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GHOSTBUSTERS LEGACY


Blu-ray Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 29.10.2021

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Bildquelle: Blu-ray Magazin, Ausgabe 6/2021

Was heute zweifellos Kult, Legende und kanonischer Bestandteil der Popkultur der 1980er ist, war seinerzeit in den Augen der verantwortlichen Entscheidungsträger des produzierenden Studios Columbia durchaus ein Risiko... ja, sogar ein Projekt, mit dessen finanziellem Scheitern gerechnet wurde. Doch belohnte der gigantische Erfolg an der Kinokasse den Mut und den Einsatz der Filmemacher. Eine Platzierung als zweiterfolgreichster Film eines Jahres ist generell schon eine Leistung, die im Erscheinungsjahr von „Ghostbusters“ aber noch einmal besonders gewürdigt werden muss. Immerhin ist dieses Jahr nicht arm an echten Klassikern. Von James Camerons legendärem Tech-Noir-Actionfilm „Terminator“ über die Spielberg-Produktion „Gremlins“ und das Kampfsportabenteuer „The Karate Kid“ bis zur „Unendlichen Geschichte“ und dem zweiten Teil der „Indiana Jones“-Saga reicht die Bandbreite veritabler 80s-Hits, ...

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... die allesamt von „Ghostbusters“ auf die Plätze gewiesen wurden. Allein der Eddie-Murphy-Actionkomödie „Beverly Hills Cop“ mussten sich die Geisterjäger geschlagen geben, wobei es um die popkulturelle Langlebigkeit letzterer dennoch besser bestellt zu sein scheint, immerhin erfolgt mit „Ghostbusters: Afterlife“ bereits die zweite Neuauflage innerhalb weniger Jahre, während die Wiederbelebung der Cop-Saga um Axel Foley nicht aus den Puschen kommt.

DER ERSTE KINOFILM

Geistiger Vater der „Ghostbusters“ ist interessanterweise nicht Regisseur Ivan Reitmann oder der unangefochtene Star des Geisterjäger-Quartetts Bill Murray, sondern Dan Aykroyd. Inspiriert vom esoterischen Handwerk seiner Familie, insbesondere die in der elterlichen Wohnung herum liegenden spirituellen „Fachpublikationen“, entwickelte er die Idee eines Teams übernatürlicher Kammerjäger. Intendiert war „Ghostbusters“ wie schon Aykroyds letzter Erfolgsfilm „Blues Brothers“ als Vehikel für ihn selbst und einer Reihe weiterer Stars der extrem populären Comedy- Show „Saturday Night Life“, das ihn mit seinem Blues-Bruder John Belushi wieder vereinen und mit Eddie Murphy ein echtes Zugpferd erhalten sollte. Tragischerweise starb Belushi jedoch schon vor Produktionsbeginn und Murphy drehte lieber den ganz auf ihn allein zugeschnittenen „Beverly Hills Cop“. Die schließlich für das Projekt verpflichteten Darsteller, allen voran Bill Murray als Peter Venkman und der eher als Autor bekannte Harold Raimis („Und täglich grüßt das Murmeltier“) als Egon Spengler, spielen jedoch, als wären die Rollen explizit für sie geschaffen worden. Der Beharrlichkeit von Sigourney Weaver ist es zu verdanken, dass der „Alien“-Star die weibliche Hauptrolle als Dana Barrett landete, welche ohne Weaver kleiner und klischeehafter ausgefallen wäre. Nicht vergessen werden dürfen natürlich der vierte Ghostbuster Winston Zeddemore, der vom bis dato eher wenig bekannten Ernie Hudson mit bodenständigem Charme verkörpert wurde, und Rick Moranis, der die Rolle von Danas eigenwilligem Nachbarn Louis Tully mit abgründig-schrulliger Komik ganz zu seiner eigenen macht.

