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Gesundheitsvorsorge fur Manner: Das sollte Mann sich wert sein


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 9/2010 vom 31.08.2010

Ein Indianer kennt keinen Schmerz und Krankheiten passen nicht zum Bild vom starken Mann. Kein Wunder also, dass Manner nicht gern zum Arzt gehen. Schon gar nicht zu Vorsorgeuntersuchungen. Dabei haben sie in bestimmten Bereichen ein deutlich hoheres gesundheitliches Risiko als Frauen.


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Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 9/2010

Der Vergleich ist ziemlich strapaziert, stimmt aber immer noch: Viele Manner kummern sich besser um ihr Auto als um den eigenen Korper. Regelmasige Inspektionen des fahrbaren Untersatzes gehoren zum Pfl ichtprogramm, regelmasige Vorsorgeuntersuchungen fur die eigene Gesundheit dagegen werden vernachlassigt. Dabei konnen ...

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Der Vergleich ist ziemlich strapaziert, stimmt aber immer noch: Viele Manner kummern sich besser um ihr Auto als um den eigenen Korper. Regelmasige Inspektionen des fahrbaren Untersatzes gehoren zum Pfl ichtprogramm, regelmasige Vorsorgeuntersuchungen fur die eigene Gesundheit dagegen werden vernachlassigt. Dabei konnen viele Krankheiten besser behandelt oder sogar ganz geheilt werden, wenn sie rechtzeitig erkannt werden. Lesen Sie, welche Untersuchungen sinnvoll sind und was Mann selbst tun kann, um Krankheiten zu verhindern.

Herzinfarkt und Schlaganfall

Risikofaktoren: Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall sind nach wie vor die Todesursache Nummer eins in Europa. Der wichtigste Risikofaktor ist ein zu hoher Blutdruck, weil der die Blutgefase schadigt. Dadurch werden Ablagerungen an den Gefaswanden begunstigt, die wiederum zu Blutgerinnseln fuhren konnen. Verschliesen diese Pfropfen die Herzkranzgefase, kommt es zu einem Herzinfarkt; wird die Durchblutung des Gehirns unterbrochen, zu einem Schlaganfall. Weiterhin begunstigen Rauchen, Ubergewicht, erhohte Blutfettwerte, Bewegungsmangel und Diabetes das Entstehen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch Ver erbung spielt eine Rolle: Ein Herzinfarkt des Vaters verdoppelt das eigene Risiko, ein Herzinfarkt der Mutter erhoht es sogar noch etwas starker.
Welche Vorsorgeuntersuchungen gibt es? Alle zwei Jahre steht Erwachsenen ab dem 35. Lebensjahr von der Krankenkasse ein Gesundheits-Check-up zu, bei dem auch auf mogliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht wird. Der Blutdruck sollte aber haufi ger kontrolliert werden. Wer dafur nicht extra zum Arzt gehen will, kann ihn auch in den meisten Apotheken messen lassen. Mit hohem Blutdruck, Diabetes oder Ubergewicht sollte unbedingt haufi ger ein Arzt aufgesucht werden.
Was kann Mann selbst tun? Einem hohen Blutdruck kann mit mehr Bewegung, einer ausgewogenen fettarmen Ernahrung und dem Verzicht auf Tabak entgegengewirkt werden. Diese Masnahmen helfen gleichzeitig auch gegen Ubergewicht.

Diabetes

Risikofaktoren: Der Typ-2-Diabetes, fruher auch Alterszucker genannt, ist die Volkskrankheit Nummer 1 in Deutschland – und betrifft langst nicht mehr nur alte Leute. Allerdings wissen nicht alle Betroffenen von ihrer Erkrankung. Diabetes tut nicht weh und wird deshalb haufi g zu spat bemerkt; dabei kann die Krankheit unbehandelt schlimme Folgen haben wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Erblindungen oder Nierenschaden. Neben einer erblichen Veranlagung ist vor allem der Lebensstil ausschlaggebend fur das Risiko, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken. Wer fettreich isst, Ubergewicht hat, sich wenig bewegt und raucht, hat ein deutlich erhohtes Risiko.
Welche Vorsorgeuntersuchungen gibt es? Beim sogenannten Check-up 35, den Versicherte uber 35 Jahre alle zwei Jahre auf Kosten der Krankenkasse in Anspruch nehmen konnen, werden auch die Blutzuckerwerte untersucht. Besteht ein Verdacht, schliesen sich weitere Urin- und Blutuntersuchungen an. Zur Ermittlung des personlichen Diabetesrisikos gibt es unter http://drs.dife.de einen von Experten ausgearbeiteten Fragebogen.Was kann Mann selbst tun? Untersuchungen haben gezeigt, dass die Entwicklung eines Typ- 2-Diabetes durch eine fettarme und ballaststoffreiche Ernahrung, Gewichtsabnahme und mehr korperliche Aktivitat hinausgezogert oder sogar verhindert werden kann.

