Lesezeit ca. 8 Min.
arrow_back

GOLDENE ERNTE IM HERBST


Logo von selbermachen
selbermachen - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 01.10.2022

ZEIT FÜR DIE OBSTBÄUME

Artikelbild für den Artikel "GOLDENE ERNTE IM HERBST" aus der Ausgabe 11/2022 von selbermachen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: selbermachen, Ausgabe 11/2022

Mit der richtigen Pflege und sauberem Schnitt biegen sich die Äste schwer an Früchten

Jeden Morgen seine Früchte frisch aus dem Garten zu holen – klingt gut, oder? Legen Sie sich doch einfach einen eigenen, bunten Obstgarten an! Jetzt im Herbst, wenn das Laub von den Bäumen fällt und auf frostige Nächte noch immer wärmere Tage folgen, ist genau die richtige Zeit, um neue Obstbäume anzupflanzen. Ob als Spalier im Hinterhof oder als Hochstamm mit weitläufigem Kronendach im Garten des Selbstversorgers – die Möglichkeiten sind endlos. Bei Apfel, Birne, Kirsche oder Zwetschge ist für jeden Feinschmecker etwas dabei. Und das Beste daran: Sie bekommen alles garantiert bio!

Natürlich will so ein Obstbaum auch gut gepflegt sein. Alles zum fachgerechten Schnitt und den neuesten Erkenntnissen zur optimalen Schnittzeit finden Sie auf Seite 72. Für die Informationen zum Schutz vor Wunden und Infektionen durch nachhaltige Hausmittel und ein selbst hergestelltes ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,49€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von selbermachen. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 11/2022 von Liebe Leserinnen! Liebe Leser!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Liebe Leserinnen! Liebe Leser!
Titelbild der Ausgabe 11/2022 von NEWS magazin. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NEWS magazin
Titelbild der Ausgabe 11/2022 von So schützen Sie IHR HOLZ. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
So schützen Sie IHR HOLZ
Titelbild der Ausgabe 11/2022 von Neuer KAMIN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Neuer KAMIN
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
NEWS magazine
Vorheriger Artikel
NEWS magazine
Platz zum PICKEN
Nächster Artikel
Platz zum PICKEN
Mehr Lesetipps

... Frostschutzmittel blättern Sie weiter zu Seite 74.

Oder haben Sie bereits mehrere Bäume im Garten stehen, doch die Ernte fällt mau aus und schmecken tun die Früchte auch nicht wirklich? Mit einem einfachen Trick von Seite 71 lassen sich selbst alte Baumbestände so heranziehen, dass Sie schon bald üppig gewachsenes und vor allem schmackhaftes Obst ernten können – sogar mehrere unterschiedliche Sorten vom selben Baum. Viel Spaß beim Ausprobieren und Entdecken!

„Dem geheimen Leben der Obstbäume auf die Spur zu kommen, macht nicht nur Spaß, es ist vor allem lecker!“

OBSTBÄUME richtig pflanzen

Vom idealen Boden zur passenden Sorte: Mit diesen Anbautipps können Sie schon bald Ihre eigenen Früchte ernten.

Die gute Nachricht lautet: Obstbäume sind recht anspruchslos, was die Wahl des Bodens betrifft. Ideal wäre eine Mischung aus Sand, der den Boden locker hält und genügend Sauerstoff durchlässt, Lehm zum Speichern von Regenwasser und Humus für die Nährstoffversorgung. Obstbäume sind wärmeliebend. Sie sollten diese also an einem möglichst sonnigen und großzügigen Standort pflanzen, wo sich die Äste ungehindert ausbreiten können.

Wer einen kleinen Garten hat und sich anfangs unsicher ist, ob der Platz ausreicht, wählt in der Baumschule beim Apfel beispielsweise eine schwache Unterlage wie ‚M27‘ oder ‚M9‘. Diese entwickeln ein geringeres Kronenvolumen, werden nur circa 2,50 Meter hoch und lassen sich leichter abernten.

