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GESUNDHEIT: Der große Organ-TÜV


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 29/2018 vom 13.07.2018

Leber, Nieren, Herz und Lunge arbeiten 24 Stunden am Tag. Und das ein Leben lang. Umleistungsfähig zu bleiben, brauchen sie Pflege – und regelmäßig einen Check-up


Artikelbild für den Artikel "GESUNDHEIT: Der große Organ-TÜV" aus der Ausgabe 29/2018 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 29/2018

FÜR DEN KÖRPER
Er ist das Wertvollste, was wir haben. Darum sollte nicht nur das Auto, sondern auch unser Körper regelmäßig gecheckt werden


CHECKUP


7–10 Jahre beträgt dasDurchschnittsalter sämtlicher Zellen eines Erwachsene


HÖRZU: EXPERTE

ALLGEMEINMEDIZINER
Prof. Dietmar Daichendt

Könnten Sie sich vorstellen, Ihre Zähne nie zu putzen? Und nie zum Zahnarzt zu gehen? Wohl kaum. Wir haben gelernt: Regelmäßige Pflege und Kontrolle schützen ...

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... die Zähne vor Karies und Parodontose! Deshalb kümmern wir uns um sie. Dabei vergessen wir, dass all unsere Organe ebenfalls Unterstützung brauchen, wenn sie lang leistungsfähig bleiben sollen. Viel zu sehr verlassen wir uns auf die körpereigenen Reparaturmechanismen, die ständig Zellen erneuern und Organe instand halten. Unsere Leber ist so nach zwei Jahren komplett überholt, unser gesamtes Skelett nach zehn Jahren. „Fehlen dem Körper aber die dazu notwendigen Nährstoffe oder belasten ihn sogar schlechte Ernährung, Umweltgifte, UV-Strahlung oder Zigarettenrauch, kann er seine Reparaturarbeiten nicht mehr ausreichend durchführen“, sagt Prof. Daichendt aus München (praxisklinik-isar.de). Ähnlich wie beim Auto, das kaputtgeht, wenn man Wartungsarbeiten vernachlässigt, kann es beim Körper dann zur Schwächung oder gar zur Schädigung kommen.

Spüren Sie häufig Unwohlsein im Magen? Schmerzen die Knie? Leiden Sie unter Wassereinlagerungen in den Beinen? HÖRZU hat zusammengestellt, auf welche „Warnsignale“ Sie selbst achten können, wann Sie für einen „Check-up“ zum Spezialisten sollten (siehe Seite 12) und welche „Reparaturmaßnahmen“ wichtig wären.

Sensible Mitte: Magen & Darm

WARNSIGNALE:Völlegefühl, Blähungen, Verstopfung, Sodbrennen
Der Magen-Darm-Trakt regelt die Speiseaufnahme und Verdauung. Immer mehr Menschen leiden jedoch an Problemen. „Üppige fette Mahlzeiten belasten den Verdauungstrakt“, so Prof. Daichendt. Auf zu viel Alkohol, Rauchen und Schmerzmittel reagiert der Magen sauer. Ständiges Sitzen, Stress und zu wenig sportlicher Ausgleich machen den Darm träge. Völlegefühl, Blähungen, Sodbrennen und Verstopfung können Folge unserer Lebensweise sein.
REPARATUR: Geduld beim Kauen – schon das hilft dem Magen, denn er kann die Nahrung dann besser zersetzen. Ratsam sind drei Mahlzeiten am Tag und dazwischen Essenspausen. So kann sich der Verdauungsapparat regenerieren, auch der Insulinspiegel bleibt niedrig. „Vermeiden Sie zu viel Fleisch, da dessen Eiweiß den Magen belastet. Setzen Sie reichlich Gemüse und Vollkornprodukte auf den Speiseplan“, rät der Allgemeinmediziner. Das sorgt auch für eine gesunde Darmflora.

KRAFTSTOFF
Bitterstoffe der Artischocke regen die Leber an, mehr Gallensäure zu bilden


Labor des Körpers: Leber

WARNSIGNALE:Druckschmerzen im Oberbauch, Bauchkrämpfe, Müdigkeit
Das größte Stoffwechselorgan gleicht einem Chemielabor: Die Leber führt dem Blut Nährstoffe zu, stellt Hormone her, baut Giftstoffe ab, bildet Gallenflüssigkeit für die Fettverdauung. Alkohol, falsche Ernährung und Medikamente belasten das Organ. Völlegefühl, Müdigkeit, hoher Cholesterinspiegel und manchmal auch eine juckende Haut sind Folgen einer überlasteten Leber. Immer häufiger kommt es auch zu einer Leberzellverfettung. „Obwohl sie anfänglich kaum Beschwerden bereitet, kann die Fettleber zu schweren gesundheitlichen Schäden wie etwa Leberzirrhose führen“, erklärt Prof. Daichendt.
REPARATUR: Bitterstoffe aus Artischocke, Löwenzahnwurzel oder Minzblättern helfen der Leber bei ihrem 24-Stunden-Job. Auch Extrakte der Mariendistel regen die Regeneration der Leberzellen an. Ein feuchtwarmer Leberwickel sorgt dafür, dass das Organ stärker durchblutet wird, und unterstützt die Entgiftungsfunktion.

