Lesezeit ca. 17 Min.
arrow_back

GESUNDHEIT IM BLICK


Logo von connect
connect - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 03.03.2022

SMARTWATCHES

Der Wearable-Markt kennt seit Jahren nur eine Richtung: Wachstum. Fitnessbänder und Smartwatches machen derzeit über die Hälfte des Markts aus, zu dem auch kabellose Kopfhörer und VR-Brillen gehören. Zwar verursachten stillgelegte Produktionsstätten in Folge der Pandemie auch diesem Segment eine kurze Zwangspause, doch geschlossene Fitnessstudios und das gesteigerte Interesse an Gesundheit ließen die Verkaufszahlen schnell wieder steigen. Dabei verlagert sich die Nachfrage vor allem seit letztem Jahr weg von Fitnessbändern hin zu Smartwatches. Käufer schätzen den größeren Funktionsumfang der Uhren, der langsam auch in das untere Preissegment vordringt.

Die Smartwatches werden immer leistungsfähiger, wobei die Grenzen zwischen Alltags-und Medizinprodukt weiter verschwimmen. Mit vielen Watches kann man bereits ein EKG erstellen, was Nutzern mit potenziellen Herzrhythmusstörungen stete ...

Artikelbild für den Artikel "GESUNDHEIT IM BLICK" aus der Ausgabe 4/2022 von connect. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: connect, Ausgabe 4/2022

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 4,19€statt 5,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von connect. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 4/2022 von Teurer und nachhaltiger. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Teurer und nachhaltiger
Titelbild der Ausgabe 4/2022 von Sony zeigt überraschend gutes Kopfhörerdesign. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Sony zeigt überraschend gutes Kopfhörerdesign
Titelbild der Ausgabe 4/2022 von Akku-Laden ist Vergangenheit. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Akku-Laden ist Vergangenheit
Titelbild der Ausgabe 4/2022 von Partymittelpunkt mit Showeffekt. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Partymittelpunkt mit Showeffekt
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
EDEL-FALTER
Vorheriger Artikel
EDEL-FALTER
AUF ZU NEUEN UFERN
Nächster Artikel
AUF ZU NEUEN UFERN
Mehr Lesetipps

... Analysen ermöglicht. Die Galaxy Watch 4 von Samsung misst nach einer Kalibrierung sogar den Blutdruck und führt eine Bioimpedanzanalyse durch, die den Fett-und Muskelanteil im Körper bestimmt.

Apple Watch Series 6

Die Apple Watch ist die Mutter aller Smartwatches und hat diesem Segment zu großem Erfolg verholfen. Keine Frage also, dass die Uhr ein fester Bestandteil unseres Vergleichs ist. Da uns Apple für den Test kein aktuelles Modell, die Watch 7, zur Verfügung gestellt hat, haben wir den Test der Watch 6 aufbereitet – die an der 7 vorgenommenen Neuerungen fallen jedoch nicht groß aus.

Dank Apples Chipsatz ist die Smartwatch eine der leistungsfähigsten Uhren auf dem Markt. Sie besticht durch ihre flüssige und intuitive Bedienung, die sie der digitalen Krone und dem großen Touchscreen verdankt. Das OLED der Watch 7 hat sogar einen noch schmaleren Rand als die Watch 6 und misst statt 1,8 stattliche 1,9 Zoll. Auflösung und Leuchtkraft sind vorbildlich.

An den Gesundheitsfunktionen hat Apple nichts geändert. Watch 6 und 7 messen den Puls, den Blutsauerstoffgehalt und können sogar ein EKG erstellen. Bei sportlichen Outdooraktivitäten hält sie natürlich auch die Strecke per GPS-Messung fest. Alle Messwerte erfasst sie mit hoher Präzision, dabei steht Apple Garmin und Co. in nichts nach. Professionelle Sportfunktionen und Auswertungen fehlen jedoch.

Schlaftracking ist seit der Watch 6 an Bord, die Schlafanalyse ist aber im Vergleich mit der der Konkurrenz eher rudimentär.

