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gesundheit: In der Erkältungs-Sprechstunde


Vital - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 02.01.2020

Die einzige Krankheit, die wohl jede(n) von uns schon einmal erwischt hat. Eine Lappalie? Nicht unbedingt. Doch beim Arzt geht es meist nur um die Krankschreibung. Bei proppenvollen Wartezimmern bleibt vieles ungeklärt. Deshalb springen wir ein: 14 Fragen und Antworten zu einem Thema, das uns alle angeht


Artikelbild für den Artikel "gesundheit: In der Erkältungs-Sprechstunde" aus der Ausgabe 2/2020 von Vital. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

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1 Wo habe ich mich bloß angesteckt?

Niemand in der Familie schnieft – nur Sie hat es erwischt. Vielleicht lag es an der Kundin vor Ihnen an der Supermarktkasse, die sich schier die Lunge aus dem Leib hustete – ein Fest für die Erkältungsviren, die sich in Nasen- und Rachenschleimhaut der ...

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... angeschlagenen Frau breitgemacht haben und sich liebend gern verbreiten. Ein Teil der Erreger fliegt jetzt umhüllt von feinem Speichelnebel durch die Atemluft – und landet so auch bei Ihnen. Neben dieser nutzen Erkältungsviren auch die als zweiten Transportweg, um von Mensch zu Mensch zu wandern: Hustet jemand in die Hand, verteilen sich die Viren auf allem, was sie/er danach anfasst – Türklinken, Einkaufswagen etc. Berühren Sie diese Dinge und greifen sich anschließend z. B. an Ihre Nase, landen die Keime auf Ihren Schleimhäuten, wo sie sich vermehren. Schafft es Ihre Abwehr nicht, sie in Schach zu halten, entsteht eine Erkältung.

2 Warum erwischt Es mich immer wieder?

An einigen Mitmenschen scheinen Erkältungsviren regelrecht abzuprallen, während Sie vielleicht schon zum dritten Mal in dieser Saison mit einer Schniefnase den Alltag meistern (müssen). Ein Grund dafür: Ihr Immunsystem schwächelt. Zum Beispiel weil Sie unter Dauerstress stehen oder Ihrem Körper nicht ausreichend Schlaf gönnen. Studien zeigen auch, dass ein zu geringer Vitamin-D-Spiegel im Blut das Risiko von Erkältungen erhöht. Der Körper bildet den Vitalstoff mithilfe von Sonnenlicht selbst. Jetzt im Winter klappt das allerdings nicht so gut. Ihren Bedarf können Sie in der dunklen Jahreszeit mit Präparaten aus der Apotheke decken (z. B. „vitamin D-Loges 5.600 I.E. impuls“).

3 Wie war das noch mal, muss ich Antibiotika nehmen?

Kurz und knapp: nein! Denn ein Antibiotikum kann nur Bakterien bekämpfen. Auslöser eines grippalen Infekts sind aber fast immer Viren – und die lassen sich von den Mitteln nicht beeindrucken. Vielmehr belasten Sie Ihren Körper, wenn Sie Antibiotika zu oft und unnötig einnehmen. Denn die Arzneien greifen z. B. auch nützliche Darmbakterien an, die u. a. bei der Verdauung und im Immunsystem eine wichtige Rolle spielen. Hinzu kommt: Krank machende Bakterien können Resistenzen gegen Antibiotika entwickeln, sie werden also unempfindlich gegenüber den Mitteln. Die wirken dann nicht mehr, wenn sie tatsächlich bei einer bakteriellen Infektion helfen sollen. Im Falle von viral bedingten Atemwegsinfekten können Sie auch auf ein pflanzliches Antiinfektivum setzen. Bewährt haben sich Extrakte aus den Wurzeln der Kapland-Pelargonie. Rechtzeitig eingenommen können die die Krankheitsdauer verkürzen (z. B. „Umckaloabo“, in Apotheken).

4 Habe ich eine Erkältung oder eine Grippe?

Ein grippaler Infekt – also das, was wir Erkältung nennen – bahnt sich bei vielen mit einem Kratzen im Hals an. Im weiteren Verlauf kommen dann Schnupfen, Husten und Kopfschmerzen hinzu. Manchmal auch leichtes Fieber. Nach einer Woche haben Sie aber das Gröbste überstanden. Mehr zu den einzelnen Phasen auf Seite 29. Bei einer echten Grippe (Influenza) hingegen fühlen Sie sich wie aus dem Nichts richtig elend, haben starke Muskel- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost und Fieber, oft über 39 Grad. Auch typisch: trockener Husten. Schnupfen tritt eher selten auf. Der Krankheitsverlauf zieht sich häufig über mehrere Wochen hin. Gehen Sie bei Verdacht auf Grippe sofort zum Arzt.

