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GETESTET TEST DUSCHGEL UND –SCHAUM: TEURER SCHAUM


ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness - epaper ⋅ Ausgabe 6/2018 vom 14.06.2018

Mit Blubberblasen duscht es sich schoner. Fertig verpackt in Aluflaschen, bietet die Industrie inzwischen sogar Schaum auf Knopfdruck an. Wir haben 22 Produkte getestet klassisches Duschgel und modischen Schaum. Unter den Schlusslichtern finden sich beide Varianten.


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Foto: Milles Studio/Shutterstock

ÖKO-TEST RÄT

► Duschschaum ist oft wesentlich teurer als Duschgel. Das Geld konnen Sie sich sparen, denn in der Reinigungs-wirkung unterscheiden sich beide nicht.
► Ob Aluminium Oder Kunststoff: Wenn Sie leere Verpa-ckungen richtig entsorgen, tragen Sie mafigeblich zum funktionierenden Recyclingprozess bei.
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► Duschschaum ist oft wesentlich teurer als Duschgel. Das Geld konnen Sie sich sparen, denn in der Reinigungs-wirkung unterscheiden sich beide nicht.
► Ob Aluminium Oder Kunststoff: Wenn Sie leere Verpa-ckungen richtig entsorgen, tragen Sie mafigeblich zum funktionierenden Recyclingprozess bei.
► Frauen konnen ihr normales Duschprodukt auch fur den empfindlichen Intimbereich verwenden. Der Korper re-guliert den pH-Wert nach dem Waschen selbst wieder, solange Sie sich nicht exzessiv mehrmals taglich waschen.

Schaum ist Perfektion. Obwohl ihre Anordnung auf den ersten Blick chaotisch wirkt, folgen die Blasen immer dem Drang zur optimalen Form, die Stabilität und Flexibilität vereint. Dass das funktioniert, verdanken sie der Oberflächenspannung. Ein Phänomen, das die Menschheit begeistert. Ihren vorläufigen Höhepunkt fand die Faszination für die Struktur des Schaums, zumindest optisch, in der Architektur des Water Cubes in Peking – jener Schwimmhalle, die den Wassersportlern bei den Olympischen Sommerspielen 2008 als Wettkampfstätte diente. Ihre Außenhülle aus Luftkissen ist zahllosen sich aneinanderschmiegenden Schaumblasen nachempfunden.

Und Hand aufs Herz, auch Duschen macht wirklich Spaß, wenn es ordentlich schäumt. Richtig sauber fühlt man sich, wenn der Schmutz mit den Blasen sichtbar von der Haut heruntergespült wird. Zugegeben, ein rein psychologischer Effekt. Doch genau deshalb setzt die Kosmetikindustrie mit Vorliebe Tenside ein, die einen besonders fluffigen Schaum erzeugen. Oder sie macht aus altbekanntem Gel neuerdings gleich fertigen Duschschaum. Klingt eher nach Marketinggag als nach echter Innovation. In der Reinigungsleistung unterscheiden sich Gel und Schaum jedenfalls nicht, bestätigte uns auch der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW).


Duschschaume lassen sich mittels Pumpspendern aus Kunststoff erzeugen oder mithilfe von Treibgas in Aluminiumflaschen.


Und sonst? Zwar ist es möglich, wie einige Hersteller vormachen, den Schaum mittels eines Pumpspenders zu erzeugen, doch die meisten lassen ihre Mischung lieber mithilfe von Treibgas aus der Flasche quellen. Dem Druck hält Kunststoff nicht stand, weshalb die Schäume in Aluminiumflaschen gefüllt werden müssen. Doch ist eine Aluverpackung besser oder schlechter als eine aus Kunststoff? Aluminium fällt aus ökologischer Sicht vor allem wegen seiner energie- und ressourcenintensiven Rohstoffgewinnung negativ auf. Beim Abbau von Bauxit, aus dem Aluminium gewonnen wird, entsteht zudem giftiger Rotschlamm. Menschenrechtsorganisationen kritisieren immer wieder, dass bei Abbau und Verarbeitung von Erzen wie Bauxit die Menschen- und Arbeitsrechte verletzt werden. Die Branche hat diese Aspekte lange igno riert, wacht aber langsam auf: Mit Bündnissen wie der Aluminium Stewardship Initiative (ASI) beispielsweise will man zumindest für die Mitglieder verbindliche Standards schaffen, um die Bedingungen bei der Alugewinnung zu verbessern. Die ersten Zertifizierungen sollten noch 2018 erfolgen. Das ist die eine Seite der Medaille.

Auf der anderen Seite steht Aluminium als vollständig recycelbares Material, dessen Verwertung in Deutschland sehr gut funktioniert. Rund 20 Prozent des Gesamtbedarfs werden weltweit laut Jörg Schäfer, Leiter Recycling und Nachhaltigkeit beim Gesamtverband der Aluminiumindustrie, aus recyceltem, dem sogenannten Sekundäraluminium gedeckt. Doch unsere Nachfrage bei eini gen Kosmetikherstellern zeigt, dass noch immer viele ihre Verpackungen zu 100 Prozent aus Primäraluminium fertigen lassen. Aluminiumverpackungen für Kosmetik, so Schäfer, würden mit Legierungen produziert, die im Verwertungskreislauf sehr gut nutzbar seien.


