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GESUNDHEIT: Mama, ich hab mir wehgetan!


Leben & erziehen - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 08.05.2019

Kleine Unfälle und Stürze auf dem Spielplatz sind ganz normal. So leisten Eltern schnell Erste Hilfe


Artikelbild für den Artikel "GESUNDHEIT: Mama, ich hab mir wehgetan!" aus der Ausgabe 6/2019 von Leben & erziehen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Leben & erziehen, Ausgabe 6/2019

Das erste Mal selbst die Leiter zur Rutsche hochsteigen, über den Wackelbalken zittern, ohne nach Mamas Hand zu greifen: Wer das schafft, kann stolz auf sich sein. Auf dem Spielplatz werden Kinder geschickt und sie lernen, sich selbst besser einzuschätzen. Bis es so weit ist, holt sich so manches Kleinkind eine blutige Lippe oder Schürfwunde an den Knien. Dann ist die Aufregung ...

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Das erste Mal selbst die Leiter zur Rutsche hochsteigen, über den Wackelbalken zittern, ohne nach Mamas Hand zu greifen: Wer das schafft, kann stolz auf sich sein. Auf dem Spielplatz werden Kinder geschickt und sie lernen, sich selbst besser einzuschätzen. Bis es so weit ist, holt sich so manches Kleinkind eine blutige Lippe oder Schürfwunde an den Knien. Dann ist die Aufregung groß.
Verständlich – aber gerade jetzt ist einklarer Kopf wichtig. Janko von Ribbeck rät deshalb Eltern in seinen Kursen „Erste Hilfe am Kind“: „Holen Sie tief Luft und atmen Sie gegen den leichten Widerstand Ihrer Lippen wieder ganz tief aus. Sie werden sofort merken, wie Ihre Gedanken klarer werden.“ Der Homöopath und Autor des Notfallratgebers „Schnelle Hilfe für Kinder“ (Kösel; 17,99 Euro) hat jahrelang im Rettungsdienst gearbeitet und weiß auch als vierfacher Vater: „Erste Hilfe findet vor allem im Kopf statt und ist nicht vorrangig eine Sache der Ausrüstung. Eine Platzwunde lässt sich auch ohne steriles Verbandsmaterial behelfsmäßig versorgen, bis man in der Klinik ist. Schon ein Taschentuch, das auf die Blutung gedrückt wird, reicht erst mal aus.“
Natürlich haben die meisten Eltern kein Erste-Hilfe-Set auf dem Spielplatz dabei – auch Janko von Ribbeck nicht. Aber in seinem Geldbeutel steckt immerein Pflaster . „Das brauchen Sie in 99 Prozent aller Spielplatzunfälle, vor allem wegen der psychologischen Komponente: Pflaster drauf und gut ist‘s.“ Besonders hilfreich ist das bei Schürfwunden, die zwar meist kaum bluten, dafür sehr wehtun können. Aber muss man verschmutzte Wunden nicht zuerst säubern? Eigentlich schon. Doch weil viele Kinder sich nur beruhigen, wenn sie ein Pflaster kriegen, können Eltern die Wunde auch erst zu Hause unter fließendem Wasser reinigen: „Desinfektion ist möglich, aber nicht nötig.“
Wichtig bei Prellungen und Verstauchungen: zu Hause kühlen und hochlagern. „Arnikasalbe heilt und lindert den Schmerz, wobei die Haut an der Stelle, die eingerieben wird, nicht verletzt sein darf“, sagt Homöopath von Ribbeck. „Innerlich wirkt Arnika, auch nach Stürzen auf den Kopf, in Form von Globuli – einmal drei Stück in der Potenz C 30.“
Hat eine Biene oder Wespe gestochen, muss der Stachel, falls er noch steckt, mit einer Pinzette oder Zeckenkarte entfernt werden. Janko von Ribbeck empfiehlt außerdem die Globuli Apis C 30.
Manchmal muss auch ein Zahn dran glauben. „Einen Milchzahn braucht man nicht zu retten, einen bleibenden schon. Schnelligkeit ist dabei das A und O, Kind und Zahn müssen innerhalb einer halben Stunde beim Zahnarzt sein“, betont der Experte.
Wer in einer solchen Situation überfordert ist, ruftdie 112 . „Kein Sanitäter ist einer Mutter böse, selbst wenn er mal wegen einer Pillepalle-Platzwunde anrücken musste“, sagt von Ribbeck. Wenn sich ein Kind aber nach einem Sturz übergibt oder plötzlich einschläft, wenn es den verletzten Körperteil gar nicht belasten will oder eine große Platz- oder Schnittwunde hat, die genäht werden muss, fahren Eltern auf jeden Fall besser ins Krankenhaus.


FOTO: SHUTTERSTOCK.COM