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GETESTET TEST FUSSBALSAM: GUT ZU FUSS?


ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness - epaper ⋅ Ausgabe 6/2018 vom 14.06.2018

Unsere FiilSe machen viel mit und sollen dabei auch noch schon aussehen -besonders jetzt im Sommer. Cremes und Balsame dafiir gibt es reichlich, doch was taugen sie? Wir geben Antworten.


Artikelbild für den Artikel "GETESTET TEST FUSSBALSAM: GUT ZU FUSS?" aus der Ausgabe 6/2018 von ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Mur-Al/getty images

Da sind sich die Experten einig: Menschen, die ihren Füßen etwas Gutes wollen, laufen am besten barfuß! Wer aber nicht gerade zur sehr überschaubaren Gruppe der Barfußschuhträger gehört, die sommers wie winters auf extrabreiten und hauchdünnen Sohlen unterwegs ist, hat ein Problem. Und: 82 Prozent der Menschen in Deutschland tragen Schuhe, die ihnen nicht richtig passen. Brennende oder ...

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... schmerzende Füße am Abend sind da noch die kleinsten Fol gen – unter Umständen drohen Durchblutungsstörungen, Fehlstellungen oder Gelenkschäden.

ÖKO-TEST RÄT

► Gute Produkte miissen nichtteuersein. Den giinstigsten Balsam mit „sehr guter” Note gibt es schon fur 53 Cent je 50 Milliliter, vier weitere mit der Bestnote kosten weniger als einen Euro.
► liber regelmafiige Pflege freuen sich die FuBe ebenso wie tiber den Besuch bei der FuBpflege. Etwa alle vier Wochen ist ein guter Rhythmus.
► FuGgymnastik: Die FuBgelenke kreisen lassen.Zehen anziehen und wieder entspannen oder versuchen, mit den Zehen ein Handtuch (oder Korken, Steine, Stockchen etc.) vom Boden aufzuheben.

Neben passenden Schuhen und der ein oder anderen Einheit Fußgymnastik gibt es noch eine Möglichkeit, sich selbst und seinen beiden natürlichen Transportmitteln zu Wohlbefinden zu verhelfen: Regelmäßige Fußmassagen sind nicht nur angenehm, sondern können die Durchblutung steigern, die Füße besser mit Nährstoffen versorgen, die Muskulatur entspannen und Schmerzen lindern. Wer einen Freiwilligen hat, ist leicht im Vorteil und kann sich von ihm oder ihr durchkneten lassen; wer keinen findet, braucht dennoch nicht leer ausgehen, denn auch eine Selbstmassage ist nach einem langen Tag eine wohltuende Angelegenheit.

Grundsätzlich gilt: Eine Massageliege ist ideal, aber kein Muss. Eine nicht zu weiche Matratze oder ein Sofa tun es auch. Wer allein ist, sucht sich einen bequemen Platz, legt einen Fuß auf das Knie des anderen Beines und hat so beide Hände frei. Stress ist kontraproduktiv, deshalb am besten eine halbe Stunde Zeit nehmen fürs Drücken, Streichen und Reiben. Bevor es losgeht, die Füße waschen und abtrocknen. Anschließend geht es in vier Schritten weiter.

Die Oberseite: Zum Einstieg zunächst die Oberseite des ersten Fußes mit den Fingern und sanftem Druck langsam von den Zehen in Richtung des Fußknöchels Foto: Mur-Al/getty images streicheln – in umgekehrter Richtung ist es genauso gut. Wer es etwas fester mag, kann auch die beiden Daumen dafür benutzen. Aber Achtung: Kräftiges Drücken ist tabu! Bearbeiten Sie die Füße mit sanftem Druck, Schmerzen sollten bei einer Wohlfühlmassage nicht entstehen. Anschließend ist der zweite Fuß an der Reihe.

Regelmafiige Fufimassagen sind nicht nur angenehm, sie konnen auch die Muskulatur entspannen und Schmerzen lindern.


Die Fußsohlen: Den Fuß mit beiden Händen halten und von unten mit beiden Daumen in einer fließenden Bewegung über die Mitte der Fußsohlen von der Ferse bis zu den Zehen streichen. Das Ganze funktioniert auch mit gleichmäßigen Kreisbewegungen, die sich langsam in Richtung Zehen vorarbeiten. Ferse und Fußballen vertragen etwas mehr Druck. Besonders angenehm sind kleine kreisende Bewegungen auf dem Ballen direkt unterhalb der Zehen. Den zweiten Fuß nicht vergessen!