Ganz anders sieht es im Feature-Bereich aus. Mit der Apple Watch lässt sich fast alles machen, was man mit einem iPhone auch machen könnte: von E-Mails schreiben bis zum Musikstreaming. Die App-Aus­ wahl ist bei keiner anderen Uhr im Test größer. Mit der LTE-Version agiert man sogar autark.

Ein Nachteil der starken Vernetzung ist die kurze Akkulaufzeit, die zwischen einem und 1,5 Tagen liegt. Die Watch 7 versucht das mit besserem Schnellladen zu kompensieren. Für iPhone-Nutzer ist die Watch dennoch die erste Wahl, wenn man es vor allem smart haben möchte.

Watch App

Fitbit Sense

Fitbit App

Mit der Fitbit Sense legt man sich einen äußerst stilvollen Gesundheitsprofi ums Handgelenk. Das Gehäuse der Uhr ist aus Edelstahl gefertigt, exzellent verarbeitet und sowohl in Schwarz, als auch in Gold erhältlich. Dank des geringen Gewichtes und der kompakten Abmessungen ist die Sense sehr angenehm zu tragen. Top: Dem Karton liegt ein zweites, größeres Armband bei. Gefallen finden wir auch an dem quadratischen OLED, das mit sehr guter Leuchtkraft und knackigem Kontrast punktet. Anfangs etwas ungewohnt ist die Bedienung des Sensorknopfs an der Seite, mit dem sich ein Schnellwahlmenü öffnen oder der Sprachassistent Alexa aktivieren lässt. Was smarte Funktionen betrifft, ist man mit der Sense gut aufgestellt, auch wenn sie nicht an die Apple und Galaxy Watch herankommt. Nachrichten empfängt man dennoch und kann diese entweder per Sprache oder mit Quick Replies beantworten. Alexa ist ebenfalls an Bord. Zur Funktionserweiterung kann man zudem Apps auf die Uhr spielen, deren Auswahl bereits ganz ansehnlich ist.

Hauptmerkmal der Sense sind allerdings die Gesundheitsfunktionen. Der Uhr stellt einen SpO2-Sensor, Pulsmesser, EKG, Barometer und sogar ein Thermometer zur Verfügung. Bei erhöhter Hauttemperatur warnt die Sense sogar vor einsetzendem Fieber. Tagsüber zählt sie Stockwerke, erinnert ans Aufstehen und misst den Stress. Die Schlafanalyse von Fitbit ist zudem mit Atemfrequenzmessung und Schlafapnoe-Erkennung beispielhaft. Für viele Analysen ist aber leider ein Premiumkonto notwendig, das die ersten sechs Monate zwar kostenlos ist, danach aber mit 9 Euro im Monat (80 Euro jährlich) zu Buche schlägt.

Sport trackt man mit der Sense ebenfalls. Mit den Messwerten sind wir gerade beim Schrittzähler und dem GPS zufrieden. Der Pulssensor dürfte beim Training noch genauer sein. Der Akku hält mindestens fünf Nutzungstage durch.

* Schließen Sie über den Affiliate-Link einen Kauf ab, erhält unser Verlag eine Provision. Es entstehen keine Zusatzkosten.

Garmin Fenix 7 & Epix

Garmins Fenix-Reihe gilt seit Jahren als Empfehlung, wenn man eine der besten Multisport-Uhren auf dem Markt haben will. Garmin hat sein Aushängeschild mit allerlei Tools und Analysemöglichkeiten vollgepackt, um sowohl ambitionierte Hobby-als auch Profisportler zufriedenzustellen. Mit der neuen 7er-Serie hält nun erstmals in ihrer zehnjährigen Geschichte ein Touchscreen Einzug in die Fenix-Familie.

Neu ist auch die Epix, ein Modell mit OLED-Display. Ihr Funktionsumfang ist der Fenix entlehnt (mehr im Kasten rechts).

Postiv ist die große Modellauswahl bei der Fenix, diese Uhr gibt es mit 42, 47 und 51 Millimetern Gehäusedurchmesser. Während die S-Version einfach nur kleiner ist, kommt die große 7X zusätzlich mit einer integrierten LED-Lampe, die in Weiß und Rot strahlen kann.

