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Gesundheit: Ein Korn von zweifelhafter Ähre: Macht uns Weizen krank?


Funk Uhr - epaper ⋅ Ausgabe 21/2019 vom 17.05.2019
Artikelbild für den Artikel "Gesundheit: Ein Korn von zweifelhafter Ähre: Macht uns Weizen krank?" aus der Ausgabe 21/2019 von Funk Uhr. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Funk Uhr, Ausgabe 21/2019

VOREILIGER VERZICHT
Inzwischen meidet jeder fünfte Deutsche Weizen aus Angst vor Krankheiten


Weizen ist ungesund, davon sind viele Konsumenten überzeugt. Er soll dick machen und Krankheiten auslösen – was uns auch verschiedene Ratgeber-Bücher glauben machen wollen. Doch ist das Getreide wirklich so schädlich wie sein Ruf? Der Mediziner und TV-Arzt Dr. Johannes Wimmer beantwortet in FUNK UHR wichtige Fragen.

Ich habe Magenschmerzen. Liegt’s am Weizen?
„Es ist tatsächlich so, dass vielen Menschen Getreide schlecht bekommt“, bestätigt Dr. Wimmer. Nach dem Essen grummelt es im Magen, es kommt zu Blähungen, ...

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Ich habe Magenschmerzen. Liegt’s am Weizen?
„Es ist tatsächlich so, dass vielen Menschen Getreide schlecht bekommt“, bestätigt Dr. Wimmer. Nach dem Essen grummelt es im Magen, es kommt zu Blähungen, Völlegefühl und Durchfall. Das ist ein Alarmsignal des Körpers. Die häufigste Vermutung hinter den Beschwerden: Es liegt am Gluten, einem Klebereiweiß, das unter anderem in Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel steckt. „Aus gelegentlichen Problemen lässt sich aber noch lange nicht auf eine Unverträglichkeit schließen“, sagt Dr. Wimmer. Denn unter einer richtigen Glutenunverträglichkeit, der sogenannten Zöliakie, leiden hierzulande tatsächlich nur ein bis zwei Prozent der Bevölkerung.

Kann zu viel Weizen eine Zöliakie verursachen?
Wissenschaftler gehen davon aus, dass genetische Veranlagung und nicht etwa hoher Weizenkonsum zu Zöliakie führt. Bei dieser chronischen Erkrankung des Dünndarms führen glutenhaltige Lebensmittel zu einer Autoimmunreaktion der Darmschleimhaut. Die Darmzotten bilden sich zurück. So verringert sich nach und nach die Oberfläche des Darms, es gelangen immer weniger Nährstoffe in den Organismus. „Für Zöliakie-Patienten gibt es darum nur eine Chance: der lebenslange Verzicht auf glutenhaltige Kost, denn Weizen, Dinkel und Co machen sie tatsächlich krank“, so Dr. Wimmer.

Soll man bei Beschwerden darauf verzichten?
Zöliakie lässt sich durch einen Bluttest und eine Dünndarm-Biopsie eindeutig nachweisen“, so Dr. Wimmer. „Fällt dieser negativ aus, könnte es sein, dass eine Glutensensitivität vorliegt, die ähnliche Reizdarm-Beschwerden hervorruft, aber nicht nachweisbar ist.“ Wer wissen möchte, ob eine solche Sensitivität vorliegt, sollte in Absprache mit dem Arzt zwei Wochen lang auf glutenhaltige Kost verzichten. Gluten versteckt sich in vielen Getreidesorten (mehr Infos siehe u.l. und r.). „Verschwinden die Probleme durch den Verzicht? Super! Wenn nicht, sollte nach anderen Ursachen gesucht werden, wie einer Allergie oder einer FODMAP-Sensitivität, bei der verschiedene Zucker im Weizen nicht vertragen werden.

Ist das Getreide schuld an Zivilisationskrankheiten?
„Gluten wird auch mit Herz-Kreislauf-Problemen und Übergewicht in Verbindung gebracht“, erklärt Dr. Wimmer. Kein Wunder, schließlich steckt das Proteingemisch in vielen Dickmachern wie Pizza, Kuchen und Bier. „Speziell Weizen steht außerdem im Verdacht, Gicht zu verschlimmern, für trockene Haut zu sorgen und Kopfschmerzen zu verursachen.“ Aber auch hier gilt: Selbst-Diagnosen bringen nichts. „Lassen Sie alle Symptome vom Arzt abklären und verzichten Sie nicht auf eigene Faust“, rät Dr. Wimmer. Denn aktuelle Studien lassen vermuten, dass auch ein unnötiger Verzicht sogar krank machen und Typ-2-Diabetes begünstigen kann. Zudem fehlen Ihnen dann gesunde Ballaststoffe, die Darmkrebs vorbeugen, satt machen und den Blutzuckerspiegel im Lot halten.

Was halten Sie von glutenfreien Produkten?
„Diese Produkte sind für Zöliakie-Patienten gemacht. Alle anderen leben damit weder gesünder noch schlanker. Im Gegenteil, denn darin stecken teils fragwürdige Zusatzstoffe, die das Gluten künstlich ersetzen. Setzen Sie besser auf eine ausgewogene Ernährung und Bewegung – das beste Rezept für ein gesundes Körpergefühl.“

Auch hier steckt Gluten drin:

Das Klebereiweiß Gluten steckt nicht nur in Weizen, sondern auch in Roggen, Gerste, Grünkern, Hafer, Dinkel, Kamut und Einkorn. Alle daraus hergestellten Lebensmittel, wie Mehl, Müsli, Grieß, Graupen, Paniermehl und Teigwaren, enthalten ebenfalls Gluten. Wichtig: Es kann auch in Fertiggerichten vorkommen.

Sommer, Sonne, Gluten-Eis

In Milcheis kann ebenfalls Gluten stecken, egal ob aus der Eisdiele oder aus der Tiefkühltruhe. Um sicher zu gehen, beim Verkäufer erkundigen oder die Zutatenliste durchlesen.

UNSER EXPERTE

Dr. Johannes Wimmer ist Arzt und TV-Experte bei „Visite“ und „Wissen ist die beste Medizin“ (NDR)

Ernährungs-Doc Dr. Wimmer klärt auf

CRACKER

Das Klebereiweiß im Weizenmehl sorgt dafür, dass Knabbereien und Kekse lange frisch und knusprig bleiben. Es gibt aber leckere glutenfreie Alternativen

GEBÄCK

Bei Glutensensitivität oder -unverträglichkeit Brot und Kuchen selbst backen. Weizenmehl lässt sich z. B. durch Buchweizen-, Hirse-, Quinoa-, Amaranth- oder Mandelmehl ersetzen

BIER

Das kühle Blonde wird aus Gerste gebraut, darin steckt das Klebereiweiß also auch. Weißbier enthält am meisten davon (274 mg/100 g), ein Pilsener Lagerbier dagegen deutlich weniger (1,2 mg/100 g)


Fotos: AdobeStock (4), iStock (2), picture alliance, MedServation GmbH