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Gesundheit aus dem Bienenstock


LandApotheke - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 11.03.2020

Fleißiges Bienchen - diesen Namen hat Apis mellifera wohl verdient, denn neben der für uns so wichtigen Bestäubungsarbeit erzeugt sie Honig, Wachs und Gelée Royale, das sich der Mensch zunutze macht.


Artikelbild für den Artikel "Gesundheit aus dem Bienenstock" aus der Ausgabe 2/2020 von LandApotheke. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Alles Gute von der Biene: Ihre heilsamen Produkte dienen der äußeren und inneren Anwendung


FOTOS: BIRGID ALLIG. STYLING: ANDREA WIMMER. PRODUKTION UND TEXT: ALEXANDRA AHRENS

Bio-Imkerin Anni Misthilger kontrolliert eine Brutwabe aus einem ihrer 15 Völker. Dazu trägt sie die typische Schutzkleidung aus Anzug, Handschuhen und Imkerhelm


Ziemlich alte Freunde - so könnte man die Beziehung zwischen Mensch und ...

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... Bienen beschreiben, denn schon seit Jahrtausenden schätzt der Mensch das kleine Insekt über alle Kulturen hinweg wegen seines sprichwörtlichen Fleißes und seines köstlichen Honigs. Die älteste Darstellung der Honigernte stammt aus dem Jahr 2400 v. Chr., doch man geht davon aus, dass schon 10 000 Jahre davor Honig aus den Nestern der Bienen entnommen wurde. Damals wie heute ist es die Honigbiene, Apis mellifera, eine von 20 000 Bienenarten, die sich die Menschen zunutze machen.

NUTZEN FÜR MENSCH UND TIER

Wurden im Mittelalter Honig und Wachs noch von Waldimkern, Zeidler genannt, aus den Baumhöhlen der Honigbienen entnommen, bot man ihnen später Klotzbeutel und Körbe in der Nähe der Behausungen an. So wurde die Wald- zur Hausbiene. Dadurch wurde nicht nur die Imkerei erleichtert, auch die Bienen profitierten, da die Bienenstöcke Schutz vor natürlichen Feinden und dem Wetter boten und optimal auf ihre Bedürfnisse abgestimmt waren. Heute werden in der Regel sogenannte Magazinbeuten verwendet, das sind - oft bunte - Holzkisten, bei denen die Waben einzeln entnommen werden können. So kann der Honig schonend geerntet werden, ohne die natürlichen Abläufe des Bienenvolks zu stören.

Auch Anni Misthilger und ihre Tochter Barbara nutzen diese Art der Behausung für ihre 15 Bienenvölker. Schon seit ihrer Kindheit war Anni Misthilger fasziniert von den emsigen Sammlerinnen, die sie bei ihrem Nachbarn bewunderte. Als sie von diesem dann ihr erstes Volk geschenkt bekam, war ihre Leidenschaft fürs Imkern entfacht. Als sie später mit ihrer eigenen Familie von der Stadt aufs Land zog, auf einen idyllisch gelegenen Hof im bayerischen Oberbergkirchen, hatte sie genug Platz, um ihr Hobby wieder aufzunehmen. Heute betreibt sie zusammen mit ihrer Tochter neben einer Schäferei auch eine Bio-Imkerei. „Woher kommt diese Leidenschaft für Bienen?“, fragen wir Anni. „Um ein Glas Honig zu erhalten muss eine Biene rund zweimal um die Welt fliegen“, erklärt die Imkerin. „Diesen unermüdlichen Fleiß finde ich bewundernswert. Der leckere Honig und all die gesunden Produkte sind auch nicht zu verachten“, erklärt sie schmunzelnd. In der Tat mangelt es bei der Imkerei nicht an gesunden Substanzen: Neben dem Honig mit seinen wertvollen Inhaltsstoffen werden traditionell auch Pollen, Propolis, Gelée Royale sowie das Bienenwachs für die innere und äußere Gesundheit verwendet.

WERTVOLLE BIENENPRODUKTE

Wichtigste Nahrungsquelle der Bienen ist der Nektar. Dieser wird zuerst durch die Sammlerinnen, später durch die Stockbienen immer weiter eingedickt und in eine leere Wabenzelle gefüllt, bis er nur noch einen Wassergehalt von unter 20 Prozent hat. Dann wird er mit einem Wachsdeckel luftdicht verschlossen. So erkennt der Imker, dass der Honig reif für die Ernte ist. „Honig wird von jeher als Arznei gegen vielerlei Erkrankungen sowie zur Wundheilung hoch geschätzt“, erklärt Anni Misthilger. Mit seinen sekundären Pflanzenstoffen, den antioxidativ wirkenden Polyphenolen und Flavonoiden stärkt er das Immunsystem. Und auch bei der Pflege leistet Honig gute Dienste, z. B. als Gesichtsmaske, Milch-Honig-Bad oder als Honigmassage, denn der Honig fördert die Durchblutung, entgiftet und sorgt zugleich für Entspannung.