Gutartige Prostatavergrößerung

Risikofaktoren: Neben einer genetischen Veranlagung spielt vor allem das Lebensalter eine Rolle. Die Prostata, die fur die Bildung der Samenfl ussigkeit zustandig ist, beginnt etwa ab dem 35. Lebensjahr zu wachsen. Mogliche Probleme treten aber erst Jahrzehnte spater auf. Denn es kann vorkommen, dass die vergroserte Prostata die Harnrohre einengt und Probleme beim Wasserlassen bereitet. Dies sollte durchaus ernst genommen werden, denn wenn die Blase nicht mehr vollstandig entleert wird, bleibt Urin darin zuruck; es konnen sich Keime ansiedeln und langerfristig zu Harnwegsinfekten, Blasensteinen und Nierenschaden fuhren. Eine gutartige Vergroserung der Prostata erhoht aber nicht das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken.
Welche Vorsorgeuntersuchungen gibt es? Die Krankenkassen bezahlen fur Manner ab 45 Jahren einmal jahrlich eine Untersuchung, die neben einer Erhebung der Krankengeschichte eine Untersuchung der Leistenregion und der auseren Genitalregion sowie das Abtasten der Prostata uber den Enddarm umfasst. So lassen sich Vergroserungen oder Verhartungen gut ertasten. Bei Auffalligkeiten liefert der Ultraschall genauere Ergebnisse.
Was kann Mann selbst tun? Wenig, denn gegen das Altern lasst sich wenig bis nichts unternehmen. Das Meiden von Alkohol und Nikotin kann bei auftretenden Beschwerden Linderung verschaffen.

Kompakt

Hautkrebs

Hautkrebs ist die haufigste Krebserkrankung in Deutschland. Zwischen 140.000 und 200.000 Menschen erkranken jahrlich neu daran – Tendenz steigend. Fruh erkannt, ist Hautkrebs aber fast immer heilbar. Seit 2008 ubernehmen die gesetzlichen Krankenkassen fur Manner und Frauen, die alter als 35 Jahre sind, alle zwei Jahre die Kosten fur ein Hautkrebs Screening vom Scheitel bis zur Sohle. Die Kassen zahlen nur fur die Inspektion mit dem blosen Auge. Bei den meisten Hautveranderungen reicht das auch aus. Allerdings empfehlen etliche Hautarzte die Untersuchung mit einem Auflichtmikroskop, einer Art Lupe: Damit liesen sich vor allem unregelmasige Muttermale besser beurteilen. Die Kosten von 30 bis 50 Euro mussen die Patienten aber selbst bezahlen. Doch wer viele Pigmentmale hat oder sich haufig in der Sonne aufhalt, sollte diesen Betrag ruhig investieren.

Darmkrebs

Darmkrebs ist die zweithaufigste bosartige Tumorerkrankung. Vor allem ab dem 50. Lebensjahr steigt das Risiko, diesen Krebs zu entwickeln. Bei fruhzeitiger Diagnose ist Darmkrebs aber gut heilbar. Verhindern lasst sich Darmkrebs, wenn die potenziell gefahrlichen Vorstufen – die Darmpolypen – rechtzeitig gefunden und entfernt werden. Darmpolypen sind eigentlich gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut, die sich jedoch zu bosartigen Tumoren verandern konnen. Die sicherste Methode, Schleimhautveranderungen zu erkennen, ist die Darmspiegelung (Koloskopie), bei der Darmpolypen auch direkt entfernt werden. Wer uber 55 Jahre ist, kann alle zehn Jahre eine solche Spiegelung auf Kosten der Krankenkasse machen lassen. Alternativ dazu wird ab dem 50. Lebensjahr jahrlich ein Test auf verstecktes Blut im Stuhl (chemischer Okkultbluttest) bezahlt. Die Stuhluntersuchung ist aber nicht ganz so zuverlassig, da Polypen nicht immer bluten. Am besten ist eine Kombination aus jahrlichem Stuhltest und einer Darmspiegelung alle zehn Jahre. Wer schon Darmkrebsfalle in der Familie hat, kann Darmspiegelungen schon fruher in Anspruch nehmen.