Während der in Komödien erfahrene Ivan Reitmann den Comedy-Teil des Filmes stets im Griff hat, merkt man den zahlreichen Effekt- und Actionszenen die Unerfahrenheit des Regisseurs in diesem Bereich sowie die knapp bemessene Drehzeit ein wenig an. Doch taten die etwas trashigen Creature-Effekte und sichtbaren Kopierränder der Wirkung des Filmes kaum Abbruch. Die Ghostbusters trafen als hemdsärmelige Underdogs, die sich nicht nur im Kampf gegen eine Unzahl Höllenkreaturen, sondern auch gegen die Regulierungswut einer übermächtigen staatlichen Bürokratie bewähren müssen, voll den Geist der Reagan-Ära. Denn die cleveren Geisterjäger verstanden sich nicht als edle, selbstlose Ritter, sondern als Entrepreneure, die mit ihrem Handwerk zunächst einmal Geld verdienen wollten. Das Weltretten ist da eher ein Kollateralnutzen.

GHOSTBUSTERS II

Der schmissige, eingängige Titelsong von Ray Parker Jr. half, „Ghostbusters“ über die Leinwände hinaus zum Phänomen zu machen. Er dudelte im für alle damals gängigen Heimcomputer- und Videospielsysteme veröffentlichten Computerspiel von Activision, er erklang in unzähligen Werbespots für Spielzeit und Hamburger-Menüs. Ihm war ebenso wenig zu entkommen wie dem leicht wiedererkennbaren „Ghostbusters“-Logo mit dem durchgestrichenen Geist.

Dieses Logo wurde für die unvermeidliche Fortsetzung, welche fünf Jahre nach der Premiere des Erstlings das Licht der Leinwände erblickte, dezent modifiziert. Wie der Film selbst bewahrt es aber ganz den Geist (kein Wortspiel) des Originals. Zuvor war von Columbia bereits die Zeichentrickserie „The Real Ghostbusters“ in den Kampf um die Herzen der Kinder und die Brieftaschen ihrer Eltern geschickt worden, begleitet von einer noch größeren und erfolgreicheren Merchandise-Kampagne.

Während „Ghostbusters II“ heutzutage unter vielen Fans als kongeniale Fortsetzung zum 1984er Original gilt, wurde die Fortsetzung 1989 deutlich weniger gnädig aufgenommen und auch der finanzielle Erfolg konnte nicht an den des Vorgängers anschließen. Gleichwohl schlug sich der Film sehr anständig am Box Office und zog die zu diesem Zeitpunkt schon fast obligatorische Welle an Merchandising und Lizenzprodukten hinter sich her. Wieder veröffentlichte Activision das Spiel zum Film, eine typisch fade und grotesk schwere Umsetzung, bei der allenfalls die hübsch gepinselten Grafiken gnädig stimmten.

VIDEOSPIEL ALS FORTSETZUNG?

Lange warteten Fans auf eine weitere Fortsetzung von „Ghostbusters“, wobei diese Wartezeit durch weitere Zeichentrickserien und diverse Video- und Computerspiele etwas gemildert wurde. Mit jedem verstrichenen Jahr verringerten sich jedoch die Chancen auf ein Sequel. Im Jahre 2009 erschien mit „Ghostbusters – The Video Game“ ein Titel, der einem klassischen dritten Teil wohl am nächsten kommen dürfte. Als filmisch inszeniertes Actionabenteuer setzt die Geschichte des erneut von Activision veröffentlichten Videospiels zwei Jahre nach den Ereignissen von Teil 2 an, wobei sowohl „Ghostbusters“- Erfinder Dan Aykroyd als auch Harold Raimis die Story zu entwickeln und zu schreiben halfen. Da wundert es nicht, dass Fans der Filme sich hier schnell heimisch fühlen. Zum vertrauten Gefühl tragen die verpflichteten Stars bei. Selbst Bill Murray ließ sich bewegen, als Sprecher erneut in die Rolle von Venkman zu schlüpfen. Diese enge Verbindung zur Welt und den Figuren der zwei Filme inklusive der liebevollen Reproduktion bekannter Schauplätze stellt letztlich den großen Trumpf von „Ghostbusters – The Video Game“ dar, der hilft, mit den spielerischen und inszenatorischen Schwächen des Titels leben zu können. Ein gutes Spiel ist es keinesfalls geworden. Wer aber noch einmal Bill Murray als Peter Venkman, Dan Aykroyd als Ray Stantz, Harold Ramis als Egon Spengler und Ernie Hudson als Winston Zeddemore in Aktion erleben möchte, könnte hier trotzdem Spaß haben. Gut, dass das Spiel als grafisch dezent aufgehübschtes Remaster für die meisten Konsolen und den PC erhältlich ist.

