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GETEILTES HOBBY : So kommt „Mann“ Pferd


Mein Pferd - epaper ⋅ Ausgabe 120/2018 vom 09.11.2018


Artikelbild für den Artikel "GETEILTES HOBBY : So kommt „Mann“ Pferd" aus der Ausgabe 120/2018 von Mein Pferd. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Mein Pferd, Ausgabe 120/2018

Der Traum vieler Frauen: ein gemeinsamer Ausritt mit dem Mann


Mein Mann Ingo erinnert sich an seine erste Begegnung mit meinem vierbeinigen „Lebensabschnittsgefährten“ Shadow vor vielen Jahren: „Bisher waren Pferde für mich nie ein Thema gewesen – klar, wenn man einen Westernfilm ansieht oder ,Ben Hur‘, dann laufen diese Tiere da zwangsläufig über den Bildschirm. Aber damit waren meine Pferdekenntnisse dann auch schon erschöpft. Als Kind war ich mal im benachbarten Reitverein im Zeltlager gewesen. Zu Hause hatten wir gar keine Tiere. Also Vorkenntnisse in Sachen Pferd waren bei mir nahe dem Nullbereich. ...

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... Bei der ersten Begegnung mit Shadow schwirrten mir noch die Horrorgeschichten aus meinem Bekanntenkreis durch den Kopf und die üblichen Vorurteile gegen Pferde: Vorne beißen sie, hinten treten sie, und in der Mitte wird man durchgeschüttelt, wenn man draufsitzt. Außerdem stinken sie. Nun gut – an den Geruch muss sich der Nicht-Pferdemensch erst einmal gewöhnen – aber von beißen und treten war da keine Spur. Shadow war ein sehr freundliches Pferd, und ich schaffte es sogar ihn ohne Zwischenfälle an den Putzplatz zu führen.“

Anmerkung von mir: Shadow lief an den Putzplatz und Ingo nebenher mit den Strick stolz in der Hand, aber hey, es war ein Anfang und sie haben zusammen die zehn Meter gemeistert! „Als ich ihn waschen sollte, hab ich natürlich gleich einen Fehler gemacht. Mir wurde eine Flasche Shampoo in die Hand gedrückt, und da der Kerl ja überall Haare hat, hab ich einfach die ganze Flasche gleichmäßig auf ihm verteilt und einmassiert. Er sah am Ende aus wie ein Schaumwölkchen mit zwei großen Augen. Karin wusste nicht ob sie jetzt lachen oder schimpfen sollte, da die Flasche Shampoo eigentlich für 20 Pferdewäschen reichen würde. Aber Shadow war hinterher strahlend weiß!“

Irgendwie kam es dann, dass Ingo einige Tage später doch wieder mit an den Stall kam, und, ehe er sich versah, saß er auf Shadow: „Nach knapper Anweisung (Hand rechts raus, geht er nach rechts, Hand links raus, geht er nach links, wenn du „Whoa“ sagst, steht er – viel Spaß!) drehte ich meine ersten Runden auf dem Reitplatz. Es war eine sehr wackelige Angelegenheit, doch eines bemerkte ich sehr schnell – Pferde machen Spaß. Vor allem wenn man gleich auf einem so vielseitig ausgebildeten und feinen Pferd wie Shadow seine ersten Reitversuche machen darf “, so Ingo weiter.

Anmerkung von mir: Als aktiver Kampfsportler und Tänzer tat sich Ingo natürlich leichter, sich an die Bewegungen des Pferdes anzupassen, als die durchschnittliche deutsche „Couch-Potato“.

