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gesundheit: Herbst und Winter können kommen


Vital - epaper ⋅ Ausgabe 11/2020 vom 07.10.2020

Bewährte Hausmittel oder Phytotherapeutisches aus der Apotheke - natürliche Helfer bringen uns auf die sanfte Tour gut durch die kalte Jahreszeit


Artikelbild für den Artikel "gesundheit: Herbst und Winter können kommen" aus der Ausgabe 11/2020 von Vital. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

FOTO: NILS HENDRIK MUELLER / GETTY IMAGES

G Geht der Sommer vorüber, tragen wohl die meisten eine Träne des Bedauerns im Knopfloch. In diesem Jahr noch einmal mehr, schließlich konnten wir uns im Freien wegen der geringeren Ansteckungsgefahr auch freier fühlen und verbrachten auch deshalb viel Zeit an der frischen Luft. Für die nächsten Monate ist aber nun auch erst einmal Schluss mit Tageslicht beim Aufstehen. Vorbei die Zeit, in der wir einfach so das Haus ...

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... verlassen, ohne vorher Jacke, Schal und Handschuhe zusammensuchen zu müssen. Laue Abende, die viel zu schön nachtblau leuchten, um schon schlafen zu gehen - auch sie verabschieden sich. Bis zum nächsten Sommer.

Abschiede tun weh. Und mit Veränderungen tut sich unser Körper nicht immer gleich so leicht, wie wir es gerne hätten. Kälte statt Wärme, Dunkelheit statt Helligkeit - diese Umstellung kann uns durchaus seelisch wie körperlich zu schaffen machen. Dann gilt es, gezielte Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Denn anders als bei Haselmaus oder Murmeltier, die den Winter kurzerhand durchschlafen, geht unser Alltag ja weiter.

Unsere Seele vermisst das Tageslicht

Die Blätter fallen, Regen und Wind dominieren die Wetterkarte, die vorherrschende Farbe: Grau. Oder Nachtschwarz. Zugegeben, diese Sicht auf den Herbst fällt sehr pessimistisch aus. Aber bei der sogenannten Winterdepression oder saisonal-affektiven Störung (SAD, seasonal affective disorder) fehlt es nicht einfach an Willenskraft oder der Entscheidung, das Glas doch mal halb voll zu sehen. Die Symptome, Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit, Gereiztheit, ein stärkeres Schlafbedürfnis und Heißhunger auf Süßes, treten vielmehr als Antwort auf die neuen Lichtverhältnisse auf, vermuten Experten. Veränderungen in der Hormonproduktion, aber auch die Gene spielen bei der Entstehung eine Rolle. Zwar vergeht dieser Zustand im Frühjahr wieder, doch niemand braucht sich bis dahin zu verkriechen und zu leiden. Eine Lichttherapie (siehe ganz rechts) verlängert den Tag und kann schon nach relativ kurzer Zeit die Stimmung aufhellen. Bei starken Beschwerden, die den Alltag komplett überlagern, sollten Sie allerdings den Arzt aufsuchen.

Frauen, die in den Wechseljahren stecken und ohnehin mit Stimmungsschwankungen zu kämpfen haben, erleben den Herbst und Winter oft als besonders belastend. Auch sie profitieren von der Extraportion Licht. Jedoch können sich auch viele andere Beschwerden verstärken, wie etwa trockene Haut und Schleimhäute. Oder Hitzewallungen - sie treten unabhängig von der Außentemperatur auf, führen aber bei kalter Witte rung leichter zu einem Infekt, wenn wir uns die Strickjacke vom Leib reißen, um uns kühle Luft zuzufächeln. Vereinbaren Sie lieber einen Termin bei der Frauenärztin und besprechen mögliche Gegenmaßnahmen.

Einleuchtend: Feuchte Kälte verstärkt viele Symptome

Apropos kühle Luft: Stellen wir die Anzahl der Kälte- und Wärmerezeptoren in der Haut gegenüber, gewinnen die Kältefühler haushoch mit 8:1. Am schönsten findet unser Körper eine Umgebungstemperatur von 25 bis 27 Grad. Je kühler es um ihn herum wird, desto schneller bemerkt er es also und umso mehr Energie wendet er auf, die inneren Organe vor der Kälte zu schützen. Er fährt dann den Stoffwechsel herunter, die Durchblutung verlangsamt sich. Viele Menschen reagieren auf Kälte mit erhöhter Muskelspannung, was zu schmerzenden Verspannungen führt und die Beschwerden bei Rheuma oder Arthrose verstärkt.
Anstelle von „Ich spüre die Kälte in den Knochen“ müsste es also richtigerweise „… in den Faszien und Muskeln“ heißen.

Licht im Dunkel

Wärme und Helligkeit fehlen jetzt, die Umstellung schlägt vielen auf die Seele. Wie Sie dem Winterblues trotzen

Helle Freude
Die Stunden mit Tageslicht nehmen nun spürbar ab. Das schlägt bei manchen Menschen auf die Stimmung. Eine Lichttherapie regt den Körper an, wieder mehr Serotonin zu bilden, und das kann den Verlust ausgleichen. Setzen Sie sich zwei Wochen lang jeweils eine halbe Stunde vor Sonnenauf- und nach Sonnenuntergang vor eine Lichtquelle mit 10 000 Lux. Geprüfte Geräte erhalten Sie im Fachhandel.

Sonnenersatz
Bei vielen von uns könnten die Speicher besser gefüllt sein - Vitamin D bildet sich durch Sonneneinstrahlung in der Haut. Die beste Quelle scheint aber jetzt nur noch schwach vom Himmel, wir tragen lange Kleidung. Mit ausreichend Sonnenvitamin im Blut kursiert auch wieder mehr Serotonin im Blut, und wir beugen der saisonalen Depression vor. Nach einem Bluttest empfiehlt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die nötige Dosierung.