GHOSTBUSTERS (2016)

Der dritte Film der Kino-Reihe spaltete 2016 die Fan-Gemeinde. Was ist nur aus Peter, Winston, Egon und Ray geworden? Und wie hängt das mit den vier neuen Protagonistinnen zusammen? Genealogisch gesehen gibt es keinen Zusammenhang, nur ideologisch, weshalb Paul Feigs rein weiblicher Geisterjäger-Ansatz quasi als Remake des ersten „Ghostbusters“ von 1984 gesehen werden kann anstatt als Fortsetzung. Folglich ist der Film auch sehr ähnlich aufgebaut: Zwei wissenschaftlich bewanderte Protagonistinnen wollen vor dem Bürgermeister beweisen, dass Geister tatsächlich existieren und die Stadt auf ein riesiges paranormales Problem zusteuert, während dieser hartnäckig die Tatsachen ignoriert. Sie finden in zwei weiteren Mitstreiterinnen Unterstützung, bauen sich ihr eigenes Hauptquartier samt Fahrzug auf, engagieren eine klischeehafte Bürohilfe und kämpfen am Ende gegen ganze Geisterhorden, die in stereoskopischem 3D durch die Stadt spuken. Das Ganze geht noch etwas weiter Richtung Komödie als das Original, was man als Plus- oder auch als Minuspunkt werten kann. Ansonsten erstrecken sich die unverkennbaren Ähnlichkeiten über die Hauptcharaktere und deren Persönlichkeiten, während die Effekte wirklich gelungen sind. Im Vorfeld des Films, das sollte nicht unerwähnt bleiben, gab es im Netz auch viel Aufregung wegen des Genderwechsels von Geisterjägern zu Geisterjägerinnen. Die einen sahen einen Verrat an ihren Kindheitserinnerungen. Die anderen wollten sexistischerweise einfach keine Frauen als Geisterjäger sehen. Dabei lieferten die vier Hauptdarstellerinnen Melissa McCarthy, Kristen Wiig, Leslie Jones und Kate McKinnon doch recht gute und zu den Rollen passende Darstellungen ab. Für Columbia Pictures, die den Film produzierten, sowie Sony Pictures, die ihn vertrieben und darauf eine zweite Major-Marke mit ähnlichem Erfolg wie „Spider-Man“ aufbauen wollten, waren diese Negativgefühle der Fans – seien sie nun berechtigt oder nicht – ein finanzieller Schlag in die Magengrube. Bereits vor dem Kinostart des dritten Films wurde daher ein weiterer „Ghostbusters“-Streifen angekündigt, der die nostalgischen Gefühle der Fans stärker berücksichtigen sollte.

GHOSTBUSTERS LEGACY

Wie bei so vielen aktuellen Neuverfilmungen von 1980er-Jahre-Themen bedeutet dies Folgendes: Es wird einfach alles ignoriert, was nach dem zweiten Kinofilm herausgekommen ist; es spielen möglichst viele Originaldarsteller mit, sofern sie noch leben bzw. mitmachen wollen; es gibt direkte inhaltliche Bezüge zu den beiden Originalfilmen und es spielt mindestens ein „Stranger Things“-Jungdarsteller mit, ganz einfach weil Fans dieses Kult-Jahrzehnts erwiesenermaßen auf „Stranger Things“ stehen.