Ob Kunststoff, Aluminium oder Glas: Jedes Verpackungsmaterial hat seine Vor- und Nachteile.


Das Aluminium kann anschließend ohne Qualitätsverlust zum Beispiel in der Auto mobilindustrie genutzt werden. Die Kosmetikverpackung ist also nur eine kurze Zwischenstation auf dem Weg des Aluminiums.

Ob ein Verpackungsmaterial nun besser oder schlechter als ein anderes ist, lässt sich abschließend kaum beurteilen, wie Gerhard Kotschik, beim Umweltbundesamt für das Ressort Verpackungen verantwortlich, erläutert. Es sei von vielen Faktoren abhängig – „nur am Material kann man es nicht festmachen“, sagt Kotschik. Ein Beispiel: Kunststoff und Aluminium sind leicht und lassen sich energieschonender transportieren als zum Beispiel Glas. Dessen Vorteil liegt darin, dass es mehrfach verwendbar ist, was vor allem bei Mehrwegflaschen genutzt wird. Doch gerade als Kosmetikverpackung ist Glas oft nur für den Einmalgebrauch gedacht und landet danach im Müll. Selbst wenn es recycelt wird, ist dies mit einem hohen Energieaufwand verbunden.

Dem entgegen stehen Argumente wie die Probleme beim Aluminiumabbau und die Umweltbelastung durch Plastik, wenn es in die Weltmeere gelangt. Öko-Bilanzen geben zwar wichtige Hinweise in Bezug auf Umweltbelastungen, aber selbst sie können nicht alle Wirkungen berücksichtigen. Wer wirklich konsequent sein ökologisches Gewissen beruhigen möchte, sollte Kosmetik – egal in welcher Verpackung – möglichst sparsam einsetzen.

Ob Sie lieber mit Gel oder Schaum duschen, müssen Sie selbst entscheiden. Um Ihnen die Wahl zu erleichtern, haben wir 22 Produkte in die Labore geschickt.

DAS TESTERGEBNIS

Mehr recht als schlecht. Fünf Produkte schneiden „sehr gut“ ab, elf weitere mit „gut“, darunter Duschgele und -schäume. Zwei „ausreichende“ Produkte sind allerdings die mittelmäßigen Vorboten für vier Marken, die mit „ungenügend“ auf ganzer Linie enttäuschen.
Pro und Kontra – beide Aspekte vereinen PEG/PEG-Derivate in Duschprodukten. Sie sind in der Mehrheit der Duschgele und -schäume zu finden. Zwar sorgen sie als Tenside für viel Schaum und eine gute Reinigungsleistung, aber sie können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. Dafür gibt es eine Note Abzug.
Mikroplastik ist in erstaunlich wenigen Produkten im Test ein Problem. Nur im Original Source Duschgel 10 Echt Pikante Zitronen & Teebaum, im Duschdas 12H Dufterlebnis „Ich fühle mich belebt“ und der Palmolive Gourmet Mint Shake Body Butter Cremedusche fanden wir Verbindungen, die wir als Mikroplastik abwerten. Womöglich zeigt der Protest von Verbrauchern und Umweltschützern Wirkung und die Hersteller überdenken ihre Rezepturen endlich.
Duftdesaster: Wenn es um problematische Duftstoffe geht, scheinen einige Hersteller nichts dazugelernt zu haben. Künstlichen Moschusduft, der sich im Fettgewebe anlagert und für den Hinweise auf Leberschäden vorliegen, hat das Labor dreimal nachgewiesen. Der im Tierversuch fortpflanzungsgefährdende Duftstoff Lilial steckt ebenfalls in drei Produkten.

Dusch das bloß nicht! Neben Mikroplastik und Lilial enthält das Duschdas 12H Dufterlebnis auch den allergisierenden Duftstoff Hydroxycitronellal. Pikant, denn das Duschgel wird quasi als Parfümersatz beworben: „Dank besonderer winziger Duftperlen wird auch Stunden nach dem Duschen ein zarter Duft bei Berührung oder Reibung der Haut freigesetzt und hilft Dir, Dich belebt zu fühlen“, heißt es. Auf Nachfrage, wie diese „innovative Dufttechnologie“ funktioniere, antwortete uns Hersteller Unilever: „Sie beruht auf verkapselten Parfüms, die sich beim Duschen auf der Haut absetzen. Durch Reibung brechen die Kapseln auf und geben so immer wieder neuen Duft und neue Frische frei.“ Aha. Darüber hinaus wurden im Labor nicht unwesentlichen Mengen an Formaldehyd nachgewiesen. Das passt zur Deklaration, denn das Konservierungsmittel DMDM-Hydantoin fungiert als Formaldehydabspalter und kann den allergieauslösenden und schleimhautreizenden Stoff freisetzen.


Verkapseltes Parfum, das sich beim Duschen auf der Haut absetzt