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GLAS: VENINI – GLANZ IN GLAS


Trödler - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 13.11.2019

Venini – der Name der italienischen Glasmanufaktur steht wie kein anderer für Glas aus Venedig. Die Wurzeln dieser ruhmreichen Manufaktur reichen zurück bis ins Jahr 1925, als Paolo Venini (1895-1959) das Unternehmen gründete. Bis zu seinem Tod blieb der kreative Unternehmer mit charismatischer Persönlichkeit als prägende Gestalt an der Spitze der Glasmanufaktur.


Ausstellung in Frauenau

Die Ausstellung im Glasmuseum Frauenau, die in Zusammenarbeit mit „Le Stanze del Vetro“, dem Glasmuseum auf der Insel San Giorgio Maggiore bei Venedig realisiert wurde, beleuchtet diese ruhmreiche Zeit und zeigt zahlreiche ...

Artikelbild für den Artikel "GLAS: VENINI – GLANZ IN GLAS" aus der Ausgabe 12/2019 von Trödler. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Trödler, Ausgabe 12/2019

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... Objekte, die heute noch die Herzen der Sammler und Glasliebhaber höher schlagen lassen. So zeigen beispielsweise die Gläser der Serie „Incisi“ mit ihrer Farbigkeit und den geschwungenen Linien, wie zeitloses Design aussehen kann.

Die modern und farbenfroh gestalteten Gläser machten die venezianische Glasmanufaktur Venini weltberühmt, hier die Serie „Incisi“


Neue und alte Technik

Venini verstand es gleichermaßen, neue Herstellungsverfahren zu entwickeln und alte Techniken neu zu interpretieren. Die Murrine und die in Filigranglas-Technik geschaffenen Werke sind dafür eindrucksvolle Beispiele. Als äußerst erfolgreich erwies sich die Zusammenarbeit mit Künstlern und Gestaltern wie Carlo Scarpa, Riccardo Licata, Gio Ponti und anderen. Sie gaben dem Glas aus der Manufaktur Venini eine modernistische und spannende Ausrichtung. Die große Beachtung auf nationalen und internationalen Ausstellungen und Messen war der Lohn.

Die Murrine-Gläser aus der Sammlung von Ursula und Rainer Losch sind eine Bereicherung der Ausstellung


Werdegang

Paolo Venini (1895-1959) wurde in Cusano Milanino in eine wohlhabende Familie aus der Lombardei geboren. Er studierte Jura und gab seine Karriere als Anwalt noch vor dem Zweiten Weltkrieg auf, nachdem er seine Leidenschaft für die Glasherstellung entdeckt hatte, mit der ihn der Venetianer Giacomo Cappellin bekannt machte. Im Jahre 1921 gründeten die beiden das Unternehmen „Vetri Soffiati Muranesi Cappellin Venini e C“. Trotz des großen wirtschaftlichen Erfolgs der Firma Cappellin and Venini trennten sich die Inhaber im Frühjahr 1925 aufgrund von Meinungsverschiedenheiten und Streitigkeiten. Am 1. Juni 1925 gründete Paolo Venini dann die neue Firma „V.S.M. Venini e C.“ zusammen mit dem Designer Napoleone Martinuzzi und dem Ingenieur Francesco Zecchin. Die Zusammenarbeit dauerte bis 1932. Der talentierte Paolo Venini war einerseits aufgeschlossen für neue künstlerische Trends, hatte dabei aber immer auch das internationale Marktgeschehen im Auge. Während seiner Aktivitäten etablierte er in den 1930er- und 1940er-Jahren auch eine sehr erfolgreiche und künstlerisch fruchtbare Zusammenarbeit mit den Architekten Tomaso Buzzi und Carlo Scarpa. Nach dem Zweiten Weltkrieg und während der 50er-Jahre arbeitete er mit dem Designer Fulvio Bianconi zusammen. Aber auch zahlreiche andere Künstler erhielten Aufträge und kreierten Entwürfe für den renommierten Glashersteller. Venini produzierte so im Laufe der Jahre verschiedene innovative Glasserien, die er auch mithilfe der technischen Abteilung seiner Firma entwickelte. Zudem verbesserte er das bereits bestehende Glasprogramm, das von den unterschiedlichsten Künstlern geschaffen worden war. Einige der Glasarbeiten von Paolo Venini, die auf traditionellen Murano-Techniken basieren, wurden von ihm noch verfeinert und neu interpretiert. Diese Variationen wurden vor allem zwischen 1950 und 1954 hergestellt und werden ebenfalls in der Ausstellung gezeigt. Die Vasen und Glasobjekte gehören zu den beliebtesten Stücken von Glasken-nern und Sammlern aufgrund ihrer Leuchtkraft und der außergewöhnlichen Qualität der Herstellung. Unermüdlich vermarktete Venini seine Glaskunst in all den Jahren auf zahlreichen Reisen ins In- und Ausland. Zudem nahm er regelmäßig an Kunstausstellungen in Italien und andernorts bis zu seinem plötzlichen Tod im Jahre 1959 teil.

Fische und Vögel nach den Entwürfen von Tyra Lundgren. Die Ausstellung mit ihren Designarbeiten für Venini findet im Kabinett statt. Die Exponate sind eine Schenkung an das Glasmuseum von Ursula und Rainer Losch aus Bonn


Tyra Lundgren

Auch die schwedische Designerin Tyra Lundgren (1897-1979) arbeitete für Venini. Die enge und fruchtbare Zusammenarbeit mit ihr begann bereits in den 1930er-Jahren. Neben einigen Vasen entwarf sie eine Reihe von ausdrucksstarken Vögeln, Schlangen und Fischen, Blattschalen und Vasen. Die Ausstellung im „Kabinett“ des Glasmuseums ist allein dem gestalterischen Werk von Tyra Lundgren für Venini gewidmet. Die Exponate der Ausstellung stammen aus der Sammlung von Ursula und Rainer Losch aus Bonn. Sie sind eine Schenkung an das Glasmuseum Frauenau und werden nun in ihrer Gesamtheit präsentiert. Das Ehepaar Losch stiftete dem Glasmuseum darüber hinaus zahlreiche weitere, ebenso seltene wie wertvolle Objekte aus Glas aus verschiedenen Manufakturen Venedigs. Ein großer Teil ist bereits in die Dauerausstellung integriert. Die Murrine-Gläser aus der Manufaktur Venini bilden einen eigenen Bereich im Rahmen der Sonderausstellung.

Die Glasmanufaktur arbeitete intensiv mit Designern zusammen, hier Gläser nach den Entwürfen von Tobia Scarpa


Vögel nach den Entwürfen von Tyra Lundgren. Die Ausstellung mit ihren Designarbeiten für Venini findet im Kabinett statt. Die Exponate sind eine Schenkung an das Glasmuseum von Ursula und Rainer Losch aus Bonn


Ausstellung

Die Ausstellung „Venini – Venedigs Glanz in Glas” im Glasmuseum Frauenau im Bayerischen Wald ist noch bis 22. März 2020 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 9 bis 17 Uhr. www.glasmuseum-frauenau.de


Foto: Le Stanze del Vetro

Fotos: S. Bauer

Fotos: wie angegeben

Fotos: S. Bauer

Foto: S. Bauer

Foto: S. Bauer