„Dass ich in dieser ersten ,Reitstunde‘ auch gleich mit Shadow eine Runde Fußball spielen durfte, war natürlich toll. Was man mit Pferden doch alles machen kann, außer über bunte Stangen zu hüpfen und im Viereck komische Figuren zu reiten! Ich war begeistert und wollte mehr!“

Ingo begleitete mich etliche Male an den Stall – und irgendwann dachte ich, dass Shadow die Sache jetzt so weit im Griff hat, dass die zwei auch mal alleine miteinander herumalbern durften. „Bodenarbeit, Zirkus, Freiheitsdressur, Ringstechen, Fußball – mit Pferden kann man eine ganze Menge machen, und ich hatte einen Riesenspaß und Shadow anscheinend auch! Ich musste nur dafür sorgen, dass die Leckerlieausgabe nicht ins Stocken kam und ihm immer wieder den Rücken kratzen. Aber dann machte er wirklich jeden Blödsinn mit. Ein super Kumpel!“

(Anmerkung von mir: Teilweise schüttle ich heute noch den Kopf darüber, was Ingo und Shadow in ihren gemeinsamen ersten Jahren zusammen getrieben haben. Aber eben, weil beide sich ohne Druck und Vorgaben miteinander beschäftigen konnten, wurden sie wirklich in kürzester Zeit dicke Freunde!)

Karin Tillisch und ihr Mann Ingo verbringen mittlerweile viel Zeit zusammen mit ihrem Hobby Pferd


„Der überwiegend weiblichen Reiterschar des Stalls war es nach einigen Monaten unbegreiflich , dass ich ganz ohne Zutun von Karin zum Pferdefreund und Freizeitreiter geworden war. Aber im Endeffekt hätte meine Freundin – heute Frau – mich auch nicht von Pferden überzeugen können, wie viele andere Reiterinnen es mit ihren Männern wohl versuchen. Das Pferd, also Shadow, hat mich überzeugt! Und wir sind bis heute die besten Kumpels!“, so Ingo.

Mittlerweile kann ich Ingo und meine Pferde bedenkenlos alleine lassen und wann immer ich für eines meiner Bücher oder einen Artikel ein „Male-Model“ brauche, muss der eigene Ehemann herhalten, was er mit großer Begeisterung dann auch macht. Denn in all den Jahren wurde das Hobby Pferd auch ganz automatisch zu seinem und mittlerweile kann er sich ein Leben ohne Pferde ebensowenig vorstellen wie ich!


Karin Tillisch: „In den letzten Jahren wurde das Hobby Pferd auch ganz automatisch zu seinem, und mittlerweile kann er sich ein Leben ohne Pferde nicht mehr vorstellen.“


Das Pferd als Krisenthema Nummer 1 in Beziehungen!

Ich umging das mögliche Krisenthema Pferd mit Ingo schlichtweg, indem ich ihm Shadow als festen Bestandteil meines Lebens vorstellte. „Der war vor dir da, und wenn es dumm läuft, ist er auch noch nach dir da. Du musst ihn nicht mögen oder was mit ihm machen, aber du musst akzeptieren, dass er nun mal einige meiner Zeit beansprucht“, sagte ich Ingo zu Beginn. Es hat geklappt – er hat nicht nur Shadow akzeptiert, sondern später auch Starlight, und wir sind mittlerweile schon eine ganze Weile glücklich verheiratet, und mein Hobby „Pferd“ ist auch zu seinem geworden.

Das Problem, das aber das „Kriseln“ in einer Beziehung in Sachen Pferd auslösen kann, liegt in den unterschiedlichen Denkstrukturen von Mann und Frau. Während „Frau“ das Pferd oft auch als Partner- und Kinderersatz sieht und in der Lage ist, ihre Liebe und Aufmerksamkeit ihrer Ansicht nach fair zwischen Pferd und Mann aufzuteilen, sieht „Mann“ das Pferd oft als Konkurrenten in Sachen Zeit und Aufmerksamkeit. Viele Frauen merken auch gar nicht, dass sie tatsächlich wesentlich mehr Zeit und Gefühl in ihr Pferd investieren als in die Beziehungspflege mit ihrem Mann/ Freund. Nach dem stressigen Tag auf der Arbeit geht es dann noch an den Stall. Ist man dort dann tatsächlich fertig, kommt „Frau“ natürlich müde und vielleicht auch genervt nach Hause, wo „Mann“ vielleicht aber schon seit drei bis vier Stunden wartet. Das wäre dann ja nicht das Problem, wenn „Frau“ ihm dann nicht noch die nächsten zwei Stunden nur vom Pferd erzählt, später noch Pferdemagazine oder Bücher liest und „Mann“ sich tatsächlich „zur Seite gestellt“ vorkommt und dann irgendwann nach einigen Wochen, Monaten oder auch erst nach Jahren sauer wird.