Die Zehen: Jede einzelne Zehe zwischen Daumen und Zeigefinger für etwa 30 Sekunden sanft drücken und anschließend vorsichtig zwischen den beiden Fingern reiben. Sich so vom großen bis zum kleinen Zeh vorarbeiten. Auch die Hautlappen zwischen den Zehen mögen sanften Druck mit den Fingern. Wer will, kann mit Daumen und Zeigefinger auch leicht an den Zehen ziehen.


M‘mels einer Fuftreflexzonenmassage sollen korrespondierende Korperteile und Organe stimuliert werden.


Der Abschluss: Wie zu Beginn die Oberseite der Füße sanft in eine Richtung ausstreichen. Die Zehen noch einmal vorsichtig zupfen. Beendet wird die Massage mit Streichbewegungen an der Wade vom Knie bis zum Knöchel – oder auch umgekehrt. Zum Schluss die Füße mit einem Handtuch warm einpacken und hochlegen. Wichtig zu beachten: Bei geschwollenen Füßen und Beinen, Krampfadern, Ekzemen oder offenen Wunden sollte man besser auf Massagen verzichten.

Eine besondere Form der Fußmassage ist die Fußreflexzonenmassage (FRM), die ihren Ursprung in Fernost hat. Dabei werden bestimmte Zonen am Fuß mit Druck bearbeitet – in der Annahme, korrespondierende Körperteile oder Organe zu stimulieren. Die Methode basiert auf der Idee, dass die Füße den Körper widerspiegeln: der linke Fuß die linke Körperhälfte, der rechte die rechte. Die Nervenenden der Organe befinden sich an bestimmten Stellen im Fuß, glauben die FRM-Anhänger. Einen direkten Nachweis der Nervenverbindungen gibt es aber nicht, ebenso ist die Wirksamkeit der Massagetechnik nicht belegt. Außerdem benötigt man eine Übersicht, eine Art Landkarte der Füße, wo die zu massierenden Stellen dieser Theorie nach liegen. Eine interaktive Grafik bietet etwa das Gesundheitsmaga-zin der AOK an (www.vigo.de, Suchwort „Fußreflexzonen“). Eine Massage sollte damit enden, die Füße mit einem guten Balsam einzucremen. Welche Produkte sich eignen, um zu einem richtig guten Abschluss zu kommen, hat uns interessiert. Deshalb haben wir 19 Produkte – konventionelle und zertifizierte Naturkosmetik – in Labore geschickt und sie dort gründlich auf Schadstoffe untersuchen lassen.

Eine Massage sollte damit enden, die Füße mit einem guten Balsam einzucremen. Welche Produkte sich eignen, um zu einem richtig guten Abschluss zu kommen, hat uns interessiert. Deshalb haben wir 19 Produkte – konventionelle und zertifizierte Naturkosmetik – in Labore geschickt und sie dort gründlich auf Schadstoffe untersuchen lassen.