Alle Modelle sind mit überaus kratzresistentem Saphirglas und robustem, leichtem Titangehäuse erhältlich. Nur der Mittelteil des Gehäuses besteht aus glasfaserverstärktem Polycarbonat, Boden und Lünette sind komplett aus dem leichten Metall gefertigt. Und das ist am Handgelenk spürbar, denn die Fenix 7 ist mit 73 Gramm um fast 10 Gramm leich-ter als ihre Vorgängerin aus Edelstahl. Schwimmen und Tauchen sind mit der Smartwatch dank 10-ATM-Wasserschutzes übrigens ebenfalls wieder kein Thema. Kurzum: Die Verarbeitung ist auf Topniveau.

Connect-App

Unverändert setzt die Fenix auf ein transflektives MIP-Display mit einer Diagonale von 1,3 Zoll. Seine Vorteile: Es lässt sich im Sonnenlicht besonders gut ablesen und schont gleichzeitig dank seiner Energieeffizienz den Akku. Im Umkehrschluss leidet aber die Ablesbarkeit in Innenräumen. Die Hintergrundbeleuchtung kann hier allerdings aushelfen, obwohl sie mit maximal 25 Candela eher leuchtschwach ist.

Dank des neuen Touchscreens navigiert man fixer als vorher durch die Menüs. Von der somit verbesserten Nutzbarkeit der Kartenfunktion ganz zu schweigen. Wer mag, deaktiviert die Touchfunktion beim Sport oder nachts zu einer frei wählbaren Uhrzeit.

Ein schnellerer Prozessor sorgt zudem für fixeres Laden von Trainingseinheiten und Apps. Nach wie vor benötigt man aufgrund des Funktionsumfangs jedoch etwas Einarbeitungszeit, um sich in den Menüs der Fenix zurechtzufinden.

Durch den neuen Herzfrequenzsensor kann die Fenix 7 einige neue Features aus der Venu-Serie bieten. Mit dem Health Snapshot erfasst die Uhr in zwei Minuten neben dem Puls auch die Herzfrequenzvariabilität, den Blutsauerstoffgehalt und informiert über die Atmung sowie den Stresslevel. Somit kann man die aktuelle Herzgesundheit, den Stresszustand und die Regeneration nach dem Sport einordnen. Apropos: Wir hätten uns von Garmin noch etwas mehr Einordnung einzelner Werte gewünscht. Ansonsten ist die Pulsmessung wie schon beim Vorgänger sehr akkurat. Auf ein EKG oder eine Blutdruckmessung verzichtet Garmin weiterhin.

In Sachen Sporttracking bietet die Fenix 7 mit über 60 Apps eine riesige Auswahl. Neu sind HIIT, Tennis und Surfing. Weltweite Karten sind entweder vorinstalliert oder nachträglich ladbar. Hilfreich ist die Track-Back-Funktion, mit der man sich zum Ausgangspunkt der Aktivität zurückführen lassen kann. Läufer und Radfahrer profitieren von der Stamina-Anzeige, die während des Trainings über die verfügbare Restenergie zur besseren Einteilung informiert. Damit soll der vorzeitigen Erschöpfung vorgebeugt werden, denn der Wert sinkt je nach Trainingsbelastung unterschiedlich schnell.

Sehr exakt arbeitet weiterhin die Streckenaufzeichnung. Während alle Modelle mehrere Navigationssysteme unterstützen (GPS, Galileo, GLONASS), sind nur die Saphir-Versionen mit Multiband-Frequenzempfang ausgestattet. Das verhilft in Häuserschluchten oder Tälern zu einer genaueren Positionsbestimmung, leert aber auch den Akku schneller.

Da ist es gut, dass man das Solar-Feature nun für jedes Modell ordern kann. Die Solar-Funktion sorgt tatsächlich dafür, dass die Prozente langsamer purzeln. Beim Wandern verliert die Fenix 7 zum Beispiel im Vergleich zur 6er rund ein Viertel weniger Akku.