Aus dem Kräutergarten
Wer sich im Winter zunehmend antriebslos fühlt, Heißhunger entwickelt und düstere Gedanken kaum noch vertreiben kann, steht die Zeit mithilfe der antidepressiven Wirkung von Johanniskraut (rezeptfrei in Apotheken) besser durch. Aber: Können Sie den Alltag nicht mehr bewältigen, gehen Sie besser zum Arzt.

Abwehrkräfte stärken

Nur mit einem fitten Immunsystem können wir uns gut gegen Infekte zur Wehr setzen. Unsere Aufgabe dabei:

1.Bunt geniessen
Setzen Sie eine möglichst große Bandbreite an verschiedenen Gerichten und Zutaten auf den Speiseplan. So nehmen Sie die größte Menge an unterschiedlichen Nährstoffen auf. Der Gemüseanteil sollte immer überwiegen, essen Sie aber auch täglich Obst, pflanzliche Öle und Milchprodukte. Dann bekommt Ihr Immunsystem wertvolles Futter, um groß und stark zu werden oder zu bleiben.

STRESS AUSGLEICHEN
Kurze Anspannung macht unserem Organismus keine Probleme, im Gegenteil. Nur wenn über längere Zeit zu viel Cortisol, das bei Stress ausgeschüttet wird und die Abwehr hemmt, im Blutkreislauf zirkuliert, wird es kritisch. Neben Entspannungsübungen dient auch regelmäßige Bewegung dazu, den alltäglichen Stress abzubaue

2.Nachts Kraft schöpfen
Unausgeschlafen laufen wir nicht gerade zur Höchstform auf. Das Immunsystem auch nicht. Wie Studien bestätigen, wehrt es nach erholsamem Schlaf Infekte besser ab. Hindert uns eine innere Unruhe daran, hilft spezieller Lavendelextrakt (z. B. „Lasea“, in Apotheken).

3.Selbstheilung ermöglichen
Der Großteil unserer Immunzellen sitzt in der Darmschleimhaut. Daher gilt der Verdauungstrakt auch als Zentrum der Gesundheit. Meist durch ungünstige Ernährung und Lebensweise leidet dieses komplexe System. Ein Präparat, das mit einer Gelschicht die Darmwand schützt und den Aufbau der Darmflora unterstützt (z. B. „Gelsectan“, in Apotheken), stellt die Funktionstüchtigkeit wieder her.

4.RADIKALE EINFANGEN
Oxidativer Stress, der u. a. die Abwehr schwächt, entsteht bei einem Überschuss an freien Radikalen. Das sind aggressive, die Zellstruktur schädigende Stoffwechselprodukte. Ihre Gegenspieler: Antioxidantien oder Radikalfänger, wie Vitamin C, die in Zink einen wertvollen Unterstützer finden (z. B. „Vitamin C plus Zink-ratiopharm“, in Apotheken)

Ein Bad mit ätherischem Öl z. B. von Rosmarin oder eine Wärmesalbe lockert die Muskulatur, was angenehm schmerzlindernd wirkt. In der nun besser durchbluteten Region werden die Stoffwechselabfälle effektiver abtransportiert. Manchmal führt jedoch auch Kälte zum gewünschten Effekt, beispielsweise bei geschwollenen Gelenken. Probieren Sie am besten aus, worauf Sie gut reagieren.

Läuft die Heizung, merken das Haut und Schleimhäute
Pünktlich zu Beginn der Heizperiode registrieren Hausstauballergiker verstärkte Symptome, weil sie die durch die Heizungsluft aufgewirbelten Allergene, z. B. Milbenkot, einatmen. Untersuchungen bestätigen, dass Raumluft in geheizten Räumen ganz generell mehr Schadstoffe enthält. Mehrmaliges Stoßlüften am Tag wirkt dem entgegen. Die allergische Reaktion reguliert erfahrungsgemäß die Homöopathie (z. B. „Heuschnupfenmittel DHU“, in Apotheken) - ohne müde zu machen, wie viele chemischsynthetische Antihistaminika.

Bei sinkenden Temperaturen fällt für Menschen mit Neurodermitis der Wollpullover als Wärmequelle weg (siehe auch S. 38). Zu sehr reizen Wollfasern die in der trockenen Heizungsluft ohnehin schon stärker strapazierte Haut. Stattdessen zählt nun die tägliche Pflege mit Extrakten z. B. aus Blutwurz, weißer Malve, Pflanzenölen mit Omega-3- und -6-Fettsäuren oder Urea ganz besonders. Selbst normale Haut zeigt sich in dieser Jahreszeit schuppig und juckt, auch sie verlangt nach reichhaltigerer Pflege.

Brennt es dagegen vor Trockenheit im Auge, können wir das mit Augentropfen als Tränenersatz aus der Welt schaffen. Überdies fordern Nase und Rachen unsere Beachtung, denn die Schleimhäute in den Atemwegen fungieren in unserem Abwehrsystem als erste Kontaktsperre für Eindringlinge. Wie Dürre in den Erdboden Risse zieht, wird diese Barriere bei Trockenheit durchlässiger. Damit steigt zwangsläufig das Infektionsrisiko. Befeuchtende Nasensprays mit Meerwasser, Dexpanthenol oder Hyaluronsäure als Pflegefaktor und Lutschbonbons (z. B. „GeloRevoice“, in Apotheken) sichern die Schutzfunktion wieder.


FOTO: NILS HENDRIK MUELLER / GETTY IMAGES

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