Um noch mehr Nähe zu den Wurzeln zu schaffen, engagierte man als Regisseur Jason Reitman, den Sohn des damaligen „Ghostbusters“- und „Ghostbusters II“-Regisseurs Ivan Reitman. Letzterer werkelte nun als Produzent am Film mit und gab mit seiner kritischen Meinung gegenüber der Arbeit seines Sohnes dem fertigen Werk quasi seinen Segen. Perspektivgeber ist die Familie des verstorbenen Dr. Egon Spengler, dessen Darsteller Harold Ramis leider schon 2014 verschied. Ihm ist dieser Film gewidmet, der anders als das Remake von 2016 als genealogische Fortführung der ersten beiden „Ghostbusters“-Teile gedacht ist. Viel ist über die neue von Gil Kenan und Jason Reitman geschriebene Geschichte noch nicht bekannt, außer, dass Familie Spengler von ihrem Vater/Großvater ein Farmhaus vererbt bekommen. „Öde!“ Ist die erste Reaktion der beiden Kinder Trevor und Phoebe (Finn Wolfhard & Mckenna Grace). Wer will schon gerne auf dem Land leben, wo es keinen Empfang gibt. Doch Mutter Callie (Carrie Coon) sieht keine andere Chance, da sie ihre früheren Räumlichkeiten gezwungenermaßen verlassen müssen. Und – wer hätte es gedacht – Egons ehemaliges Haus enthält neben einer Küche, einem Bad und diversen anderen StandardZimmern auch ein paar geheime Verstecke mit abgefahrenem Technikzeugs drin, deren Zweck nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist. Was ist das zum Beispiel für ein komisches Teil mit Griff und einer verschlossenen Öffnung? Und was ist das für ein abgefahrener Leichenwagen im Schuppen? Lässt sich mit dem coolen Strahlengewehr Popcorn auf dem Maisfeld schießen?

VERERBTE INTERESSEN

Trevor und Phoebe wären nicht Spenglers Enkel, wenn sie nicht eine ähnliche Faszination für alles Technische und Wissenschaftliche hätten. Und so wird fröhlich herumexperimentiert, ohne ein spezielles Ziel vor Augen zu haben. Das kommt nämlich erst später hinzu, als Trevor zusammen mit seiner neuen Clique einen alten Minenschacht entdeckt. Seltsame Dinge gehen in der Kleinstadt vor sich. Und wie bei „Es“ scheint das Epizentrum der unheilvollen Schwingungen unter der Erde zu liegen. Ein antikes Grab wird gefunden, etwas wird erweckt und der Spuk nimmt seinen Lauf. Zu zweit können die Spengler-Kinder natürlich keine Apokalypse abwenden – denn nichts Geringeres droht ihnen, wenn sie nicht intervenieren. Abgesehen davon, dass sie die alte Telefonnummer aus der 1980er-„Ghostbusters“- Werbung anrufen können, um die alte Garde – also Dr. Zeddmore (Ernie Hudson), Dr. Stantz (Dan Aykroyd) und Dr. Venkman (Bill Murray) – herbei zu zitieren, stehen ihnen im Laufe des Abenteuers auch noch zwei weitere jüngere Teammitglieder zur Verfügung: Trevors Freundin Lucky (Celeste O’Connor) und der kleine „Podcast“ (Logan Kim). Mit Dana Barrett (Sigourney Weaver) und Janine Melnitz (Anie Potts) ist das Team fast komplett. Fehlt nur noch Phoebes Klassenlehrer Mr. Grooberson (Paul Rudd), der sich noch gut an die Geisterjäger erinnern kann und die Kids auf die richtige Spur bringt. Außerdem scheint er ein Auge auf Callie geworfen zu haben, vielleicht sogar zwei. Fans, die die Trailer gesehen haben, werden zuerst gedacht haben, dass auch der gute alte Slimer wieder mit von der Partie ist. Aber nein: Dieser Geist heißt inzwischen Muncher und sieht mit seinen sechs Ärmchen eher wie eine dauerfressende, blaue Raupe aus.

