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GESUNDHEIT: Gesunder Darm, gesunder Körper


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 23/2018 vom 01.06.2018

Stress, Ernährung, Umweltgifte: Auf vieles reagiert unser größtes inneres Organ sehr empfindlich. Die wichtigsten Beschwerden des Darms und welche Therapien helfen


Artikelbild für den Artikel "GESUNDHEIT: Gesunder Darm, gesunder Körper" aus der Ausgabe 23/2018 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 23/2018

WUNDERWERK
Der Darm steuert das Immunsystem und beeinflusst sogar unsere Stimmungen


EXPERTIN

FACHÄRZTIN
Prof. Julia Seiderer-Nack


Früher fand man Gespräche über ihn hochnotpeinlich, heute werden seine Lebenszeichen von Bauchgrummeln bis Blähungen sogar beim Small Talk und auf Partys diskutiert – der Darm hat es aus der Tabuzone offenbar in die Öffentlichkeit geschafft. Forscher sind sich inzwischen sicher: Der Darm kann mehr als Verdauung und ...

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... die damit verbundene Umwandlung der Nahrung in Lebensenergie. Tatsächlich ist er die vielleicht wichtigste Schaltzentrale unserer Gesundheit. Er besitzt sogar ein eigenes Nervensystem, das eine Art zweites Gehirn in unserer Körpermitte bildet. Und: In unserem Darm sitzt ein Großteil unseres Immunsystems. Stress, falsche Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel, Umweltgifte – das alles setzt unserer Verdauung mächtig zu.


Wärme beruhigt dasNervensystem des Darms. Und schon kann erentspannen


Eine häufige Beschwerde: Blähungen. Je nachdem, was wir essen, produziert jeder Mensch täglich etwa zwei Liter Darmgas. Was die wenigsten wissen: Die Gase werden zum großen Teil von der Darmwand aufgenommen und über den Blutkreislauf zu den Lungen transportiert, wo sie abgeatmet werden. Wenn aber zu viel Gas produziert wird, entstehen schmerzhafte Blähungen, weil die Darmwand durch die übermäßige Luft stark gedehnt wird. Auslöser sind oft bestimmte Nahrungsmittel wie Hülsenfrüchte oder Kohl – vor allem, wenn die Darmbakterien die unverdaulichen Nahrungsanteile und Zuckerverbindungen abbauen. Auch bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Laktose- oder Fruktoseintoleranz entstehen vermehrt Gase im Darm. Ebenso bei Zuckeraustauschstoffen wie Sorbit oder Xylit. Manchmal sind auch Medikamente wie Antibiotika oder Diabetesmittel Auslöser von Blähungen. Bei leichten Beschwerden helfen Wärme, ein Spaziergang, Tees aus Fenchel, Kümmel, Anis oder Minze.

Für etwa 20 Prozent der Deutschen sind Verstopfungen ein tägliches Problem. Für Frauen öfter als für Männer, und ältere sind häufiger davon betroffen als jüngere Menschen. Die Behauptung, man müsse dagegen nur genügend Ballaststoffe essen, ausreichend trinken und sich bewegen, hält sich hartnäckig, ist aber nicht klar belegt. Was die Medizin heute weiß: Der Darm ist ein sensibles Organ, das direkt auf Stress reagiert. Und, so simpel es auch klingt: Wer Verdauung und Stuhlgang mehr Aufmerksamkeit schenkt, löst damit seine Verstopfungsprobleme.


Studien belegen:Leichter Sport wirkt positiv beiReizdarm


Zu den weltweit häufigsten Erkrankungen zählen Infektionen des Magen-Darm-Traktes – in Deutschland werden sie oft durch Noro- oder Rotaviren sowie durch die Bakterien E. coli, Campylobacter und Salmonellen ausgelöst. Die Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen – und Durchfall. Der Körper versucht damit, die Eindringlinge möglichst schnell wieder loszuwerden. Die aber agieren unterschiedlich. Einige Keime nisten sich in der Darmschleimhaut ein und schädigen sie dadurch. Andere produzieren Giftstoffe, die zu Wasserverlust führen. Der muss durch reichliches Trinken (Wasser, Kräutertees) und Gabe von Elektrolyten ausgeglichen werden. Nach überstandener Erkrankung oder einer Antibiotika-Einnahme helfen Probiotika, die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfungen oder Durchfall: Schätzungsweise zehn bis 20 Prozent der Europäer leiden an einem Reizdarmsyndrom. Meist finden sich keine organischen Ursachen. Mittlerweile vermutet man dahinter eine Störung der Achse von Darm und Hirn, die miteinander verbunden sind: Verändert sich der Signalaustausch etwa durch Stress, käme es danach zu Beschwerden. Aktuelle Studien zeigen, dass sich schon leichter Sport positiv auf den Reizdarm auswirkt.