Da ich Shadow immer nur auf direkte Nachfrage hin Ingo gegenüber erwähnte („Und, wie geht’s Shadow?“– „Dem geht’s gut!“) und ihm auch nie ganze Romane über die letzte Trainingseinheit oder das letzte Turnier erzählte, weckte ich sein Interesse sogar noch mehr.


Karin Tillisch: „Das Pferd war vor dir da, und wenn es dumm läuft, ist es auch noch nach dir da.“


Wie man „Mann“ überhaupt an den Stall bekommt

In jedem Mann steckt ein kleiner Entdecker – also lassen Sie Ihren Mann doch die Faszination Pferd auch in Ruhe für sich selbst entdecken! Es reicht völlig, wenn Sie es ihm auf Nachfrage hin ermöglichen einfach mitzukommen, um sich Stall, Pferd und Umfeld in Ruhe anzuschauen. Drohen Sie ihm aber nicht gleich Reitstunden an, der Schuss kann gehörig nach hinten losgehen!

„Mann“ will meistens erst einmal ein neues Umfeld sondieren. Dies mag vielleicht damit zusammenhängen, dass das menschliche Stammhirn noch nicht ganz aus der Steinzeit rausgekommen ist, aber der Instinkt, erst einmal genau abzuchecken: „Wo stehe ich, wer sind die anderen, sind die Freund oder Feind? Kann ich hier der Chef sein?“, ist nun mal da. Und je größer das Unwohlsein oder der Druck in einer neuen Situation, je mehr wird dieser Urinstinkt durchkommen!

Nehmen wir mal an, Sie haben durch das „Knapphalten“ des Themas Pferd Ihren Mann nun neugierig gemacht und er rafft sich eines Tages auf und begleitet Sie zum Pferd – Achtung! Jetzt darf eine weibliche Eigenschaft nicht zu sehr durchbrechen …

Die meisten Männer haben mehr Spaß an gezielten Aufgaben als an dem Erlernen von Bahnfiguren


Das weibliche Gluckensyndrom

Sollte Ihr Mann dann tatsächlich Anstalten machen, sich aus eigenen Stücken dem Pferd zu nähern, dann atmen Sie erst mal tief durch und lassen ihn machen. Sollte sich Ihr Mann/Freund dabei allerdings ernsthaft in Lebensgefahr begeben, können Sie ihn ruhig einfach darauf hinweisen, dass Pferde, wenn man sich ihnen von hinten nähert, beispielsweise einen nicht sehen können und dann im Reflex ausschlagen könnten. So etwas sollte nicht besserwisserisch rüberkommen, sondern schlichtweg als sachliche Info. Nun wird es zu ersten Kontaktaufnahme zwischen Mann und Pferd kommen. Ihr Pferd wird den Neuling beschnuppern und ebenfalls genau in Augenschein nehmen. Auch wenn es jetzt uns Frauen enorm schwerfällt: Einfach jetzt mal gar nichts sagen. Kein „Oh wie süß, er/sie mag dich“. Einfach Pferd und Mann sich wortwörtlich in Ruhe beschnuppern lassen. Spätestens, wenn das Pferd eine Bewegung macht oder anfängt, den neuen Menschen nach Leckerlies zu durchsuchen, wird „Mann“ schon fragen: „So, und was machen wir jetzt?“

Wenn Männer keine Lust haben, sich direkt mit den Pferden zu beschäftigen, wie wäre es dann mit Füttern, Reparieren oder Bauen von Dingen für den Stall?