Die richtige Pflanztiefe

Das Pflanzloch sollten Sie doppelt so groß wie die Wurzel ausheben. Schlagen Sie vor dem Einpflanzen auf der Westseite des Stamms einen Pfahl tief in die Erde ein – festgebunden besteht weniger Gefahr, dass der Baum kippt. Achten Sie beim Einsetzen darauf, dass die Veredelungsstelle des Baumes (mehr dazu unten) etwa 10 Zentimeter über der Erdoberfläche liegt. Anschließend füllen Sie das Loch jeweils zur Hälfte mit dem gewählten Erdgemisch und Kompost auf – fertig! Als Tipp: Ein Drahtkorb gegen Wühlmäuse um die Wurzeln herum und ein Verbissschutz schützen Ihren Jungbaum zusätzlich.

ANLEITUNG VEREDELUNG

Ritzen Sie die Rinde an der Veredelungsstelle mit einem scharfen, desinfizierten Messer circa 5 cm ein. Das Edelreis schneiden Sie auf der gegenüberliegenden Seite eines Auges auf circa 3 bis 4 cm Länge schräg ab. Heben Sie die Rinde vorsichtig an und schieben das Reis darunter. Wichtig: Das Auge sollte nach außen zeigen und die Schnittfläche sauber anliegen. Das Edelreis können Sie dann mit einem Veredelungsband oder gewässertem Naturbast fest anbinden.

Obstsorten vermehren UND VEREDELN

Der Apfelbaum trägt kaum Früchte und wirklich schmecken tun diese auch nicht? Hier erfahren Sie, was Sie tun können.

Jeder Obstbaum aus der Baumschule besteht aus zwei Gewächsen: der Unterlage, also der Stammhälfte mit Wurzeln, und dem darauf ‚gepfropften‘ Edelreis – das ist ein Zweig von der Obstsorte, die vemehrt und geerntet werden soll. Wachsen beide Baumhälften zusammen, nennt sich das ‚veredeln‘. Dieser Vorgang funktioniert nicht nur bei Jungbäumen. Anstatt den alten, aber gesunden Apfelbaum mit geschmacklosen Früchten zu fällen, setzen Sie auf ihn die Zweige von zwei bis drei anderen Apfelsorten. Auf diesem Weg können Sie künftig unterschiedliche Früchte von einem Baum ernten.

TIPP

Ein Stufenschnitt mit Säge verhindert, dass die Rinde bei dicken Ästen einreißt und Keime eindringen.

OBSTBÄUME richtig schneiden

Wertvolle Tipps zu Technik und Schnittzeit: Konstante Pflege ist die beste Grundlage für gesunde Bäume und reiche Ernte.

Bei Obstgehölzen ist die richtige Schnittzeit von großer Bedeutung. Wie und wann Sie schneiden sollten, richtet sich nach der Art, dem Alter und dem Gesundheitszustand des Baumes. Doch auch die Menge an Nährstoffen, die er als Reserven in Wurzeln, Stamm und Ästen eingelagert hat, spielt eine Rolle. Diese fällt je nach Vegetationsphase nämlich unterschiedlich hoch aus.

Als Hobbygärtner wünschen Sie sich bestimmt, ihre Obstbäume vital zu halten und regelmäßig zum Blühen zu bringen. Um das zu erreichen, sollten Sie vornehmlich den Wuchs junger Triebe fördern, da Bäume stets an einjährigen Trieben fruchten.

Die beste Schnittzeit

Die beste Schnittzeit bei Obstbäumen ist somit ein frostfreier Tag im späten Winter kurz vor dem Blattaustrieb, also circa Januar bis März. Jetzt hat der Baum genügend Kraft gesammelt, um nach dem Schnitt schnell mit der Wundheilung anfangen zu können und starke, gesunde Neutriebe zu entwickeln.

Von einem Sommerschnitt ist eher abzuraten, da der Baum hier beginnt, seine lebenswichtigen Reserven für die Überwinterung anzulegen. Dieser wird zwar oft empfohlen, da Obstbäume im Sommer generell kräftiger sind und schneller auf Schnittwunden reagieren können. Das ist aber nur kurzfristig von Vorteil. Durch den Verlust an Blattmasse produziert und lagert der Baum nämlich weniger Nährstoffe ein. Die Folge ist ein schwacher Austrieb im kommenden Frühjahr und eine höhere Anfälligkeit für Frostschäden und Krankheiten.

