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GIGABYTES ZUM SPARTARIF


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connect - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 01.10.2022

MOBILFUNK-DISCOUNTER IM CHECK

Artikelbild für den Artikel "GIGABYTES ZUM SPARTARIF" aus der Ausgabe 11/2022 von connect. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: connect, Ausgabe 11/2022

„Erneut belegt unser Test ein sehr hohes Leistungsniveau bei den Mobilfunk-Discountangeboten. Damit stehen den Kunden viele preisgünstige und qualitativ empfehlenswerte Alternativen zur Auswahl.“

Hakan Ekmen, CEO Telecommunication bei umlaut, Teil von Accenture

Gerade in Zeiten steigender Preise dürfte sich mancher Smartphonenutzer überlegen, ob man beim Mobilfunkvertrag nicht sparen könnte. Da kommen Discountanbieter, im Fachjargon MVNOs (Mobile Virtual Network Operators) genannt, wie gerufen. Sie betreiben keine eigenen Mobilfunknetze, sondern kaufen Kapazitäten bei Telekom, Vodafone und Telefónica/O2 ein, und verkaufen sie zu eigenen Konditionen weiter.

Galt bis vor Kurzem noch, dass die Klientel dafür auf 5G verzichten muss, ist die jüngste Mobilfunkgeneration jetzt auch schon in einigen Discountertarifen nutzbar. In Abgrenzung zu den teureren Eigenangeboten der ...

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... Netzbetreiber gelten jedoch Geschwindigkeitsbegrenzungen, die bei vielen Anbietern zudem recht eng gefasst sind. Umso interessanter ist die Frage, welche Leistungen die Kundschaft von den Discountangeboten erwarten darf.

Die Antworten suchen wir wieder mit unserem langjährigen Partner umlaut. Dabei haben wir unsere Methodik weiterentwickelt: Diesmal fließt unter anderem die Verfügbarkeit von HD-Telefonie in die Bewertung ein. Darum sind die Ergebnisse auch nicht 1:1 mit den Vorjahresresultaten vergleichbar – deutliche Punktesprünge weisen dennoch auf Leistungszuwächse hin.Wie in allen unseren Netztests üblich, sind die Tarifkosten aber kein Bestandteil der Bewertung.

Hannes Rügheimer

Breitbandversorgung

Der Anteil von Samples mit 4G/5G-Empfang ist bei jedem MVNO anders. Neben anderen Faktoren hängt er auch vom Ausbau der genutzten Mobilfunknetze ab.

Telekom

Viel grün, aber auch noch Lücken: Das Telekom-Netz liegt im Direktvergleich vorne, aber auch hier zeigen rote Flecken fehlende 4G/5G-Versorgung an. Helle Bereiche sind nicht zwingend Versorgungslücken – hier liegen für die Analyse keine belastbaren Samples vor.

Vodafone

Mehr rote Flecken: Obwohl inzwischen auch Discounterkunden im Vodafone-Netz Zugang zu 4G/LTE haben, ist der Anteil von MVNO-Nutzern ohne Kontakt zu 4G/5G im Netz der Düsseldorfer etwas höher als bei der Telekom. Dies dürfte aber auch an alten Tarifen liegen.

Telefónica

Telefónica/O2 macht deutliche Fortschritte beim Netzausbau und öffnete 4G/LTE bereits frühzeitig auch für die Kunden der Discountpartner und -marken. Doch viele rote Flecken zeigen einen erhöhten Anteil an Nutzern, die keinen Kontakt zu 4G oder 5G haben.

1&1

Ay Yildiz

Das vor allem auf die deutsch-türkische Community ausgerichtete Angebot liegt im sehr guten Mittelfeld und bietet somit vergleichbare Leistung wie andere Telefónica-Marken.

Die seit 2005 angebotene Telefónica-Marke richtet sich an eine Zielgruppe, die häufig mit in der Türkei lebenden Familienmitgliedern oder Freunden telefoniert oder selbst öfter in das Land am Bosporus reist. Dazu bietet sie maßgeschneiderte Prepaidund Postpaid-Tarife an. Sowohl die Informationen auf der Website und in den Broschüren als auch die Mitarbeiter der Kundenhotline von Ay Yildiz sind zweisprachig.