Karins Mann Ingo mit dem Hengst Starlight und den Schimmel Shadow: Inzwischen kann Ingo auch alleine die Pferde versorgen und hat Spaß daran, sich mit ihnen zu beschäftigen. Neben dem Reiten macht ihm auch Bodenarbeit großen Spaß


Kleine Aufgaben mit großer Wirkung

Männer können im Umfeld eines Reitstalles komplett zufrieden sein, ohne auch nur ein Mal mit dem Pferd selbst etwas gemacht zu haben. Wie geht das? Ganz einfach: Jede Reitanlage ist genaugenommen eine Dauerbaustelle, an der es stets etwas zu reparieren oder neu zu bauen gibt. Und jeder Mann ist in seinem Herzen ein kleiner „MacGyver“! Also, wenn Sie nun merken, dass „Mann“ ein bischen das Interesse am Thema Pferd schon wieder verliert, dann versuchen Sie ihn anderweitig in das Thema einzubinden. Beispielsweise: zusammen mit anderen gelangweilten Männern am Stall eine Wippe oder ein Podest fürs Pferdetraining bauen. Gerade wenn hier mehrere Männer zusammenarbeiten, entsteht oft ein gut gemeinter, produktiver Wettbewerb, und aus dem einen Podest wird am Ende ein ganzer Spielplatz oder Extrem-Trail!

Und selbst wenn Ihr Mann nicht dafür zu begeistern ist – einen neuen Trensenhalter am Schrank anzubringen, das wackelnde Schloss der Boxentür nachzujustieren oder auch vielleicht nur das Heunetz zu füllen sind wichtige Aufgaben, bei denen er glänzen kann und Ihnen nicht einfach nur eine Stunde beim Reiten zuschauen muss!

Führt der Mann das Pferd oder das Pferd den Mann? Für den Anfang egal, denn das Gefühl, dass ein Weg zusammen beschritten wurde, reicht vielen Männern zunächst, um Vertrauen aufzubauen


Eine echte Männertruppe: Peter Pfister und Freunde auf einem Wanderritt


Laaaaangweilig!

Americana 2008: Unser Trainer, mein Mann und ich sitzen auf der Tribüne, und zumindest zwei von uns schauen gebannt dem „Go Round“ der „Bronce Trophy“ zu. Einer … schläft ein!

Als ich meinen Mann ziemlich sauer aufwecke und ihn frage, wie man denn bei so was Spannendem wie der wichtigsten Reining des Jahres in Europa einschlafen kann, kommt nur ein Schulterzucken: „Ja, was ist denn daran spannend? Die rennen doch eh alle nur irgendwie im Kreis herum!“ Und ich denke mir so, Gott sei Dank geht mein Pony nicht Pleasure, dann hätte ich meinen Mann wahrscheinlich nicht einmal mit bis zur Showarena bekommen, da wäre er gleich beim Wohnmobil geblieben!

Männer, die das Pferd erst langsam als Hobby entdecken, können zu Beginn mit Bahnfiguren, Reglements und Co. nicht viel anfangen und ihnen noch weniger abgewinnen. Was hat das denn bitteschön mit den coolen Cowboys aus den Filmen zu tun? Gar nix – und damit wird es schnell langweilig!

Natürlich ist es jetzt nicht Ihre Aufgabe, Ihrem Mann das ultimative Pferde-Bespa ßungsprogramm zu entwerfen, aber es hilft doch ungemein das Interesse zu erhalten, wenn der Besuch am Stall aus mehr besteht als vielleicht Bahnfiguren zu reiten.

Es muss nicht gleich eine Piaffe oder Bogenschießen im vollen Galopp sein. Mein Mann war zu Beginn vollkommen damit zufrieden, mit Shadow auch mal eine Runde Fußball spielen zu können oder durch Trailhindernisse zu navigieren.

Auch Ihrem Pferd können Sie so umgekehrt das Thema „Mann“ schmackhaft machen, denn nicht selten passiert es, dass das Pferd „Mann“ als Eindringling wahrnimmt, der ihm von seinem Menschen Zeit stiehlt, und „Mann“ eigentlich schnellstens wieder loswerden will. Wenn „Mann“ aber kommt und dann mit dem Pferd verschiedene Sachen macht, die dem Pferd Freude bereiten, kann aus dem gegenseitigen Konkurrenzdenken doch sogar eine echte Freundschaft entstehen!


