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GLUTEN ALS STRESSFAKTOR


Gluten Free - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 18.07.2019

GLUTENFREI LEBEN

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Bildquelle: Gluten Free, Ausgabe 9/2019

Wer Zöliakie hat, den macht Gluten krank. Die einen bekommen Bauchschmerzen, die anderen Migräne, die nächsten merken zwar anscheinend nichts, dürfen es aber trotzdem auf keinen Fall essen, um langfristig Folgeerkrankungen zu vermeiden. Aber Gluten hat nicht nur körperliche Auswirkungen. Das ständige „An-Gluten-Denken“ kann auch psychisch belastend sein. Wir geben Ihnen Hilfestellung, wie Sie mit typischen Stresssituationen möglichst gelassen umgehen. Jede Menge weiteren Input zum Umgang mit dem Stressfaktor Gluten erhalten Sie durch den Austausch mit anderen, sei es bei Regionaltreff en ...

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... der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft oder in sozialen Medien, zum Beispiel in der Facebookgruppe Zöliakie Austausch. Dies hilft Ihnen, sicherer zu werden und den Stresslevel zu senken.

Ich habe Angst vor Gluten

Menschen mit Zöliakie und besonders Eltern, deren Kind Zöliakie hat, sind permanent angespannt, da sie mit Adleraugen jedes Etikett lesen müssen und dabei alle Ausnahmen, wie verarbeitetes glutenfreies Getreide, im Kopf behalten sollen. Auch bei Medikamenten, etwa Hustensaft, und Kosmetikartikeln lauert die Glutengefahr.

Unser Tipp:

Durchforsten Sie Ihren Haushalt nach möglichen Glutenquellen, machen Sie gründlich sauber und kaufen Sie neue Küchenutensilien. Nehmen Sie sich einen Tag Zeit, um alles zu lesen – das Infomaterial der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft sowie das glutenfreie Basiswissen und die Tipps zum sicheren, glutenfreien Einkaufen der Facebookgruppe Zöliakie Austausch. Auch auf www.zöliakie-verstehen.de fi nden Sie im Online-Kurs wichtige Infos. Wer sich gut auskennt mit der Thematik, kann dem glutenfreien Alltag gelassener entgegentreten. Sind Kinder betroff en, machen Sie sie möglichst früh mit der „Suche nach Glutenmonstern“ vertraut.

Dauernd muss ich alles planen

Spontane Aktivitäten sind bei Zöliakie schwieriger umzusetzen – ob es an der Arbeit was zu feiern gibt oder man genau jetzt Lust auf ein belegtes Brötchen hat. Wie ätzend das sein kann, hat jeder Zöli schon gefühlt 1000 Mal erlebt.

Unser Tipp:

Richten Sie Notfallpakete mit Keksen, Salzbrezeln, Riegeln und Getränken her, die Sie zu Hause und im Auto, im Schulranzen oder an der Arbeit parat haben. Nutzen Sie soziale Medien und Blogs, um in einer unbekannten Umgebung schnell ein geeignetes Restaurant oder ein Geschäft mit glutenfreiem Angebot zu fi nden.

Restaurants haben doch keine Ahnung

Zu Hause haben die meisten das glutenfreie Essen prima im Griff Ganz anders sieht es unterwegs aus. Restaurantbesuche sind schnell stressig und unentspannt, da überall Gluten lauern kann. Wie gut kennt sich das Personal im Restaurant aus? Kriege ich etwas sicher Glutenfreies? Wie gehen sie mit Glutenspuren um? Aus Angst essen manche nur einen Salat ohne Dressing (und auch da bleibt ein Rest Unsicherheit) oder verzichten ganz aufs Essen. Gerade mit Kindern keine schöne Situation, mit leerem Magen wieder das Restaurant zu verlassen.

Unser Tipp:

Seien Sie mutig, gehen Sie aus und sprechen Sie mit dem Personal über Ihre Bedürfnisse. Rufen Sie möglichst vor dem Besuch an und fragen Sie dabei auch nach, wie die Speisen zubereitet werden. Recherchieren Sie vorab in den sozialen Medien nach Restaurants, in denen andere bereits gute Erfahrungen gemacht haben. Das gibt Ihnen Sicherheit.

In der Familie passen nicht alle auf

Wenn Sie in einem gemischten Haushalt leben, stehen Sie dauernd unter Strom, damit es bloß nicht zu einer Kontamination kommt. Habe ich genug gewischt? Nerve ich alle mit meiner Pingeligkeit? Welcher Löff el war noch mal für die glutenfreien Nudeln? Und dann kommt der Sohnemann und schneidet gedankenverloren sein Weizenbrot auf dem Glutenfrei-Brett …

Unser Tipp:

Sauberkeit ist wichtig, um eine Kontamination mit Gluten zu vermeiden. Wischen mit einem sauberen Lappen reicht jedoch aus. Versuchen Sie, entspannt zu bleiben, wenn es zu einer Kontamination kommt. Schließlich macht jeder mal Fehler. Bitten Sie den, der für die Verunreinigung gesorgt hat – nach dem Verzehr des Brotes – mit einem sauberen Lappen alles zu wischen und beim nächsten Einkauf ein neues Schneidebrett zu besorgen. Wenn solche Situationen wiederholt vorkommen, machen Sie noch einmal deutlich, wie wichtig der glutenfreie Bereich in der Küche ist. Schneidebretter und Küchenutensilien in unterschiedlichen Farben helfen dabei. Um Nerven zu schonen und Stress zu vermeiden, fi nden es viele Familien praktikabler, den Haushalt komplett auf glutenfrei umzustellen.

