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GETESTET TEST PARFÜM: NUR EIN PAAR TROPFEN


ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness - epaper ⋅ Ausgabe 6/2018 vom 14.06.2018

… ihres Lieblingsdufts soll Marilyn Monroe nachts getragen haben, sonst nichts. Für Allergiker kann das schon zu viel sein. Viele Düfte sind alles andere als traumhaft. Doch einige Parfüms können Sie guten Gewissens benutzen.


Riesig ist der Aufschrei, wenn der Gesetzgeber Duft stoffe, die sich als besonders schädlich erwiesen haben, reglementieren oder sogar verbieten will. Derzeit trifft es die Duft stoffe Lyral sowie Atranol und Chloratranol, beides natürliche Bestandteile von Eichenmoos- und Baummoosextrakten. Sie dürfen künft ig nicht mehr in Kosmetika stecken. Das einzigartige Parfüm, der spezielle ...

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Bildquelle: ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness, Ausgabe 6/2018

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... Hauch – alles dahin? „Jeder Verlust eines Duft stoffs bedeutet einen Verlust an Duft bildern und Vielfalt in der Duft welt“, schreibt uns der Verband der Riechstoffhersteller. Solche Reglementierungen sind zwar eine große Herausforderung, aber zu bewältigen, sagt Parfümeur Marc vom Ende. Er arbeitet beim Duft stoffhersteller Symrise, der auch große und bekannte Duft häuser wie Guerlain, Hermès und Dior zu seinen Kunden zählt. „Ich persönlich habe noch keinen Fall erlebt, in dem sich die Rezeptur eines Parfüms nicht anpassen ließ.“ Es sei die Aufgabe technischer Parfümeure, die Rezepturen vorhandener Düft e entsprechend zu modifi zieren. Und auch bei Neukompositionen müsse man die gewünschten Effekte eben mit anderen Stoffen hinbekommen. Genau das sei die Kunst des Parfümeurs: „Parfümerie ist immer auch Veränderung, schon allein, weil wir nicht mehr die Düfte der 70er-Jahre haben wollen.“ So hat sich auch Marylin Monroes Parfüm, der Klassiker Chanel No 5, verändert: Es fi el in früheren Tests durch Moschusverbindungen auf, heute sind diese nicht mehr enthalten.

Foto: Stockbyte/getty images

ÖKO-TEST RÄT

► Die meisten zertifizierten Naturkosmetikdufte konnen Sie ohne Sorge verschenken.
► Auch wenn Sie bisher keine Probleme mit Duft-stoffen haben, kann sich das andern. Meist tre-ten die allergischen Symptome an den Stellen auf, die mit dem Stoff in Kontakt gekommen sind. Reaktionen beim Hautarzt abklaren lassen.

Geheimniskramerei: Bislang konnte die Duftstoffindustrie um ihre Parfiimole ein groftes Geheimnis machen - und kann es offenbar immer noch.


Ein Vorschlag, der bei den Herstellern auf wenig Gegenliebe stößt. Aber auch Fachleute wie Professor Axel Schnuch vom Informationsverbund Dermatologischer Kliniken/Universität Göttingen, der auch ÖKO-TEST berät, hält die Liste der zu deklarierenden Stoffe für übertrieben lang; nicht bei allen Stoffen sei die allergene Eigenschaft ausreichend belegt. Bislang ist wenig aus dem Papier umgesetzt: Nach fünf Jahren wurden im August dieses Jahres endlich die drei Duftstoffe Lyral, Atranol und Chloratranol verboten. Die Übergangsfristen sind lang: Erst ab 29. August 2019 dürfen keine Mittel mit diesen Substanzen mehr in den Verkehr gebracht werden, zwei Jahre länger dürfen bereits vorhandene noch in den Regalen stehen.

Alles andere ist letztlich noch offen, seit Jahren wird in Konsultationen und Workshops debattiert und gerungen. Ein langfristig angelegtes wissenschaftliches Projekt IDEA (International Dialogue for the Evaluation of Allergens), an dem Branchenvertreter, Wissenschaftler, Mediziner und andere Interessenvertreter teilnehmen, beschäftigt sich seit 2013 damit, das Risiko der Duftstoffe quantitativ zu bewerten und herauszufinden, ab welchen Konzentrationen keine Sensibilisierungen mehr auftreten. Für den Allergieexperten Axel Schnuch ist das ein interessanter Ansatz. Er rechnet damit, dass künftig Konzentrationsempfehlungen und gegebenenfalls Beschränkungen die Regel sein werden. Ob sie in der Praxis dann tatsächlich zu weniger Allergien führten, müsse sich noch zeigen.