1


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KLASSISCHE UND VIRTUELLE KOLOSKOPIE
Bei der klassischen Darmspiegelung 1 überträgt eine Videokamera Bilder aus dem Inneren des Darms auf einen Monitor. Während der virtuellen Koloskopie 2, einer radiologischen Untersuchung, entstehen hauchdünne Schichtaufnahmen der Bauchorgane

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INNENAUFNAHMEN
Die Kapselkamera 3 wird geschluckt und durchwandert den Verdauungstrakt. Dabei sendet sie 50.000 bis 60.000 Bilder

Eine Alterserscheinung sind Divertikel. Sie finden sich bei jedem zweiten über 70-Jährigen. Meist machen sie keine Beschwerden. Sammelt sich in einem Divertikel allerdings Stuhl, kann die Darmschleimhaut geschädigt werden. Die Folge: heftige Bauchschmerzen im linken Unterbauch, manchmal auch Fieber. Die Therapie reicht von Nahrungsverzicht, um den Darm zu entlasten, über Antibiotika bis zur Entfernung des betroffenen Darmstücks.

Fast alle bösartigen Tumore im Darm entstehen aus gutartigen Schleimhautverdickungen der Darmwand, den sogenannten Polypen. Nach Jahren können diese entarten. Die Folge: Darmkrebs. Man vermutet als mögliche Gründe Veranlagung, Ernährung (viel Fett, Fleisch und Alkohol), Übergewicht sowie Rauchen. Werden Polypen bei einer Darmspiegelung gefunden, entfernt man sie gleich während der Untersuchung. Eine Langzeitstudie zeigte übrigens, wie Ballaststoffe dagegen schützen können: Erhöht man ihren Anteil an der Mahlzeit von 15 auf 35 Gramm täglich, reduziert sich das Darmkrebsrisiko um 40 Prozent.

Voller Durchblick

Entzündete Darmwand, Polypen oder schon Krebs? EineKoloskopie liefert die Antwort

Klassische Koloskopie Bei der Darmspiegelung wird ein schlauchartiges, biegsames Endoskop mit dem Umfang eines Fingers durch den After in den Dickdarm eingeführt. Es ist mit Lichtquelle und Videokamera ausgestattet und liefert bewegte Bilder aus der untersuchten Region. Ist eine Stelle auffällig, werden über winzige Arbeitskanäle am Koloskop weitere Instrumente in den Darm eingebracht und Gewebeproben entnommen. Polypen lassen sich direkt entfernen. Vor der Koloskopie muss der Darm gereinigt werden. Während der Koloskopie wird der Patient in eine Kurznarkose versetzt. Für gesetzlich Versicherte ab 55 Jahren ist die Koloskopie alle zehn Jahre kostenlos.

Kapselendoskopie Eine Videokamera in der Größe einer länglichen Tablette wird geschluckt. Sie wandert bis zum Darmausgang. Dabei sendet sie 50.000 bis 60.000 Bilder. Vorteil: Sie liefert Einsichten auch aus der Region des Dünndarms, wohin das klassische Koloskop nicht gelangt, und die Narkose entfällt, weil die Kapsel absolut schmerzfrei durch den Verdauungstrakt rutscht. Die Untersuchung kostet maximal 1300 Euro und wird in Ausnahmefällen von Krankenversicherungen übernommen.

Die virtuelle Koloskopie Mithilfe der Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) entstehen Schnittbilder des Darms, die mit einer speziellen Software in virtuelle, koloskopische Aufnahmen umgewandelt werden. Vorteil der Methode: Auch umliegende Organe werden mit erfasst. Nachteil: Kleine oder flache Polypen können übersehen werden, Entzündungen der Darmwand sind nicht diagnostizierbar. Während der Untersuchung ist es nicht möglich, Gewebeproben zu entnehmen. Die Kosten von 300 bis 500 Euro für eine virtuelle Darmspiegelung übernehmen die Krankenkassen nur in Einzelfällen.

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