STARTHILFE
Laufbänder sind eine gute Möglichkeit, auch bei schlechtem Wetter Ausdauertraining zu betreiben


10,6 Mio. Deutsche sind Mitglied in einemFitnessstudio


Sauerstoffspender: Lunge

WARNSIGNALE:Husten, Kurzatmigkeit, Leistungsschwäche
Sauerstoff ist unser Lebenselixier, jede Zelle braucht ihn. „Vor allem Rauchen, aber auch Allergien und Luftverschmutzung belasten unser Atmungsorgan“, sagt Prof. Daichendt. „Die Folge: Unsere Einund Ausatemwege, die Bronchien, sind in ihrer Funktion vermindert.“ Eine weitere Einschränkung der Lungenfunktion ist die Reduktion des Lungengesamtvolumens.

„Hiervon sind vor allem übergewichtige Personen betroffen, da der dicke Bauch im Bauchraum das Zwerchfell nach oben drückt, und dann die Lunge im Brustraum weniger Platz hat“, so der Arzt.
REPARATUR: Tägliches Bewegen wie etwa Joggen und Fahrradfahren trainiert das Lungenvolumen. „Aber auch Zwerchfelltraining hilft. Das Beste ist herzhaftes Lachen“, empfiehlt der Experte. Dampfbäder und scharfe Speisen wie etwa Chili tun der Lunge ebenfalls gut. Raucher sollten natürlich nicht mehr zur Zigarette greifen.

Leistungsstarke Filter: Nieren

WARNSIGNALE:Wassereinlagerungen, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche
Die Nieren reinigen unser Blut und befreien es von Giftstoffen. Doch im Lauf des Lebens lässt die Funktion des Doppelorgans nach. Das Risiko für eine eingeschränkte Nierenfunktion steigt. Die Auswirkungen sind vielfältig: Wassereinlagerungen in den Beinen, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche können Anzeichen sein. Dabei kann ein einfacher Urintest Hinweise auf Störungen geben.
REPARATUR: Täglich so viel trinken, dass der Urin klar und hell bleibt. Ideal ist Wasser. Bei Kälte: die Nieren warm einpacken. Kühlen sie aus, sind sie nicht gut durchblutet, das schwächt die Harnproduktion, Bakterien können sich einnisten.

TANKSTELLE
Zitronenwasser fördert im Körper die Ausscheidung gefährlicher Giftstoffe


Unermüdliche Pumpe: Herz

WARNSIGNALE:Bluthochdruck, Müdigkeit, Wassereinlagerungen
Bewegungsmangel, Übergewicht, Rauchen, unausgewogene Ernährung und Dauerstress belasten unser Herz und unsere Blutgefäße. Auch ein Mangel an den Vitaminen B6, B12 und Folsäure kann schaden. „Denn die Nährstoffe sind maßgeblich am Abbau von Homocystein beteiligt – ein Stoffwechselendprodukt, das bei erhöhten Werten die Zellwand angreift und zu Arterienverkalkung führt“, so der Allgemeinmediziner. „Lassen Sie Ihren Homocystein-Wert im Blut testen.“
REPARATUR: Regelmäßige Ausdauersportarten, ausreichend Schlaf und Entspannung halten unser Herz fit. Die Einnahme des Weißdorn-Spezialextrakts WS 1442 kann zudem die Pumpkraft steigern. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst sowie zweimal die Woche Fisch liefert wertvolle Antioxidantien, Omega- 3-Fettsäuren und die Aminosäure Arginin, die unsere Blutgefäße schützen.

