blaulicht typischen Effekte: Es gaukelt dem Körper vor, es wäre mitten am Tag und unterdrückt die Ausschüttung des „Schlafhormons“ Melatonin. Wenn Sie also in den Abendstunden zu viel blaues Licht abbekommen, können Sie es schwerer haben, zur Ruhe zu kommen und nachts tief zu schlafen. Das gilt zumal, wenn Sie viel auf Bildschirme schauen, denn auch die werden mit LEDs beleuchtet. Aktuelle Forschungen, etwa der Ruhr-Universität Bochum, bringen dieses Übermaß an Blaulicht sogar mit der Entstehung verschiedener Krebsarten in Verbindung. Einer US-Studie zufolge verändert zu viel blaues Licht die zum Sehpigment gehörende Substanz Retinal so, dass sie giftig werden und eine Makuladegeneration auslösen kann, bei der die Sehzellen absterben.

Die gute alte Glühbirne hat bestimmte Vorteile

Gute Gründe also, auf möglichst hochwertige Leuchten zu setzen. Oder Sie halten es wie Johannes Schmidt und bleiben vorerst bei der guten alten Glühbirne, die Sie im Internet immer noch kaufen können. Dass diese einen Großteil ihrer Energie als Hitze abgibt, muss seiner Ansicht nach zumindest in Innenräumen kein Nachteil sein. Schließlich sind Lampen am häufigsten und längsten während der Heizperiode eingeschaltet und tragen dann zur Erwärmung des Raumes bei. Schmidt: „Das von Glühbirnen erzeugte Licht ähnelt noch am ehesten dem echten Sonnenlicht. Aber das natürliche Tageslicht lässt sich damit nicht ersetzen.“


Fotos: level17/iStock.com; Andreas von Einsiedel-Alamy/mauritius images

Fotos: elenaleonova, Mochipet/beide iStock.com