Während die Prepaid-Tarife Datenraten von bis zu 25 Mbit/s erlauben, sind die Postpaid-Tarife auf 21,6 Mbit/s limitiert.

In der umlaut-Analyse liegen die Breitbandversorgung sowie die beobachteten Latenzen auf dem Spitzenniveau der über das Telefónica-Netz bereitgestellten Mobilfunkangebote. Die Anteile von Verbindungen mit höheren Download-Datenraten haben geringfügig kleinere Anteile als vergleichbare Angebote. Dies gilt vor allem in den Geschwindigkeitsklassen „HD-Video“ (mind. 5 Mbit/s) und „UHD-Video“ (mind. 20 Mbit/s). Der Anteil von Telefonaten in HD-Sprachqualität ist recht hoch. Alles in allem verdient auch Ay Yildiz in unserem Test die Note „sehr gut“.

Blau Über seine eigene Discountmarke liefert Telefónica vergleichbare Leistungen wie bei anderen Angeboten, die das Telefónica-Mobilfunknetz nutzen. So landet Blau im guten Mittelfeld.

In der hauseigenen Discountmarke von Telefónica sind 2015 nach der Zusammenlegung von E-Plus und O2 auch die ehemaligen E-Plus-Angebote Base und Simyo aufgegangen. Mittlerweile können alle Blau-Kunden auch 4G/LTE nutzen. Dafür bietet die Telefónica-Marke in ihren Prepaid-Angeboten klar gestaffelte Datenkontingente an. Die maximale Datenrate liegt für Prepaid-Kunden bei 25 Mbit/s, während Postpaid-Tarife auf 21,6 Mbit/s limitiert sind. Dafür bieten Letztere auf Wunsch auch einmonatige Laufzeiten. Sprach- und SMS-Flats sind immer dabei. In der Analyse von umlaut erzielt auch Blau bei der Breitbandversorgung und den Anteilen der Samples in den verschiedenen Geschwindigkeitsklassen überzeugende Ergebnisse. Latenzen und der Anteil von Telefonaten in HD-Sprachqualität liegen im guten Mittelfeld – und das gilt dann auch für die Gesamtwertung, die Blau in unmittelbarer Nachbarschaft der ebenfalls über das Telefónica-Netz realisierten Angebote von Tchibo, Mobilcom-Debitel (Freenet) und den Drillisch-Marken einsortiert – mit der Note „sehr gut“.

Congstar Die Discountmarke der Deutschen Telekom gilt als Premiumangebot im MVNO-Bereich. Die Kunden dürfen Spitzenleistungen in allen bewerteten Kategorien erwarten.

Auch die Telekom hat eine eigene Discountmarke – und bedient mit Congstar rund fünf Millionen Kunden. Innovative Tarifangebote wie „Prepaid-wie-ich-will“ oder die „Fair-Flat“ tragen zu dem guten Image des Discounters ebenso bei wie die hohe Leistung des zum Transport genutzten Telekom-Mobilfunknetzes. Die „Fair Flat“ bedeutet, dass Kunden, die in einem Monat das gebuchte Datenvolumen nicht

ausschöpfen, automatisch die günstigere erreichte Tarifstufe in Rechnung gestellt wird. Im Prepaid-Bereich verzichten einige Tarife allerdings auf eine SMS-Flatrate, und auf 5G müssen Congstar-Kunden noch warten. LTE-Downloads sind auf 25 Mbit/s begrenzt, das Limit lässt sich aber mit der „LTE-50-Option“ verdoppeln.

In den Analysen von umlaut liefert sich Congstar ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem ebenfalls auf dem Telekom-Netz basierenden Angebot von Klarmobil. Obwohl Letzteres einen Punkt Vorsprung herausarbeitet, platziert sich auch Congstar in allen bewerteten Einzelkategorien sowie beim Gesamtergebnis zur Spitzengruppe in diesem Vergleich.