Stützendes Gerüst: Knochen & Gelenke

WARNSIGNALE:geschwollene Gelenke, Gelenkschmerzen, Osteoporose
Instabile Knochen, die Brüche begünstigen: Das ist längst keine Alterserscheinung mehr. Als Ursache gelten Bewegungsmangel, Fast Food und Rauchen. Problem: Man merkt Knochenschwund zuerst nicht. Dagegen macht sich der Abbau an Knorpelmasse früher durch Schmerz bemerkbar. Anlaufschmerz nach langem Liegen und Sitzen oder geschwollene, warme Knie nach dem Sport können erste Anzeichen für eine beginnende Arthrose sein.
REPARATUR: Knochen brauchen Kalzium. „Seinen Bedarf von etwa 1200 mg Kalzium pro Tag sollte man jedoch nicht ausschließlich über Milchprodukte decken, denn ein Zuviel des enthaltenen Caseins schädigt auch die Knochen“, erklärt Prof. Daichendt. Gut zu wissen: Mandeln, Rucola und Mineralwasser enthalten ebenfalls Kalzium. Um die Gelenke beweglich zu halten und vor Arthrose zu schützen, ist regelmäßige Bewegung wichtig. Studien zeigen, dass Sportarten, bei denen Druck- und Zugbelastungen auf den Knochen ausgeübt werden, eine höhere Knochendichte bringen, etwa Aerobic.

POLITUR
Gegen trockene Haut helfen feuchtigkeitsspendende Cremes


Guter Durchblick: Augen

WARNSIGNALE:Verschlechterung der Sehfähigkeit und Linseneintrübung
Es trifft ausnahmslos jeden: Etwa ab dem 45. Lebensjahr verlieren wir die Fähigkeit zur Nahsicht. Grund: Die Linse des Auges verliert mit den Jahren an Elastizität. Des Weiteren sind typische Erkrankungen im Alter der Graue Star, eine Eintrübung der Linse, sowie die Makuladegeneration, die zum Verlust der Sehkraft führen kann.
REPARATUR: Einseitige Anstrengung der Augenmuskulatur, etwa am Computer, kann man durch Augenübungen ausgleichen. Zu den wichtigsten Nährstoffen fürs Auge zählen die sogenannten Carotinoide, die etwa in Grünkohl, Brokkoli, Karotten und Orangen stecken. „Die ausreichende Zufuhr an Lutein kann einem grauen Star vorbeugen“, rät der Arzt. Ebenfalls wichtig: Sonnenbrille mit UV-Schutz.

Sanfte Abgrenzung: Haut

WARNSIGNALE:Trockenheit, fehlende Spannkraft, Falten
Etwa ab dem 30. Lebensjahr produziert die Haut jährlich ein Prozent weniger Kollagen und Elastin. Falten, schlaffe und trockene Haut sind die unübersehbaren Folgen.
REPARATUR: „Wichtig für die Hautfestigung und Kollagenbildung ist Vitamin D, das unsere Haut durch Sonnenbestrahlung selbst bildet“, so der Experte. Daneben spielen auch Steroidhormone wie etwa Östrogen fürs Hautbild eine Rolle. Untersuchungen zeigen: Krafttraining fördert die Hormonbildung.

Zur Vorsorge: Check-up beim Arzt

Risiken früh erkennen! Zum Schutz der Organe bieten Mediziner regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen an: Wann welche wichtig ist, was die Kassen übernehmen

FOTOS: S. 8-9: MAGIC MINE/SHUTTERSTOCK (GR.), DIMITRIS66/ALONZODESIGN/GETTY IMAGES (2), STEFAN NIMMESGERN; S. 10: HATLING/GETTY IMAGES (2); S. 12-13: FRANCOIS/STRZECHOWSKI/GETTY IMAGES (3)

NEU IN DER: APOTHEKE

■ Wissenswertes über Homöopathie

Immer mehr Menschen vertrauen der Homöopathie. Auch bei chronischen Leiden kann sie viel erreichen, da die Selbstheilungskräfte der Patienten aktiviert werden. Aktuelles Expertenwissen rund ums Thema Homöopathie bietet das Gesundheitsportallifeline.de/homoeopathie Dort kann jeder Interessierte auch nach qualifizierten Homöopathen in seiner Nähe suchen.

■ Niedriger Blutzucker

Ein hoher Gehalt an Zucker im Blut gilt als Auslöser für verschiedene Krankheiten, insbesondere für den gefürchteten Diabetes. Neben einer ausgewogenen Ernährung kann ein Maulbeerblattextrakt kombiniert mit Chrom (z. B. „Zucar“, rezeptfrei, Apotheke) dabei helfen, den Blutzuckerspiegel im Körper niedrig zu halten.

■ Darmflora in Balance

Einseitige Ernährung, Stress oder Medikamente setzen auch unseren Darmbakterien zu. Mögliche Folge: Verstopfung. Zur Unterstützung der Darmflora und der Verdauung hat sich die Einnahme von Milchsäure bildenden Bakterien bewährt (z. B. „SymbioLact Comp.“, rezeptfrei, Apotheke). Empfehlenswert ist die Anwendung über mehrere Monate.

Bakterien fördern im Darm eine gute Verdauung