GEISTERJÄGER-SPIELZEUG

Apropos Muncher: Von dem gibt’s natürlich jetzt schon jede Menge Merchandise, ob als Funko- Pop, Plüschanhänger, Metallball mampfende Hasbro-Action-Figur oder als „Fright-Feature“ zur Phoebe-Actionfigur. Na klar sind auch die ganzen anderen Spielsachen am Start, von ganz vielen Mini-Marshmallow-Männchen (Mini-Pufts) über einen neuen Lego-Ecto-1 bis hin zur ferngesteuerten Geisterfalle auf Rädern. Diese Maschinerie hat sich also seit den 1980ern nicht viel verändert. Und wie so oft lässt sich aus dem Merchandise bereits im Vorfeld einiges über die in der Handlung vorkommenden Charaktere herausfinden. Kauft man sich beispielsweise mehrere Exemplare der „Plasma Wave“-Action-Figuren- Reihe, lässt sich mit den enthaltenen Bonusteilen ein „Sentinal Terror Dog“ zusammenbasteln – eine neue, aufrecht gehende Version der beiden Geisterhunde aus dem ersten Teil, die nun wie der Leibhaftige persönlich wirkt. Heißt das etwa, dass der gute alte Gozer die Bühne betritt? Zudem steht die Frage im Raum, in welcher bevorzugten Form der androgyne Zerstörer diesmal die Apokalypse einläuten wird. Im ersten Film waren es ja Zuul und Vinz Clortho, der „Torwächter“ und der „Schlüsselmeister“, die zusammengeführt werden sollten, um ihren Herren in die Welt der Menschen zu holen. Damals besetzten sie dafür die Körper von Dana Barrett (Sigourney Weaver) und Louis Tully (Rick Moranis), die in diesem Zustand witzigerweise animalisch wilde Züge annahmen. Das Grab, was die Kinder entdecken, sieht jedenfalls schon einmal ziemlich stark nach der hethitischen Gottheit aus, ebenso das Wesen, was ihm entsteigt, sowie die aus dem Tunnelschacht austretende, bedrohliche Strudel-Wolke. Dass Grooberson im Trailer von einem Terror-Hund (in bekannter Form) verfolgt und mit kleinen Marshmallow-Männchen konfrontiert wird, spricht ebenso dafür. Außerdem muss sich ja irgendwer in den Terror-Hund verwandelt haben. Bislang gab es noch keine Bilder von Dana Barrett zu sehen, obwohl Sigourney Weaver im Gegensatz zu Rick Moranis definitiv zugesagt hat …

TREFFEN DER GENERATIONEN

Wer in den 1980ern und 90ern den Berufswunsch des paranormalen Kammerjägers hegte, wird sich auch über 30 Jahre später noch für diese Fantasie begeistern können. Mit dem minderjährigen neuen Protagonisten-Team wird allerdings auch eine neue Generation angesprochen, denen Werkzeuge wie das Internet und Handy-Apps zur Verfügung stehen, um sich tiefer in die Geister-Materie zu graben. Das Gute daran ist, dass im Prinzip jeder Zuschauer dieses Films ganz offen zugibt, sich das „Magische Denken“ bewahrt zu haben. Ebenjene Fähigkeit der Fantasie, die einen bewaffnet mit Taschenlampe, 3D Brille und Handstaubsauger den Kleiderschrank öffnen lässt – in der leicht ängstlichen sowie vorfreudigen Hoffnung, ein leuchtendes Glibberwesen springe daraus hervor. Und wen ruft man dann an?

MARTIN GLEITSMANN, FALKO THEUNER

GHOSTBUSTERS AUF BLU-RAY/DVD