Smart ist die Watch ebenfalls und per Bluetooth und WLAN vernetzt. Selbstverständlich kann sie Benachrichtigungen empfangen, auf die man aber trotz Touchscreens leider immer noch nur mit Quick Replies antworten kann. Hier sind andere Uhren smarter. Musik lädt man über entsprechende Apps von Spotify, Amazon oder Deezer auf die Watch und kann auch direkt einen Kopfhörer koppeln. Einkäufe lassen sich per Garmin Pay mobil begleichen.

Fazit: Garmins Fenix 7 ist das ul timative Multi-Tool für Vollblutsportler, die ihre Uhr vor allem draußen tragen. Für alle anderen gibt es die Epix.

Garmin Epix

Bei der Epix handelt es sich im Prinzip um eine Fenix 7 mit OLED. Der Funktionsumfang und die Größe sind identisch, wieder ist das Gehäuse 47 Millimeter groß, auch der kreisrunde Touchscreen misst exakt 1,3 Zoll. Die Benutzeroberfläche und die Softwarefunktionen sind ebenfalls 1:1 übernommen, mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass die OLED-Technologie für eine bessere Darstellung sorgt. Wer einmal die intensiven Farben und Kontraste auf der Epix gesehen hat, möchte nur ungern wieder zurück. Eine Fenix 7 sieht daneben blass aus. Sie ist aber trotzdem vor allem für Outdoor-Enthusiasten die erste Wahl. Zum einen, weil sich ein MIP-Display auch bei direktem Sonnenlicht noch sehr gut ablesen lässt (OLEDs schwächeln hier), zum anderen, weil ein OLED energiehungriger ist und sich bei der Epix die Akkulaufzeit dementsprechend spürbar verkürzt. Konkret bedeutet das, dass man bei moderater Nutzung, also mit permanentem Blutsauerstoff-Tracking, aktiviertem Always-on-Display und zwei 45-minütigen Jogging-Sessions etwa fünf Tage schafft. Das ist zwar deutlich mehr als mit einer Apple Watch und in Anbetracht des Funktionsumfanges akzeptabel, aber spürbar hinter einer Fenix 7, die etwa acht Tage durchhält. Und während man bei der Fenix mit der Solar-Option noch einmal mehr Laufzeit rausholen kann, wird die Epix nur in einer Größe angeboten, mit Titangehäuse, Saphirglas und 32 GB Speicher für 999 Euro, ohne Saphirglas und mit Edelstahl und 16 GB geht es bei 899 Euro los. Das sind stolze Preise, aber Garmin spricht zu Recht von einer „Premium-Outdoor-Smartwatch“, denn Haptik, Verarbeitung, Ausstattung und Software erfüllen höchste Ansprüche. Nur das mitgelieferte Silikonarmband will nicht ganz dazu passen.

Hochwertigere Armbänder lässt sich der Hersteller teuer bezahlen: Ein Titanarmband etwa kostet satte 299 Euro. Mit der Epix richtet sich Garmin nicht an die Vollblutsportler, sondern an eine Lifestyle-orientiertere\ Zielgruppe, die zwar gesundheitsbewusst, aber eben nicht ganz so sportverrückt ist. Das OLED spielt seine Stärken vor allem in Innenräumen und im Dunkeln aus, dann ist es es einer Fenix 7 haushoch überlegen. Dafür muss die Epix häufiger an die Steck-dose und lässt sich an einem Sommertag nur schwer ablesen. Hier stellt Garmin den Kunden vor eine schwere Wahl.

Garmin Venu 2 Plus

Während die Fenix 7 als robuster Outdoor-Sportler daherkommt, setzt die Venu 2 Plus eher auf Eleganz. Das heißt aber nicht, dass man auf viele Funktionen verzichten muss. Die Gesundheitsfunktionen sowie Sensorik sind Garmin-typisch auf Topniveau und mit der Fenix-Reihe vergleichbar – lediglich ein Thermometer fehlt. Dafür wartet die Venu 2 Plus mit einem Vorteil auf: Sie ist die erste Smartwatch von Garmin, die sich mit den Sprachassistenten von Amazon, Apple und Google versteht. Nach einem Druck auf die mittlere Taste am Gehäuse leitet die Watch Befehle per Mikro ans Phone weiter und fragt gegebenenfalls nach. So diktiert man Whatsapp-Nachrichten oder macht über die Uhr sonst alles andere, was der jeweilige Assistent auf dem Phone unterstützt. Manchmal dauert es allerdings ein paar Sekunden, bis die Verbindung steht. Das können die Galaxy-Watches besser. Bereits erhaltene Nachrichten lassen sich zudem nicht mit den Assistenten beantworten. Wie die anderen Garmin-Uhren bietet die Venu 2 Plus trotz Touchscreens nur Quick Replies.

