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GÖNKES HÜHNERVILLA


Landlust - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 17.04.2019

Für die Hühner seiner Freundin Gönke Gonnsen hat Stefan Volquardsen einen außergewöhnlichen Stall aus Schwartenbrettern gebaut.


Artikelbild für den Artikel "GÖNKES HÜHNERVILLA" aus der Ausgabe 3/2019 von Landlust. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Landlust, Ausgabe 3/2019

Die Hühnerluke lässt sich mittels Seilzug von außen bewegen.


Typisch nordfriesisch: Die Tür ist zweigeteilt, sodass sich dadurch „klönen“ lässt.


Mit seinem eigenwilligen flachen Türgiebel wirkt das Hühnerhaus beinahe wie ein Miniatur-Wohnhaus. Die aufwendige Archtiktur kommt nicht von ungefähr. Stefan Volquardsen ist Zimmermann und betreibt im nordfriesischen Örtchen Enge-Sande eine Montagebaufirma, mit der er Wohnhäuser und Hallen aus Holz errichtet.

Im Süden verbreitet

Einen ...

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... besonderen Charme erhält das Hühnerhaus durch die Eichenschwartenbretter, aus denen es gezimmert wurde. Stefan Volquardsen hat dieses – für norddeutsche Verhältnisse ungewöhnliche – Baumaterial kennengelernt, als er für einige Zeit in der Nähe der österreichischen Grenze als Zimmerergeselle gearbeitet hat. In Süddeutschland ist das Bauen mit Schwartenbrettern weit verbreitet. Dort werden daraus kleine Holzgebäude gebaut und Scheunen- oder Hauswände verkleidet, während sie im Norden fast nur als Zäune für Pferdekoppeln oder als Brennholz zum Einsatz kommen.

Baumkantig

Das rustikale Material entsteht, wenn ein Baum im Sägewerk verarbeitet wird. Aus der Randschicht können keine gleichförmigen Bretter gesägt werden. Deswegen sind die Schwarten auf einer Seite nicht ganz eben und teilweise von Rinde bedeckt. Baumkantig nennen das die Zimmerleute. Zwar kann man die Bretter in festgelegten Dicken bekommen, die Breiten können jedoch ganz verschieden sein. Manche laufen auch von unten nach oben mehr oder weniger spitz zu oder haben wellige Ränder. „Faktisch ist das Abfallholz, das in jedem Sägewerk entsteht. Deswegen sind die Schwartenbretter auch sehr günstig zu haben“, erklärt Stefan Volquardsen. Sie sind nicht nur aus Eichenholz erhältlich, sondern aus allen hiesigen Hölzern, die in Sägewerken verarbeitet werden.

Legeboxen aus Metall lassen sich leicht reinigen. Im kleinen Anbau lagern Futter und Einstreu.


Doppellagig verbauen

Das Bauen mit dem eigenwilligen Holz muss gut durchdacht werden, damit keine zugigen Ritzen auftreten. Meist werden sie so eingesetzt, dass abwechselnd Vorder- und Rückseite aufeinanderliegen. Dadurch entsteht eine fast zweilagige, sehr winddichte Wand. Das ist für Hühnerställe optimal, denn die Tiere benötigen geschützte Bereiche zum Eierlegen und Schlafen. „Man kann nicht genau sagen, wie weit die Bretter überlappen müssen. Das richtet sich nach ihrer jeweiligen Form“, erläutert der 29-Jährige. Wichtig ist, sie so weit übereinanderzulegen, dass sie sich gut verschrauben lassen und auf der ganzen Länge keine Lücken auftreten. Wer zum ersten Mal mit Schwartenbrettern arbeitet, muss daher darauf achten, genügend Material einzukaufen. Gerade im Norden Deutschlands werden die anfallenden Schwarten in den Sägewerken oft direkt zu Brennholz geschnitten. Am besten bestellt man sie daher vor.

Aufwendige Bauweise

Die Konstruktion des kleinen Stalls ist wie bei einem richtigen Wohnhaus. Es misst gerade mal 1,70 Meter mal 2,45 Meter und ist bis zum Giebel 2,10 Meter hoch. Die Dachziegel liegen auf einer normalen Lattung. Die aufwendige Balkenkonstruktion im Innern des Stalls ist aus Vollholz und zeigt, das hier ein Profi am Werk war. Es gibt zwei Eingänge: eine 82 Zentimeter breite Tür und eine verschließbare Luke für die Hühner, die mithilfe eines Seilzugs von außen betätigt werden kann. Die mit Eisenbeschlägen befestigte Tür ist zweigeteilt wie eine typisch nordfriesische Klöntür. Wenn nur der obere Teil offen steht, kann – vor allem im Sommer – die Luft gut im Stall zirkulieren. In einem zusätzlichen kleinen Anbau, der über eine Klappe im Stall erreicht werden kann, lagern Futter und Einstreu.

Details

Der Boden eines Hühnerstalls muss leicht zu reinigen sein, deswegen wurde hier Konstruktionsvollholz verwendet. Man bekommt es in verschiedenen Breiten und Stärken im Holzfachhandel. Die Inneneinrichtung des Stalls ist recht einfach gehalten. Die Hühner haben eine hölzerne Sitzstange, Legeboxen aus Metall sowie Futter- und Wasserspender. Eingestreut wird mit Hobelspänen. Durch die harz- und gerbstoffhaltigen Eichenbretter ist das Hühnerhaus auch ohne Schutzanstrich witterungsbeständig und lange haltbar. Dadurch eignet es sich auch für wechselnde Aufgaben. Es kann durchaus zunächst Kinderspielhaus sein und später, wenn die Nachkommenschaft andere Interessen entwickelt, Hühnerhaus oder Gerätehütte werden.

Gönke Gonnsen und Stefan Volquardsen vor dem Stall, der vier Hühner und einen Hahn beherbergt


HOCHBEET AUS SCHWARTENBRETTERN

Durch den Bau des Hühnerhauses hat Stefan Volquardsen Gefallen am Arbeiten mit den baumkantigen Brettern gefunden. Er begann, daraus Hochbeete für den familieneigenen Garten zu bauen, da der sandige Waldboden sehr unfruchtbar ist. Auch die Rinder, die der Zimmermann im landwirtschaftlichen Nebenerwerb hält, leben bereits in einem Offenstall aus Schwartenbrettern. Das Hochbeet im Vorgarten der jungen Familie ist 2,40 Meter lang und 0,95 Meter breit und ebenso gebaut wie das Hühnerhaus: Auf einem Rahmen aus Konstruktionsvollholz wurden die Schwartenbretter überlappend angebracht. Ein Bauprojekt, was auch Laien in verschiedenen Größen bauen könnten.

KONTAKT

Wer sich für einen fertig aufgebauten und eingedeckten Hühnerstall oder ein Hochbeet interessiert, kann Kontakt zu Stefan Volquardsen aufnehmen: Fa. Stefan Volquardsen, Enger Str. 10, 25917 Enge-Sande, Tel.: 01 73/ 6 75 60 51, s.volquardsen@icloud.com


Fotos: André Reuter