Fachgerecht geschnitten

Ideal ist ein moderater Schnitt im Feinastbereich. Die Winterreserven aus der Wurzel und den dicken Stamm- und Astbereichen werden im Frühjahr auf die kleineren Äste verteilt. Je weniger Äste zu bedienen sind, desto stärker werden die Knospen daran. Der Austrieb vollzieht sich dann meist an dem Auge, das unmittelbar vor der Schnittstelle liegt.

Pflanzschnitt

Der Erstschnitt des Jungbaumes ist ein Ausnahmefall und erfolgt direkt nach der Pflanzung im Herbst. Die künftigen

Leitäste stehen meist noch zu steil nach oben, dadurch dringt zu wenig Licht ins Kroneninnere. Spreizen Sie drei Leitäste mit zum Beispiel angespitzten Holundertrieben und im 45°-Winkel zum Mitteltrieb ab und binden andere kräftige Neutriebe mit Bast waagrecht herunter. Danach reduzieren Sie die Krone so weit, dass sie dem geringeren Wurzelvolumen entspricht. Das garantiert, dass die Krone genügend Wasser und Nährstoffe erhält.

TIPP

Fruchtäste, die im Durchmesser mehr als die Hälfte ihres Leitasts betragen, sollten Sie entfernen.

Erhaltungsschnitt

Im Alter entwickelt der Baum waagrechte Fruchtäste, die nach circa zehn Jahren die Ertragsphase einleiten. Um Sauerstoff und Licht für das Ausreifen der Früchte in die Krone zu lassen, sollten Sie diese im zwei- bis vierjährigen Rhythmus auslichten. Entfernen Sie: Triebe, die zu dicht und nach innen verzweigt stehen und aneinanderreiben, Totholz und Wasserschosse, die senkrecht nach oben wachsen.

Erziehungsschnitt

Die ersten acht Standjahre sollten Sie über einen jährlichen Schnitt ein stabiles Kronengerüst aufbauen. Kürzen Sie den Mittel- und die beiden Seitenleittriebe um circa 30 bis 50 Prozent. Konkurrenztriebe und andere, entweder zu steil oder nach innen wachsende Langtriebe werden entfernt. Wichtig: Der Mitteltrieb sollte ohne Knicke verlaufen.

3 FAUSTREGELN

1| OBSTBÄUME wachsen aus eigenem Antrieb heraus meist stärker nach oben, wodurch der untere Kronenbereich verkahlen kann. Durch das gezielte Auslichten verbleibt die leichter beerntbare Ertragszone im unteren Kronenbereich.

2| SPITZEN von Fruchtästen sollten Sie nicht anschneiden. Andernfalls reagiert der Baum mit dem Wuchs eines Langtriebs, der zwar sein Wachstum fördert, aber nicht die Fruchtbildung. Früchte bilden sich nur an den Kurztrieben.

3| DURCH zunehmenden Behang im Alter neigen sich die waagrechten Fruchtäste nach unten. Die Früchte daran sind meist klein und weniger saftig. Schneiden Sie regelmäßg auf jüngere, oberseitig wachsende Triebe zurück.

Obstbäume SCHÜTZEN

Einfache Hausmittel zum Selbermachen. Schützen Sie Ihre Bäume effektiv und nachhaltig.

Ein gesunder Obstbaum besitzt starke

Selbstheilungskräfte gegenüber Verletzungen, wie sie durch einen Schnitt oder Astbrüche entstehen. Ein Wundverschlussmittel ist meist unnötig und verhindert, dass der Baum den für die Heilung nötigen Sauerstoff erhält. Der beste Schutz ist daher ein fachgerechter Schnitt mit scharfem Werkzeug. Eine Ausnahme tritt auf, wenn dem Baum große Rindenteile fehlen wie etwa nach einem Blitzeinschlag. In diesem Fall decken Sie die Wundstelle zügig mit einer lichtundurchlässigen, biologisch abbaubaren Folie ab und fixieren diese mit Gewebeband, bis sich darunter eine neue Rinde gebildet hat.