Drillisch Die 1&1-Tochter steht hinter mehreren namhaften Mobilfunkdiscountmarken. Ihr Gesamtergebnis liegt im Mittelfeld und somit auf dem Niveau anderer MVNOs im Telefónica-Netz.

Mit Marken wie BILDconnect, DeutschlandSIM, maXXim, PremiumSIM, , Simply, Smartmobil, WinSim oder Yourfone steht die 1&1- beziehungsweise United-Internet-Tochter Drillisch hinter einer Vielzahl namhafter Discountangebote. Das vielfältige Tarifportfolio der Markengruppe richtet sich an besonders Preissensible. Wie auch bei der Konzernschwester 1&1 nutzen die Angebote der Drillisch-Marken das Mobilfunknetz von Telefónica. Dabei liegt das Geschwindigkeitslimit für LTE-Verbindungen in den meisten zur Wahl stehenden Tarifen bei großzügigen 50 Mbit/s. Reicht das Datenvolumen im Abrechnungszeitraum nicht aus, lässt es sich häufig per „Datenautomatik“ aufstocken.

In seinen Crowdsourcing-Analysen fasst umlaut die vielen Einzelmarken unter ihrem Anbieter Drillisch zusammen. Breitbandversorgung und Datenraten liegen auf demselben Niveau wie andere Discountangebote im Telefónica-Netz. In Sachen Latenzen und Anteil von Telefonaten mit HD-Sprachqualität landet Drillisch im Mittelfeld, was dann auch seine Gesamtpositionierung in diesem Vergleich bestimmt.

Fonic Wie vergleichbare Discountangebote, die das Telefónica-Netz nutzen, landet die auf Prepaid-Angebote fokussierte Telefónica-Eigenmarke im sehr guten Mittelfeld.

Die ehemals eigenständige Mobilfunkdiscountmarke Fonic zählt seit 2016 zum hauseigenen Sortiment von Telefónica und fokussiert sich auf Prepaid-Angebote. Die monatlich kündbaren Tarife kosten je nach inkludiertem Datenvolumen unterschiedliche Monatspauschalen, die alle 28 Tage vom vorher einbezahlten Guthaben abgebucht werden. Flatrates für Inlandstelefonate und SMS-Flatrate sind ebefnalls dabei.

Wie für die meisten Prepaid-Angebote im Telefónica-Netz üblich, liegt die per 4G/LTE maximal nutzbare Datenrate bei 25 Mbit/s.

Mit diesen Grundbedingungen weisen die von umlaut vorgenommenen Crowdsourcing-Analysen auch Fonic einen Platz im sehr guten Mittelfeld unseres Testfelds zu. Sehr gute Breitbandversorgung und Datenraten sowie gute Latenzen und ein hoher Anteil an Telefonaten in HD-Sprachqualität führt zu einem Gesamtergebnis in unmittelbarer Nachbarschaft der Drillisch-Marken, von 1&1 im Telefónica-Netz und Nettokom. Wer sich für ein Angebot von Fonic entscheidet, bekommt die sehr gute Leistung, die das Telefónica-Netz in diesem Vergleich unter Beweis stellt.

Klarmobil Die Discountmarke von Mobilcom-Debitel beziehungsweise Freenet lässt den Kunden die Wahl zwischen Telekom- und Vodafone-Netz. Beide landen bei uns weit vorne.

Da sich die Mobilcom-Debitel-Marke Freenet selbst nicht als Mobilfunkdiscounter versteht, hat das Unternehmen mit Klarmobil eine ausgewiesene Discountmarke im Angebot. Das breite Tarifsortiment stellt die Netze von Telekom oder Vodafone zur Wahl. Dabei können die Kunden in vielen Klarmobil-Tarifen je nach Wohnort oder häufigen Aufenthaltsorten das bei ihnen stärkere Mobilfunknetz auswählen. Die maximalen 4G/LTE-Datenraten liegen typischerweise um 25 Mbit/s, lassen sich aber gegen Aufpreis auf 50 oder sogar 100 Mbit/s anheben. Höherwertige Tarife gewähren sogar den Zugang ins 5G-Netz mit bis zu 150 Mbit/s.

