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GESUNDHEIT & MEDIZIN: Baustelle Zucker


SUPERillu - epaper ⋅ Ausgabe 7/2019 vom 07.02.2019

Er ist zur beliebten Alltagsdroge geworden. Ohne den weißen Stoff wollen wir nicht leben. Wie wir bei dem Genuss maßhalten und welcheAlternativen gesünder sind


Artikelbild für den Artikel "GESUNDHEIT & MEDIZIN: Baustelle Zucker" aus der Ausgabe 7/2019 von SUPERillu. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: SUPERillu, Ausgabe 7/2019

Der Deutschen Lieblingsdroge ist billig, legal und fast in jedem Kinderzimmer erhältlich. An Zucker in all seinen Erscheinungsformen sind die meisten von uns seit frühester Kindheit gewöhnt. So sehr sind wir auf den süßen Geschmack getrimmt, dass wir es kaum merken, wenn wir ihn zu uns nehmen. Zumal der Süßstoff nicht nur offensichtlich in Bonbons und Schokolade steckt, sondern auch versteckt ist in Säuglingsnahrung, Rotkohl, Kindertee oder ...

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... Tomatenketchup.

Rund 35 Kilogramm Zucker nimmt jeder Deutsche im Schnitt jährlich zu sich. Kinder und Jugendliche sind die besten Konsumenten. Sie verdrücken im Jahr das Mehrfache ihres Körpergewichts an Zucker.

Zucker als Trostpflaster

Laut einer Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) glauben 57 Prozent der unter 18-Jährigen, dass Zucker eine gute Nervennahrung ist. Das ist noch nicht mal falsch, denn die Vorliebe für Zucker ist genetisch bedingt. Im Laufe der Evolution hat der Homo sapiens das weiße Wundermittel als schnellen Energiebringer schätzen gelernt.

So erzeugt kaum ein anderes Nahrungsmittel das Verlangen, immer mehr davon zu essen. Süßigkeiten sind zur Ersatzbefriedigung geworden, zum Trostpflaster bei Ärger, Frust. Und schließlich ist Zucker ein bequemes Erziehungsmittel. „Mit Süßigkeiten lässt sich ein Kind belohnen, aber auch bestrafen“, sagt Ernährungswissenschaftlerin und Buchautorin Dr. Andrea Flemmer („Echt Süß! Gesunde Zuckeralternativen im Vergleich“).

Ein Ernährungsprinzip, das mit Vorsicht angewandt werden sollte. Jedes dritte Kind in Deutschland ist übergewichtig. Die Zähne von über 20 Prozent aller Kleinkinder sind von Karies befallen. Ein Zuviel an Zucker begünstigt bei Erwachsenen wie bei Kindern zahlreiche Krankheiten, wie Diabetes oder Leberleiden. Es führt zu einem gestörten Fettstoffwechsel, der zur Blutverfettung, der Vorstufe der Arteriosklerose, beiträgt.

Was also tun - bereuen oder dennoch genießen? „Es geht nicht darum, den Zucker zu verdammen, sondern seinen Zuckerkonsum auf ein gesundes Maß zurückzuschrauben“, sagt Andrea Flemmer. Maximal 50 Gramm täglich empfiehlt die DGE.

Den Zucker zu entdecken, ist jedoch nicht so einfach. Auf den Verpackungen müssen nur Rohr- und Rübenzucker als „Zucker“ deklariert werden. Die zahlreichen weiteren Süßungsmittel erkennt man meist an den Fachausdrücken, die auf „…ose“ enden, wie Fruktose oder die aus Maisstärke gewonnene Isoglukose.

In den Kalorientabellen, die den „Brennwert“ unserer Nahrung angeben, wird der Zucker unter den Kohlenhydraten aufgeführt. Wenn es dort bei Schokolade heißt: 55 Prozent Kohlenhydrate, bedeutet das in dem Fall, dass nahezu die gesamten 55 Prozent dieser Kohlenhydrate Zucker sind.

Alternativen zum Süßen

Andrea Flemmer rät: Nährwertangaben genau studieren, im Restaurant ruhig mal nach dem Zuckergehalt fragen. Die Süßschwelle langsam herunterregulieren, indem man die Zuckermenge für den Kaffee reduziert. Oder auf gesündere, kalorienärmere Süßungsvarianten zurückgreifen.
britta.zimmermann@superillu.de

Der Rostocker Mediziner Dr. Gernot Rücker ist Miniaturfotograf. In seiner Serie hat er festgehalten, wie viele Stück Würfelzucker in Lebensmitteln enthalten sind. Infos unterwww.gernotruecker.de

Vier Süße im Vergleich

1 Stevia

Ursprung: Südamerikanisches Honigkraut. Schmeckt leicht nach Lakritz. Gesundheit: Wirkt leicht gefäßerweiternd und blutdrucksenkend. Kein Einfluss auf Insulinstoffwechsel, für Diabetiker geeignet. Süßkraft ist bis 300 Mal stärker, kalorienfrei.

2 Birkenzucker (Xylit)

Ursprung: Xylit wird in einem aufwendigen Verfahren aus Birkenrinde hergestellt. Gesundheit: Bekämpft Kariesbakterien, unterstützt die Mundhygiene. Deswegen findet man Xylit in vielen Zahnpflegekaugummis. 40 Prozent weniger Kalorien als Haushaltszucker.

3 Agavendicksaft

Ursprung : Er wird aus dem Saft der blauen Tequila-Agave (Mexiko) gewonnen. Dünnflüssiger als Honig. Gesundheit: Natürliche Süßungsvariante, weniger stark verarbeitet, enthält aber viel Fruchtzucker, kann Verdauungsprobleme machen.

4 Erythrit

Ursprung: In natürlicher Form kommt Erythrit in reifen Früchten, wie Melone oder Weintrauben, vor. Chemisch gesehen gehört es zu den Zuckeralkoholen. Gesundheit: Diabetikergeeignet. Hat 70 Prozent der Süßkraft von Zucker, nahezu kalorienfrei.


FOTOS: Gernot Ruecker, fotolia (3), seasons.agency, privat