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Gleißend heiße Eisen


Haus & Garten Test - epaper ⋅ Ausgabe 5/2021 vom 31.08.2021

16 Elektrogrills im Test

Artikelbild für den Artikel "Gleißend heiße Eisen" aus der Ausgabe 5/2021 von Haus & Garten Test. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Haus & Garten Test, Ausgabe 5/2021

Die Ablösung des Holzkohlegrills ist nahe und die Hersteller bieten eine vielseitige Auswahl: Ob Tisch-, Kontakt-, Hochtemperatur-oder elektrischer Standgrill, es ist für jeden etwas zu finden. Grillliebhaber haben die Qual der Wahl. Im Test zeigen sich die Vor-und Nachteile der Geräte und welche Grillergebnisse überzeugen können.

Doppeltes Grillvergnügen

Kontaktgrills sind vor allem für das Hinterlassen des typischen Riffelmusters auf Sandwiches bekannt. Jedoch können die Geräte durchaus zum Grillen von Fleisch oder Gemüse verwendet werden. Denn die heiße Riffelplatte soll nicht nur gut aussehen, sondern dem Grillgut ebenso ein gutes Geschmacksprofil verleihen. Durch die heißen Platten entstehen Röstaromen, die zum Geschmackserlebnis beitragen können. Die hervorragende Verarbeitung des Sage-Kontaktgrills fällt dabei sofort ins Auge. Die stufenlose Einstellung zwischen 100 ...

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... bis 230 Grad Celsius ist simpel, zusätzlich bietet der Grill drei Programme. Dabei können die beiden Platten durch die Flachgrillfunktion getrennt angesteuert werden. Durch das komplette Flachlegen der Platten ist eine vielseitige Nutzung möglich. Die sehr gut durchdachte Bedienung des Sage kann wirklich überzeugen. Weniger hochwertig wirkt das Gerät von George Foreman, was einer guten Bedienfreundlichkeit jedoch nicht im Weg steht. Die fehlende Temperatureinstellung überrascht zunächst, wird in der Verwendung allerdings kaum vermisst. Der sichere Stand und die gut erreichbare Tropfschale sind ein weiterer Pluspunkt.

Schlicht aufgetischt

Die Tischgrills bieten durch eine leichte Transportierbarkeit einen hohen Komfort in der Anwendung und kommen den Standgrills sehr nahe. Der große Severin besitzt einen ziemlich hohen Kunststoffanteil. Es lassen sich beide Grillrosthälften entnehmen, was die Reinigung vereinfacht. Über den Hauptbedienschalter in Form eines Drehknaufs können alle Funktionen einfach gesteuert werden, sowohl die Temperaturauswahl (330 bis 500 Grad Celsius) als auch der minutengenaue Timer. Leider liegt das Heizelement direkt unter dem Grillrost, wodurch dies schnell durch herabhängendes Grillgut beschmutzt werden kann. Der angebrachte Griff ist sehr gut isoliert, womit ein Verbrennen der Hand nicht möglich ist. Der kleine Severin ist als Pendant zum großen Bruder mit weniger Funktionen ausgestattet, was guten Grillergebnissen allerdings nicht entgegensteht. Bei Rosenstein & Söhne werden acht Heizstufen geboten, deren Auswahl durch einen sehr lauten Piepton begleitet wird. Zudem ist die Verwendung des Drehwahlschalters gewöhnungsbedürftig, da dieser nur gedreht und nicht, wie intuitiv vermutet, gedrückt werden muss. Die Grillplatte darf laut Anleitung nicht vorgeheizt werden, aber selbst mit wenig Grillgut darauf verzieht sich diese, wie in der Anleitung angedroht, und wölbt sich nach oben. George Foreman bietet einen flachen und schlichten Tischgrill mit simplem Bedienkonzept, der sich durch die gute Zerlegung einfach reinigen lässt. Der kleine flache Steba-Grill funktioniert wirklich gut mit seiner glatten und geriffelten Fläche. Die eingeschobene Tropffangschale lässt sich sicher entnehmen und der Grill ist insgesamt gut zu reinigen. Der große Steba kommt mit einem Glasdeckel daher, welcher sich in offener Position arretiert. Der Tischgrill hat ebenfalls zwei Grillplatten (vorrangig geriffelt), wobei der Deckel den Grillprozess gut unterstützt. Durch die eingeritzte Fläche können die Grillsäfte gut in die Tropfschale fließen. Cadac liefert mit der klassischen Kugelform und abnehmbarem Deckel ein typisches Modell in Tischgrillform. Der runde Grillrost hat eine sehr gute Versiegelung und die gedeckelte Hitze sorgt für wirklich gute Grillergebnisse. Der Landmann-Tischgrill ist von großen Gasgrills inspiriert, so kommt der Deckel mit integriertem Thermometer. Durch dieses Merkmal ist ein gezieltes und schnelles Garen möglich.

Sicherer Stand

Für ein ultimatives Grillgefühl, minus des Holzkohleaufwands, bieten die Standgrills eine gute Alternative. Die Grills von Severin sind baugleich zu den Tischgrillmodellen und können durch einfache Bedienung sowie gute Grillergebnisse überzeugen. Rosenstein & Söhne bringt hier eine wendbare Grillplatte mit flacher und typisch geriffelter Platte mit. Die stufenlose Temperaturregelung mit fünf markierten Heizstufen funktioniert gut, auch ohne Rasterung. Ohne Schnörkel liefert dieses Modell gute Grillergebnisse und wird zudem durch umfangreiches Zubehör aufgepeppt. Dabei lässt sich der Grill gut zur Reinigung zerlegen. Der abnehmbare Deckel kann nicht am Gerät aufgehängt werden. Suntecs Standgrill liefert einen losen Deckel mit Scharnier und Aufhängung. Dazu ist die Grillfläche aufgeteilt, wobei der Großteil geriffelt ist. Die Tropfschale kann hinten entnommen werden. Das solide Gerät kann mit einer Einfachheit und guter Grillarbeit mithalten.