Karin Tillisch: „Eine Partnerschaft, in der der eine dem anderen seine Interessen aufzwingt, wird nicht lange halten.“


Männer sinnvoll mit einzubinden, vertreibt ihnen die Langeweile am Stall


Lassen Sie Ihr Pferd den Mann überzeugen. Das funktioniert meistens viel besser, als wenn Sie es selbst versuchen


Alles kann, nichts muss!

Eine Partnerschaft, in der ein Partner dem anderen seine Interessen regelrecht aufzwingt, wird von vielen Konflikten geplagt sein und eventuell auch nicht lange halten. Also zwingen Sie „Mann“ das Hobby Pferd auf keinen Fall auf! Setzen Sie ihn auch nicht unter Druck, nach dem typischen Frauentrick: „Also wenn du mich wirklich lieb hättest, dann würdest du auch mit an den Stall kommen.“ Das ist nicht fair. Würden Sie mit Ihrem Mann, wenn er diese Masche anwendet, auch stundenlang mitkommen, um ihm beim Fußballspielen zuzuschauen oder im Schützenhaus mit den anderen Vereinsmitgliedern zu fachsimpeln? Würden Sie mit Judo oder Karate anfangen, nur weil Ihr Mann das gerne hätte? Eben! Jeder darf und muss auch einige Interessen und Hobbys haben, dem man alleine nachgehen kann. Schlicht und ergreifend, um auch mal mit anderen Leuten außerhalb der üblichen Kreise in Kontakt zu kommen, neue Erfahrungen zu sammeln und Spaß zu haben. Gegenseitiges Vertrauen und Akzeptanz sind hierbei natürlich sehr wichtig und ohnehin die Basis einer funktionierenden Partnerschaft. Ihr Pferd ist ihr Hobby, und im Gegensatz zu anderen Hobbys haben wir es hier mit einem Lebewesen zu tun, das nicht einfach in die Ecke/die Garage/den Waffenschrank gestellt werden kann, wenn man mal keine Lust mehr dazu hat.

Es wäre auch ein Fehler, dem Pferd weniger Zeit als bisher zu schenken, nur weil nun ein Mann/Partner/Freund/ in Ihr Leben getreten ist und dieser Ihnen ein schlechtes Gewissen macht nach dem Motto: „Du verbringst ja mehr Zeit mit dem Gaul als mit mir!“

Wenn „Mann“ also partout mit dem Pferd nichts anzufangen weiß, so wäre immer noch ein Kompromiss, dass er in der Zeit, in der Sie am Stall sind, selbst einem eigenen Hobby nachgeht. Solange immer noch genug Zeit in der Beziehung für traute Zweisamkeit ist, kann auch das sehr gut funktionieren!

FAZIT:Männer vom Hobby Pferd zu begeistern – und das am besten dauerhaft – muss gar nicht so kompliziert sein. Im Gegenteil – je komplizierter „Frau“ die ganze Sache macht, je eher wird „Mann“ bei diesem Thema das Weite suchen, da „kompliziert“ und „Hobby“ nicht unbedingt zwei Begriffe sind, die „Mann“ gerne miteinander in Einklang bringt.

Aber aus Ihrem Mann/Partner/ Freund muss ja auch nicht gleich ein begeisterter Reiter werden. Alleine dass er das Pferd als Teil der Familie akzeptiert, ist schon ein riesiger Fortschritt in einer Beziehung.

Aber manchmal, da klappt es dann auch: „Du, wann gehst du wieder zu – Shadow?“ Und plötzlich hat das Pferd einen Namen! Es ist nicht mehr „Es“ oder „das Pferd“ oder „der Gaul“. Es hat einen Namen und wird damit als Individuum anerkannt.

Jetzt sind die Weichen gestellt. Und wenn Sie Glück haben, dann wird aus ihrem Hobby nun auch das Ihres Partners …


Fotos: Getty Images (5), slawik.com (5), Privat (1)