Prostatakrebs

Risikofaktoren: Auch hier gilt: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Acht von zehn Mannern, bei denen ein solcher Tumor gefunden wird, sind alter als 60 Jahre. Auserdem gibt es eine genetische Disposition. Manner, deren Vater, Onkel (auch mutterlicherseits) oder Bruder von Prostatakrebs betroffen sind, haben ein hoheres Risiko, ebenfalls einen Tumor zu entwickeln. Wird der Krebs fruhzeitig erkannt und ist er noch auf die Prostata beschrankt, hat eine Therapie gute Aussichten auf Erfolg. Dafur ist aber eine regelmasige Vorsorge wichtig, weil ein Tumor im Anfangsstadium meist keine Probleme bereitet.
Welche Vorsorgeuntersuchungen gibt es? Mannern ab 45 Jahren wird von der Krankenkasse jahrlich eine Vorsorgeuntersuchung bezahlt, bei der die Prostata uber den Enddarm ertastet wird. Manche Arzte raten auch zu einem PSA-Test, bei dem ein spezielles Eiweis, das prostataspezifi sche Antigen (PSA), aus einer Blutprobe bestimmt wird. Allerdings ist dieser Test umstritten, da ein erhohter PSA-Wert nicht zwingend auf einen bosartigen Tumor hinweist, aber immer aufwendige und belastende Diagnoseverfahren nach sich zieht. Unter www.psa-entscheidungshilfe.de haben die AOK, die Universitat Bremen und der Krebsinformationsdienst ein Angebot bereitgestellt, das neutral die verschiedenen Vor- und Nachteile auffuhrt und eine Entscheidungshilfe sein kann.
Was kann Mann selbst tun? Nichts, auser regelmasig zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen.

Hodenkrebs

Risikofaktoren: Es gibt zwar nur jahrlich etwa 5.000 Neuerkrankungen in Deutschland; trotzdem ist Hodenkrebs die haufi gste Tumorerkrankung bei jungen Mannern unter 40 Jahren. Wird die Erkrankung fruh erkannt, bestehen aber sehr gute Heilungschancen. Zu den bekannten Risikofaktoren gehort der angeborene Hodenhochstand, egal, ob er im ersten Lebensjahr spontan von selbst verschwunden ist oder behandelt wurde. Auserdem scheinen die Gene eine Rolle zu spielen: Sohne und Bruder von Patienten mit Hodenkrebs haben ein deutlich erhohtes Erkrankungsrisiko.
Welche Vorsorgeuntersuchungen gibt es? Keine.
Was kann Mann selbst tun? Empfohlen wird, die Hoden regelmasig abzutasten und so Veranderungen rechtzeitig zu erkennen. Tastbare, nicht unbedingt schmerzende Verhartungen im Hodensack konnen ebenso auf einen Tumor hindeuten wie ein vergroserter oder anschwellender Hoden. Ein Urologe oder ein Androloge (Facharzt fur Mannerheilkunde) kann dann mit einer Ultraschalluntersuchung den Verdacht klaren. Unbedingt schnell einen Arzt aufsuchen, bevor ein moglicher Tumor Tochtergeschwulste bilden kann.

Grüne Rezepte aufbewahren

Rezeptfreie Arzneimittel konnen bei leichten Erkrankungen das passende Mittel sein – auch wenn sie von der Krankenkasse nicht bezahlt werden. Der Arzt kann dann ein sogenanntes grunes Rezept ausstellen, das in der Apotheke vorgelegt wird. Der hellgrune Schein ist aber mehr als nur eine Merkhilfe fur den Patienten. Grune Rezepte sollten bis zur nachsten Einkommenssteuererklarung gesammelt werden. Ubersteigen die Gesundheitskosten einen bestimmten Betrag, gibt es vom Staat Geld zuruck.