In beiden Netzen führen die Analysen von umlaut zu Platzierungen auf den vorderen Rängen unseres Vergleichs, insgesamt liegen die Angebote auf Basis des Telekom-Netzes aber noch etwas weiter vorne. Die Wahl des Mobilfunknetzes sollten Klarmobil-Kunden aber vom Empfang bei sich vor Ort abhängig machen.

Lebara Das auf „Ethno“-Mobilfunkangebote spezialisierte britische Unternehmen wechselt vom Telekom- zum Telefónica-Netz. Das bisherige Angebot zeigt Schwächen in der HD-Telefonie.

Der global aktive britische Konzern richtet sich mit seinen Prepaid-Angeboten in erster Linie an Kunden, die über Ländergrenzen hinweg in Verbindung bleiben wollen. Das zeigt sich auch in den Tarifdetails – wie Inklusivminutenkontingente für Telefonate in über 50 Länder. Dieser Fokus hat jedoch zur Folge, dass die in den Tarifen enthaltenen Datenpakete etwas kleiner ausfallen als bei anderen Mobilfunkdiscountern. Bisher nutzte der Anbieter das Telekom-Mobilfunknetz, nun wechselt er zu Telefónica und versorgt dazu alle Kunden mit neuen SIM-Karten.

Die Crowdsourcing-Analyse von umlaut basiert allerdings noch zum größten Teil auf Verbindungen im Telekom-Netz. Damit erzielt Lebara hohe Punktzahlen in den Kategorien Breitbandversorgung, Datenraten und auch Latenzen. Allerdings kamen nur etwas über fünf Prozent der beobachteten Sprachverbindungen per HD-Telefonie zustande, was aber möglicherweise dem hohen Anteil an Auslandstelefonaten geschuldet ist. Damit erzielt Lebara immer noch die Note „sehr gut“, landet jedoch im Gesamtvergleich relativ weit hinten.

Lidl Connect Der andere große deutsche Lebensmitteldiscounter nutzt für sein Mobilfunkangebot das Vodafone-Netz und landet damit im sehr guten Mittelfeld.

Nicht nur im Lebensmittelbereich, sondern auch beim Mobilfunk zählt der in Neckarsulm ansässige Discounterkonzern zu Aldis hartnäckigsten Konkurrenten. Doch während Letzterer auf Telefónica setzt, kooperiert Lidl traditionell mit Vodafone. Die Tarife sind nach dem Prepaid-Prinzip ausgelegt, alle 28 Tage werden die fälligen Pauschalbeträge vom Guthaben des Nutzers abgezogen. Die maximal nutzbare Datenrate bei LTE-Verbindungen liegt auch hier bei den für Prepaid-Angebote im Vodafone-Netz typischen 25 Mbit/s.

Die von umlaut durchgeführten Crowdsourcing-Analysen bescheinigen Lidl Connect eine gute Breitbandversorgung, auch die Anteile der erfassten Samples in den verschiedenen Download-Geschwindigkeitskategorien sowie insbesondere in der anspruchvollen Latenzklasse „Gaming“

(höchstens 50 ms) liegen über dem Durchschnitt. Leichtes Steigerungspotenzial gibt es hingegen beim Anteil von Telefonaten, die per VoLTE zustande kamen. Insgesamt schneidet Lidl Connect mit seinen überzeugenden Leistungen aber im sehr guten Mittelfeld ab.

Lycamobile Trotz Insolvenz läuft das Geschäft des auf grenzüberschreitendes Telefonieren spezialisierten MVNOs weiter. Schwächen zeigt er bei Latenzen und HD-Telefonie.