Ansonsten ist sie sehr gut verarbeitet. Für die Lünette und den Gehäuseboden kommt Edelstahl zum Einsatz, der Mittelteil besteht aus Kunststoff, anders als bei Apple oder der Galaxy Watch. Aber die Venu 2 Plus hat trotz zahlreicher smarter Funktionen eher Sporttracking im Fokus, und dabei ist das 50 Gramm leichte Gehäuse von Vorteil.

Wie die Fenix bietet sie Tracking für zahlreiche Sportarten. Ein Vorteil des knackigen OLED-Displays auf der Front: Die Uhr kann bestimmte Übungen per Animation anleiten. Praktisch ist zudem der Laufcoach, der sich in der App einstellen lässt. Die Sensorik überzeugt insgesamt mit ausgezeichneten Messwerten. Mit rund einer Woche (smarter) Laufzeit muss Venu 2 Plus zudem nur selten ans Netz. Damit bietet sie einen sehr guten Mittelweg zwischen smart und sportlich.

Connect-App

Huawei GT Runner

Huawei Health

Während die Huawei Watch 3 und 3 Pro mit ihren hochwertigen Materialien bestechen und eher edel daherkommen, ist die GT Runner vor allem für Läufer gedacht. Ihr Gehäuse ist bis auf die Metalllünette komplett aus Kunststoff gefertigt, was robust ist und Gewicht spart (53 Gramm). Für schmale Handgelenke findet sich im Lieferumfang ein kürzeres Bandstück – das ist aufmerksam.

Ein Plus ist auch das 1,4 Zoll große OLED, dessen hohe Leuchtstärke von bis zu 500 Candela und starken Kontrasten für eine gute Ablesbarkeit beim Training sorgt. Und das Training steht hier im Mittelpunkt: Die GT Runner bietet eine sehr genaue Streckenaufzeichnung sowie Pulsmessung und erfasst dank Barometers sogar den Luftdruck. Für die Leistungsanalyse ermittelt die Watch die Laufleistung im Vergleich zu anderen Läufern der Altersklasse und berechnet die Trainingsbelastung inklusive des VO2-Max-Werts. Zudem rät sie nach dem Training zum Einhalten einer bestimmten Regenerationszeit. Wer auf ein Laufziel hintrainiert, hat mit zeitlichen Vorhersagen zu bestimmten Stre­ ckenlängen seine Leistung gut im Blick. Stark sind die KI-Laufpläne, bei denen sich mittels Chatbot ein individuelles Training zusammenstellen lässt.

Die Huawei-Health-App erweist sich dabei als übersichtliche Anlaufstelle, um geleistete Trainings auszuwerten. Gefallen haben uns hier auch weiterführende Informationen zu bestimmten Trainingswerten.

Federn lässt die GT Runner bei den smarten Features: Man erhält zwar Benachrichtigungen auf die Uhr, kann aber nicht darauf reagieren. Smileys werden leider teilweise nicht dargestellt. Mobile Payment ist ebenfalls nicht möglich, und als Musikstreamingdienst ist ausschließlich Huawei Music verfügbar. Obendrein ist das App-Angebot mau. Eine Empfehlung ist die GT Runner vorrangig für Sportler, die eine lange Akkulaufzeit von über einer Woche schätzen.

* Schließen Sie über den Affiliate-Link einen Kauf ab, erhält unser Verlag eine Provision. Es entstehen keine Zusatzkosten.