Hochtemperaturgrill

Diese Grills bieten die heißen Pendants zur Gasgrillvariante und sollen demnach durch hohe Temperaturen knusprige Grillergebnisse liefern. Bei Steba zeigt sich das durch knusprige Steaks. Der Drehwahlschalter mit feiner Rasterung lässt sich gut bedienen, fällt jedoch mit lästig lauten Pieptönen auf. Die Temperaturanzeige ist live, was den Grillspaß erhöht. Alle Teile lassen sich entnehmen und dementsprechend gut reinigen. Der Sonnenkönig-Hochtemperaturgrill ist nahezu identisch zur Steba-Variante. Der Innenraum ist ebenfalls komplett aus Edelstahl gefertigt und die Grillergebnisse sind sehr gut. Lediglich in der Verarbeitung ist der Sonnenkönig minimal schlechter, was sich bereits bei der Gummierung an der Füßen zeigt. Zum Lösen des Grillrost müssen zwei Schrauben entfernt werden. Das erschwert die Reinigung etwas.

Sichere Handhabung

Ein Hexenwerk sind die Bedienkonzepte nicht. Man schließt das Thermostat an die Platte oder den Rost an und steckt den Stecker in die Dose. Nun muss man nur einschalten und warten, bis der Grill vorgeheizt ist. Hier empfehlen die Hersteller jeweils fünf bis zehn Minuten Vorheizzeit. Zudem müssen die Grills vor der Nutzung ausgebrannt werden. Bei der sicheren Handhabung spielt vor allem der Deckel eine Rolle. Bei den großen schweren Grills sollte der Deckel nicht mit Schwung geöffnet werden. Auch die massiveren Kontaktgrills müssen vorsichtig geöffnet werden. Ansonsten drohen die Geräte nach hinten zu kippen.

Fazit

Wer sich für einen elektrischen Grill entscheidet, muss keine geschmacklichen Einbußen bei Fleisch, Gemüse oder Fisch hinnehmen, vor allem nicht mit den Hochtemperaturgrills. Zudem können die Temperatureinstellungen von Vorteil sein, um noch mehr Grillgutvarianten zuzubereiten. Dabei ist die Bedienung einfach und intuitiv, was für mehr Grillfreude sorgt. Ob Tisch-, Kontakt-, Stand- oder Hochtemperaturgrill ist Geschmackssache. Alles in allem liefern die Testgeräte sehr gute bis gute Ergebnisse. Weiter Informationen bieten die nachstehenden Tabellen.

Testverfahren

Die Testgeräte: 4 Stand-, 8 Tisch-, 2 Kontakt-, 2 Hochtemperaturgrills

Funktion: Die Note der Wärmeregulierung setzt sich zusammen aus der Dosierbarkeit der Hitze und der möglichst gleichmäßigen Verteilung auf der Grillfläche, der Warmhalteflächen und der möglichst geringen Wärmeentwicklung an Griffen und Ablageflächen. In mehreren Testreihen mit verschiedenem Grillgut wird die Wärmeregulierung anhand der Grillergebnisse ermittelt. Für die Note der Wärmeverteilung wird geeignetes Grillgut flächig verteilt und dessen gleichmäßige Bräunung bewertet, ebenfalls werden die Aufnahmen einer Thermokamera einbezogen.

Handhabung: Eine Gruppe geschulter Probanden untersucht und bewertet die Bedienfreundlichkeit. Hierbei werden die Bedienelemente (deren Position und Gängigkeit) überprüft, ebenso die Handhabung und die Nutzung der Grillfläche und ggf. der oberen Grillplatte. Die Reinigung erfolgt nach Vorgaben der Bedienungsanleitung; bewertet werden hier Einfachheit, Modularität und Reinigungsaufwand. Die Transportnote (Standgrills) und deren Bewertung beinhaltet eine Beurteilung der Räder und der Parkposition während des Nichtgebrauchs; die Aufbaunote (Standgrills) setzt sich zusammen aus der Bewertung von dafür nötigem körperlichen und zeitlichen Aufwand. Die Bedienungsanleitung wird anhand ihrer Qualität (Bilder, Struktur, Schriftgröße, Anwendungs-/Pflege-/Reinigungshinweise) bewertet.

Ökologie: Die Energieaufnahme wird in mehreren Testreihen ermittelt und im Verhältnis zur Grillfläche bewertet. Zudem fließt die Bewertung der Verpackung nach ökologischen Gesichtspunkten in die Note ein.

Verarbeitung: Die Probanden bewerten die allgemeine Wertigkeit der verwendeten Materialen, eventuelle Klemmstellen, das Nicht-bzw. Vorhandensein von Graten und scharfen Kanten sowie die Größe von Spalten und Ritzen, zudem die Passgenauigkeit sämtlicher modularen Teile.

Sicherheit: Die Sicherheit und Unversehrtheit des Nutzers stehen hier im Fokus. Geprüft und bewertet wird, wie gut das Gerät und die Bedienungsanleitung verhindern können, dass dem Nutzer durch Klemmen, Verbrennen, Schneiden und dergleichen Schäden entstehen.

Bewertungsschlüssel: 1,0 – 1,4: sehr gut (+ + +), 1,5 – 2,4: gut (+ +), 2,5 – 3,4: befriedigend (+), 3,5 – 4,4: ausreichend (–), 4,5 – 5,4: mangelhaft (– –), 5,5 – 6,0: durchgefallen (– – –)