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GESUNDHEIT : RHEUMA: Es kann jeden treffen!


Ratgeber Frau und Familie - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 27.09.2019

Verkrümmte Gelenke und starke Schmerzen. Diese Vorstellung haben viele, wenn sie an Rheuma denken. Doch das Krankheitsbild ist vielfältig und es gibt mittlerweile erfolgversprechende Therapien


Artikelbild für den Artikel "GESUNDHEIT : RHEUMA: Es kann jeden treffen!" aus der Ausgabe 10/2019 von Ratgeber Frau und Familie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Ratgeber Frau und Familie, Ausgabe 10/2019

Die Diagnose Rheuma trifft Marie K. wie ein Schlag. „Ich soll Rheuma haben?“ Ungläubig schaut sie den Rheumatologen an. Obwohl sie sich in letzter Zeit schon häufiger mit dem Gedanken auseinandergesetzt hat, nachdem ihr Hausarzt diese Diagnose in Erwägung gezogen hatte, kann sie es dennoch nicht glauben. „Meine Oma hat Rheuma, sie ist 72. Aber ich? Ich bin gerade Anfang 40!“
„Rheuma kann in jedem Alter auftreten“, ...

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Die Diagnose Rheuma trifft Marie K. wie ein Schlag. „Ich soll Rheuma haben?“ Ungläubig schaut sie den Rheumatologen an. Obwohl sie sich in letzter Zeit schon häufiger mit dem Gedanken auseinandergesetzt hat, nachdem ihr Hausarzt diese Diagnose in Erwägung gezogen hatte, kann sie es dennoch nicht glauben. „Meine Oma hat Rheuma, sie ist 72. Aber ich? Ich bin gerade Anfang 40!“
„Rheuma kann in jedem Alter auftreten“, erklärt Dr. Kleinschmidt und versucht seine Patientin zu beruhigen. „Sie haben eine entzündliche Form des Rheumas. Die sogenannte rheumatoide Arthritis.“ Viele Gedanken gehen Marie durch den Kopf, sodass sie ihm gar nicht richtig zuhört. Marie ist Physiotherapeutin und kennt sich gut mit dem Krankheitsbild aus. Schließlich hat sie schon viele Patienten mit dieser Diagnose behandelt, was die Sache für sie nicht gerade leichter macht.


Rund 800 000 Menschen in Deutschland leiden an rheumatoider Arthritis


Als sie zu Hause ihrem Mann davon erzählt, ist dieser zunächst ebenso schockiert, aber zugleich auch erleichtert. Endlich haben die seit Monaten bestehenden Beschwerden nun einen Namen. Somit hat das ständige Rätselraten ein Ende und der Blick kann auf die notwendige Therapie gerichtet werden. Der Alltag war in letzter Zeit zunehmend schwierig geworden. Beide waren berufstätig und ihre Zwillinge gingen noch in die Kita.

Eine Erkrankung mit vielen Gesichtern

Rund 800 000 Menschen leiden in Deutschland an rheumatoider Arthritis, was ungefähr ein Prozent der Bevölkerung entspricht. Frauen sind dreimal häufiger von dieser oft schmerzhaften Erkrankung betroffen als Männer. Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste der rund 100 verschiedenen Erkrankungen, die unter dem Oberbegriff Rheuma zusammengefasst werden. Man nennt sie auch Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, da ihre Form und Ausprägung ganz unterschiedlich sein kann. Gemein ist diesen Formen, dass sie chronische Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat beschreiben. Das beinhaltet Beschwerden von Knochen, Muskeln, Gelenken, Bändern und Sehnen und dem Bindegewebe. Hierbei werden vier große Gruppen unterschieden, in einer von denen sich etwa 17 Millionen Deutsche wiederfinden.

Eine Gruppe umfasst diedegenerativ rheumatischen Erkrankungen, zu denen die Arthrose gehört. Durch Abnutzungserscheinungen des Gelenkknorpels an der Wirbelsäule, den Knien, der Hüfte oder vielen weiteren Gelenken des Körpers, kommt es zu schmerzhaften Bewegungseinschränkungen. Da diese in der Regel nicht entzündlich sind, treten die Schmerzen nur bei Belastung auf. In Ruhe haben die Betroffenen im Gegensatz zur rheumatoiden Arthritis nur wenig bis keine Beschwerden.