Von 20 000 Bienenarten liefern nur zehn Arten weltweit Honig. In Deutschland wird einzig die Westliche Honigbiene, Apis mellifera, in der Imkerei genutzt. Anders als Wildbienen bilden Honigbienen ganzjährig einen Staat und legen Vorräte für den Winter an


1 Propolis: Das Kittharz der Bienen, mit denen sie die Lücken in den Waben verschließen, enthält mehr als 300 verschiedene Substanzen, die in ihrer Gesamtheit stärkend auf das Immunsystem wirken. 2 Gelée Royale ist ein speziell für die Bienenköniginnen produzierter Nährsaft: Er gilt als Vitalstoff und wird in der Regel pur oder mit Honig vermischt eingenommen. 3 Pollen sind die männliche Samenzellen der Blüten, die von den Bienen für den Transport mit etwas Nektar zu Kugeln zusammengeklebt werden. Sie sind reich an Proteinen, Aminosäuren und anderen wichtigen Nährstoffen. 4 Bienenwachs: Mit ihren Drüsen produzieren die Bienen das Wachs zum Bau der Waben. Es wird als Grundstoff in der Hautpflege eingesetzt. 5 Honig entsteht aus Nektar und Honigtau, er ist ein gesunder Energielieferant

Neben dem Honig, den die Bienen als Winternahrung einlagern, bildet der Pollen die Hauptversorgungsquelle für die Brut. Mithilfe einer Pollenfalle am Flugloch des Bienenstocks fängt der Imker einen Teil davon auf. Denn auch für den Menschen sind die goldenen Kügelchen wahre Energiebomben: Durch das Zusammenwirken von mehr als 50 Vitalstoffen wirken Pollen revitalisierend und regenerierend auf Körper und Geist. Mit ihren Aminosäuren und dem hohen Kalziumanteil beugen sie zudem Osteoporose vor und wirken zellschützend. Pur eingenommen oder als Zugabe zum Müsli sind sie - ebenso wie das immunsystemstärkende und vitalisierende „Bienenköniginnenfutter“ Gelée Royale - eine gesunde Nahrungsergänzung.

Aber auch die Baustoffe der Bienen, Propolis und Wachs, kommen dem Menschen zugute. Mit seinen antibakteriellen und antiviralen Eigenschaften hilft Propolis wie ein natürliches Antibiotikum z. B. bei Herpes, Gürtelrose, Pilzerkrankungen sowie Entzündungen von Haut und Zahnfleisch. Das wohlriechende Bienenwachs unterstützt mit seinem hohen Vitamin-A-Anteil die Zellregeneration der Haut.

Anni Misthilger entnimmt eine Wabe aus dem Bienenstock (re. oben) und zeigt Redakteurin Alexandra die verdeckelten Wabenzellen, die den Honig enthalten. Da die Kärntner Biene, oder Carnica, besonders sanftmütig ist, geht das auch ohne Schutzkleidung


Honig-Hustensaft

bei trockenem Husten

ZUTATEN:
2 Zitronen, 40 g Glycerin,
200 g Waldhonig

ZUBEREITUNG:
1 Zitronen ankochen (ca. 3 bis 4 Minuten) und auspressen.
Saft zum Honig geben.
3 Glycerin dazugeben und alles verrühren, in eine Flasche abfüllen.

ANWENDUNG:
Mehrmals täglich einige Löffel davon genießen. Den Saft im Kühlschrank aufbewahren und rasch verbrauchen.


Beruhigend und schleimlösend , für ei ne natürliche Genesung


Honig pur

zur Verbesserung des Allgemeinzustands

ZUTATEN:
1 TL Honig

ZUBEREITUNG:
1 1 TL zimmerwarmen Honig pur entnehmen oder in einem Glas warmem Wasser auflösen.
2 Honig oder Honigwasser langsam genießen.

ANWENDUNG:
Täglich eingenommen regt Honig die Darmperistaltik an, wirkt Magenübersäuerung entgegen und hilft bei Kreislaufstörungen.

Gesichtsmaske

bei trockener Haut

ZUTATEN:
100 g Quark,
1 EL flüssiger Honig

ZUBEREITUNG:
1 Honig in eine Schüssel geben.
2 Quark unterrühren, bis eine streichfähige Paste entsteht.

ANWENDUNG:
Auf dem gewaschenen Gesicht verteilen und mindestens 10 Minuten einwirken lassen. Mit einem Tuch abnehmen und mit warmem Wasser abwaschen.

Erkältungsbalsam

bei bronchialen Erkältungskrankheiten

ZUTATEN:
50 ml Pflanzenöl (z. B. Olivenöl, Distelöl), 5 g Bienenwachs, 6-8 Tropfen ätherisches Öl (z. B. Pfefferminze oder Thymian)

ZUBEREITUNG:
1 Wachs und Öl im Wasserbad erwärmen, bis sich das Wachs aufgelöst hat.
2 Mit einem Löffel etwas Masse auf einen kalten Teller geben, um die Konsistenz zu testen.
3 Nach Konsistenz-Wunsch noch etwas Wachs oder Öl zugeben.
4 Unter Rühren auf Handwärme abkühlen lassen.
5 Ätherisches Öl einrühren und in ein sauberes Gefäß abfüllen.