Trotz der Insolvenz der deutschen Tochter des britischen Serviceproviders Ende 2021, sind die Angebote von Lycamobile weiterhin uneingeschränkt nutzbar und auch für Neukunden buchbar. Ähnlich wie Lebara adressiert Lycamobile Kunden, die in erster Linie Kontakt zu Familie und Freunden im Ausland halten wollen – international machen rund 15 Millionen Kunden davon Gebrauch. Zu den Prepaid-Datenvolumen und -Minutenpaketen für Telefonate in rund 50 Länder kommt in den meisten Tarifen eine Flatrate für Inlandstelefonate hinzu. Das LTE-Limit ist mit 50 Mbit/s recht hoch. Ist das gebuchte Kontingent erschöpft, wird der Datenverkehr allerdings nicht wie anderswo üblich gedrosselt, sondern sogar komplett blockiert.

Die Analysen von umlaut zeigen, dass das Angebot in den Kategorien Breitbandversorgung und Download-Datenraten absolut konkurrenzfähig ist. Kleine Schwächen zeigen sich bei den Latenzen. Dennoch landet Lycamobile auf dem letzten Platz unseres Vergleichs, weil lediglich gut drei Prozent der beobachteten Telefonate per VoLTE zustande kamen.

Mobilcom-Debitel DP layerbietet Tarife in allen drei deutschen Mobilfunknetzen an. er mittlerweile unter dem Markennamen Freenet auftretende große

Mitte 2022 musste der traditionsreiche Markenname Mobilcom-Debitel dem moderneren „Freenet“ weichen. Da die Mehrzahl der Samples, die wir für diesen Anbieter erfassten, vorher gesammelt wurde, tritt er hier noch unter altem Namen an. In jedem Fall bietet dieser große Player SIM-Karten in allen drei deutschen Mobilfunknetzen an – dazu zählen neben eigenen Angeboten auch die Originaltarife der Netzbetreiber, bei höherwertigen Tarifen inklusive 5G. Damit ergeben sich jedoch recht unterschiedliche Maximaldatenraten je nach Tarif – ein Blick ins Kleingedruckte lohnt.

Die umlaut-Analysen bestätigen im Freenet-Sortiment, was auch im gesamten Testfeld zu beobachten ist: Die drei genutzten Mobilfunknetze rücken zusammen, im direkten Vergleich liegt die Telekom aber vorne – mit jeweils etwas Abstand gefolgt von Vodafone und Telefónica. Nutzer sollten sich aber am Empfang vor Ort orientieren.

Nettokom Auch der Markendiscounter Netto hat ein eigenes Mobilfunkangebot. In der Gesamtwertung liegt er im Mittelfeld, nahe an vergleichbaren Angeboten im Telefónica-Netz.

Zu Aldi und Lidl gesellt sich der – nach eigener Beschreibung – „Markendiscounter“ Netto. Dies gilt nicht nur für Lebensmittel, sondern auch im Mobilfunk. Die Prepaid-Tarife von Nettokom sind mit denen der Mitbewerber vergleichbar: Der für das gebuchte Datenpaket fällige Pauschalbetrag wird alle 28 Tage vom Prepaid-Guthaben abgebucht, Sprach- und SMS-Flatrates sind Standard. Interessant ist auch das Jahrespaket, mit dem sich das Datenkontingent flexibel an 365 Tagen nutzen lässt. Die maximale LTE-Datenrate liegt bei den für Prepaid-Angebote typischen 25 Mbit/s, Zugang zum 5G-Netz wird allerdings noch nicht angeboten..

Die von umlaut durchgeführten Crowdsourcing-Analysen bescheinigen dem im Telefónica-Netz realisierten Angebot sehr gute Resultate in sämtlichen Bewertungskategorien. Allerdings halten sie durchweg ein wenig Abstand von den jeweiligen Spitzenergebnissen pro Kategorie. Mit dieser insgesamt ausgewogenen Leistung fahren Nettokom-Kunden sehr gut – und der Anbieter erzielt in unserem Vergleich eine Platzierung im sehr guten Mittelfeld.