Augenzeugen mit zum Arzt

Etwa jeder funfte Mensch erleidet mindestens einmal im Leben einen Kollaps. Doch was war der Ausloser fur die Ohnmacht? Eine Kreislaufstorung, ein epileptischer Anfall oder eine Unterzuckerung? Um den Betroffenen helfen zu konnen, ist es sinnvoll, nach dem Vorfall einen Augenzeugen mit zum Arzt zu nehmen, der den Vorgang detailliert schildern kann. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft fur Neurologie (DGN) hin. Die Betroffenen selbst konnen sich oft nicht mehr an den Vorfall erinnern.

Problematische Zusatzstoffe

Nahrungsmittelallergien nehmen nach Ansicht der AOK Baden Wurttemberg immer mehr zu. Auswertungen der Krankenkasse ergaben, dass in den Jahren 2008 und 2009 rund 400 Patienten wegen einer Allergie in die Klinik mussten, 100 davon wegen eines Allergieschocks. Die Kasse rat dazu, Fertiggerichte mit vielen Zusatzstoffen zu meiden. Je mehr Inhalts- und Zusatzstoffe ein Produkt enthalte, desto hoher sei auch bei Nichtallergikern das Risiko einer allergischen Reaktion.

Bedenkliches „Anti-Aging“

Im Alter sinkt bei Mannern der Testosteronspiegel. Eine Anti - Aging-Testosteron-Therapie – vergleichbar mit der Hormontherapie bei Frauen in den Wechseljahren – konnte aber riskant sein. Der Grund: Der sinkende Testosteronspiegel konnte Manner vor eienm Herzinfarkt schutzen. Eine US-amerikanische Studie mit einem speziellen Testosteron-Gel musste wegen einer Haufung von Herz- und Gefasproblemen abgebrochen werden.

Diabetiker | Leichter als schwerbehindert anerkannt

Patienten, die unter Diabetes leiden, konnen kunftig leichter einen Schwerbehindertenausweis bekommen. Dies geht aus einer Anderung der Versorgungsmedizin Verordnung hervor. Um als schwerbehindert (Grad der Behinderung 50 oder mehr) anerkannt zu werden, mussten die Kranken bisher nachweisen, dass sie einen schwer einstellbaren Stoffwechsel haben und regelmasig unter Unterzuckerung leiden. Dies bedeutete aber haufi g auch den Verlust des Fuhrerscheins. Nach der neuen Verordnung genugt es nachzuweisen, dass die Therapie die Lebensfuhrung gravierend beeintrachtigt und mindestens vier Insulinspritzen pro Tag benotigt werden. Diabetiker-Organisationen wie die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) begrusen die neue Regelung, weil damit der Therapieaufwand in den Mittelpunkt geruckt wird und der Ausweis keine Ruckschlusse mehr auf regelmasige Vorfalle zulasst. Der Behindertenausweis bringt den Betroffenen unter anderem fi nanzielle Vorteile wie steuerliche Vergunstigungen oder reduzierte Eintrittsgelder, besseren Kundigungsschutz und Anspruch auf mehr Urlaub. Obgleich Diabetiker nicht mehr Autounfalle verursachen als Nichtdiabetiker, sollten sie auf alle Falle vor einer Autofahrt den Blutzucker messen, ausreichend Traubenzucker im Auto bereithalten und eventuell Brot, Obst oder Kekse mitnehmen.

Hörgeräte | Vorher über die Kosten sprechen

Wer ein Horgerat braucht, muss oft tief in die Tasche greifen. Fur den Festbetrag der Krankenkasse bekomme man meist nur einfache Gerate, heist es vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenarzte. Deren Prasident, Dirk Heinrich, ubt auch Kritik an der Preisgestaltung der Horgerate-Akustiker. Es fehle an Wettbewerb und Transparenz. Der Horgerate Akustikerverband Pro Akustik erklart dagegen, dass jeder Handler die Preise selbst festlegen konne, und auch bestimme, ob und wieviel Geld fur das Einstellen des Gerats verlangt wird. Patienten sollten deshalb vorher genau klaren, welche weiteren Kosten entstehen.