Huawei Watch 3 & 3 Pro

Trägt man die Watch 3 Pro zum ersten Mal, glaubt man nicht, dass es sich um eine Smartwatch handelt. Verarbeitung und Materialauswahl bewegen sich auf Luxusuhrniveau. Das Basismodell ohne „Pro“ im Namen profitiert vor allem von kompakteren Abmessungen bei gleichbleibendem Funktionsumfang. Die Watch 3 trägt sich angenehmer und zerrt beim Sport weniger am Handgelenk. Fürs Gehäuse kommt hier Edelstahl statt Titan zum Einsatz.

Bei beiden Varianten ist das OLED knackig scharf und zeigt satte Farben. Die Leuchtkraft ist überragend und genügt, um auch im Sonnenlicht gute Ablesbarkeit zu garantieren. Neben dem Touchscreen gibt es zur Steuerung eine digitale Krone und eine Taste, die sich frei mit Funktionen belegen lässt. Als Betriebssystem verwendet Huawei HarmonyOS, das Design erinnert stark an Apples WatchOS.

Beide Smartwatches bieten eine sehr gute Auswahl an Aktivitäts-und Gesundheitsfunktionen. So ist selbstverständlich ein 24-Stunden-Pulstracking an Bord, zudem informieren die Uhren über aktive Minuten und den Stresslevel und erinnern daran, sich zu bewegen. Nachts messen sie sowohl die Schlaf-als auch die Atemqualität. Tagsüber ermitteln sie die Sauerstoffsättigung des Bluts und messen auf Wunsch kontinuierlich die Hauttemperatur.

Für die Trainingsaufzeichung stehen 19 Modi für verschiedene Sportarten bereit. Eine automatische Start-und Stoppfunktion ist ebenfalls vorhanden, und im Menü finden wir einen Laufkurs. Bei beiden

Modellen funktioniert gerade die GPS-Aufzeichnung sehr akkurat.

In puncto Smartheit bietet Huawei nach wie vor eine eher mäßige Ausstattung, wobei das deutlich günstigere Basismodell in der Gesamtwertung um einiges besser abschneidet als die teure Pro-Version. Das liegt an der Handlichkeit, vor allem aber an den teilweise viel zu ungenauen Messdaten der edlen Titan-Uhr.

Huawei Health

Samsung Galaxy Watch 4 & 4 Classic

Wear & Health App

Samsung wagt mit der neuen Watch-4-Serie einen großen Schritt. Erstmals kommt Googles WearOS zum Einsatz, ergänzt um die hauseigene Oberfläche One UI. Die Andwender profitieren spürbar von der großen App-Auswahl im Play Store. Wer Spotify nutzt, kann sich Songs direkt auf die Uhr laden. Zudem verbaut Samsung die derzeit fortschrittlichste Sensorik. So lassen sich nun Blutdruck und Körperfettanteil messen. Dennoch sind die Uhren nicht für jeden Android-Nutzer eine volle Empfehlung, denn einige Features kann man nur mit Samsung-Phones uneingeschränkt nutzen.

Samsung verwendet wieder hochwertige Materialien: Für die Classic-Variante kommt robuster Edelstahl zum Einsatz, während in der normalen Watch 4 Aluminium verbaut wird. Das spürt man auch am Gewicht. Unterschiedlich sind auch die Abmessungen. Beide Modelle verfügen über ein makelloses OLED-Display und sind bis 5 ATM vor eindringendem Wasser geschützt. Der offensichtlichste Unterschied zwischen den beiden Modellen ist die physische Lünette der Classic, an der man sich fix durch die wichtigsten Menüs dreht. Beim Standardmodell dient der Displayrahmen als digitale Lünette. Zwei Knöpfe erleichtern die Navigation zusätzlich.

Gegen 150 Euro Aufpreis sind beide Modelle mit eSIM verfügbar. WLAN ist immer an Bord, und per NFC kann man zudem kontaktlos mit Samsung oder Google Pay bezahlen. Über zahlreiche Workouts zeichnet man auch Sport auf. Ferner misst die Galaxy Watch 4 kontinuierlich Puls, Stresslevel und Sauerstoffsättigung. Wie ihre Vorgängerin kann sie auch ein EKG anfertigen, das Herzrhythmusstörungen aufspürt. Neu im Smartwatch-Universum sind die Blutdruck-und Körperfettmessung. Zudem erfasst die Uhr die Schlafqualität. Die Genauigkeit der Messwerte ist insgesamt gut, beim Puls aber etwas inkonsistent. Die Akkulaufzeit schwankt zwischen 1,5 und zwei Nutzungs tagen.