Netzclub Die Besonderheit an diesem Telefónica-eigenen Discountangebot: Es wird teilweise durch Werbung finanziet. Die im Gegenzug gelieferten Leistungen können sich sehen lassen.

Diese Telefónica-Eigenmarke wartet mit einer echten Besonderheit auf: mit werbefinanzierte Tarifen. Wer bereit ist, monatlich bis zu 30 Mitteilungen über Aktionen und Neuigkeiten angeschlossener Partnerunternehmen per Kurznachricht oder E-Mail zu empfangen, erhält dafür alle vier Wochen kostenloses zusätzliches Datenvolumen. Die Werbepartner sind bekannte Marken wie Coca-Cola oder McDonald‘s. Beim „netzclub local“ gibt der Nutzer zusätzlich seinen Standort preis und erhält im Gegenzug lokale Angebote wie reduzierte Eintritte in Kinos oder Museen. Die maximale LTE-Datenrate liegt bei 25 Mbit/s, je nach Tarif gibt es außerdem Freieinheiten oder Flatrates für Sprache und SMS.

In den umlaut-Analysen landet dieser Discount-Provider im Gesamtumfeld ebenfalls recht weit vorne. Die per Crowdsourcing ermittelten Leistungsdaten liegen weitgehend auf dem Niveau der anderen Angebote im Telefónica-Netz, beim Anteil von Telefonaten in HD-Sprachqualität sogar im oberen Bereich. Kleine Schwächen sehen wir bei den Gaming-Latenzen.

Or tel Mobile Telefónica hat ebenfalls eine eigene Marke vor allem für internationales Telefonieren. Mit den gebotenen Leistungen erzielt dieses Angebot die Note „sehr gut“.

Angebote wie Lebara oder Lycamobile zeigen, dass es hohen Bedarf an internationaler, grenzüberschreitender Telefonkommunikation gibt. Darum bedient auch Telefónica dieses Segment, und zwar mit seiner Eigenmarke „Ortel“. Zu einigen der erhältichen Tarife gerhören zusätzliche Minutenpakete für Auslandsgespräche in bis zu 70 Länder. Und auch Datenverbindungen zählen selbstverständlich zum angebotenen Portfolio. Die maximale LTE-Datenrate liegt bei den üblichen 25 Mbit/s. Das Aufladen des Guthabenkontos ist unter anderem per Paypal oder WhatsApp möglich.

Das von umlaut analysierte Crowdsourcing bescheinigt auch diesem Telefónica-Angebot eine sehr gute Breitbandversorgung und insgesamt ordentliche Ergebnisse bei Download-Datenraten und Latenzen. Anders als bei Lebara und Lycamobile ist der Anteil der beobachteten Telefonate in HD-Sprachqualität recht hoch – was uns beweist, dass überdurchschnittliche viele Telefonverbindungen ins Ausland kein Hindernis für den Einsatz von VoLTE sein müssen. Für die beschriebene Zielgruppe ist dieses Angebot daher eine gute Wahl.

Otelo Die hauseigene Discountmarke der Düsseldorfer profitiert vom guten LTE-Ausbau des Vodafone-Netzes und landet in den Crowdsourcing-Analysen im sehr guten Mittelfeld.

Mit seiner hauseigenen Discountmarke Otelo richtet sich Vodafone an besonders preissensible Kunden – unter dem Namen „Callya“ gibt es schließlich schon Prepaid-Tarife unter der Marke des Mutterkonzerns. Der wesentliche Unterschied zwischen den Angeboten besteht in den die maximalen Datenraten: Bei Otelo liegen sie für Prepaid-Angebote bei 21,6 Mbit/s, für Postpaid (also Vertragstarife) bei 50 Mbit/s und gegen Aufpreis bei 100 Mbit/s. Demgegenüber erlaubt Callya bis zu 500 Mbit/s und bietet optional sogar Zugriff auf 5G – was bei Otelo derzeit allerdings noch nicht im Angebot ist.