ANWENDUNG:
Bei Bedarf Rücken und Brust mit je einer haselnussgroße Menge massieren. Wirkt antimikrobiell und antiviral, schmerzstillend.

Besonders wenn es um die Gesundheit geht, sollte man bei den Bienenerzeugnissen auf gute Qualität achten. Produkte aus Bio- oder Demeter-Erzeugung sind hier die beste Wahl

Gesundheitsmix

bei Abgeschlagenheit

ZUTATEN:
200 g flüssiger Honig, 120 mg Gelée Royale, 180 mg Propolis, 10 g Blütenpollen

ZUBEREITUNG:
1 Propolis, Gelée Royal zum Honig geben.
2 Mit einem sauberen Spatel vermischen.
3 Blütenpollen zugeben und wieder vermischen, mit dem Löffel etwas Masse auf einen kalten Teller geben, um die Konsistenz zu testen.
4 Mindestens 2 Wochen stehen lassen, damit sich die Pollenschalen öffnen.

ANWENDUNG:
Zur Stärkung des Immunsystems täglich einen Teelöffel einnehmen, kühl und dunkel lagern. Gut für Kinder geeignet, da der Honig den leicht bitteren Geschmack des Propolis verdrängt.

Honigmassage

bei Verspannungen

ZUTATEN:
2 EL halbflüssiger Honig

ANWENDUNG:
1 Die zu behandelnde Körperstelle reinigen.
2 Honig auf der Haut verteilen und die Haut mit sanften Bewegungen walken.
3 Anschließend den Körper mit warmem Wasser reinigen. Fördert die Hautdurchblutung und Entschlackung, hilft bei Verletzungen und Prellungen.


Für geschmeidige Haut und ei nen strahlenden Teint


Honig-Creme

bei sensibler Haut

ZUTATEN:
100 ml Pflanzenöl,
5-6 g Bienenwachs, 6 g Honig,
50 Tr. Propolis

ZUBEREITUNG:
1 Öl im Wasserbad auf 60-70 °C erhitzen.
2 5-6 g Bienenwachs hobeln.
3 Wachs ins Öl einrühren.
4 Propolistropfen zugeben.
5 Honig zugeben und in ein sauberes Schraubglas einfüllen.

ANWENDUNG:
Täglich cremen, kühl und dunkel aufbewahren. Bienenwachs wirkt hier als natürliche Fettkomponente und Propolis als Entzündungshemmer. Gut für sensible Hautstellen.

Bienenwachs: Die Bienen schwitzen ihren Baustoff in kleinen Schüppchen aus Drüsen an ihrem Hinterleib heraus und bauen damit ihre Waben. Durch Einschmelzen der Waben gewinnt der Imker das wertvolle Wachs



Wahre S chönheit aus dem Inneren des Bienenstock s


Lippenpflegebalsam

bei trockenen Lippen und Herpes

ZUTATEN:
5 g Bienenwachs, 10 g Kokosfett,
3-5 Tr. Propolis ohne Alkohol

ZUBEREITUNG:
1 Kokosfett im Wasserbad auf ca. 50 °C erhitzen.
2 Bienenwachs zugeben und schmelzen.
3 Propolis eintropfen, umrühren und in ein Glas abfüllen.

ANWENDUNG:
Nach Bedarf die Lippen damit eincremen. Hilft bei trockenen, spröden Lippen und vorbeugend gegen Herpes, kühl und dunkel lagern.

Gelée Royale ist ein Sekretgemisch, mit dem Larven, aus denen Königinnen werden sollen, gefüttert werden. Das Gelée enthält Vitamin E und C und zudem Proteine, zum Teil in Form von Aminosäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann


Anni und Barbara Misthilger sind Imkerinnen mit Leidenschaft - und geben diese auch gern weiter. Wer sich für die Imkerei interessiert, kann bei Barbara ein Jahr „auf Probe“ Imkern lernen oder alternativ auch einen Bienenpatenschaft übernehmen

CARNICA, DIE SANFTMÜTIGE

Die Carnica oder Kärntner Biene ist eine natürlich entstandene Unterart unserer Honigbiene. Wegen ihrer geringen Stechfreudigkeit, ihres Fleißes und ihrer hohen Honigerträge ist sie bei uns die am weitesten verbreitete Rasse bei Hobbyimkern.

KONTAKT

Bio-Imkerei und Schäferei Misthilger Schönberg 3, 84564 Oberbergkirchen

Telefon: 0 86 36-56 18

info@bester-bienenhonig.de

www.bester-bienenhonig.de

Wussten Sie schon…

dass es in Mittel- und Westeuropa zwar 100 Wildbienenarten, aber nur eine Honigbienenart gibt?

dass die Honigbiene bei uns 80 Prozent der auf Fremdbestäubung angewiesenen Pflanzen bestäubt?

dass eine Biene pro Ausflug ca. 1 Kilometer fliegt?

dass fünf Bienen einen Tag sammeln müssen, um eine einzige Honigwabenzelle zu füllen?