DAS TESTERGEBNIS

… kann sich sehen lassen: 15 der getesteten Produkte erhalten „sehr gute“ Noten. Schlusslicht im Test mit einer „ungenügenden“ Note ist ausgerechnet die teuerste konventionelle Creme.
Problematisches Konservierungsmittel: Für den größten Notenabzug sorgt das umstrittene Konservierungsmittel Polyaminopropyl Biguanide (PHMB), auch Poly hexanid genannt, das in der L’Occitane Fußcreme in der Liste der Inhaltsstoffe auftaucht. PHMB steht im Verdacht, krebserregend zu sein.
Vermeidbare Rückstände: In dem Scholl Feuchtigkeitsspendender Fuss Balsam Papaya wiesen die beauftragten Analytiker deutliche Mengen aromatischer Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nach. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt, dass in Kosmetikprodukten bereits kleine Mengen MOAH krebserregendes Potenzial haben können. Technisch ließen sich die Mineralölrückstände laut BfR auf minimale Mengen reduzieren. MOAH können in mineralölhaltigen Substanzen wie Paraffinen stecken. In unserem Test bemängeln wir Paraffine/ Erdölverbindungen/Silikone in einigen Produkten. Im Gegensatz zu natürlichen Ölen integrieren sie sich nicht so mühelos ins Hautgleichgewicht.
Langlebiger Duftstoff: Parfüm ist in allen getesteten Produkten enthalten. Zur Abwertung führt allerdings nur der Nachweis des künstlichen Moschusduftes Galaxolid (HHCB) in der L’Occitane Fußcreme. Diese polyzyklische Moschusverbindung ist sehr schwer abbaubar und reichert sich im menschlichen Fettgewebe an. Polyzyklische Moschusverbindungen stehen im Verdacht, hormonell zu wirken, zudem gaben Tierversuche teilweise Hinweise auf Leberschäden.
Beeinflusst Hautschutz: Im selben Produkt hat das beauftragte Labor auch einen erhöhten Wert der Verbindung Diethylphthalat (DEP) festgestellt. Das synthetisch hergestellte DEP wird von der Haut aufgenommen und beeinflusst ihren Schutzmechanismus.
Fragwürdige Emulgatoren: In drei Produkten stecken PEG/PEG-Derivate – neben dem Hansaplast Footexpert Feuchtigkeitsspendender Fußbalsam und der Neutrogena Fußcreme mit Nordic Berry ist dabei auch wieder die französische Marke L’Occitane aufgefallen. PEG und deren Abkömmlinge dienen als Emulgatoren, die bewirken sollen, dass sich schwer miteinander mischbare Flüssigkeiten, etwa Wasser und Öle, verbinden. Sie können die Haut aber für Fremdstoffe durchlässiger machen. 16 Anbieter zeigen, dass ihre Fußpflegeprodukte auch ohne PEG/PEG-Derivate auskommen.

IN 70 JAHREN EINMAL RUND UM DIE ERDE: WAS FUSSE ALLES AUSHALTEN MUSSEN

AUF DEN FUSSEN LASTET UNSER GESAMTES KORPERGEWICHT
Knapp ein Viertel aller menschlichen Knochen -jeweils 26 pro FuB von ins-gesamt 206 (manchmal auch 215, je nach Zahlweise) -befindet sich in den FiiBen. Hinzu kommen 33 Gelenke, 19 Muskeln und je Quadratzentimeter etwa 500 SchweiBdrusen. Eine Konstruktion, die eine Menge aushalten kann und muss. Denn auf den unteren Extremitaten lastet nicht nur das komplette Korper-gewicht, sie mussen dieses auch noch durch die Gegend tragen. Im Laufe von 70 Jahren kommen geschatzt 50 Millionen Schritte zusammen -im Maximalfall fast eine Erdumrundung.

FUSSE SIND BREITER UND VOLUMINOSER GEWORDEN
Im Jahr 2010 wurden die FulSe der Deutschen in einer groBen Reihenuntersu-chung mit knapp 5.000 Teilnehmern vermessen. Das Deutsche Schuhinstitut wollte damit herausfinden, ob in den vergangenen Jahtzehnten nicht nur die Menschen groBer und fuliiger geworden sind, sondern ob auch deren FuBe mitgewachsen sind. Ergebnis: Im Vergleich zurvorigen Untersuchungvon 1966 sind die FuBe nicht langer, dafiir aber voluminoser und vor allem breiter geworden sind. Die durchschnittliche SchuhgroBe hat sich demnach kaum verandert. Haufigste GroBen bei den Frauen sind 38 und 39, bei Mannern ist es die 42.

FALSCHEGROSSE: SCHUHESIND EHERZU GROSS ALSZU KLEIN
LautDeutschem FuBrepoit haben 60 Prozent aller Erwachsenen in Industrie-staaten ein FuBproblem, und dass obwohl die allermeisten von ihnen (98 Prozent) mitgesunden FuBen zurWelt kommen. Als Ursache kommtzumeistfalsches Schuhwerk infrage. Wobei die meisten Menschen eherzu groBe als zu kleine Schuhe kaufen. 75 Prozent der deutschen Manner und 60 Prozent der Frauen sind demnach in zu groBen oderzu langen Schuhen unterwegs.Zu kleine Schuhe tragen lautReport 20 Prozent der Frauen und 12 Prozent der Manner.