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GESUNDHEIT:Wenn das Herz Kummer macht


Geliebte Katze - epaper ⋅ Ausgabe 9/2020 vom 11.08.2020

Katzen kämpfen seltener mit Herzleiden als Hunde und wir Menschen. Daher wird bei ihnen die Erkrankung oft nicht erkannt. Doch die Früherkennung ist für das Weiterleben enorm wichtig


Artikelbild für den Artikel "GESUNDHEIT:Wenn das Herz Kummer macht" aus der Ausgabe 9/2020 von Geliebte Katze. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Geliebte Katze, Ausgabe 9/2020

Hunde und Menschen leiden im Vergleich zu Katzen häufi ger an Herzkrankheiten. Falls die Katze aber doch herzkrank wird, bemerkt man dies in der Regel erst, wenn die Krankheit schon weit fortgeschritten ist. Doch auch mit einem schweren Herzleiden kann eine Katze noch eine ganze Zeit, zum Teil sogar Jahre, gut leben.

Man unterscheidet primäre von sekundären Herzkrankheiten. Bei den primären Herzkrankheiten liegt die Ursache ...

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... des Problems im Herzen selbst; sie sind in der Regel unheilbar. Die sekundären Herzprobleme hingegen werden von Krankheiten oder Störungen außerhalb des Herzens verursacht. Hier besteht die Chance einer Heilung, vorausgesetzt die Grunderkrankung wurde rechtzeitig erkannt und behandelt. Beispiele für Krankheiten, die das Herz belasten, sind im Kasten auf Seite 29 aufgeführt.

Manche Katzenrassen sind gefährdeter als andere

Die wichtigste primäre Herzerkrankung bei Katzen ist ein krankhaftes Wachstum der Herzmuskulatur, die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM). Wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine Erbkrankheit. Am häufi gsten fi ndet man die erkrankung bei der normalen Hauskatze. HCM tritt jedoch auch gehäuft bei einigen Katzenrassen auf, darunter die Maine Coon, Perser, Ragdoll oder Amerikanisch und Britisch Kurzhaar. Für die Maine Coon und die Ragdoll wurden im Rahmen zweier Studien Genmutationen identifi ziert, die ausschließlich bei an HCM erkrankten Katzen nachweisbar waren. Ob diese Mutationen jedoch alleinig für die Ausprägung der Krankheit verantwortlich sind, ist noch umstritten.

Es ist für Zuchtverbände schwierig, das Problem in den Griff zu bekommen. Eine zuverlässige Früherkennung der Krankheit ist nur durch Ultraschalluntersuchun- gen des Herzens bei Katern ab zwei Jahren und Katzen ab drei bis vier Jahren möglich. Verantwortungsvolle Züchter machen von dieser Möglichkeit Gebrauch, um nur mit gesunden Zuchttieren weiterzuzüchten.

Viele Katzen wirken bis zum Zusammenbruch unauffällig

Bei der HCM wird die Herzmuskulatur immer dicker und verengt dabei den Innenraum des Herzens. Dadurch kann nicht mehr genug Blut in das Herz fl ießen. Infolgedessen staut sich das Blut in den Herzvorhöfen und in den Blutgefäßen. Es kommt Aminozur Bildung eines Lungenödems und zu einer Flüssigkeitsansammlung in der Brusthöhle. Der verdickte Herzmuskel wird nur noch unzureichend durchblutet, die Sauerstoffversorgung nimmt immer weiter ab. Darüber hinaus sinkt auch die Blutmenge, die das Herz pro Schlag in den Körper pumpt. Um das auszugleichen, schlägt das Herz schneller. Das führt zu einem Teufelskreis, denn je schneller das Herz schlagen muss, desto weniger Zeit bleibt, in der Blut ins Herz nachströmen kann. Durch die erhöhte Schlagfrequenz fließt also immer weniger Blut ins Herz und das Herz muss noch schneller schlagen, um alle Organe mit ausreichend Blut zu versorgen. Schließlich versagt es. Das ist meist ein ungeheurer Schock für die Besitzer, denn viele kranke Katzen wirken bis zu ihrem Zusammenbruch völlig gesund.