Eine weitere Gruppe umfasst diestoffwechselbedingten rheumatischen Erkrankungen wie Osteoporose und Gicht. Durch Veränderungen des Knochenstoffwechsel kommt es zu Veränderungen in den betroffenen Knochen. Diese ist grundsätzlich zwar nicht schmerzhaft, doch die daraus resultierenden Knochenverformungen wirken sich auf die umgebenden Sehnen und Muskeln aus, was Schmerzen verursachen kann.

Die dritte Gruppe umfasst allechronischen Schmerzsyndrome des Bewegungsapparates. Die häufigsten Beschwerden liegen hier im Bereich der Wirbelsäule. Die Ursachen sind dabei vielfältig. Arthrotische Veränderungen, schmerzhafte Muskel- und Bandstrukturen können genauso Verursacher der Schmerzen sein wie gereizte Sehnenansätze oder Gelenkkapseln. Auch die Fibromyalgie, die umgangssprachlich als Weichteilrheumatismus bezeichnet wird, gehört zu den chronischen Schmerzsyndromen. Selbst wenn bei einem Tennisarm niemand gleich an Rheuma denkt, wird dennoch deutlich, dass eine Rheuma-Diagnose zunächst lediglich ein Schmerz - syndrom des Bewegungsapparates beschreibt.

Am häufigsten betroffen sind Hand- und Fingergelenke


Die vierte Gruppe, zu der Marie K. gehört, ist die Gruppe derentzündlich rheumatischen Erkrankungen. Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste Form in dieser Gruppe. Weitere Erkrankungen, die dieser Gruppe zugeordnet werden, sind der Morbus Bechterew, eine Erkrankung, bei der durch Entzündungen die kleinen Wirbelgelenke mit der Zeit versteifen und die Wirbelsäule nahezu unbeweglich wird. Entzündungen der Blutgefäße wie beispielsweise bei der eher seltenen Riesenzellarteriitis, betreffen zwar nicht den Bewegungsapparat, werden aber dennoch den rheumatischen Erkrankungen zugeordnet. Bei den sogenannten Kollagenosen entzündet sich das Bindegewebe an verschiedenen Stellen im Körper, in dem das Immunsystem körpereigene Zellen angreift und zerstört.

Schlafstörungen und Morgensteifigkeit

Marie fühlte sich seit Monaten schon wie gerädert. Ständig war sie müde und abgeschlagen, selbst wenn sie ausreichend geschlafen hatte. Allerdings hatte sie Schlafstörungen und wachte nachts häufig auf, sodass von erholsamem Schlaf eigentlich gar keine Rede sein konnte. Manchmal hatte sie nachts so starke Rückenschmerzen, dass sie aufstehen und ein wenig umherlaufen musste, bevor sie sich wieder hinlegen konnte. Die Bewegung tat ihr gut und linderte die Schmerzen etwas. Sie schob die Schlafstörungen und die Rückenschmerzen zunächst auf die Doppelbelastung von Beruf und Kindererziehung. Außerdem waren sie vor einigen Wochen erst umgezogen. Das hatte natürlich an ihren Kräften gezerrt. Dann das häufige Tragen der Zwillinge, was sie mehr und mehr versuchte zu reduzieren. Doch als sie immer wieder bemerkte, dass ihre Glieder auch nach längerem Sitzen wie eingefroren waren, was sich auch erst durch Bewegung reduzieren ließ, kam sie mit ihrer Überlastungstheorie nicht mehr weiter. Als Marie schließlich morgens mit geröteten und geschwollenen Fingergelenken aufwachte, suchte sie Dr. Kleinschmidt auf, der ihre Befürchtung einer rheumatoiden Arthritis bestätigte.

Weitere Symptome, die bei einer rheumatoiden Arthritis auftreten können, sind ein allgemeines Krankheitsgefühl, Nachtschweiß, Fieber und Gewichtsverlust. In der Regel sind mehr als zwei Gelenke entzündet, die zunächst die Finger- und Mittelglieder betreffen. Die Endgelenke sind meistens symptomfrei. Typisch ist die sogenannte Morgensteifigkeit, bei der die Gelenke erst nach Bewegung wieder mobil werden. Die Krankheit verläuft allerdings sehr unterschiedlich, sodass auch zuerst die Ellbogen oder Knie - gelenke betroffen sein können. Im Laufe der Zeit können knotenartige Veränderungen an den Gelenken, die Rheumaknoten, entstehen. Im späteren Stadium verändern die Gelenke oft ihre Form und es kommt zu Deformitäten. Mal tritt die Erkrankung schleichend auf, mit nur geringen Beschwerden, die sich mit der Zeit verschlimmer. Mal kann sie aber auch ganz plötzlich, quasi über Nacht in Erscheinung treten. Sie kann jahrelang stillstehen und gar keine Beschwerden verursachen, bevor sie dann wieder schubweise zu entzündeten Gelenken führt.