Ob Konzentrationsbeschrankungen in der Praxis zu weniger Allergien fuhren, bleibt abzuwarten.


Auch die Hersteller rechnen damit, dass eine weitergehende Deklarationspflicht kommen wird. Bislang konnte die Duftstoff- und Aromenindustrie um ihre Parfümöle ein großes Geheimnis machen und macht es offenbar immer noch. Methoden, mit denen sich die betroffenen Duftstoffe im Labor bestimmen lassen, werden zurzeit auf europäischer Ebene erst entwickelt. Das kann dauern. „Bei allem Verständnis für die Schwierigkeiten der Kosmetikindustrie, Inhaltsstoffe in ihren Duftstoffmischungen überhaupt zu identifizieren, empfinde ich die Verzögerung bei der Ausweitung der Deklara tion als eine Zumutung für Betroffene und ihre betreuenden Ärzte“, sagt Professor Uter. Die Parfümeure und Anbieter von Parfümölen wüssten doch sehr wohl, was in ihren Gemischen enthalten sei.

Ob Klassiker, neue Kreation oder Naturkosmetikduft: Wir wollten wissen, welche schädlichen Stoffe Parfüms enthalten und haben 20 Damendüfte im Labor prüfen lassen.

DAS TESTERGEBNIS

Lichtblicke. Auch wenn rund die Hälfte der Parfüms immer noch am Ende der Notenskala rangiert, haben wir doch eine gute Nachricht. Fünf Parfüms – davon drei aus dem Bereich der zertifizierten Naturkosmetik – erreichen die Bestnote „sehr gut“. Dazwischen gibt es aber wenig. Leider fällt auch ein Naturkosmetikparfüm wegen eines in Kosmetika verbotenen Stoffes komplett durch.
Keine Freude für Allergiker. In jedem zweiten Duftwasser stecken Duftstoffe, die wir abwerten, weil sie häufig Allergien auslösen können. Die drei aktuell von der EU-Kommission verbotenen Duftstoffe stehen auf unserer Abwertungsliste, sind jedoch in diesem Test kein Thema. Die Hersteller haben offenbar schon gehandelt, obwohl solche Produkte noch bis 2021 verkauft werden dürften. In einem Test vor zwei Jahren enthielten dagegen noch fünf Parfüms den Duftstoff Lyral, der auf der Verbotsliste steht. Ein sehr hohes allergenes Potenzial hat der Duftstoff Isoeugenol, den ein Labor in vier Marken nachgewiesen hat. Daneben werten wir auch Hydroxycitronellal und Cinnamylalkohol ab. Der Duftstoff Lilial (deklariert als Butylphenyl Methylpropional) hat dagegen nur ein geringes Allergierisiko; das Beraterkomitee der EU-Kommission kritisiert ihn, weil er im Verdacht steht, fortpflanzungsschädigend zu sein.
Bleibende Duftstoffe. In vielen Fällen wollen die Hersteller nicht auf künst lichen Moschusduft verzichten. ÖKO-TEST kritisiert polyzyklische Moschusverbindungen und Cashmeran, weil sie sich im menschlichen Fettgewebe anreichern. Moschusverbindungen können möglicherweise die Leber schädigen. Die Hersteller müssen beide Stoffe nicht deklarieren, sodass der Verbraucher sie nicht erkennen und vermeiden kann.
Verbotene Weichmacher. In Kosmetikprodukten sind einige hormonell wirksame Phthalate verboten, darunter Diethylhexylphthalat (DEHP). Diesen Stoff hat das von uns beauftragte Labor im Baldini By Taoasis Fleur de Mandarine nachgewiesen. Zwar lässt die Kosmetikverordnung „technisch unvermeidbare“ Rückstände zu. Es gibt aber keine festgelegten Werte dafür, was als technisch vermeidbar anzusehen ist. Ob ein betroffenes Produkt noch verkehrsfähig ist oder nicht, wird von den Überwachungsbehörden im Einzelfall geprüft. Für Duftprodukte gibt es Vergleichsuntersuchungen, die Rückschlüsse zulassen.