5 Was kann ich gegen Kopfschmerzen und eine verstopfte Nase tun?

Duschen Sie doch mal Ihre Nase. Und zwar von innen, wenn sie noch nicht völlig zugemacht hat! Eine Spülung mit Salzwasser transportiert bei Schnupfen die Erkältungsviren ab und löst den Schleim. In Apotheken bekommen Sie spezielles Salz in Portionsbeuteln, abgestimmt auf die Füllmenge von Nasenduschen (z. B. „Emser Nasenspülsalz“). Durchatmen klappt jetzt besser – wenn doch bloß noch die Kopfschmerzen verschwinden würden. Den Druck können Sie mit Pfefferminzöl lindern. Schläfen und Stirn damit einreiben (z. B. „Euminz“, in Apotheken). Gegen beide Beschwerden gleichzeitig hilft auch ein neues Kombi-Präparat. Es enthält Ibuprofen, das Schmerzen lindert, und Pseudoephedrin, das die Nasenschleimhaut abschwellen lässt (z. B. „Doppelherz Grippal Complex“, in Apotheken).

Eins nach dem anderen

Eine Erkältung kommt drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage – sagt der Volksmund. Und hat damit gar nicht mal so unrecht. Ein grippaler Infekt verläuft in mehreren Phasen. Was in den einzelnen jeweils passiert

A DIE ANFANGSPHAS
Erkältungserreger haben eine Vorliebe für unsere Nasen-Rachen-Schleimhäute. Am häufigsten treiben dort Rhinoviren ihr Unwesen. Nachdem wir sie uns eingefangen haben, dauert es ein bis zwei Tage, bis wir die ersten Symptome bemerken: Die Nase juckt, der eine oder andere Nieser bahnt sich seinen Weg, der Hals kratzt. Wir frösteln und fühlen uns schlapp. Alles Zeichen dafür, dass unser Immunsystem schon jetzt auf Hochtouren arbeitet, um die Erreger loszuwerden.

B DIE AKUTPHASE
Jetzt setzt sich die körpereigene Abwehr intensiv mit den Erkältungsviren auseinander, und wir bekommen zwischen Tag drei bis fünf die Symptome deutlicher zu spüren: Der Taschentuchverbrauch steigt zunächst an, weil die Nase läuft, bis sie zunehmend verstopft. Halsschmerzen erschweren das Schlucken. Außerdem stellt sich ein trockener Reizhusten ein. Spätestens jetzt fühlen wir uns richtig matt. Neben Kopf- und Gliederschmerzen leiden einige Betroffene auch unter leichtem Fieber.

C DIE SPÄTPHASE
Sie zieht sich in der Regel vom sechsten bis zum neunten Tag hin. Langsam, aber sicher merken wir, dass es wieder bergauf geht: Durch die Nase atmen fällt nun spürbar leichter, Kopfund Gliederschmerzen nehmen immer weiter ab. Aus dem anfänglich trockenen Reizhusten entwickelt sich ein sogenannter produktiver Husten. Der Körper will auf diese Art und Weise die Krankheitserreger mithilfe von Schleim aus den Bronchien und dem Rachenraum abtransportieren.

D DIE ZEIT DANACH
Endlich! Um den zehnten Tag herum haben wir die Erkältung fast überstanden. Ein kleiner Wermutstropfen: Aus dem produktiven Husten hat sich im Abheilungsprozess wieder ein trockener Reizhusten entwickelt, der uns mit etwas Pech noch einige Zeit begleiten wird. Zumindest alle anderen Beschwerden dürften jetzt aber verschwunden sein. Auch wenn wir uns nun besser fühlen, sollten wir uns noch ein wenig schonen. Nur dann kann die Erkältung vollständig ausheilen.

6 Was kann ich gegen Husten tun?

Eigentlich übernimmt Husten eine sehr wichtige Aufgabe: Er befreit die Bronchien von Fremdkörpern und Schleim. Zu Beginn einer Erkältung kommt er aber als trockener Reizhusten daher, weil sich noch kein Schleim gebildet hat, der die Erreger aus dem Körper befördern kann. Fällt er so stark aus, dass die Nachtruhe leidet, können Sie ihn kurzfristig stoppen (z. B. „Hustenstiller-ratiopharm Dextromethorphan“, in Apotheken). Bildet sich zäher Schleim, sollten Sie ihn verflüssigen. Dabei helfen ätherische Öle aus Myrte, Eukalyptus, Süßorange und Zitrone in Kapselform: Sie lösen festsitzendes Sekret und machen die Erreger unschädlich (z. B. „GeloMyrtol forte“, in Apotheken).