Ständig muss ich alles erklären

Ob im Restaurant, gegenüber anderen Eltern, wenn die Tochter oder der Sohn zum Kindergeburtstag eingeladen ist, oder beim Mittagessen mit Kollegen – immer und überall muss man erklären, informieren oder sich rechtfertigen (oder alles zusammen). Das nervt!

Unser Tipp:

Wo es wichtig ist, dass Sie über das glutenfreie Essen und die Gefahr von Kontamination sprechen, tun Sie dies mit einfachen Worten, auch wenn es Ihnen unangenehm ist. Nehmen Sie es anderen nicht übel, wenn sie immer wieder fragen, ob die Dinkelkekse okay sind. Bedenken Sie, dass die anderen nicht glutenfrei leben müssen. Falls Sie unsicher sind, bringen Sie am besten selbst das Essen mit („komm, ich nehme dir die Arbeit ab“) und fragen Sie vorab, zum Beispiel bei Kindergeburtstagen, was es zu essen geben wird, damit Sie etwas Vergleichbares vorbereiten können. Fällt Ihnen vor Ort eine Glutenquelle auf, zum Beispiel Brotkrümel im Besteckkasten, nutzen Sie diese Krümel, um zu demonstrieren, welch geringe Mengen schon schädlich sein können. Wo das Thema nicht von Belang ist, kürzen Sie das Gespräch ab, indem Sie sagen, dass Sie jetzt nicht über Ihre Erkrankung sprechen wollen.

Das Dauert Alles So Lange

Ob die Verpfl egung für den Schulausfl ug oder die Fußballfreizeit – wo andere Eltern unbeschwert nur an die Klamotten denken müssen, steht bei Eltern mit Zöli-Kids noch das glutenfreie Essen auf der To-do-Liste. Auch bei Schulfesten, im Urlaub und für das tägliche Mittagessen soll das Kind etwas Leckeres zu essen bekommen wie alle anderen Kinder. Wenn es im Alltag eh schon hektisch ist, artet diese zusätzliche Aufgabe schnell in Stress aus, man ist genervt und beneidet andere Eltern, die sich nicht so viele Gedanken machen müssen.

Unser Tipp:

Gute Planung und Vorbereitung hilft, den Alltagsstress zu reduzieren. Meal-Prep ist gerade so ein gefl ügeltes Wort: Nutzen Sie einen Abend in der Woche oder am Wochenende, um Mahlzeiten für die nächsten Tage vorzukochen oder Brot, Muffi ns und Kuchen auf Vorrat zu backen. Frieren Sie alles portionsweise ein, damit Sie schnell eine Mahlzeit zaubern können oder die Lunchpakete gepackt haben. Und denken Sie daran: Kinder und Jugendliche mit Zöliakie sind meist viel pragmatischer als ihre Eltern und essen auch drei Tage das gleiche – Hauptsache, sie können mit den anderen etwas unternehmen.

Die Lebensmittel kosten alle so viel

Glutenfreie Spezialprodukte, wie Brote, Kekse und Nudeln, sind teurer als Standardprodukte. Allein aufgrund der teureren Rohstoff e. Zudem müssen bei der Produktion haarklein alle Zutaten und Prozessschritte kontrolliert und überwacht werden. Das kostet. Und diese Kosten können zusätzlich für Stress sorgen, wenn das Familienbudget ohnehin knapp bemessen ist.

Unser Tipp:

Halten Sie die Augen off en, wenn es im Supermarkt Sonderangebote gibt. Auch Onlineshops bieten häufi g Rabatte an – am besten schreiben Sie sich für die jeweiligen Newsletter ein, um solche Aktionen nicht zu verpassen. Auf diese Weise können Sie leicht Geld sparen.

Was denken die anderen über mich?

Man will sich selbst so gut es geht vor Gluten schützen. Wenn das Kind Zöliakie hat, will man für es nur das Beste. Gleichzeitig kann es extrem belastend sein, wenn man im Zwiespalt steckt und nicht als Hypersensibelchen oder Helicopter-Mom dastehen möchte. Oder wenn einen der Teenager zu Hause schroff anfährt „Jetzt übertreib‘ mal nicht, Mama!“

Unser Tipp:

Lassen Sie andere denken, was sie wollen. Sie müssen den für sich besten Weg fi nden und sich damit wohlfühlen. Versuchen Sie dabei, nicht überängstlich zu reagieren, aber auch nicht völlig lax zu handeln. Wenn Ihre Tochter oder Ihr Sohn genervt reagiert, sprechen Sie offen an, dass Sie nicht wollen, dass sie oder er sich selbst schadet und bieten Sie Ihre Unterstützung an. Gerade im Teenageralter ist es wichtig, dass Sie Rückhalt geben und dem Kind Eigenverantwortung übertragen, ohne zu bevormunden.