In den Analysen von umlaut kann sich aber das Discountangebot Otelo durchaus sehen lassen – es liegt in unserer Rangfolge in unmittelbarer Nachbarschaft der ebenfalls im Vodafone-Netz bereitgestellten Angebote von 1&1 und Lidl Connect. Breitbandversorgung, Datenraten und Latenzen geben keinen Anlass zu Klagen, lediglich der Anteil an Telefonaten mit VoLTE dürfte noch etwas höher sein. Insgesamt ist das Vodafone-Eigenangebot aber in seinem Segment absolut konkurrenzfähig.

Tchibo a ngebote zu vermarkten. Die gebotenen Leistungen können sich absolut sehen lassen. er bekannte Kaffeeröster nutzt seine breite Vertriebsstruktur, um Mobilfunkdiscount-

Das Angebot hat schon Tradition: Gemeinsam mit Telefónica war der Kaffeeröster der erste Mobilfunkdiscountanbieter in Deutschland – ein entsprechendes Joint Venture der beiden Marken startete bereits im Jahr 2004. Mittlerweile zählt das Sortiment zu den etablierten Discountangeboten hierzulande, wird aber inhaltlich stetig weiterentwickelt. Innovativ sind beispielsweise die „Vorteilspakete“, die Prepaid-

Kunden zwölf Mal vier Wochen vergünstigt im Voraus bezahlen. Die maximal verfügbare LTE-Datenrate liegt bei den üblichen 25 Mbit/s, 5G wird derzeit noch nicht unterstützt, Sprach- und SMS-Flatrates sind selbstverständlich dabei.

Die von umlaut durchgeführten Analysen verorten das im Telefónica-Netz realisierte Tchibo-Mobilfunkangebot im sehr guten Mittelfeld. Ähnlich wie bei Blau oder dem Angebot von Mobilcom-Debitel (respektive von Freenet) im Telefónica-Netz gehen Breitbandversorgung, Download-Datenraten und Latenzen absolut in Ordnung, und auch der Anteil an Telefonaten in HD-Sprachqualität liegt auf Augenhöhe mit der Konkurrenz.

Methodik

Unser Bewertung von Mobilfunkdiscountern haben wir weiterentwickelt – auf Basis des ausgeklügelten Crowdsourcing-Verfahrens unseres Testpartners umlaut.