7 Kann ich beim Niesen etwas falsch machen?

Stellen Sie sich einen Nieser als unüberhörbaren Versuch der Nase vor, Fremdkörper wie Erkältungsviren loszuwerden. Diesen Reflex sollten Sie nicht unterdrücken, indem Sie Ihre Nase zuhalten. Denn dabei entsteht ein hoher Druck, der die Erreger bis in den letzten Winkel von Nasennebenhöhlen und Mittelohr pressen kann. Mit etwas Pech entstehen dann dort Entzündungen. Außerdem steigt das Risiko, dass Sie Ihr Trommelfell schädigen. Niesen Sie stattdessen in Ihre Armbeuge oder in ein Papiertaschentuch. Möchten Sie sich bei der Gelegenheit gleich die Nase putzen: Sekret nicht mit Gewalt herausprusten, sondern ein Nasenloch nach dem anderen leeren, nicht beide gleichzeitig.

8 Was sollte ich jetzt generell beachten?

Gönnen Sie sich so viel Ruhe wie möglich. Denn Ihr Körper braucht nun alle Energie, um gegen die Erkältungserreger vorzugehen. Bei erhöhter Temperatur und erst recht bei Fieber sollten Sie das Bett hüten. Geht es Ihnen schon etwas besser, spricht nichts gegen einen Spaziergang an der frischen Luft, der das Immunsystem ankurbelt. In einen Ganzkörper-Schutzanzug brauchen Sie sich natürlich nicht zu hüllen, zusätzlich sollten Sie aber eine wichtige Hygieneregel beachten – sie schützt Ihre Mitmenschen vor den Erregern: nach dem Niesen, Naseputzen oder Husten die Hände waschen, am besten Flüssigseife benutzen und damit die Hände mindestens 20 Sekunden lang einreiben und unter fließendem Wasser abspülen.

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9Wie schütze ich mich vor Erkältungen?

Gründliches Händewaschen (siehe Punkt 8) spült Erkältungsviren schon mal weg, bevor sie uns infizieren. Sie sollten darüber hinaus Räume regelmäßig lüften, dreimal täglich mit weit geöffneten Fenstern. Das befördert die Erreger nach draußen, und frische Luft enthält natürlicherweise mehr Feuchtigkeit (siehe auch Nr. 12). Ihr Immunsystem unterstützen Sie übers Jahr durch regelmäßige Saunagänge und ausreichend Bewegung. Eine vierwöchige Kur mit Schüßler-Salzen stärkt Ihre innere Schutzpolizei in der Erkältungszeit ebenfalls. Vormittags Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12, mittags Nr. 6 Kalium sulfuricum D6 und abends Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6, je zwei Tabletten langsam lutschen (z. B. von DHU, in Apotheken).

11 Was hilft wirklich bei Halsschmerzen?

Abwarten nicht, Teetrinken sehr wohl! Zum Beispiel einen aus Salbeiblättern. In ihnen stecken ätherische Öle, Flavonoide sowie Gerb- und Bitterstoffe. Sie alle nehmen es mit schmerzhaften Entzündungen im Rachen auf. Zubereitung: 2 TL getrocknete Blätter (in Apotheken) in eine Tasse geben, 200 ml kochendes Wasser darübergießen, zehn Minuten ziehen lassen und abseihen. Auch die Inhaltsstoffe des Eibischs haben sich bewährt, wenn der Hals wehtut. Sie legen sich wie ein pflanzlicher Schutzfilm um die lädierten Schleimhäute im Rachen. Zusätzlich wirkt Eibisch-Extrakt schmerzlindernd (z. B. in „anginetten dolo akut Halsschmerztabletten“, in Apotheken).

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Unerwünschter Bonus

Wenn Erkältungsviren den Weg für eine Superinfektion ebnen

■ Was ist hier los?
Die Erkältungsbeschwerden nehmen einfach nicht ab, sondern eher zu. Der Auswurf hat eine gelblich grüne Farbe angenommen, aus der leicht erhöhten Temperatur entwickelt sich hohes Fieber. Womöglich steckt eine Superinfektion dahinter. Dieser Begriff hört sich auf gewisse Weise positiv an. Das lateinische „super“ ist in diesem Zusammenhang aber nicht als lobender Superlativ zu verstehen, sondern meint „obenauf“. Konkret bedeutet das: Auf die Erkältungsviren satteln sich noch bestimmte Bakterien drauf, sie nutzen den schwachen Moment des angeschlagenen Immunsystems aus. Als besonders gefährdet gelten ältere Menschen und Patienten mit chronischen Krankheiten wie Diabetes oder Asthma, weil ihre Abwehrkräfte ohnehin schon geschwächt sind

■ Welche Folgen hat das?
Der Doppelangriff kann den Infekt in die tieferen Ebenen treiben und beispielsweise eine Bronchitis oder Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) verursachen. Achten Sie auf ein deutliches Druckgefühl im Kopf oder auf der Brust. Es kann sich sogar eine Lungenentzündung daraus entwickeln – mit verstärkten Erkältungssymptomen und Atembeschwerden wie Luftnot. In seltenen Fällen tritt sogar eine Herzmuskelentzündung auf, die sich z. B. durch Schmerzen in der Brust äußert.