* Schließen Sie über den Affiliate-Link einen Kauf ab, erhält unser Verlag eine Provision. Es entstehen keine Zusatzkosten.

Xiaomi Mi Watch

Mit 120 Euro UVP (derzeit 90 Euro) ist Xiaomis Mi Watch die günstigste Uhr im Test. Natürlich muss man bei einem solchen Preis gewisse Abstriche hinnehmen. Die Haptik des Kunststoffgehäuses ist nicht besonders hochwertig, dennoch ist die Mi Watch sauber verarbeitet. Im Vergleich zu teureren Uhren verzichtet Xiaomi auf kratzresistentes Gorillaoder Saphirglas, was sich im Alltag schnell auf dem Display bemerkbar macht. Der OLED-Screen gefällt aber sonst mit einer guten Ablesbarkeit und satten Farben.

Das Menü der Mi Watch ist verständlich aufgebaut und lässt sich zügig bedienen, ohne dass es Aussetzer gibt. Mit Amazons Alexa ist ein Sprachassistent an Bord, der sich mit einem langen Druck auf die obere Taste aktivieren lässt. Danach stellt man per Spracheingabe Timer, Wecker, fragt nach dem Wetter oder anderen allgemeinen Themen. Die Antworten trudeln recht fix auf dem Display ein, einen Lautsprecher hat die Mi Watch nämlich nicht. Schade: Nachrichten lassen sich nicht diktieren oder beantworten, auch nicht in vorgefertigten Phrasen.

Die übrigen smarten Funktionen sind ähnlich mau. So steht kein App-Store zur Verfügung, und mobiles Bezahlen ist ebenfalls nicht möglich. Musik lässt sich zudem nicht auf die Uhr laden, sondern lediglich steuern. Was die Gesundheitsfunktionen betrifft, zeichnet die Mi Watch kontinuierlich den Puls auf und misst den Blutsauerstoffgehalt. Sie erkennt Stehphasen, trackt Schritte und ermittelt per GPS die Streckenlänge beim Sport. Etagen zählt sie nicht. Während die Position und die Schritte sehr genau erfasst werden, arbeitet der Pulssensor ziemlich unpräzise – und das zu einem Grad, bei dem gewissenhaftes Training nicht mehr möglich ist. Dabei wäre die App mit ihren umfangreichen Auswertungen sehr gut für Sportler geeignet. Ihre Akkulaufzeit von knapp einer Woche ist ebenfalls ein Plus.

Mi Fit

So testet connect

Der Funktionsumfang von smarten Uhren ist groß. Wir haben auch die korrekte Aufzeichnung aller Sensordaten genauestens überprüft.

Kaufentscheidend sind neben Handhabung und Ausstattung von Wearables natürlich auch die Daten, die sie sammeln. Das können Herzschlag, Schrittzahl, Anzahl von Stockwerken oder die zurückgelegte Strecke sein, die per GPS oder aus den getätigten Schritten ermittelt wird. connect wäre nicht connect, wenn wir diese Daten nicht verifiziert und ihre Genauigkeit überprüft hätten. Obwohl man gerade beim Pulssensor natürlich keine medizinische Präzision erwarten darf, sollte auch ein optisch gemessener Puls zwecks Aussagekraft und Trainingseffekt nicht zu weit von der Realität entfernt sein. Ab einer Abweichung von zehn Schlägen verpufft die Aussagekraft der Werte völlig, wenn man für einen bestimmten Trainingseffekt in einer definierten Pulszone trainieren will.

Darum haben wir die Messergebnisse der Wearables mit denen eines Brustgurts verglichen, der den Herzschlag über die elektrischen Impulse des Muskels genauer erfassen kann. Relevant für die Wertung war sowohl die durchschnittliche als auch die maximale Frequenz in einer Ruhephase und beim Sport. Hier erzielen die Uhren bereits recht genaue Werte. Mit kurzfristigen Tempoänderungen haben Tracker weiterhin ihre Mühe, Garmin und Huawei kommen damit noch am besten zurecht.