Rassedisposition Bei der Maine Coon tritt HCM gehäuft auf


Unscheinbar Die Symptome von Herzerkrankungen sind unspezifisch


Ab zum Tierarzt Gerade für Katzensenioren sind Check-ups wichtig


Warnzeichen vor dem Herzversagen sind selten und meist auch unauffällig. Anders als Hunde und Menschen husten herzkranke Katzen im Allgemeinen nämlich nicht! Die Tiere wirken wenige Tage vor ihrem Zusammenbruch allenfalls ein wenig lustlos, haben weniger Appetit und hecheln eventuell hin und wieder. Darüber hinaus sind Katzen, die an einer HCM leiden, meist im allerbesten Katzenalter (um die fünf Lebensjahre). Kommt es zu einem Herzversagen, ist das häufigste Symptom einer Katze hochgradige Atemnot: Das Tier atmet schwer, aber schnell, und häufig mit geöffnetem Maul. Betroffene mögen in der Regel lieber sitzen als liegen und haben nicht selten angstgeweitete Augen. Dieser Zustand ist lebensbedrohlich, ist aber durch eine rasche tierärztliche Behandlung in den Griff zu bekommen.

Lebensbedrohliche Komplikationen im Verlauf

Bei einigen Katzen kommt es jedoch vor oder beim Herzversagen zu einer lebensbedrohlichen Komplikation: der Aortenthrombose. Dabei verstopft ein Blutgerinsel lebenswichtige Schlagadern, meist die Hauptblutgefäße der Beine. Betroffene Katzen haben plötzlich Lähmungen und große Schmerzen. Die gelähmten Gliedmaßen fühlen sich kalt an, ein Puls ist nicht mehr zu spüren. Katzen mit einer Aortenthrombose können meist nicht gerettet werden.

Katzen, die ein Herzversagen überstanden haben, können bei entsprechender Pflege und Behandlung durchaus einige Zeit, im besten Falle sogar noch Jahre weiterleben. Neben Medikamenten helfen vor allem viel Ruhe und Zuwendung durch den Menschen. Eine spezielle Herzdiät aus der Tierarztpraxis trägt zudem dazu bei, das Herz etwas zu entlasten.

Aminosäure Taurin für die Herzgesundheit der Katze

Neben der HCM unterscheidet man auch noch die dilatative, die restriktive und die unklassifizierte Kardiomyopathie. Bei der dilatativen Kardiomypathie (DCM) wird die Herzmuskulatur dünn und erschlafft. Früher war dies die häufigste Herzkrankheit bei Katzen, da man sich der Bedeutung der essentiellen Aminozur säure Taurin noch nicht bewusst war. Seitdem Taurin jedem Katzenfutter zugesetzt wird, rangiert die DCM nur noch auf Platz zwei der häufi gsten Herzerkrankungen bei Katzen. Die restriktive Kardiomypathie, bei der Bindegewebsfasern zwischen die Herzmuskelzellen einwachsen, ist hingegen sehr selten. Dasselbe gilt für die unklassifi zierte Kardiomyopathie.

Krankheiten, die das Herz belasten

WAS SIE WISSEN SOLLTEN

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) • Nierenversagen (chronische Niereninsuf_ zienz) • Bluthochdruck • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

Diese Krankheiten treten im Alter gehäuft auf. Katzen, die mehr als acht bis neun Jahre alt sind, sollten daher mindestens einmal jährlich im Rahmen eines Senioren-Checks daraufhin untersucht werden. Neben diesen Krankheiten kann auch ein Taurinmangel, beispielsweise durch vegetarische Kost, oder eine Ernährung mit Tischresten Herzschäden hervorrufen.


Fotos: Adobe Stock (3), istockphoto.com (3)