■ Was macht der Arzt?

Mediziner nehmen meist einen Abstrich der Schleimhäute und untersuchen ihn auf Bakterien. Bestätigt sich der Verdacht, verordnen Ärzte Antibiotika, um die Erreger zu bekämpfen.

12 Was hat eine Erkältung eigentlich mit Kälte zu tun?

Hier besteht zwar durchaus ein Zusammenhang, aber ein anderer, als ihn viele oft vermuten. Wenn wir durchgefroren nach Hause kommen, entsteht daraus nicht zwangsläufig eine Erkältung. Weil wir uns aber in der kalten Jahreszeit vermehrt mit anderen Menschen in geschlossenen Räumen aufhalten, haben es Erkältungsviren besonders leicht, sich zu verbreiten (siehe Nr. 1). Außerdem laufen Heizkörper jetzt im Dauerbetrieb. Und die warme Luft trocknet die schützenden Nasenschleimhäute aus. Das macht sie durchlässiger für die Erreger, und wir werden angreifbarer für einen Infekt. Nasensprays mit feuchtigkeitsspendendem Aloe-vera-Gel wirken dem entgegen (z. B. „Rhinodoron“, in Apotheken). Im Gegensatz zu Sprays mit abschwellenden Inhaltsstoffen trocknen solche Mittel die Schleimhäute nicht aus, sie pflegen vielmehr intensiv. Kalte Füße sollten wir jedoch vermeiden, weil das vegetative Nervensystem dann die Durchblutung der Atemwege drosselt und wir anfälliger werden.

13 Wie kann ich trotz Schnupfen gut schlafen?

Wer abends erschöpft ins Bett fällt, möchte sich eigentlich von den Erkältungssymptomen erholen. Wie nervig, dass oft Husten und eine verstopfte Nase dazwischenkommen. Eine Studie aus Großbritannien zeigt, dass Erkältungssalben mit ätherischen Ölen die Schlafqualität von Patienten mit grippalen Infekten um fast 90 Prozent verbessern – weil Wirkstoffe wie Menthol und Campher schnell die Atemwege befreien. Am besten vor dem Zubettgehen anwenden und beispielsweise Brust und Rücken damit einreiben (z. B. „Wick VapoRub“, in Apotheken). Zusätzlich sollten Sie Ihren Kopf höher lagern. Dadurch verringert sich der Druck in den Nasennebenhöhlen, und das Atmen fällt wieder leichter. Verwenden Sie dafür einfach ein Extrakissen. Weil guter Schlaf dazu beiträgt, sich besser von der Erkrankung zu erholen, sind abschwellende Nasensprays zur Nacht ein Segen. Wichtig: Präparate mit abschwellenden Wirkstoffen wie Xylometazolin oder Oxymetazolin höchstens eine Woche lang anwenden. Sonst gewöhnen sich die Schleimhäute daran und schwellen daraufhin umso stärker wieder an (Rebound-Phänomen).

14 Muss ich die Medikamente selbst zahlen?

Um ein bisschen Bürokratie kommen wir jetzt leider nicht herum: Der Gesetzgeber hat in der Gesundheitsreform von 2003 geregelt, dass Krankenkassen frei verkäufliche Arzneien – zum Beispiel Erkältungsmittel – Erwachsenen grundsätzlich nicht mehr erstatten. Hier hat nun das Grüne Rezept seinen großen Auftritt: Auf ihm können Ärzte eine Empfehlung für ein frei verkäufliches Medikament notieren. Bezahlen müssen Sie das Präparat zunächst selbst. Heben Sie das Rezept und die Quittung aus der Apotheke jedoch gut auf. Denn viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten im Rahmen von freiwilligen Satzungsleistungen teilweise oder sogar ganz. Falls der Arzt bei einer Erkältung einen Hustensaft oder bestimmte Schmerztabletten empfiehlt, aber kein Grünes Rezept ausstellt, bitten Sie ihn darum. Er hat dadurch keine (finanziellen) Nachteile.