Gelaufen sind wir mit jeder Uhr eine Strecke von rund 4,5 Kilometern, die gleichzeitig die Ortung auf die Probe stellen sollte. Außer über Feldund Wald wege führte die Route durch ein Wohngebiet, was eine alltagsnahe Mischung schafft. Um Ausreißer aus zugleichen, gingen wir mit jeder Uhr mehrmals auf Tour. Auch Radfahren stand auf dem Programm. Einen Unterschied bei der Genauigkeit zwischen den beiden Disziplinen konnten wir nicht feststellen.

Der Schrittzähler musste sich öfter gegen exakt 100 abgezählte Schritte beweisen, wobei die Genauigkeit überall auf einem hohen Niveau lag.

Treppensteigen gehörte ebenfalls zu den Testdisziplinen. Hier sind wir mit den Uhren vordefinierte Strecken abgelaufen, bei denen viele Stockwerke auf einmal oder mit größeren zeitlichen Abständen zwischen dem Treppensteigen zu absolvieren waren.

Nur Samsung muss bei dieser Thematik noch nachbessern, Garmin liefert die genauesten Werte.

Für die Laufzeitwerte haben wir die Akkuentladung sowohl beim Sport als auch bei einem konstanten Strom von Benachrichtigungen ermittelt.

Für die Laufzeitwerte haben wir die Akkuentladung sowohl beim Sport als auch bei einem konstanten Strom von Benachrichtigungen ermittelt. Mit den Uhren sind wir somit mehrmals joggen gewesen, um die Entladung in einer definierten Zeitspanne zu messen.

Wie bei Smartphones ist das Display der Zugang zu allem und sollte eine Top-Ablesbarkeit garantieren.

Vor allem, wenn man draußen bei Sonnenschein Sport treibt. Deswegen haben wir im Labor auch die Leuchtkraft der Screens gemessen. Diese liegt durchweg auf einem sehr guten Niveau, wobei die Venu 2 Plus mit kurzfristig über 1000 Candela einen Helligkeitsrekord aufstellte.

Fazit

Lennart Holtkemper, Redakteur

Am Ende des Vergleichs steht wieder die Frage: smart oder sportlich? Doch die Antwort fällt mittlerweile nicht mehr so eindeutig aus. Denn die einst reinen Sportuhren von Garmin bieten nun ebenfalls viele smarte Features wie einen Sprachassistenten oder Apps fürs Musikstreaming.

Sie möchten Ihre Smartwatch wie ein Smartphone nutzen? Also mit der Uhr auf vielfältige Weise Nachrichten verfassen und beantworten, und Sie legen Wert auf eine große App-Auswahl? Dann führt kein Weg an Samsungs Galaxy oder Apples Watch vorbei.

Sporttracking ist selbstverständlich ebenfalls mit hoher Genauigkeit möglich. Ihre Analysetools sind jedoch weniger umfangreich, und man muss mit einer relativ kurzen Akkulaufzeit leben.

Wer es sportlicher mag und damit zufrieden ist, Nachrichten einfach nur auf dem Handgelenk zu empfangen und eventuell mit einer Kurzantwort zu erwidern, der wird mit Huaweis Uhren zufrieden sein.

Sie haben gewisse Ambitionen, und Sport ist eine Lebenseinstellung? Dann liefert Garmin die genauesten Messwerte und umfangreichsten Analysetools. Wer zur teuren Fenix-Reihe greifen will, sollte sich genau überlegen, ob der riesige Funktionsumfang und die Offline-Karten tatsächlich notwendig sind und regelmäßig genutzt werden. Ansonsten ist die Fenix 7 natürlich auch so eine edle Smartwatch, die man vielleicht sogar zum Anzug tragen könnte.

Um ordentliche Messwerte zu erhalten, muss man keine teure Garmin-Uhr kaufen; in die preislich unteren Schubladen sollte man allerdings auch nicht greifen, wenn man mit den von der Uhr erhobenen Messwerten etwas anfangen möchte. Die günstige Mi Watch sollte daher weniger zum Sporttracking genutzt werden.