Für die Bewertung von Mobilfunkdiscountanbietern („MVNOs“ – Mobile Virtual Network Operators) hat unser Mobilfunknetztestpartner umlaut Crowdsourcing-Daten ausgewertet, die zwischen dem 21.3. (KW12) und 29.8.2022 (KW35) erfasst wurden. Um die Datenbasis zu erhalten, sammeln Tausende populärer Apps im Hintergrund während der Smartphonenutzung Parameter wie die Mobilfunktechnologie der Verbindung, die Datenraten von Downloads und die für Sprachverbindungen genutzte Technologie – sofern der Nutzer dieser anonymen Datenerhebung zuvor zugestimmt hat. Messwerte wie die Datendurchsätze werden in einem 15-Minuten-Raster aggregiert und regelmäßig an die umlaut-Server übertragen. Die Reports umfassen nur wenige Bytes, sodass sie das Datenvolumen des Nutzers so gut wie nicht belasten. Samples, die etwa über WLANs oder bei aktivem Flugmodus erfasst wurden, werden vor der weiteren Analyse ausgefiltert. Um die Güte der Breitbandversorgung zu ermitteln, betrachten wir mehrere Parameter: Der Auswertung liegen Evaluation Areas (EAs) zugrunde – Kacheln von zwei mal zwei Kilometern. Eine EA gilt als gültig, wenn es darin in mindestens zwei Unterkacheln mit 500 Metern Kantenlänge mit mindestens zwei Nutzern gibt, die jeweils mindestens 20 Samples geliefert haben. Dies muss für alle Netzbetreiber (MNOs) zutreffen. Für die Qualität der Breitbandversorgung ermitteln wir, in welchen EAs für einen Netzbetreiber 4G/5G-Samples vorliegen und in welchen Kacheln alle Anbieter vertreten sind („Common Footprint“). Der KPI gibt den Anteil an 4G/5G-Samples im Verhältnis zum Durchschnitt aller gültigen EAs an. Die Reichweite der Breitbandversorgung analysiert die Größe des 4G/5G-Footprints: Dabei erhält das genutzte Netz (Telekom, Vodafone, O2) drei Punkte für 4G/5G-Versorgung, drei Punkte für 4G/5G-Versorgung oder einen Punkt für 3G. Die Summe der Punkte pro Netzbetreiber wird durch die mögliche Punktzahl aller EAs im „Common Footprint“ geteilt. Den Zeitanteil mit Breitbandversorgung ermitteln wir nicht pro Mobilfunknetz, sondern für jeden MVNO. Er sagt aus, wie oft ein einzelner Nutzer im Betrachtungszeitraum 4G/5G-Empfang hatte. Dazu setzt umlaut die Samples, die 4G/5G-Versorgung ausweisen, ins Verhältnis zur Gesamtanzahl aller Samples. Wichtig: Diese Prozentwerte spiegeln den Erfüllungsgrad wieder – nicht die prozentuale 4G/5G-Mobilfunkabdeckung von Fläche oder Bevölkerung. Um bei der Bewertung von Datenraten zu berücksichtigen, dass viele Mobilfunktarife – vor allem Discountangebote – die nutzbare Geschwindigkeit limitieren, hat umlaut drei anwendungsbezogene Geschwindigkeitsklassen definiert: Für Basis-Internet müssen mindestens 2 Mbit/s erreicht werden, für HD-Video 5 Mbit/s und für UHD-Video 20 Mbit/s. Damit ein Sample gültig ist, muss in einem 15-Minuten-Zeitraum eine Mindestdatenmenge geflossen sein. Analog wird die Latenz der Datenpakete anwendungsbezogenen Klassen zugeordnet: Roundtrip-Zeiten bis 100 ms reichen für OTT-Sprachdienste, weniger als 50 ms qualifizieren ein Sample für Gaming. Der Parameter Telefonate in HD-Sprachqualität gibt an, welcher Anteil der vom Nutzer geführten Sprachtelefonate über VoLTE (Voice over LTE), VoNR (Voice over 5G New Radio) und VoWiFi (Voice over WiFi) transportiert wurde. Eine Bewertung erfolgt nur, wenn das verwendete Smartphone den jeweiligen Standard unterstützt.

Fazit

Hannes Rügheimer, connect-Autor

Wie schon im Vorjahr ist das beste Ergebnis unseres Vergleichs von Mobilfunkdiscountangeboten das insgesamt sehr hohe Leistungsniveau des gesamten Testfelds. Da wir den Bewertungsschlüssel vorab festgelegt haben, dürfen sich außer Lycamobile alle im Test berücksichtigten Anbieter über die Note „sehr gut“ freuen. Daran ändert auch die in diesem Jahr zusätzlich in unsere Methodik aufgenommene Analyse von Telefonaten mit VoLTE beziehungsweise HD-Sprachqualität nichts.

Dennoch gibt es innerhalb der sehr guten Angebote natürlich Abstufungen. Den Gesamtsieg erringt dabei das im Vorjahr noch im Mittelfeld platzierte Aldi Talk. Auf Platz zwei und drei folgen – wie schon beim letzten Mal – die im Telekom-Netz realisierten Angebote von Mobilcom-Debitel/ Freenet und deren Discountderivat Klarmobil. Telekom-Discounttochter und Vorjahressieger Congstar mischt immer noch weit vorne mit, und auch Netzclub im Telefónica-Netz sowie die Vodafone-basierten Angebote von Klarmobil, Mobilcom-Debitel/Freenet, 1&1 und Otelo liegen auf vorderen Rängen. Bei Verfügbarkeit mehrerer Netzalternativen sollte die Abdeckung vor Ort den Ausschlag geben.