Der Angriff auf die eigene Immunabwehr

„Um die Diagnose bestätigen zu können, müssen wir noch ein paar Untersuchungen durchführen. Jedoch spricht vieles für die Gruppe der entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Bei dieser Gruppe greift das Immunsystem an“.
„Ich weiß, Dr. Kleinschmidt“, unterbricht Marie ihren Arzt. „Ich habe es oft Patienten erklärt. Das Immunsystem, das die Aufgabe hat, den Körper von unerwünschten Eindringlingen zu befreien und ihn gesund zu halten, greift nun körper - eigene Zellen an.“


Morgensteifigkeit und Müdigkeit sind typische Symptome bei Rheuma


„Ganz genau“, stimmt Dr. Kleinschmidt zu und lässt Marie fortfahren.
„Das komplexe Zusammenspiel der Immunzellen ist so gestört, dass diese in die Gelenke einwandern und dort entzündungsfördernde Zellen produzieren. Diese zerstören die Gelenkinnenhaut, sodass die Produktion der Gelenkschmiere reduziert wird. Die Gelenke werden steif. Durch die entstandene Entzündung schwellen die Gelenke an und werden rot, heiß und schmerzen stark.
Nach einer gewissen Zeit greifen die Zellen auch den Knorpel und den Knochen an. Schließlich ist es eine degenerative, also fortschreitende Erkrankung. Und außerdem, …“. „Ok, wenn ich Sie nun kurz unterbrechen dürfte, Marie.“

Dr. Kleinschmidt hatte bemerkt, dass Marie noch unter Schock stand und alle wesentlichen Dinge in Bezug auf die Erkrankung sprichwörtlich abspulen konnte.

„Wie ich höre, kennen Sie sich bestens aus. Dann sollten wir keine Zeit verlieren und mit den nötigen Untersuchungen beginnen, damit wir eine Therapie festlegen können. Denn Sie wissen ja, wie wichtig es ist, frühzeitig mit der Therapie zu beginnen, um die Folgeschäden möglichst gering zu halten.“ Marie nickte wortlos.
„Denken Sie bitte auch daran, dass die Krankheit mit den richtigen Medikamenten, sehr gut behandelt werden kann. Bei manchen Patienten steht sie sogar jahrelang still.“ „Eine Sache habe ich allerdings nie verstanden“, wirft Marie ein. „Warum bekommt der eine Rheuma und der andere nicht?“
„Das ist eine gute Frage, auf die die Wissenschaft noch keine befriedigende Antwort gefunden hat. Vermutlich ist eine genetische Veranlagung beteiligt. 80 Prozent der Erkrankten sind Frauen, somit könnte es auch eine hormonelle Komponente geben. Vielfach berichten Betroffene von stressigen Lebensphasen, so wie es bei Ihnen der Fall ist, in denen die Krankheit zum Ausbruch kommt. Eine ungesunde Ernährung fördert entzündliche Reaktionen ebenso wie das Rauchen.“


Eine Operation ist immer die letzte Option


Rheumatoide Arthritis ist leicht zu erkennen

Zur Diagnostik der rheumatoiden Arthritis steht die Blutuntersuchung an erster Stelle. Allgemeine Entzündungsparameter geben einen ersten Hinweis, der durch den Nachweis spezifischer Antikörper und gegebenenfalls eines Rheumafaktors bestätigt werden kann. In der Regel wird auf einem Röntgenbild die Zerstörung der Gelenkstrukturen gut sichtbar. Im Zweifelsfall oder zur genaueren Begutachtung kann eine Ultraschalluntersuchung hinzugezogen sowie eine MRT durchgeführt werden. In manchen Fällen kann es notwendig sein, eine Gelenkpunktion durchzuführen, bei der die entnommene Gelenkflüssigkeit untersucht wird.

Die Behandlung basiert auf verschiedenen Säulen

Nachdem die Diagnose bei Marie K. zweifelsfrei bestätigt wurde, erhielt sie direkt ein entzündungshemmendes Medikament: Cortison bringt im akuten Schub der Erkrankung meistens schnelle Linderung und reduziert die Entzündung in den Gelenken. In schweren Fällen kann es sogar direkt ins Gelenk gespritzt werden.