Gütesiegel | Europespa med

Wer vergibt es? Der Europaische Heilbaderverband (EHV)

Was bedeutet es? Kurkliniken und Kurhotels, die das GutesiegelEuropespa med tragen mochten, mussen sich einer zwei- bis dreitagigen angemeldeten Prufung durch einen vom Europaischen Heilbaderverband beauftragten Experten unterziehen. Grundlage ist ein Katalog mit circa 400 Fragen zu rund 1.000 Prufpunkten. Wichtige Kriterien sind das Arztgesprach inklusive Eingangsgesprach, individuellem Programm und Abschlussbericht, das Verhaltnis der Anzahl Therapeuten zu Patienten, die Qualifikation des Personals sowie die Qualitat des Wassers (unter anderem Untersuchung auf Legionellen). Auch die Kuche, der Hotelbereich und das Umfeld werden unter die Lupe genommen. In den Kurhotels, in denen die Verhinderung von Erkrankungen (Primarpravention) im Vordergrund steht, muss ein Arzt vor Ort, aber rund um die Uhr erreichbar sein. Das Gutesiegel erhalten Hauser, die mindestens 80 Prozent aller Prufkriterien erfullen. Derzeit sind dies elf Kurkliniken und 20 Kurhotels in elf Landern, vor allem in Tschechien, Deutschland und Bulgarien (siehe www.europespa.eu). Nach 18 Monaten erfolgt eine Nachkontrolle, nach drei Jahren eine erneute Bewertung.

Bewertung: Verlassliches Gutesiegel, das europaweit einheitliche Standards setzt und auf einer umfangreichen Prufung basiert.

Tabak | Empfehlungen für Zusatzstoffe

Eine Prufstrategie zum Nachweis der Unbedenklichkeit von Tabakzusatzstoffen hat das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg vorgeschlagen. So sollen Zusatzstoffe nur dann zulassungsfahig sein, wenn sie auf mehreren Stufen unbedenklich sind: in unverbrannter Form, ihre bekannten Verbrennungsprodukte, unbekannte Verbrennungsprodukte nach Identifi zierung und toxikologischer Beurteilung. Die Beweislast soll bei den Herstellern der Tabakprodukte liegen. Unabhangig davon empfi ehlt das DKFZ, zum Schutz der Allgemeinheit solche Stoffe grundsatzlich nicht zuzulassen, die die Attraktivitat und den Konsum von Tabakprodukten erhohen. Hintergrund des Vorschlags: Anders als Lebensmittelzusatzstoffe unterliegen Tabakzusatzstoffe keiner strengen Regulierung zum Schutz der Gesundheit.

Recht & Rat | Nächtliches Alkoholverbot für die Gesundheit

Weniger gesundheitsschadliche Trinkgelage und weniger Straftaten von Betrunkenen – das erhofft sich das Land Baden-Wurttemberg von seinem nachtlichen Verkaufsverbot fur Alkohol. Zwischen 22 und 5 Uhr durfen Tankstellen, Kioske und Supermarkte weder Bier noch Schnaps verkaufen. Und das zu Recht, wie jetzt das Bundesverfassungsgericht bestatigt hat (Az. 1 BvR 915/10). Das Verbot greift demnach nicht in das Grundrecht auf die freie Entfaltung der Personlichkeit ein. Gesundheitsschutz und die offentliche Ordnung seien wichtige Belange des Gemeinwohls, argumentierten die Richter.

Sexualität | Ohne Gummi läuft nichts

Kondome waren noch nie so beliebt wie heute. Wie eine Reprasentativerhebung der Bundeszentrale fur gesundheitliche Aufklarung (BZgA) ergeben hat, benutzen heute in der Gruppe der sexuell aktiven Alleinlebenden im Alter unter 45 Jahren 79 Prozent immer, haufig oder zumindest gelegentlich Kondome. Im Jahr 1988 waren es lediglich 58 Prozent gewesen. Vollig normal ist inzwischen das Benutzen von Kondomen zu Beginn einer neuen Beziehung. Stark abgenommen hat hingegen der Anteil der Menschen, die angeben, einen korperlichen Widerwillen gegen Kondome zu haben, wie aus der StudieAids im öffentlichen Bewusstsein 2009 hervorgeht.