AUF ASTRING

schneiden: Setzen Sie vor dem Wulst am Astansatz an und glätten den Wundrand mit einem sterilen Messer, so wird die Schnittstelle überwallt und ist vor Keimen sicher

Die richtige Wundbehandlung nach dem Schnitt

ASTSTUMMEL

sollten Sie möglichst schnell entfernen: Sägen Sie dazu im halben Winkel zu der stammparallelen Strecke (A) und dem rechten Winkel des Astverlaufs (B)

Am besten direkt nach der Pflanzung streichen – Jungbäume sind frostempfindlich

KALK-Anstrich

DIY IDEE

Kalk ist antibakteriell und schützt den Baum vor Frostschäden. So stellen Sie Kalkmilch selber her.

In den späten Wintermonaten, wenn es nachts frostig und tagsüber wärmer wird, schützt ein Kalkanstrich vor Frostschäden und Infektionen. Für die Herstellung einer Kalkmilch braucht es nicht viel: Mischen Sie etwas Wasser mit Branntkalk und Kleister im Verhältnis 8:2:1. Rühren Sie so lange, bis das Gemisch eine cremige Konsistenz annimmt, und lassen es anschließend mindestens zwei Stunden lang quellen, das verbessert die Haftung an der Rinde. Tragen Sie es mit einem Pinsel auf und lassen es von der Sonne trocknen – fertig! Als Tipp: Entfernen Sie bei älteren Bäumen lose Rindenstücke zuvor mit dem Spachtel.

Text Anna Milo

Ist mein Baum gesund ODER NICHT?

Erfahren Sie, wann Sie bei der Wundheilung eingreifen sollten, und wann es unnötig ist.

Da auch Obstbäume erkranken, ist eine regelmäßige Kontrolle unerlässlich. Hinweise, dass etwas nicht in Ordnung ist, können Sie häufig an den Blättern erkennen: an Verfärbungen oder einem verfrühten Laubfall. Ursachen sind oft Trockenstress, Frost, eine Mangelernährung dank zu saurem Boden, oder Pilze und andere Erreger. Bei Infektionen mit geringem Befall helfen Sie am besten mit Hausmitteln wie einem Brennnesselsud oder dem Entfernen des betroffenen Laubs nach. In härteren Fällen sollten Sie einen Fachmann zurate ziehen.

Echtes und falsches Harz

Oft befinden sich auch Löcher im Stamm oder den Ästen, aus denen Harz austritt. Bei Apfel und Birne ist das ein gutes Zeichen – es heißt, dass der Baum offene Stellen gegen potenzielle Keime abdichtet. Aufmerksam werden sollten Sie allerdings bei Kirsche und Pflaume. Da diese kein Harz bilden, handelt es sich bei der harzartigen Masse vermutlich um Gummifluss. Dieser zeigt unter anderem an, dass es dem Baum im Sommer an Wasser fehlt. An heißen Tagen sollten Sie dann fleißig gießen. Sind nur wenige Äste betroffen, können Sie diese als Sondermaßnahme entfernen – das trifft im Sommer übrigens generell auf Totholz zu. Wenn es beim nächsten Sturm bricht, wird es sonst schnell zur Gefahr.

1| APFELSCHORF breitet sich bei feuchter Witterung im Frühjahr aus. Entfernen Sie das Laub vom Vorjahr und halten Sie die Krone licht, damit die Blätter schnell abtrocknen können.

2| BIRNENGITTERROST ist ein Pilz, der ab Mai/Juni orangerote Verfärbungen auf den Blättern verursacht. Ein Schachtelhalm-Auszug beugt vor.

3| ECHTER MEHLTAU siedelt sich bevorzugt im Morgentau an und tritt an trocken-warmen Tagen auf. Sprühen Sie wasserverdünnte Milch auf.

Ernte ausgefallen?

Es ist kein Grund zur Sorge, sondern normal, dass auf die große Ernte ein Jahr mit wenigen bis gar keinen Früchten folgt. Im obstreichen Jahr steckt der Baum seine Energie und Nährstoffe in die Reife der Früchte. In dem darauf pausiert er, um sein Reserven aufzustocken. Hier heißt es: abwarten!

RISSWUNDEN

Frostrisse sind senkrecht verlaufende Wunden in der Rinde (Bild rechts) und entstehen bei starken Temperaturschwankungen. Sie verheilen weniger gut und sollten manuell abgedeckt werden. Andere Verletzungen bekämpft der Baum selbst durch Harz und einen Wundkallusring (Bild oben), der in der Mitte zusammenwächst.