Zur symptomatischen Therapie werden oft nicht steroidale Anti rheuma - tika (NSAR) wie Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac empfohlen. Diese sollten allerdings nicht über einen längeren Zeitraum ein - genommen werden, da sie das Risiko zur Entwicklung von Magen- und Darmgeschwüren erhöhen, insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme von Cortison.

Im späteren Verlauf erfolgt je nach Krankheitsverlauf eine sogenannte Basistherapie. Ein bekannter Wirkstoff aus einer Gruppe von weiteren Medikamenten ist das MTX. Es wirkt erst Wochen bis Monate nach der ersten Einnahme, mit dem Ziel den Krankheitsverlauf zu verlangsamen oder aufzuhalten. Sollte dieses Medikament keinen Erfolg zeigen, können nach genauer Prüfung noch Biologika eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um gentechnisch veränderte Abwehrstoffe, die sich speziell gegen Entzündungsbotenstoffe richten.

Eine Operation, bei der ein Teil oder die gesamte Gelenkinnenhaut des entzündeten Gelenks entfernt wird, sollte immer die letzte Option sein.

Ein merkwürdiges Gefühl für Marie, sich als Patientin behandeln zu lassen. Normalerweise ist sie es schließlich, die sich um ihre Patienten kümmert. Doch die Physiotherapie ist eine wichtige Säule bei der Behandlung von rheumatoider Arthritis, damit die Gelenke nicht versteifen und ihre Beweglichkeit möglichst lange erhalten bleibt.

Mehr Informationen unter
Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e. V. Maximilianstraße 14, 53111 Bonn
www.rheuma-liga.de

Im Gespräch mit unserem Experten

Hanno Kronshagen (M.A.) ist Physio therapeut und Leiter der Physiotherapieschule am Klinikum Leer

Physiotherapie spielt eine zentrale Rolle bei der Behandlung von rheumatoider Arthritis. Welche Möglichkeiten stehen da zur Verfügung?
Die Manuelle Therapie stellt einen zentralen Pfeiler in der physiotherapeutischen Behandlung dar. Auch wenn das primäre Ziel immer darin besteht die Aktivität des Patienten zu fördern, kann der Therapeut durch gezielte Handgriffe die Beweglichkeit der Gelenke verbessern. Insbesondere in den akuten Phasen werden diese passiven Techniken eingesetzt. Bei der Triggerpunktbehandlung übt der Therapeut Druck auf die verhärtete Muskulatur aus. Dadurch lässt die Muskelspannung nach, die Gelenke werden beweglicher und der Schmerz reduziert. Nach der akuten Entzündungsphase sollten Patienten vom Physiotherapeuten zu speziellen Übungen angeleitet werden, um die Gelenke zu stabilisieren und zu kräftigen.

Bewegung ist wichtig bei rheumatischen Erkrankungen. Können Sie Sportarten empfehlen oder gibt es sogar etwas, das Betroffene vermeiden sollen?
Auch wenn Bewegung das A und O ist, und der Gelenkknorpel die Belastung braucht um gut ernährt zu werden, sollten Gelenke auf keinen Fall überlastet werden. Sportarten bei denen Stoßbelastungen auf die Gelenke übertragen werden, wie es beim Joggen, Tennis oder Handball der Fall ist, sollten vermieden werden. Geeignet sind hingegen alle Sportarten bei denen fließende Bewegungen durchgeführt werden. Fahrradfahren in leichten Gängen, Spazieren gehen, Wandern, Nordic Walking und Schwimmen sind optimal.

Die einen sagen Kälte hilft, die anderen schwören auf Wärme. Was ist richtig?
Das ist eine häufig gestellte Frage. Grundsätzlich ist erlaubt was guttut. Zu beachten ist nur, dass bei akuten Entzündungen die Wärme nicht direkt auf den Entzündungsherd, also auf das Gelenk, aufgebracht werden sollte, da Wärme die Entzündung noch weiter schürt. In dieser Phase ist Kälte angezeigt. Ein kühler Quarkwickel, eine Kältepackung oder in ein Handtuch gewickelte Eiswürfel wirken schmerz- und entzündungshemmend. Die gelenkumgebende Muskulatur darf dennoch ruhig mit Wärme behandelt werden. Wärme entspannt die Muskulatur und lindert Schmerzen.